Wanderdtipp: Über 12 Gipfel um Berlin (+ 7 Canon RF Objektive)

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Es ist ein grauer Tag im April als ich den S-Bahnhof Waidmanslust ansteuere. Start- und Zielpunkt meiner Berlinumrundung. Zu Fuß! 7 Etappen. 164km. 12 Gipfel. Eine Kamera. 7 Objektive.

Ja, 7 Objektive. Auf jeder Etappe hatte ich nämlich ein anderes Objektiv dabei. Die Wanderung nutzte ich, um herauszufinden, welches Canon RF-Objektiv das beste Immer-drauf-Objektiv für meine Zwecke ist.
Zur ganzen Tour gibt es natürlich auch ein Video:


Klickst du auf den Playbutton, wird das Video von YouTube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Als Kamera kam durchgehend meine Canon EOS R6 (bei Amazon.de* oder bei Foto Mundus kaufen) zum Einsatz.
Übrigens bekommst du mit dem Gutscheincode: “marc10” 10€ Rabatt bei Foto Mundus (Mindestbestellwert 10€)

Die Wanderung im Detail

Die Wanderung basiert auf der Tour „Das alpine Berlin“ des Berliner Alpenvereins. Ich selbst navigiere und tracke meine Touren mit komoot.
Die gezeigten Karten basieren auf der Open Street Map.

Die Wanderung führt dich unterteilt in 7 Etappen einmal um Berlin herum. Jede Etappe startet und endet an einem S-Bahnhof, so das An- und Abfahrt problemlos möglich sind. Außerdem darfst du 2x mit der Fähre fahren.

Das ist die 164km lange Route um Berlin.

Etappe 1: NORD von S-Waidmanslust nach S-Karow

Wegen des miesen Wetters und deshalb nur bedingter Wanderlust habe ich mich für die Nord-Etappe entschieden, weils die kürzeste Anreise ist. An sich eine schöne Wanderung, das meiste davon hatte ich aber schon bei anderen Touren abgegrast.
Immerhin besteige ich mit unfassbaren 85m den ersten Gipfel der Tour, die Lübarser Höhe. Etwas später stehen auch die Arkenberge – mit 121m Höhe, die höchsten Berge Berlins- auf dem Programm. Allerdings ist dort noch aktiver Betrieb als Deponie und das Gebiet um die Berge abgesperrt. Ich habe aber schon Leute auf dem Gipfel gesehen, also gibt es ein Loch im Zaun. 🙂
Dieses Loch habe ich bei meiner Tour aber nicht gefunden und eigentlich auch nicht gesucht, stattdessen bin ich weitergewandert durch Französisch Buchholz bis zum S-Bahnhof Karow.

Highlights auf der Etappe NORD:

  • Hermsdorfer See
  • alter Dorfkern Lübars
  • Biotopsee Arkenberge
Hermsdorfer See

Blick auf den Hermsdorfer See

Etappe 2: NORDOST von S-Karow nach S-Wuhletal

Im Gegensatz zur ersten Tour geht es jetzt regelrecht ins Hochgebirge. Sowohl der Gipfel des Großen Ahrensfelder Bergs als auch der Kienberg sind eindeutig dreistellig und über der Baumgrenze! Zugegeben, das mit den Bäumen überrascht mich, trotzdem sind beide Gipfel gefahrlos ohne zusätzlichen Sauerstoff zu meistern. 😁
Überrascht bin ich auch vom langen Flachlandteil in der ersten Hälfte der Etappe, obwohl ich das von Berlin und Brandenburg gewöhnt bin. Schön ist Tour trotzdem, vor allem der Teil durch das Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder gefällt mir sehr gut.

Highlights auf der Etappe NORDOST:

  • Aussichtsturm Wolkeinhain auf dem Kienberg
  • Blick vom großen Ahrensfelder Berg
  • NSG Falkenberger Rieselfelder
Wolkenhain Kienberg

Die Aussichtsplattform „Wolkenhain“ auf dem Kienberg.

