Canon hat inzwischen 55 eigene Objektive fürs RF-Bajonett im Programm, dazu kommen native Autofokus-Objektive von Sigma, Tamron und Samyang. Die Frage unter meinen Videos lautet trotzdem meistens: „Welches soll ich nehmen?“ Genau dafür ist dieser Beitrag da. Ich teste mich seit Jahren durchs Sortiment – auf Wanderungen, Reisen und Familienausflügen statt im Labor. Hier findest du meine Tests, Vergleiche und ehrlichen Einschätzungen an einem Ort, dazu einen Finder, mit dem du alle 69 Objektive nach deinem Einsatzzweck filtern kannst.
Du weißt schon, wonach du suchst? Direkt zum Objektivfinder springen →
Filtert alle 69 Objektive nach Kamera, Einsatzzweck, Brennweite und Budget.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026. Objektivbestand und Preise ändern sich regelmäßig – ich gleiche beides mit den offiziellen Herstellerkatalogen ab.
Schnelle Kaufhilfe: was ich wem empfehle
Wenn du wenig Zeit hast, reicht diese Tabelle. Alles, was hier steht, begründe ich weiter unten im jeweiligen Abschnitt – und wenn dein Fall hier nicht dabei ist, filterst du dir im Objektivfinder deine eigene Auswahl zusammen.
| Kamera | Einsatzzweck | Meine Hauptempfehlung | Alternative |
|---|---|---|---|
| Vollformat | ein Objektiv für Reisen und Wandern | RF 24-240mm F4-6.3 IS USM* | RF 24-105mm F4L IS USM* |
| Vollformat | klein und lichtstark | RF 50mm F1.8 STM* | RF 35mm F1.8 Macro IS STM* |
| Vollformat | Landschaft und Weitwinkel | RF 15-30mm F4.5-6.3 IS STM* | RF 14-35mm F4L IS USM* |
| Vollformat | bezahlbares Tele | RF 100-400mm F5.6-8 IS USM* | RF 600mm F11 IS STM für Spezialfälle |
| APS-C | leichtes Reisezoom | RF-S 18-150mm F3.5-6.3 IS STM | Sigma 16-300mm F3.5-6.7 DC OS |
| APS-C | lichtstarkes Standardzoom | Sigma 18-50mm F2.8 DC DN | Tamron 17-70mm F2.8 Di III-A VC RXD |
| APS-C | Ultraweitwinkel | RF-S 10-18mm F4.5-6.3 IS STM | Sigma 10-18mm F2.8 DC DN |
| APS-C | Porträt und wenig Licht | Sigma 30mm F1.4 DC DN | Sigma 56mm F1.4 DC DN |
* Affiliate-Links. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Vollformat im Detail
- Ein Objektiv für fast alles: RF 24-240mm F4-6.3 IS USM. Mein Immerdrauf, mehr dazu weiter unten.
- Kompakt und lichtstark: RF 50mm F1.8 STM. Wenn dir 50 mm zu eng sind, das RF 35mm F1.8 Macro IS STM.
- Weitwinkel für Landschaft und Architektur: günstig das RF 15-30mm F4.5-6.3 IS STM, hochwertiger das RF 14-35mm F4L IS USM oder das RF 15-35mm F2.8L IS USM.
- Bezahlbares Tele für Tiere: RF 100-400mm F5.6-8 IS USM. An APS-C wirkt der Bildwinkel besonders lang.
- Porträts ohne Kilopreis: RF 85mm F2 Macro IS STM oder das kleine RF 50mm F1.8 STM.
APS-C im Detail
An R7, R10, R50, R50 V und R100 hast du zwei Wege: Canons eigene RF-S-Objektive oder die APS-C-Objektive von Sigma und Tamron. Und du kannst jederzeit auf ein Vollformat-RF-Objektiv zurückgreifen – das funktioniert problemlos, wird nur selten so kompakt.
Lichtstarkes Standardzoom. Das Sigma 18-50mm F2.8 DC DN ist mit 290 g die kompakteste Lösung und kostet ungefähr so viel wie Canons lichtschwaches RF-S 18-150mm. Wenn dir mehr Brennweite und ein Stabilisator wichtiger sind als die letzten Gramm, nimm das Tamron 17-70mm F2.8 Di III-A VC RXD – 530 g, dafür deckt es von Weitwinkel bis kurzes Tele durchgehend F2.8 ab.
Universelles Reisezoom. Drei Kandidaten, drei verschiedene Kompromisse:
- Canon RF-S 18-150mm F3.5-6.3 IS STM – 310 g, das leichteste. Startet bei 18 mm (≙ 29 mm an Vollformat), Stabilisator drin. Der Telebereich endet aber früh.
- Sigma 16-300mm F3.5-6.7 DC OS – 625 g, der größte Brennweitenbereich. Startet bei 16 mm, also spürbar weiter als die anderen beiden, und geht bis 300 mm. Mit optischem Stabilisator.
- Tamron 18-300mm F3.5-6.3 Di III-A VC VXD – 620 g, ähnlicher Telebereich wie das Sigma, aber weniger Weitwinkel am kurzen Ende. Ebenfalls stabilisiert.
Kurz: das Canon fürs Gewicht, das Sigma für Weitwinkel plus Reichweite, das Tamron als Alternative dazu.
