Wandern mit Kamera – meine Tipps nach über 1000 km

| Lesezeit ca. 11 Minuten

Nach über 1000 km Wandern mit Kamera wird es Zeit für ein Fazit!
Inhalt:

Ich bin übrigens Marc, begeisterter Papa, Blogger, YouTuber, Foto- und Reisefuzzi.
Mehr über mich findest du hier. Und hier findest du meine aktuelle Fotoausrüstung.

Du hast Fragen, Anregungen...?
Schreib mir: marc@reisezoom.com


Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich Anfang August ein Fazit über meine 1000 km – Wander-Challenge schreibe … aber ja, ich bin schneller vorangekommen, als erwartet.

Warum? Weil Wandern einfach geil ist! Ich habe in dieser Zeit eine ganz andere Welt kennengelernt und unfassbar viel erlebt.

Da ich fast immer mit Kamera in der Hand wandere, scanne ich die Umgebung ständig nach Motiven und passenden Blickwinkeln und nehme so die Umgebung besonders intensiv wahr.

Mein Video über 1000 km Wandern

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Die beste Kamera zum Wandern (+ Objektiv)

Es gibt ja diesen Spruch:
Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.
Das trifft natürlich beim Wandern ganz genau zu … aber eigentlich kannst du dir vorher auch überlegen, welche Kamera du mitnehmen willst.

Ich persönlich wandere je nach Strecke mit

Jede Kamera hat ihre individuellen Vor- und Nachteile.
Tatsächlich ist die Kamera fast egal und das Objektiv auch. Ich habe die letzten Monate mit allen möglichen Kameras und Objektiven fotografiert, das geht alles. Du musst dich nur darauf einstellen und die Augen nach passenden Motiven offenhalten.

Meine Kameras auf Wanderungen

Meine Kameras auf Wanderungen

Das Smartphone beim Wandern

Seien wir ehrlich, das Smartphone ist auf Wanderungen eh mit dabei und ein halbwegs aktuelles Modell macht in vielen Fällen ausreichend gute Fotos.
Ich finde die Google Pixel-Serie super und bin schon seit dem Nexus 6 (damals hieß die Serie noch Nexus) dabei.
Aktuell nutze ich ein Pixel 4a und bin vor allem mit den Fotos super zufrieden.

Vorteile des Smartphones beim Wandern

  • Gewicht (hat man eh dabei)
  • Griffbereit, da in der Hosentasche
  • Macht ohne Kenntnisse der Technik gute Fotos
  • Direkte Netzanbindung, für alle die Fotos und Videos direkt teilen wollen
  • Unendlich viele Effekte und direkte Möglichkeit zur Nachbearbeitung dank Apps.

Nachteile des Smartphones beim Wandern

  • Viele Fotos beschleunigen den Akkuverbrauch
  • Keine haptischen Bedienelemente (Willst du manuelle Einstellungen vornehmen geht das nur fummelig über den Touchscreen)
  • Kein Klappdisplay für außergewöhnliche Blickwinkel oder Selfies mit der Rückkamera.
  • Kein Sucher für sonnige Tage.
  • Du bist festgelegt auf die vorgegebenen Brennweiten und Blenden (und dadurch ggf. weniger kreativ)
  • Smartphone-Fotos bieten weniger Spielraum für die Nachbearbeitung.

Generell bin ich ein großer Fan der Smartphone-Fotografie und kann jedem nur raten sich damit zu beschäftigen … es sei denn, dir stoßen die Nachteile zu sauer auf.

Dieses Foto stammt aus einem nicht mehr aktuellen Google Pixel 3. Aufgenommen bei einer Wanderung auf Mallorca. (Video zur Tour und Smartphone-Fotografie)

Die Edel-Kompaktkamera beim Wandern

Die nächste Stufe nach dem Smartphone wäre eine Kompaktkamera. Allerdings kann ich dir dazu nur noch in Ausnahmefällen raten, da die Bildqualität aktueller Smartphones so gut ist, dass sie mit klassischen Kompaktkameras locker mithalten können. Selbst Profi-Kompaktkameras mit größerem Sensor und lichtstarkem Objektiv machen nicht unbedingt bessere Bilder.
Dafür fallen die meisten Nachteile des Smartphones weg.

Ich nutze seit ein paar Wochen einen Canon G5X Mark II und bin begeistert. Anhand dieser Kamera basieren auch die Vor- und Nachteile. Neben Canon hat auch Sony mit der RX100-Serie herrvoragende Edel-Kompaktkameras im Programm.