Etappe 3: SÜDOST von S-Birkenstein nach S-Grünau

Diese Etappe starte ich am S-Bahnhof Birkenstein (von dem ich vorher noch nie etwas gehört hatte) und laufe vorbei am trostlos abgesperrten Schloss Dahlwitz entlang des Neuenhagener Mühlenfließ ins Erpetal (von dem ich auch noch nie etwas gehört hatte).
Das Erpetal ist wunderschön. Der Wanderweg verläuft Teils entlang des Flusses, Teils etwas abseits im Wald, von wo aus ich schöne Ausblicke in die Weiten des Tals genieße.
Anschließend schnuppere ich ein bisschen Seeluft am Müggelsee. Ich beobachte Möwen und genieße die steife Brise genauso wie den Ton der sanften Wellen.
Danach geht es direkt weiter mit Highlights, von denen ich noch nie gehört hatte. Auf dem Weg zum großen Müggelberg komme ich am Teufelsee vorbei. Einem Moor, durch das ein hölzerner Steg führt. Toll!
Danach nähere ich mich bergauf schnaufend dem Höhepunkt der Tour.
Den Gipfel des großen Müggelbergs ziert ein trostloses Gipfelkreuz mit dem Hinweis, dass man sich jetzt auf dem höchsten natürlichen Berg der Hauptstadt befindet. OK.
Etwas weiter steht ein Aussichtsturm “Müggeltrum”, dieser ist jedoch geschlossen und wird als Coronatest-Zentrum genutzt.
Wieder unten von den Bergen überquere ich mit einer Fähre der BVG die Dahme und bin dann ein paar Meter später am Endpunkt der 3. Etappe, dem S-Bahnhof Grünau.

Highlights auf der Etappe SÜDOST:

  • Erpetal
  • Müggelsee
  • Teufelsee am Fuße der Müggelberge
Teufelsee Moor Mügglsee

Der Steg durch das Moor am Teufelsee

Etappe 4: SÜD von S-Grünau bis S-Lichterfelde Süd

Ein paar Meter nach dem S-Bahnhof Grünau stehe ich schon am ersten kleinen Gipfel (Falkenberg), als mich der erste Regentropfen auf der Nasenspitze trifft. Leider bleibt es nicht bei einem Tropfen. Nein, ihm folgen Millionen weiterer Tropfen, die Stück für Stück tiefer in meine Jacke hineinkriechen.

Erst nach 20km, auf dem Weg zum Gipfel des Freizeitpark Marienfelde, hört es endlich auf, ja die Sonne versucht sogar zaghaft die Wolken beiseite zu schieben, um mich erfolglos zu trocken. Als Brillenträger kann ich dementsprechend zu den ersten 20km überhaupt nichts sagen, da ich durchgehend mit nasser Brille durch eine Nebelwand marschieren durfte. Generell geht die Route aber viel durch (hässliche) Stadt und bei Regen belanglose Landschaften.
Dafür bietet der 86m hohe Dörferblick zwischen Rudow und Schönefeld vermutlich eine schöne Aussicht. Ich konnte sie wegen nasser Brille und strömendem Regen nur schemenhaft erkennen.
Richtig gut ist auch der Blick vom Freizeitpark Marienfelde über Berlin. Dort gibt es sogar eine kleine Aussichtsplattform. Kurz vor Schluss der Wanderung, in Lichterfelde, erklimme ich sogar ein kleines historisches Highlight, den Fliegeberg im Lilienthalpark. Diesen ließ Otto Lilienthal aufschütten, um von dort hinunterzugleiten. Von dort ist es dann nicht mehr weit zum Endpunkt der heutigen Wanderung: S-Lichterfelde Süd.