Ultraweitwinkel. Canons RF-S 10-18mm F4.5-6.3 IS STM ist mit 150 g unschlagbar leicht und günstig. Das Sigma 10-18mm F2.8 DC DN wiegt 260 g, ist aber durchgehend F2.8 – der Unterschied bei wenig Licht und für Video ist deutlich. Das Tamron 11-20mm F2.8 Di III-A RXD liegt dazwischen und bietet oben etwas mehr Brennweite.
Porträt und wenig Licht. Hier führt an Sigma kaum ein Weg vorbei: das 30mm F1.4 DC DN (≙ 48 mm) als Normalbrennweite, das 56mm F1.4 DC DN (≙ 90 mm) fürs klassische Porträt. Beide klein, beide bezahlbar. Als Canon-Alternative funktioniert das RF 50mm F1.8 STM auch an APS-C, wirkt dort aber wie 80 mm.
Video. Das RF-S 14-30mm F4-6.3 IS STM PZ ist der naheliegende Kandidat: Power Zoom, 181 g, weit genug für Selbstaufnahmen. Lichtstark ist es nicht – wenn du das brauchst, eher Sigma 18-50mm F2.8 oder eine der Festbrennweiten.
Fünf Dinge, die ich vor jedem Objektivkauf bedenke
- Ein lichtstärkeres Objektiv ist nicht automatisch das bessere Reiseobjektiv. Größe und Gewicht entscheiden mit darüber, ob du die Kamera überhaupt herausholst.
- Ein Bildstabilisator gleicht deine eigene Bewegung aus, nicht die des Motivs. Gegen ein rennendes Kind hilft nur eine kurze Belichtungszeit.
- APS-C verändert den Bildwinkel, nicht die tatsächliche Brennweite – und auch nicht die Lichtstärke.
- RF-S nutzt an kompatiblen Vollformatkameras nur den APS-C-Ausschnitt. Du verschenkst also Auflösung.
- Ein größerer Brennweitenbereich bedeutet fast immer Kompromisse bei Lichtstärke, Größe oder Abbildungsleistung. Genau die gehe ich beim 24-240 bewusst ein.
Der Objektivfinder: alle 69 Objektive nach deinem Einsatzzweck
Statt einer langen Tabelle habe ich dir ein kleines Werkzeug gebaut. Sag ihm, was du vorhast – Reise, Tiere, wenig Licht –, welche Kamera du hast, wie viel du ausgeben willst und wie schwer es werden darf. Es zeigt dir dann alle Objektive, die dazu passen. Wo ein Video daneben steht, habe ich das Objektiv selbst getestet.
Enthalten sind alle 55 Foto-, Hybrid- und VR-Objektive von Canon fürs RF-Bajonett sowie die 14 nativen RF-Autofokus-Objektive von Sigma, Tamron und Samyang. Nicht enthalten sind manuelle Spezialobjektive (Laowa, Voigtländer, TTArtisan, 7Artisans …), Cinema-Objektive und die Extender. Davon gibt es Dutzende, und für das, was ich hier mache, spielen sie keine Rolle.
Wo im Finder „UVP“ steht, ist es die offizielle unverbindliche Preisempfehlung aus dem Canon-Deutschland-Shop, abgerufen am 31. Juli 2026 – das betrifft 43 der 55 Canon-Objektive. Die restlichen zwölf verkauft Canon nicht selbst; dort steht wie bei den Fremdherstellern „ca.“ und ein recherchierter Straßenpreis. Im Laden zahlst du oft deutlich weniger als die UVP, gerade bei älteren Modellen. Den jeweils aktuellen Bestand findest du im offiziellen Canon-Katalog, bei Sigma und bei Tamron.
Meine eigene Ausrüstung
Ich nutze eine Canon EOS R8 mit diesen drei Objektiven:
- Canon RF 24-240mm F4-6.3 IS USM
- Canon RF 50mm F1.8 STM
- Canon RF 16mm F2.8 STM
Das 50mm ist günstig, klein, leicht und macht aus der R8 eine handliche Kamera für unterwegs. Tatsächlich zählt es deshalb zu meinen absoluten Favoriten, auch wenn ich selten Porträts fotografiere.
Für den Weitwinkel hatte ich lange das RF 15-35mm F2.8L – ein geniales Objektiv, aber sau schwer. Genau deshalb hatte ich es praktisch nie dabei, und dafür ist es dann einfach zu teuer. Inzwischen übernimmt das RF 16mm F2.8 STM den Weitwinkel bei mir. Ehrlich: Mit dem 15-35mm kann es bei Weitem nicht mithalten. Aber es ist klein, günstig und vor allem ist es dabei – und das ist am Ende mehr wert als ein besseres Objektiv, das zu Hause liegt.
Warum das RF 24-240mm mein Immerdrauf ist
Wenn du dir den Namen meines Blogs anschaust, sollte klar sein, warum ich mir das RF 24-240mm gekauft habe. Von der Brennweite her ist dieses Objektiv unschlagbar universell, vor allem weil es im Weitwinkel schon 24 mm bietet. Bei Lichtstärke, Schärfe und – vor allem im Weitwinkel – Verzeichnung gehe ich mit diesem Objektiv zwar einen Kompromiss ein. Aber das ist mir egal. Ich finde das Objektiv genial.
