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Fototipp 22: Bearbeite deine Fotos

Kurzer Fototipp heute: Bearbeite deine Bilder!
Warum? Ich zeige es dir an einem Beispiel.

In letzter Zeit haben mich öfter Menschen gefragt, wie ich meine Bilder mache, sie kriegen das nie so hin. Die Antwort ist relativ einfach:
Ein gute Kamera, ein gutes Objektiv und vor allem die Auswahl des Motives sind nur die halbe Miete. Die Nachbearbeitung bezahlt den Rest!
Ich bearbeite jedes Bild nach! Das eine mehr, das andere weniger. Deshalb fotografiere ich auch ausschließlich im RAW-Format.

Was ich bei der Nachbearbeitung mache

Immer:

Alles Weitere hängt vom Motiv ab. Zur Veranschaulichung ein etwas extremeres Beispiel. Der Blick vom Eiffelturm, ein Bild aus unserer Paris Tour.

In der Regel arbeite ich mit Lightroom in der aktuellen Version (ich habe das Adobe Creative Cloud Abo) und dem Plug-In Perfect Effects. Je nach Motiv kommt auch Photoshop zum Einsatz.

Das Ausgangsbild, wie es als RAW aus der Kamera kommt

Du siehst es selbst: Dunkel, nicht richtig ausgerichtet, langweilig.

Schritt 1: Chromatische Abberationen entfernen und ausrichten

Bis jetzt läuft alles in Lightroom ab. Im Bereich Objektivkorrekturen klicke ich alle 3 Checkboxen an, zusätzlich klicke ich auf „Auto“ um das Bild perspektivisch auszurichten.
Viel ist dabei nicht zu holen, bleibt die Möglichkeit von Hand auszurichten oder etwas zu beschneiden. Ich schneide in der Regel lieber als auszurichten.
Du kannst zwar viel manuell ausrichten, aber es ist schwer das so zu machen, dass man es hinterher nicht sieht. Außerdem verlierst du dabei Schärfe. Das Freistellungswerkzeug zum Beschneiden aktivierst du mit der Taste „r“.

Schritt 2: Weißabgleich und Grundeinstellungen

Jetzt probiere ich verschiedene Einstellungen für den Weißabgleich durch. Es war bewölkt und mir gefällt diese Einstellung tatsächlich am besten.
Weiter geht es im Bereich Grundeinstellungen. Hier mache ich das Bild über den Regler Belichtung etwas heller, danach nutze ich die gesamte Dynamik des Bildes in dem ich Lichter auf -100 ziehe und Tiefen auf +100. Dann Suche ich den Weiß- und Schwarzpunkt mit den Reglern Weiß und Schwarz. Hier geht es darum, dass Histogramm so weit wie möglich auseinander zu ziehen, ohne Clipping. Siehe dazu meinen Beitrag zum Histogram.

Langsam wird das Bild brauchbar. Es ist heller und auch sonst deutlich schicker als das Ausgangsmaterial. Aber hinter den Hochhäusern im Hintergrund ist ein oranger Schimmer. Vielleicht können wir da noch etwas drehen, um mehr Drama ins Bild zu bringen.

Schritt 3: Perfect Effects

In Perfect Effects gibt es 2 Filter, die ich fast bei jedem Bild anwende:

  • Dynamischer Kontrast: Natürlich
  • Farbverbesserung: Fall Enhancer

Auch in diesem Bild wende ich beide Filter auf das ganze Bild an. Das sind die beiden unteren Ebenen im roten Kasten rechts.

Dynamischer Kontrast macht das Bild knackiger, das kommt vor allem bei Landschaftsaufnahmen gut.
Fall Enhancer macht das Bild wärmer.

Unser Ziel ist aber das Orange im Hintergrund zu verstärken. Deshalb wende ich den Fall Enhancer insgesamt 4x an!
Damit die Stadt nicht komplett orange wird brauchen wir bei 3 von den 4 Filtern eine Maske. Damit maskiere ich die Stadt unten, so dass der Filter nur noch im Himmel wirkt. Die Masken sind die schwarzen Balken rechts bei den Ebenen.