Highlights auf der Etappe SÜD:

  • Blick vom „Alpengipfel“ im Freizeitpark Marienfelde
  • Lilienthalpark
Fliegeberg Lilienthalpark

Das ist der Fliegeberg im Lilienthalpark

Etappe 5: SÜDWEST von S-Lichterfelde Süd bis S-Wannsee

Endlich scheint die Sonne! Blöd nur, dass das Thermometer beim Verlassen des Hauses noch keine 4°C anzeigt. Also setze ich auf das altbewährte Zwiebelprinzip und komme damit gut durch den Tag.
Der Tag bzw. die Tour startet heute am S-Bahnhof Lichterfelde Süd, führt durch ein Wohngebiet, eine Kirschbaumallee ohne Blüten und schließlich entlang des Teltow-Kanals.
Der erste Abschnitt verläuft entlang des Mauerweges auf gut ausgebauten Wegen und ist eher langweilig. Das ändert sich aber, nachdem ich auf die nördliche Seite des Kanals wechsle. Hier sind die Wege uriger und die Landschaft schöner.
Am Machnower See bewundere ich mit der neuen Hakeburg einen Lost Place. (Inka von blickgewinkelt.de war sogar schon in der Burg!) Die Schleuse Kleinmachnow nutze ich, um wieder auf die andere Seite des Kanals zu wechseln. Dort bleibe ich bis zur ehemaligen Autobahnbrücke Dreilinden. Auch eine Art Lost Place.
Es geht weiter entlang des Kanals. Das Wetter ist toll, der Weg ist schön. Perfekt!
Am Griebnitz See verlasse ich das Wasser und beginnen mit dem „alpinen“ Teil der Tour. Der erste und einzige richtige Gipfel ist heute der Moritzberg.
Von hier oben laufe ich weiter zum noch höheren Schäferberg. Dort bestaunen ich den Fernmeldeturm und setze dann meine Tour weiter Richtung S-Bahnhof Wannsee fort.

Highlights auf der Etappe SÜDWEST:

  • Neue Hakeburg
  • Weg entlang des Teltowkanals
  • Landschaft nach dem Schäferberg
Alte Aufobahnbrücke Dreilinden

Die alte Autobahnbrücke Dreilinden über den Teltowkanal

Etappe 6: WEST von S-Wannsee bis S-Spandau

Die vorletzte Etappe meiner Berlinumrundung beginne ich am S-Bahnhof Wannsee.
Von dort stehe ich bald auf dem Havelhöhenweg – ein Garant für einen schönen Tag.
Dem Wanderweg folge ich bis zum Grunewaldturm. Der Turm ist zwar geöffnet, aber ich gehe lieber weiter Richtung Teufelsberg und Drachenberg. Von dort hat man auch eine gute Aussicht.
Direkt nach dem Grunewaldturm wandere ich ein Stück durch die Ausstellung Wald. Berlin. Klima. In der an verschiedenen Informationspunkten erklärt wird, wie der Berliner Wald für den Klimawandel fit gemacht wird.
Auf dem Teufelsberg ist auch die Abhörstation für Besucher geöffnet. Mich juckt es in den Fingern, aber wenn ich dort hineingehe, komme ich so schnell nicht mehr raus. Also hebe ich mir das für einen späteren Besuch auf und bestaune das Gebäude von außen (bei viermalfernweh.de kannst du sehen, wie es drinnen aussieht) und kurze Zeit später vom Gipfel des Drachenbergs.
Vom Drachenberg genieße ich auch den Blick über die Stadt. Wahnsinn!
Wieder unten passiere ich bald den 230m hohen Sender Scholzplatz und bin dann auch schon zurück in der Zivilisation.
In Spandau wandere ich vorbei an den Tiefwerder Wiesen, der Havel und dem Südhafen bis zum Bahnhof.