Tatsächlich war es sogar der Grund für mich, ins R-System einzusteigen, weil ich damit wirklich viel abdecken kann und unterm Strich sogar Platz spare. Für Reisen, Wanderungen und Familienausflüge ist es für mich schlicht die praktischste Lösung – auch wenn es weder das schärfste noch das lichtstärkste RF-Objektiv ist. Das ist der Kern meiner Empfehlung; in den Abschnitten weiter unten verweise ich nur noch darauf zurück, statt es jedes Mal neu zu begründen.
In diesem Video erzähle ich dir von meinen Erfahrungen nach zwei Jahren mit dem Objektiv:
Ausführlich in der Praxis getestet
Zu jedem dieser Objektive war ich selbst unterwegs und es gibt ein Video dazu – meistens einen direkten Vergleich. Diese Übersicht ergänze ich, sobald ein neuer Praxistest erscheint.
Wie ich an die Objektive komme: Die meisten habe ich selbst gekauft oder geliehen. Wo mir Canon ein Objektiv für einen Testzeitraum gestellt hat, schreibe ich das im jeweiligen Abschnitt dazu. Das betrifft das RF 600mm F11 und das RF 800mm F11.
Sieben Objektive, einmal um Berlin: die Immerdrauf-Frage
Das ideale Immerdrauf-Objektiv ist am besten klein, leicht, lichtstark und hat eine universelle Brennweite. Leider gibt es das nicht, da Lichtstärke und universelle Brennweite sich nicht klein und leicht bauen lassen. Klein, leicht und lichtstark sind dafür Festbrennweiten … kurz: irgendwas ist immer, und unterm Strich kommt es darauf an, was du hauptsächlich fotografieren willst.
Um herauszufinden, welches das beste RF-Immerdrauf fürs EOS-R-System unterwegs ist, bin ich mit insgesamt sieben Objektiven in sieben Etappen einmal um Berlin gewandert.
Diese sieben Objektive hatte ich dabei:
- Canon RF 50mm F1.8 STM
- Canon RF 35mm F1.8 Macro IS STM
- Canon RF 24-105mm F4-7.1 IS STM
- Canon RF 24-105mm F4L IS USM
- Canon RF 24-240mm F4-6.3 IS USM
- Canon RF 15-35mm F2.8L IS USM
- Canon RF 24-70mm F2.8L IS USM (Amazon.de*)
Hier das passende Video dazu:
Das Fazit könnte kurz sein: Ich habe mir nach dieser Tour das 50mm gekauft! 🙂 Das Objektiv hat mich im Zusammenspiel mit dem großen Griff der EOS R6 überzeugt.
Ansonsten finde ich unterwegs nach wie vor das 24-240mm super, eventuell ergänzt mit dem 15-35mm – also exakt die Kombination, für die ich mich entschieden habe.
Eine gute Alternative zum 24-240mm könnte das 24-105mm F4L in Kombination mit dem 70-200mm F4L sein. Damit bekommst du über den gesamten Bereich die Qualität der L-Serie und eine Offenblende von f/4. Nachteil: Du musst das Objektiv wechseln, und die Kombination ist größer, schwerer und teurer. Willst du noch mehr Tele, könntest du statt des 70-200mm F4L auch das 100-500mm in Betracht ziehen. Aber klar, das ist noch teurer, noch größer und noch schwerer.
Die F2.8er-Versionen kann ich für unterwegs nur bedingt empfehlen. Klar hast du mit einer größeren Blende mehr kreativen Spielraum, aber auch immer mehr Gewicht. Für große Blenden unterwegs rate ich dir eher zu einer Festbrennweite.
Du siehst: Es ist immer ein Kompromiss. Gerade wenn du viel unterwegs bist, sind Größe und Gewicht nicht zu unterschätzen. Je kleiner, desto einfacher kannst du die Kamera verstauen und wieder herauskramen. Das macht schon viel aus.
Hier siehst du meine Canon EOS R6 mit den sieben Objektiven der Tour im Größenvergleich. Die Gewichtsangabe bezieht sich nur auf das Objektiv ohne Kamera:

Canon RF 24-70mm F2.8L vs. RF 24-105mm F4L
Für mich sind die beiden Objektive die Hauptrivalen unter den RF-Standardzooms. Das 24-70mm zählt mit seiner Offenblende von f/2.8 zur Trinity-Reihe. Die durchgehend große Blende bringt allerdings auch mehr Gewicht, ein größeres Gehäuse und einen stattlichen Preis mit sich.
Brauchst du die f/2.8 nicht unbedingt, kannst du gerade beim Standardzoom auch zur f/4-Variante greifen und bekommst sogar etwas mehr Brennweite. Trotzdem ist das Objektiv kleiner, leichter und preiswerter. Witterungsbeständig sind beide.
Mehr Spielraum bei der Blende schadet nicht, aber das gilt genauso für zusätzliche Brennweite. Dank des niedrigeren Preises kannst du das 24-105mm F4L bei Bedarf durch eine lichtstarke Festbrennweite ergänzen. Ähnlich mache ich das auch – allerdings mit dem 24-240mm. Mein Favorit in diesem Vergleich ist deshalb das 24-105mm F4L.
Trotzdem muss ich zur Ehrenrettung des 24-70mm F2.8L sagen, dass es zwischen 24 und 70 mm das bessere Objektiv ist. Es ist bei f/4 einen Ticken schärfer und hat vor allem mehr Kontraste als das 24-105mm F4L.