Mein Vergleich verschiedener Kompaktkameras:

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Vorteile einer Profi-Kompaktkamera beim Wandern:

  • Geringes Gewicht
  • Passt zur Not in die Hosentasche (immer griffbereit)
  • Universelles Objektiv (24-120 mm equiv.)
  • Für die Größe große Blende für mehr Kreativität (f/1.8 – f/2.8)
  • Eingebauter ND-Filter für längere Belichtungszeiten (haben viele Profi-Kompaktkameras, aber nicht alle!)
  • Mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung als das Smartphone (Dynamikumfang, Schärfe)

Nachteile einer Profi-Kompaktkamera beim Wandern:

  • Gewicht (Auch wenn die Kamera leicht ist, sie wiegt mehr als nichts)
  • Zusätzlicher Akku (Fotografierst du nicht mit dem Smartphone, schonst du zwar dessen Akku, aber trotzdem hast du einen weiteren Akku dabei, ggf. sogar noch mehr oder eine Powerbank)
  • Fummelige Bedienung (Die Bedienung einer Kompaktkamera ist zwar besser als die des Smartphones, trotzdem hast du auch hier nicht allzu viele Knöpfe und Drehräder für manuelle Einstellungen)
  • Festgelegt auf ein Objektiv (Auch hier gilt, besser als beim Smartphone aber wechseln kannst du das Objektiv nicht.)
  • Liegt nicht gut in der Hand (Das klingt negativer als es ist, aber einer Kompaktkamera fehlt einfach Masse, um gut in der Hand zu liegen.)

Unschärfe im Vordergrund geht mit dem Smartphone nicht so einfach, mit der G5X Mark II aber schon.

Mein allerliebstes Foto mit einer Edel-Kompakten habe ich mit der Sony RX100 III bei einer Wanderung durch die Felsenstadt in Tschechien aufgenommen.

DSLM / DSLR beim Wandern

DLSRs bzw. DSLMs sind große Kameras (gibt es auch halbwegs klein), bei denen du das Objektiv wechseln kannst. Eine DSLR ist eine Spiegelreflexkamera, einer DSLM fehlt der Spiegel. Ich nutze nur Kameras ohne Spiegel.
Das hat zwar viele Vorteile, aber gerade beim Wandern weiter Strecken auch erhebliche Nachteile, die Dinger sind in Summe einfach größer und schwerer als eine Edel-Kompaktkamera und erst recht als das Smartphone.

Trotzdem gibt es gerade hier ein großes Spektrum verschiedener Kameras und eine schier
endlose Kombination aus Kamera und Objektiv. Ich nutze hauptsächliche eine Canon Canon EOS R6 mit dem RF24-240. Seltener nutze ich eine Canon EOS M6 Mark II mit verschiedenen EF-M-Objektiven.

Bei den Vor- und Nachteilen beziehe ich mich auf die R6.

Vorteile:

  • Liegt gut in der Hand
  • Tolle Bedienung
  • Hoher Dynamikumfang
  • Auch bei schlechtem Licht gute Bilder
  • Autofokus wie von einem anderen Stern
  • Universell dank verschiedener Objektive

Nachteile:

  • Gewicht
  • Akku
  • Groß und schwer zu verstauen
  • Sehr teuer

Die Basteibrücke habe ich mit der Canon EOS M6 bei einer Wanderung durch die Sächsische Schweiz fotografiert.

Dieses Foto stammt aus der EOS R6. Der Weg zu diesem Bild hat mich so umgehauen, dass daraus sogar ein spontanes Video entstanden ist.

Bridge-Kamera beim Wandern

Ein Bridgekamera ist eine Mischung aus Kompaktkamera und DSLM. Das Gehäuse ist deutlich größer als bei einer Kompakten, der Sensor aber kleiner als bei einer Spiegellosen oder bei einer DSLR.
Die beste Bridge-Kamera ist die Sony RX10 IV [bei Amazon.de*] und lustigerweise war auf meinen letzten beiden Touren sogar jemand mit dieser Kamera dabei. Ich bin begeister und zwiegespalten zugleich.

Begeister bin ich, weil du alles in einem Gehäuse hast: Lichtstärke und großer Brennweitenbereich (bei der RX10 IV sind es 24 – 600 mm bei einer Offenblende von f/2.4 – f/4 mit einem 1 Zoll Sensor).