Highlights auf der Etappe WEST:

  • Havelhöhenweg
  • Teufelsberg
  • Drachenberg
Abhörstation Teufelsberg

Die alte Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg

Etappe 7: NORDWEST von S-Spandau nach S-Waidmanslust

Startpunkt dieser Wanderung ist – wie so oft – der Endpunkt der letzten Etappe (S-Spandau). Zunächst geht es laaange am Wasser entlang, Havel, Tegler See, Große Malche. Ja, man kann den Gewässern viele Namen geben. Nass bleibt das Wasser trotzdem.
Spandau ist mit dem vielen Nass wirklich schön anzuschauen, allerdings heißt das auch, dass ich heute viel auf asphaltierten Wegen unterwegs bin.
Bei so viel Wasser darf natürlich eine Fährfahrt nicht fehlen. Für 60 Cent setzt man mich nach Tegelort über. Wo es dann bald auf Waldwegen weitergeht.
Die Sonne lacht und die heutigen Gipfel kann ich in der Fernen natürlich nicht ausmachen. Mit Apolloberg und Ehrenpfortenberg (Video meiner Wanderung zum Ehrenpfortenberg im Winter) stehen nämlich nur zwei Hügel von 65m bzw. 69m auf dem Programm. Trotzdem geht es vor beiden Gipfel ein kurzes Stück ordentlich hoch. Oben steht jeweils ein Gipfelkreuz, das wird kurz bestaunt, fotografiert und dann darf ich die Berge auch wieder verlassen.
Von nun an schlendere ich noch ein bisschen durch den Wald und das schöne Tegler Fließ und bin schon bald am S-Bahnhof Waidmanslust. Dem Ort, an dem die Tour vor sieben Etappen startete.

Highlights auf der Etappe NORDWEST:

  • Entlang der Havel in Berlin Spandau
  • Tegler Forst
Schwan

Ein Schwan am Havelufer in Spandau

Fazit der Wanderung um Berlin

Berlin zu Fuß zu umrunden ist nicht schwer. Die Streckenlänge der einzelnen Etappen sollten für jeden halbwegs geübten Hobbywanderer einfach zu meistern sein. Dadurch das Start- und Endpunkte jeweils S-Bahnhöfe sind, ist die Sache mit der Anfahrt auch sehr leicht.
Ich habe mir die Etappen nicht hintereinander weg erwandert, sondern teilweise mehrere Tage Pause gemacht und bin immer nur dann losgegangen, wenn es von der Familie her gepasst hat. Im Prinzip ist die Wanderung deshalb auch eine familienfreundliche Wanderung, ohne Familie 🙂

Mir hat „Das alpine Berlin“ sehr gut gefallen, auch wenn dabei logischerweise kein alpines Flair aufgekommen ist.

Fazit zu den Objektiven

Überrascht hat mich tatsächlich das Canon RF 50mm f/1.8 STM. Obwohl die Brennweite natürlich einschränkt, hat mich die geringe Größe in Kombination mit dem großen Griff der EOS R6 überzeugt. Die Kamera konnte ich so die ganze Zeit problemlos in der Hand halten.

Die kompakte und leichte Spaßmaschine: Für mich die größte Überraschung auf der Tour!

Das heißt aber natürlich nicht, dass die anderen Objektive schlecht sind. Ganz im Gegenteil. Unterm Strich hat mich die Tour bei meiner ursprünglichen Wahl an Objektiven bestätigt. Meine R6 habe ich zusammen mit der RF24-240 und dem RF15-35 gekauft. Das ist ein klasse Kombination. Noch besser wird diese vielleicht, wenn sie mit dem 50mm ergänzt wird.

Als Alternative zum 24-240 kann ich mir abr auch das 24-105 F4L + 70-200 F4L vorstellen oder sogar das 100-500mm. Ist aber beides größer, schwerer und treurer.

Das 24-70 2.8 L ist zwar ein tolles Objektiv, aber eben groß und schwer. Für eine Wanderung halte ich Lichtstärke eh nicht ganz so wichtig. Deshlab gilt auch hier, das 24-105L oder sogar das 24-240 sind die bessere Alternative.

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