Hier das passende Video:
Canon RF 24-70mm F2.8L IS USM
Das 24-70mm F2.8L ist das Immerdrauf der Trinity-Serie. Ganz egal ob Reise, Reportage, Landschaft, Architektur oder People-Fotografie – das Objektiv macht fast überall eine gute Figur. Es ist super scharf, kontrastreich, abgedichtet … aber leider auch schwer und sehr teuer.
Ich kann es durchaus empfehlen. Ich persönlich finde das 24-105mm F4L aber passender für meine Einsatzzwecke. Fotografierst du oft Menschen und willst gut freistellen, ohne auf eine universelle Brennweite zu verzichten, bist du hier richtig. Gegebenenfalls wäre dann sogar das 28-70mm F2L etwas für dich.


Canon RF 24-105mm F4L IS USM
Das 24-105mm F4L ist der Klassiker unter den Immerdrauf-Objektiven. Die Brennweite ist universell, die Lichtstärke in Ordnung, und als L-Objektiv bietet es einen separaten Steuerring, Bildstabilisator sowie Schutz gegen Staub und Spritzwasser. Ich kann gut verstehen, dass viele dieses Objektiv nutzen, zumal auch Größe und Gewicht im Rahmen bleiben. Ich sehe es als Konkurrenz zum 24-70mm, aber auch als Alternative zum 24-240mm – dann am besten in Kombination mit einem 70-200mm F4L. Ich habe mich trotzdem fürs 24-240mm entschieden.
Getestet bei meinem Test der EOS R und bei meiner Berlin-Umrundung. Videos: Mit der EOS R auf der Teufelsmauer · 24-70 vs. 24-105L (oben eingebettet) · 24-105L vs. 24-240 (unten eingebettet). Das Objektiv bei Amazon.de* · Technische Daten bei canon.de

Canon RF 24-105mm F4-7.1 IS STM
Die Vorteile dieses Objektivs liegen eindeutig im niedrigen Preis, in der geringen Größe und im niedrigen Gewicht. Dem 24-105mm F4L kann es in meinem Vergleich nicht das Wasser reichen: Das STM ist in weiten Teilen lichtschwächer, weniger scharf und zeigt im Weitwinkel starke Verzeichnungen. Die Kamera korrigiert Letztere allerdings gut.
Empfehlen kann ich das Objektiv nicht. Wenn es nicht ganz so teuer wie das 24-105mm F4L werden soll, ist das 24-240mm für mich die bessere Alternative.
Getestet bei meinem Test der EOS RP und bei der Berlin-Umrundung. Das Objektiv bei Amazon.de* · Technische Daten bei canon.de
Mein Vergleich mit dem 24-240mm als Video:

Canon RF 24-240mm F4-6.3 IS USM
Meine ausführliche Begründung steht oben unter Meine eigene Ausrüstung. Kurz zusammengefasst: Ja, es ist nicht ganz so scharf wie das 24-105mm F4L. Ja, es hat starke (aber gut korrigierbare) Verzeichnungen im Weitwinkel, und ja, das Gehäuse ist nicht abgedichtet. Das sind alles Dinge, über die man meckern könnte – unterm Strich liefert das Objektiv aber eine solide Leistung bei der universellsten Brennweite im gesamten RF-Lineup. Für mich das optimale Immerdrauf für Familienausflüge und meine Wanderungen. Ausführlich, mit Bildern aus zwei Jahren Dauereinsatz: Das beste Immer-Drauf-Objektiv im Langzeittest.
Das Objektiv bei Amazon.de* · Technische Daten bei canon.de · Videos: Warum das RF 24-240? · Es ist und bleibt mein bestes Objektiv


Canon RF 24-240mm vs. RF 24-105mm F4L
Trotz meiner Entscheidung fürs 24-240mm stelle ich mir immer wieder die Frage, ob das 24-105mm F4L nicht die bessere Wahl gewesen wäre. Ich weiß es bis heute nicht und kann dir deshalb auch keinen pauschalen Tipp geben.
Klar, im Bereich 24-105 mm hat das F4L die Nase vorn – aber halt nur da. Kurz: Es kommt darauf an, was du machen möchtest. Das 24-105mm würde ich mir dann kaufen, wenn ich als Ergänzung noch ein Teleobjektiv dabei hätte (RF 70-200mm F4L oder sogar RF 100-500mm).
Beide Objektive habe ich im Langzeittest zum 24-240mm gegenübergestellt. Mein Vergleich als Video:
Canon RF 15-30mm F4.5-6.3 IS STM
Tatsächlich wusste ich lange nicht, was Canon mit diesem Objektiv bezwecken will. Soll es ein Kit-Objektiv für die APS-C-Modelle sein (dafür ist es zu teuer) und gleichzeitig ein günstiges Weitwinkelobjektiv für die Vollformatkameras?
Nach meinem Test bin ich mir sicher: Es soll Letzteres sein. Klar funktioniert das Objektiv auch an den APS-C-Modellen wie der EOS R7, aber für den kurzen Brennweitenbereich ist es dort einfach zu groß, um es sinnvoll zu nutzen.
Als Weitwinkel für die Vollformat-EOS-R-Kameras macht das Objektiv aber eine sehr gute Figur. Ich selbst besitze das RF 15-35mm F2.8L – das ist super, aber eben auch super teuer. Und sooo viel besser als das „billige“ 15-30mm ist es auch nicht, außer du brauchst natürlich die Lichtstärke.