Es ist aber nicht alles Gold was glänzt. 4x Fall Enhancer auf den Himmel und wir haben orange Wolken, das wollen wir nicht. Um das zu vermeiden haben wir 2 Möglichkeiten:

  1. Maskierung der Wolken direkt in den Filtern „Fall Enhancer“
  2. Schwarz-weiß Filter auf die Wolken legen und den nur bis zum orangenen Bereich laufen lassen

Eleganter wäre die 1. Version, schneller geht aber die 2. Also lege ich einen Schwarz-weiß Filter über das Bild, reduziere die Deckkraft etwas und maskiere die Stadt (das siehst du in dem schwarzen Balken neben dem Schwarz-weiß-Filter in den Ebenen).

Fertig!

Das fertige Bild nach unseren Bearbeitungsschritten

Doch nicht fertig?

Klar kannst du noch viel mehr machen! Das ist nur ein Beispiel. So kannst du bspw. mit einem Verlaufsfilter in Lightroom das Wetter schlechter machen:

Aber darum soll es in diesem Fototipp nicht gehen. Ich will dir nur zeigen, wie wichtig die Nachbearbeitung ist und was du aus einem Bild herausholen kannst.

Im Paris-Reisebericht sieht das Bild so aus:

Blick vom Eiffelturm

Blick vom Eiffelturm

Das Bild habe ich übrigens mit meiner RX100 III (bei Amazon.de*) gemacht.

Vielleicht interessieren dich mein Tutorial zum Thema Bildbearbeitung:

Über Fototipp

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Alle bisherigen Beiträge aus der Reihe findest du hier: Alle Fototipps!

Na dann… gehe raus und habe Spaß!

Marc

PS: Nächste Woche wird die Kamera in die Hand genommen!


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13 Kommentare zu “Fototipp 22: Bearbeite deine Fotos

  1. Markus

    Klasse! Wenn man bedenkt wie das Foto im Rohzusatnd wirkt und dann auf dem letzten Bild… Wow! Und solange es nicht völlig verfremdet wird (so wie bei Dir), bin ich ein großer Fan des „aufmotzens“ 😉

  2. Paleica

    ziemlich genial, was du aus dem bild rausgeholt hast. ohne lightroom geht bei mir ohnehin gar nix, aber verlaufsfilter glaub ich gibts in meiner version noch keine, wenn mich nicht alles täuscht.

    1. Marc

      Ja, aber wie gesagt. Das ist ein extremes Beispiel.
      Lightroom ist echt genial. Aber auch Perfect Effects ist super! Das gibt es sogar ab und zu umsonst.

  3. Jassy

    Hallo Marc,

    bin gerade auf deinen Blog gestoßen und jap – hier gefällt es mir, hier komm ich öfter vorbei!

    Du hast ein sehr tolles und vor allem anschauliches Beispiel gewählt. Ich wollte es nie so wahrhaben, dass man mit kleinen Mitteln aus bereits guten Bildern nochmal Welten rausholen kann. Bis vor kurzem war ich relativ bearbeitungsfaul. Klar, ich hab die Fotos angepasst und zugeschnitten, aber meist wars das dann auch schon. Seitdem ich mir dann doch mal Photoshop geleistet habe ist alles anders. Man kann so unglaublich viel aus den Bildern rausholen und so viel experimentieren und spielen.

    Ich finde dein Beispielsbild nicht schlimm – klar, es ist „extrem“ bearbeitet, aber das Resultat kann sich in jedem Fall sehen lassen. Und zur Veranschaulichung ist es wahrlich super gewählt. Oftmals sind es kleine Handgriffe, die im Rahmen der Bildbearbeitung das ganz große Kino ausmachen. Mir macht es mittlerweile viel Spaß, vor allem wenn man sich dann den Vorher-Nacher-Effekt einmal ganz bewusst vor Auge führt.