Zwiegespalten bin ich, weil eine Brigde-Kamera so groß, schwer und sperrig ist, dass man gleich zu einer spiegellosen Kamera greifen kann. Die Bildqualität und der Autofokus der RX10 IV ist zwar gut, kann aber nicht mit bspw. meiner R6 mithalten und auch meine EOS M6 Mark II zieht in schwierigen Situationen an ihr vorbei.

Die Bildqualität liegt auf dem Level meiner G5X Mark II, sodass die Bridge eigentlich nur sinnvoll ist, wenn du deutlich mehr Brennweite brauchst. Du bezahlst diese schließlich mit Lichtstärke!

Vorteile:

  • Universellstes Objektiv (24-600 mm equiv.)
  • Mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung als das Smartphone (Dynamikumfang, Schärfe)

Nachteile:

  • Gewicht
  • Akku
  • Groß und schwer zu verstauen
  • Festgelegt auf ein Objektiv (Auch hier gilt, besser als beim Smartphone aber wechseln kannst du das Objektiv nicht.)
  • Geringere Lichtstärke im Vergleich zur G5X Mark II und Co.
  • Sehr teuer

Filmen beim Wandern

Alle modernen Kameras und auch Smartphones können auch Videos aufnehmen. Deshalb empfehle ich dir erst mit dem vorhandenen Equipment zu arbeiten, bevor du in neues investierst.
Lohnende Investitionen waren bei mir der DJI Pocket 2, das ist ein kleiner Taschengimbal, der von Haus aus gut stabilisierte Videos und dank eines integrierten Funkmikrofons sogar guten Ton liefert.
Begeistert bin ich auch immer wieder aufs Neue von der INSTA360 One X2. Das ist eine 360° Kamera, mit der sich fast schon Drohnen-ähnliche Filmaufnahmen machen lassen.

Eine Drohne nutze ich selbst nicht. Hauptsächlich, weil ich mich mit den rechtlichen Regularien nicht beschäftigen möchte. Trotzdem sorgt eine Drohne natürlich für tolle Aufnahmen bei Film und Foto.

Bei meiner Wanderung über den Havelhöhenweg zeige ich dir den Einsatz der Insat360 ONE X2 mit einem langen Selfiestick:

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Diese Kameras nutze ich

Nochmals meine Kameras, die ich hauptsächlich auf Wanderungen nutze und ihr Einsatzzweck:

Meine Kameras
Kamera Einsatz
Canon EOS R6 Touren von ein paar Stunden
Canon G5X Mark II schwere Tagestouren / Mehrtagestouren
Google Pixel 4a kurze Touren ohne Anspruch an die Fotos
DJI Pocket 2 Nutze ich für Videos.
INSTA360 One X2 Selten im Einsatz. Nutze ich für Fotos und Videos.
Die Canon EOS R6 kommt meist in Verbindung mit dem Canon RF 24-240MM F4-6.3 IS USM zum Einsatz. Die Kombination aus Kamera und Objektiv ist zwar groß und schwer, für nicht allzu lange Touren von ein paar Stunden aber ideal, weil ich dank des großen Griffs die Kamera durchgehend in der Hand halten kann.
Seltener kommt das Canon RF 15-35mm F2.8L IS USM und noch seltener das Canon RF 50mm F1.8 STM mit. Wobei die Kamera mit letzterem auch wieder schnuckelig klein wird (das ist übertrieben!) 🙂
Hier findest du eine Übersicht aller Canon RF Objektive.

Die Canon G5X Mark II kommt immer dann mit, wenn ich befürchte, dass mir die R6 in der Hand auf Dauer zu schwer wird. Also auf langen Tagestouren und auf Mehrtagestouren. Und natürlich nur dann, wenn ich davon ausgehe, dass mir die Kamera reicht.

Den DJI Pocket 2 nutze ich oft, um Videos über eine Wanderung zu drehen. Allerdings kommen für Videos auch die anderen Kameras zum Einsatz.

Auch die INSTA360 ONE X2 kommt eigentlich nur mit, wenn ich Videos drehe, obwohl ich von den Effekten, die man mit der Kamera bei Fotos erzielen kann, immer wieder begeistert bin. Das Titelbild ist bspw. damit gemacht.

Kreative perspektiven mit der Insta360 One X2

Das Smartphone ist so oder so immer mit dabei, darauf tracke ich die Wanderung mit. Zudem nutze ich es mit der App komoot zur Navigation.