Getestet im November 2022 auf Teneriffa. Ausführlich: Das Canon RF 15-30mm F4.5-6.3 IS STM im Praxis-Test. Das Objektiv bei Amazon.de* · Technische Daten bei canon.de
Canon RF 15-35mm F2.8L IS USM
Das 15-35mm F2.8L habe ich zusammen mit meiner EOS R6 gekauft. Der Grund: Weitwinkel fand ich schon immer toll, außerdem konnte ich mir damit das 35mm F1.8 sparen, da 35 mm die Brennweite für Video in meinem Studio ist.
Bereut habe ich den Kauf nie, das Objektiv ist super. Den extremen Weitwinkel benutze ich allerdings seltener als gedacht, und groß sowie schwer ist es auch. Ich würde es trotzdem wieder kaufen. Für Landschaft, Lost Places, Städtetrips und Astrofotografie macht es eine gute Figur.
Das Objektiv ist in meinem Besitz. Das Objektiv bei Amazon.de* · Videos: Mein erster Eindruck · Bildstabi-Wobble im Weitwinkel · Ersatz für mein RF 15-35mm F2.8L? · Technische Daten bei canon.de


Canon RF 16mm F2.8 STM
299 Euro für 16 mm an Vollformat – das klingt nach einem Haken, und den gibt es auch: An den Rändern lässt die Schärfe nach, und ohne die Korrektur in der Kamera würde das Bild sichtbar krumm. Mich hat es trotzdem überzeugt, weil 165 Gramm einfach immer mitkönnen. Für enge Innenräume und weite Landschaft ist es der billigste Weg zu einem echten Weitwinkel.
Canon RF 24mm F1.8 Macro IS STM
Die lichtstarke Weitwinkel-Festbrennweite für alle, denen das 35er zu eng ist. Mit Nahaufnahme-Funktion (0,5-fach, kein echtes 1:1-Makro) und Stabilisator deckt es erstaunlich viel ab – von der Landschaft im Dämmerlicht bis zum Detail im Moos.
Canon RF 28mm F2.8 STM
Das flachste Objektiv im RF-System und damit die naheliegende Ergänzung für eine EOS R8 oder RP, wenn die Kamera in die Jackentasche soll. 28 mm sind der klassische Reportage-Blickwinkel: etwas weiter als das Auge, aber ohne den Weitwinkel-Effekt zu übertreiben.
Canon RF 35mm F1.8 Macro IS STM
Zu diesem Objektiv fällt mir wenig Schlechtes ein. Es ist gut, klein, leicht, hat einen Bildstabilisator und ist obendrein bezahlbar. Die Brennweite von 35 mm bietet eine gute Mischung für ein Immerdrauf-, Reise- oder Reportageobjektiv. Mit f/1.8 kannst du freistellen und auch bei wenig Licht fotografieren. Wird die Belichtungszeit länger, hilft der Bildstabilisator gegen Verwackeln – Bewegungen des Motivs kann er natürlich nicht ausgleichen.
Kurz: wirklich gut … ABER ich wurde mit dem Objektiv einfach nicht warm. Bei mir liegt es daran, dass ich mit dem 15-35mm F2.8L bei 35 mm schon gut versorgt bin und mir das 35er für Größe und Preis zu wenig Nutzen bringt.
Getestet bei meinem ersten Kontakt mit der R6 zusammen mit Akki Moto (Video) und während meiner Berlin-Umrundung. Das Objektiv bei Amazon.de* · Technische Daten bei canon.de


Canon RF 50mm F1.8 STM
Irgendwo habe ich das Wort „schockverliebt“ aufgeschnappt. Ganz so war es mit dem 50mm bei mir nicht. Tatsächlich habe ich schon länger die EF-Version – die ist okay, schmückt bei mir aber eher das Regal als die Kamera. Das RF 50mm F1.8 konnte mich hingegen schnell begeistern. Die Qualität ist gut, eine Offenblende von f/1.8 bei 50 mm genial und der Preis absolut heiß.
Der größte Vorteil ist aber seine geringe Größe. In Kombination mit dem großen Griff meiner R6 (gilt auch für R und R5) wird die Kamera damit zu einem wahren Handschmeichler und kann stunden- oder fast schon tagelang getragen werden. Klar, je nach Einsatzgebiet fehlt manchmal ein bisschen Weitwinkel oder eben Brennweite – aber man kann eben nicht alles haben. Ich kann das Objektiv wärmstens empfehlen.
Aber Achtung: Das Objektiv hat keinen Bildstabilisator.
Das Objektiv ist in meinem Besitz. Technische Daten bei canon.de

Canon RF 85mm F2 Macro IS STM
Grob gesagt ist die F2-Version die günstigere und leichtere Alternative zu den beiden 85ern mit f/1.2. Und f/2 macht bei 85 mm schon einiges her. Einen Bildstabilisator und eine 0,5-fache Nahaufnahme-Funktion bekommst du ebenfalls – auch hier gilt: „Macro“ im Namen, aber kein 1:1.
Für alle, die nicht hauptsächlich Porträts fotografieren und trotzdem ein 85er haben wollen, ist dieses Objektiv die vernünftigere Wahl.