    Viele Grüße an dich,

    Jassy

    1. Marc

      Hi Jassy,
      einziges Problem bei der Sache: wenn man weiß was alles geht, dann glaubt man keinen Bild mehr ☺
      Geht mir zumindest so
      Freut mich, dass dir mein Blog gefällt.

      Schöne Grüße,
      Marc

      1. Jassy

        Hallo Marc,

        in der Tat, da hast du Recht. Mir geht es da mittlerweile selbst oft so: ist das nun wirklich so entstanden oder hat man da und dort und hier etwas nachgeholfen? Umso schöner finde ich es, wenn ich ein Bild direkt aus meiner Cam raushole, das einfach fabelhaft ist. Gerade im Makrobereich muss ich sagen, dass mir das ziemlich oft gelingt, ganz ohne Nachbearbeitung. Und auf die eigenen Bilder ist man sowieso sehr stolz, da man da ganz genau weiß, wie das Endresultat entstanden ist.

        Viele Grüße,

        Jassy

  4. Carolin

    Hallo Marc,
    das ist ja wirklich ein tolles Beispiel … echt klasse, was man aus Fotos so rausholen kann! Ich stehe da noch ganz am Anfang (besonders beim eigentlichen Fotografieren), aber allein solche Anleitungen helfen mir, mein Auge besser zu schulen 🙂
    Viele Grüße!

  5. Frank Zirnstein

    Hallo Marc,
    eine Frage, Du als Sony-User, hast Du schonmal Capture One probiert? Wenn ja, wie sind Deine Erfahrungen?

    Grüße
    Frank

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Frank,

      nein habe ich nicht. Es steht schon ewig auf meiner Todo-Liste, aber bis jetzt hatte ich einfach nicht die richtige Laune dazu.
      Aber ganz ehrlich, ich glaube das es besser ist als Lightroom.
      Spannend finde ich auch das neuen On1 PhotoRaw (oder so ähnlich, habe gerade schlechtes Netz und kanns nicht Google).

      Vielleicht packt es mich mal und ich probiere es aus.

      Viele Grüße
      Marc

  6. Frank Zirnstein

    Danke für Deine Antwort. Marc.

    Ich frage das deshalb, weil ich Capture One von Anfang an nutze und eigentlich jemanden suche, mit dem ich mich ein wenig austauschen kann.
    Ich sags gleich, ich hab nur sehr begrenzt Ahnung von Bildbearbeitung, viel mehr als RAW-Entwicklung ist bei mir nicht drin. Der Grund für C1 und gegen Lightroom war damals, dass das Programm für Sony-User kostenlos angeboten wird und irgendwann hab ich mir dann für 50€ mal die Pro-Version runtergeladen. (Für Sony, liest entsprechend nur Sony-ARW, sonst würde das Programm über 200€ kosten)
    Ich hatte LR auch mal als Probierversion und ich muss sagen, Capture One geht in seinem Funktionsumfang weit über LR hinaus, reicht aber sicher natürlich nicht an Photoshop heran.
    Das Problem an C1 ist eigentlich nur dass es vergleichsweise wenig Nutzer gibt, entsprechend auch wenig gute (deutsche)Tutorials.
    Zwar nimmt die Anzahl der Videos über Capture One auf Youtube seit dem letzten Jahr kontinuierlich zu, reicht aber noch lange nicht an die von LR heran, wo man praktisch jeden Menüpunkt, jedes Werkzeug haarklein erklärt bekommt.
    Deswegen muss man eben viel ausprobieren und sich selbst erarbeiten.

    Viele Grüße
    Frank

    1. Marc Autor des Beitrags

      Ich schiebe es Mal höher auf meiner Todo-Liste. Aber wie gesagt, ich finde das PhotoRaw von On1 im Moment spannend, hauptsächlich weil ich eh schon viel mit PerfectEffects arbeite.

      Viele Grüße
      Marc

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