Noch ein paar Worte zum Canon EOS M-System
Wer mich kennt weiß, dass ich an sich ein großer Fan des Canon EOS M-System bin. Insbesondere die EOS M6 Mark II möchte ich dabei hervorheben. Eine super Kamera, die mit dem 22mm Pancake zur Not sogar in eine weite Hosentasche passt. Trotzdem kannst du durch den modularen Aufbau der Kamera daraus auch eine große Kamera mit langer und auch universeller Brennweite bauen. Das ist super!
Allerdings geht man bei dem System ähnlich der Bridge-Kamera immer einen Kompromiss ein. So klein wie eine G5X Mark II ist die M6 II nie und so gut in der Hand wie die R6 liegt sie auch nicht …
Ich habe eben alles und kann wählen. Wer einen guten Mittelweg zwischen R6 und G5X II sucht, ist im EOS M-System allerdings gut aufgehoben.

Fotomotive beim Wandern und Fototipps

Fotografieren während einer Wanderung ist eine tolle Idee. So bist du ständig auf der Suche nach Motiven und nimmst deine Umgebung dadurch viel intensiver wahr.
Was du fotografierst, hängt natürlich von der Art der Wanderung ab.

Wichtig: Hier geht es um eine Wanderung, nicht um einen Fotowalk! Passe also auf, dass du nicht allzu viel Zeit für deine Fotos verplemperst. Das passiert mir leider immer wieder, sodass ich kaum vorankomme 🙂
Auf das richtige Licht musst du auch nicht warten. Nimm es so, wie es ist.

Um schneller zu sein, versuche ich mich aber an ein paar einfache Regeln zu halten:

  1. Halte die Kamera immer in der Hand!
  2. Nutze kein Zubehör (Keine Filter, kein Stativ … nix)
  3. Halte dich an einfache Gestaltungsregeln.
  4. Bearbeite deine Bilder nach.
  5. Breche die Regeln von Zeit zu Zeit!

Einfache Regeln der Bildgestaltung

  • Orientiere dich an der Drittel-Regel.
    Dabei teilst du das Bild in 9 gleich große Flächen und platzierst an den Schnittpunkten dein Hauptmotiv.
  • Vordergrund – Mittelgrund – Hintergrund
    Gerade bei Landschaftsfotos ist es sinnvoll das Bild in drei Bereiche – nämlich Vorder-, Mittel- und Hintergrund – einzuteilen (auch hier kannst du dich an der Drittel-Regel orientieren).
  • Nutze führende Linien
  • Nutze Symmetrie

Gut ist auch, wenn du dich auf Details fokussierst und nicht direkt alles aufs Bild packen willst, das erschlägt den Betrachter. Lieber mehr Fotos, dafür aber auf das Wesentliche fokussiert.
Gerade bei Wanderungen kannst du so auch die Jahreszeit zeigen, z.B. Blumen im Frühjahr, bunte Blätter im Herbst, Schnee oder Eis im Winter und naja… von mir aus auch ein Eis im Sommer. Allerdings kannst du da auch viel mit Farben bei der Nachbearbeitung spielen, um die Sommerhitze zu zeigen. Das habe ich z.B. bei meiner knapp 35 km langen Natur, Kultur und Architektur-Wanderung durch Berlin gemacht.

Auch Wegweiser sind bei Wanderungen ein wichtiges Detail und ganz wichtig bist natürlich du selbst, also der Wanderer an sich.

Übrigens, Bilder kannst du ganz einfach interessant machen, indem du für das menschliche Auge ungewöhnliche Perspektiven oder Effekte wählst. Bspw. tief unten aus der Froschperspektive oder eine lange Belichtung, um Wasser glattzuziehen oder für Bewegungsunschärfe.

Wandwege sind fast immer führende Linien. Wenn diese dann noch zu einem Motiv führen (wie hier die Wanderer vor mir) ist das immer gut.

Wegweiser gehören zu einer Wanderung einfach dazu.

Zu dem Thema Fotografieren während einer Wanderung gibt es auch ein komplettes Video von mir:

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Weitere Fototipps findest du hier.

Zusammengefasst

Ich glaube, es ist an der Zeit meine alten Schlussworte aus der Anfangszeit dieses Blogs herauszukramen:
Gehe raus und habe Spaß!

Darauf kommt es nämlich an. Die Kamera ist zweitrangig, auch wenn das für einen Fotoblog vielleicht komisch klingt. Ist aber so!