Ausführlich: Canon RF 85mm F2 Macro IS STM im Test · Technische Daten bei canon.de
Canon RF 28-70mm F2.8 IS STM
Das Objektiv, das im Sortiment gefehlt hat: durchgehend F2.8, aber knapp 500 Gramm statt der 900 des L-Zooms – und rund die Hälfte des Preises. Der Kompromiss sind die fehlenden 24 mm am kurzen Ende. Wenn du damit leben kannst, ist das für mich das vernünftigste lichtstarke Standardzoom im ganzen System.
Canon RF 100-400mm F5.6-8 IS USM
Beim RF 100-400mm frage ich mich, was man überhaupt besser machen könnte. Klar: lichtstärker, länger, Fokuslimiter … aber wir reden hier von einem super kompakten und leichten Teleobjektiv zu einem fairen Preis. Wenn man all das in Betracht zieht, ist das Objektiv so gut, dass mir absolut nichts einfällt, was man besser machen könnte.
Schärfe? Super. Bildstabilisator? Super. Autofokus-Geschwindigkeit? Super. Größe und Gewicht? Super. Du siehst: Das Objektiv begeistert mich.
Das Gewicht liegt bei schlanken 635 g und balanciert damit super mit meiner EOS R6 (680 g). Im eingefahrenen Zustand ist es nur 164,7 mm lang – für ein Teleobjektiv mit dieser Brennweite wirklich klein.
Wenn es nicht ums starke Freistellen geht und genug Licht vorhanden ist, komme ich mit f/5.6 bei 100 mm und f/8 im längeren Telebereich gut zurecht. Bei schlechtem Licht steigen ISO-Wert und Verwacklungsrisiko allerdings schneller als bei einem lichtstärkeren Tele. Bildrauschen lässt sich heute gut reduzieren; ausführliche Informationen findest du in meinem Beitrag über das Entfernen von Bildrauschen.
Auch Nahaufnahmen sind möglich. Der minimale Fokusabstand beträgt bei 400 mm 1,05 m, bei 200 mm sogar nur 88 cm.
Kurz und gut: Wer ein gutes und bezahlbares RF-Tele sucht, wird mit diesem Objektiv glücklich. Kaufempfehlung.
Getestet im April 2022. Das Objektiv bei Amazon.de* · Technische Daten bei canon.de

Im Berliner Zoo:


Und hier bei bestem Aprilwetter (hahaha) an den Havelwiesen bei Hennigsdorf:



Canon RF 100-500mm F4.5-7.1L IS USM
Das 100-500mm ist die Königin unter den RF-Telezooms und in Gedanken von mir eigentlich schon gekauft … wäre es nicht so teuer, so groß und so schwer. All das ist relativ: Für das, was es kann, ist es nicht groß und nicht schwer (aber teuer), halt doch so unhandlich, dass ich befürchte, es würde für den stattlichen Preis zu oft zu Hause bleiben.
Du siehst schon: Ich halte große Stücke auf dieses Objektiv und denke, dass es gerade für „Wildlife unterwegs“ oder in Zoos der Hammer ist. Reicht die Brennweite nicht, lässt sie sich mit einem Extender erweitern – ab 300 mm, siehe den Extender-Abschnitt weiter unten –, und die Lichtstärke bleibt im Rahmen, wenn man sie mit den F11er Festbrennweiten vergleicht.
Hier war ich damit unterwegs – der Test lief anders als geplant:
Den direkten Vergleich gegen das RF 200-800mm findest du im nächsten Abschnitt und ausführlich in meinem Vergleichsartikel.
Canon RF 200-800mm F6.3-9 IS USM
800 mm für knapp 2.500 Euro klingen wie ein Widerspruch, und lichtstark ist das Ding wirklich nicht. Dafür kommst du an Motive heran, an die du sonst nicht herankommst. Ich habe es direkt gegen das 100-500mm gestellt – das Ergebnis hat mich selbst überrascht. Alle Details in meinem Vergleich RF 100-500mm vs. RF 200-800mm.
Canon RF 600mm F11 IS STM und RF 800mm F11 IS STM
Offenlegung: Beide Objektive hat mir Canon für einen vierwöchigen Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Das 600er hatte ich zusätzlich bei meinem ersten Kontakt mit der R6 zusammen mit Akki Moto in der Hand.
Ohne Frage: Die beiden Teleobjektive sind mit einer fixen Blende von f/11 irgendwie speziell. Dadurch werden sie aber relativ (relativ ist hier ein wirklich wichtiges Wort) klein, leicht und bezahlbar. Vor meinem Test hatte ich keine großartigen Erwartungen. Unterm Strich bin ich aber total überrascht, wie gut sie sind und wie gut man sie „einfach so“ mitnehmen kann, weil das Gewicht wirklich erträglich ist.
Trotzdem schränkt so eine lange Festbrennweite natürlich ein – der Hauptgrund, warum ich mich bislang nicht zu einem Kauf durchringen konnte, obwohl mich vor allem das 800er total geflasht hat. Ich denke, ein RF 100-500mm wäre für mich die bessere Variante, gegebenenfalls mit einem Extender.
Müsste ich mich für eines der beiden entscheiden, würde ich das 800er nehmen. Wenn schon, denn schon. Das 800er punktet mit Brennweite, das 600er mit geringerer Größe und ist damit besser für die Reise. Wäre das 800er nicht so groß, hätte ich es wohl schon gekauft: Für das, was es kann, ist es überhaupt nicht schwer, und der Preis ist absolut im Rahmen. Trotzdem sind 800 mm etwas ganz Spezielles – in Kombination mit f/11 erst recht. Für mich ist es ein Schönwetter-Wildlife-Objektiv, dort aber ein richtig gutes.
Das 600mm F11 bei Amazon.de* · das 800mm F11 bei Amazon.de*


Objektive ohne eigenen Test
Hier habe ich keinen Praxistest gemacht. Was steht, ist meine Einordnung anhand der technischen Daten und der Position im Sortiment – keine Bewertung von Bildqualität oder Autofokus. Bei ein paar Objektiven hatte ich immerhin kurz Kontakt, etwa bei einer Produktvorstellung; das schreibe ich dann dazu.
Canon RF 50mm F1.2L USM
Kurztest bei der Vorstellung der EOS R im September 2018 und auf der Photokina. Das Objektiv ist der Hammer, kann mit seinem Gewicht von 950 g aber auch als solcher benutzt werden. So ein Brummer als 50er Festbrennweite ist sicher nicht jedermanns Sache. Aber mit einer Offenblende von f/1.2 steht die Welt des kreativen Bokehfeuerwerks weit offen. Ich finde die Bilder von damals leider nicht mehr, weiß aber noch sehr gut, dass mich das Objektiv nachhaltig beeindruckt hat – auch wenn ich solche Brummer eigentlich nicht mag.
Canon RF 28-70mm F2L USM
Nur bei der Vorstellungsveranstaltung der EOS R in der Hand gehabt. Dieses Zoomobjektiv ersetzt fast drei Festbrennweiten: 35mm F1.8 kannst du dir sparen, 50mm F1.8 auch, und 85mm F2 mit ein bisschen gutem Willen ebenfalls. Trotzdem ist das 28-70mm F2L teurer und schwerer als die drei zusammen – und hat trotzdem seine Daseinsberechtigung, weil du damit viel flexibler bist.
Wäre ich Hochzeitsfotograf, wäre dieses Objektiv bei mir auf der Kamera. Auch für Reportagen bei schlechten Lichtbedingungen kann ich es mir gut vorstellen. Wichtig: Im Vergleich zum 24-70mm F2.8L hat das 28-70mm keinen internen Bildstabilisator.
Canon RF 70-200mm F2.8L IS USM
Kurz getestet bei meinem ersten Kontakt mit der EOS R6 mit Akki Moto. Das Objektiv ist ein Klassiker und eignet sich für Sport – speziell Indoorsport – ebenso wie für Porträts. Gemessen an seiner Leistung ist es erstaunlich klein und leicht.
Da ich mit dem 24-240mm diese Brennweite schon abdecke und auch nicht ganz so viel Lichtstärke brauche, juckt es mich bei diesem Objektiv nicht besonders in den Fingern. Die Alternative – das 70-200mm F4L – finde ich aufgrund seiner geringeren Größe aber super sexy. Und klar: Es ist ein L-Objektiv, kommt also in einem abgedichteten und robusten Gehäuse.

Canon RF 14-35mm F4L IS USM
Eine günstigere – wenn auch nicht günstige – und leichtere Alternative zum 15-35mm F2.8L. Die Offenblende f/4 reicht im Weitwinkel meistens aus, erst recht bei Landschaftsaufnahmen. Außerdem gibt es einen Millimeter mehr Weitwinkel. canon.de
Canon RF 70-200mm F4L IS USM
Ich sagte es bei der F2.8er-Version schon: Mir persönlich reicht f/4, und ich denke, dass es vielen so geht. Das Objektiv ist kleiner, leichter und günstiger als das 70-200mm F2.8L. Fotografierst du weniger Porträts und auch nicht unbedingt Indoorsport, willst auf ein gutes und immer noch lichtstarkes Tele aber nicht verzichten, machst du hier nichts falsch. canon.de
Canon RF 70-200mm F2.8L IS USM Z
Die 2024 vorgestellte Video-Variante des 70-200mm F2.8L: klicklose Blende, Kompatibilität mit den RF-Extendern und eine Auslegung, die zu Canons Cine-Objektiven passt. Optisch und beim Autofokus soll es auf dem Niveau der Foto-Version liegen, kostet aber deutlich mehr. Für reine Fotografie sehe ich keinen Grund dazu – wer hybrid arbeitet, bekommt hier die passendere Bedienung.
Canon RF 85mm F1.2L USM und die DS-Version
Dieses Objektiv gibt es in zwei Versionen. Die DS-Version hat eine spezielle Beschichtung für weicheres Bokeh (DS = Defocus Smoothing), verliert dadurch aber etwas Licht. Ohne Frage: Beide sind der Knaller für Porträts, und selbst ich als Nicht-Porträtfotograf hätte gern eins. Ob DS oder nicht, ist situationsabhängig – genau deshalb bietet Canon beide Varianten an. Die DS-Version ist inzwischen deutlich schwerer zu bekommen als die Standardfassung. canon.de (Standard) · canon.de (DS)
Canon RF 85mm F1.4L VCM
Seit Ende 2025 die deutlich handlichere Alternative zu den 85ern mit f/1.2: 636 g statt fast 1,2 kg, Blendenring, wenig Fokus-Breathing. Wenn du Porträts fotografierst und filmst, ist das aus meiner Sicht das interessantere Objektiv – der halbe Blendenschritt weniger fällt in der Praxis kaum auf, das Kilo weniger auf der Kamera schon.
Canon RF 50mm F1.4L VCM
Dieselbe Hybrid-Reihe wie das 85er, 580 g, und damit die vernünftige Antwort auf das 950 g schwere 50mm F1.2L. Gleiche Filtergröße wie die anderen VCM-Objektive, was für Videoleute mit Filtern ein echtes Argument ist.
Canon RF 45mm F1.2 STM
Canons Überraschung von 2026: f/1.2 für unter 500 Euro, dazu nur 346 g. Kein L-Objektiv, kein Blendenring, dafür ein Preis, den man bei dieser Lichtstärke bisher nicht gesehen hat. Auf dem Papier ist das genau die Sorte Objektiv, die ich mag – klein, günstig, mit klarem Zweck. Testen konnte ich es noch nicht.
Canon RF 35mm F1.4L VCM, RF 24mm F1.4L VCM, RF 20mm F1.4L VCM und RF 14mm F1.4L VCM
Canons Hybrid-Festbrennweiten für Foto und Video: bei den 24ern, 35ern und 50ern eine einheitliche Filtergröße von 67 mm, Blendenring, wenig Fokus-Breathing. Für Videoleute mit Filterset ist das ein starkes Argument, für reine Fotografie zahlst du den Aufpreis für Funktionen, die du nicht brauchst. Das 14mm F1.4L VCM ist seit Februar 2026 Canons weitestes und lichtstärkstes Ultraweitwinkel im RF-System und dürfte vor allem für Astro interessant sein.
Canon RF 100mm F2.8L Macro IS USM
Makros machen immer Spaß, und 100 mm sind eine gute Brennweite, weil du bei Insekten nicht ganz so dicht heranmusst – Stichwort Fluchtdistanz. Mit 1,4-facher Vergrößerung spielt dieses Objektiv in einer anderen Liga als etwa das 85mm F2, das ebenfalls „Macro“ im Namen trägt, aber maximal 0,5-fach vergrößert. Als L-Objektiv bringt das 100er einen zusätzlichen Steuerring und ein gegen Staub und Spritzwasser abgedichtetes Gehäuse mit. Über einen dritten Ring kannst du die sphärische Aberration und damit das Bokeh beeinflussen. Brennweite und f/2.8 machen es auch für Porträts interessant. Für mich derzeit das beste Makroobjektiv im ganzen RF-System. canon.de
Die Supertele: RF 400mm F2.8L, RF 600mm F4L, RF 800mm F5.6L, RF 1200mm F8L
Das 400er f/2.8 ist das Arbeitstier von Sport- und Wildlife-Fotografen. Durch die große Blende lässt sich die Brennweite gut mit dem 1,4-fach- und sogar dem 2-fach-Extender verlängern, und auch weiter entfernte Motive lassen sich noch gut freistellen. Fürs 600mm F4L gilt im Prinzip dasselbe.
Aber klar: Solche Objektive sind Spezialwerkzeuge. Bei Gewichten um und über 3 kg juckt es mich nicht einmal in den Fingern – und bei den Preisen erst recht nicht. Ich führe sie hier nur der Vollständigkeit halber. canon.de
Die VR-Objektive: RF 5.2mm F2.8L Dual Fisheye, RF-S 3.9mm F3.5 STM Dual Fisheye, RF-S 7.8mm F4 STM Dual
Canons stereoskopische Spezialobjektive für 3D- und VR-Inhalte, gedacht fürs Abspielen auf Headsets wie Apple Vision Pro oder Meta Quest. Zwei Objektive in einem Gehäuse, ein Sensor – die Kamera nimmt beide Bilder nebeneinander auf. Ein eigener Kosmos mit eigener Software-Pipeline, und für das, was ich mache, nicht relevant. Wenn dich das Thema interessiert: Ich mache 360-Grad-Aufnahmen lieber mit einer 360-Grad-Kamera.
Fremdhersteller am RF-Bajonett: was geht und was nicht
Lange war das RF-Bajonett dicht. Wer an einer EOS R ein Sigma oder Tamron wollte, musste zum EF-Adapter greifen. Das hat sich geändert – aber nur zur Hälfte, und genau diese Hälfte wird oft falsch berichtet.
An APS-C gibt es inzwischen richtig gute Auswahl. Sigma hat zehn Objektive für RF im Programm, Tamron drei, dazu kommt eine Festbrennweite von Samyang. Sigma weist ausdrücklich darauf hin, dass die Canon-RF-Objektive unter Lizenz von Canon entwickelt, hergestellt und verkauft werden. Alle diese Objektive haben Autofokus und elektronische Kommunikation mit der Kamera – sie verhalten sich also wie native Objektive.
Für Vollformat gibt es sie nicht. Sigma und Tamron bieten derzeit keine nativen RF-Autofokusobjektive für Vollformat an; ihre RF-Programme sind komplett für APS-C gerechnet. An einer R5, R6, R8 oder RP bleiben dir also Canon selbst, adaptierte EF-Objektive und manuelle RF-Spezialisten wie Laowa, Voigtländer, TTArtisan oder 7Artisans – also Objektive ohne Autofokus. Für Astro oder Makro kann das genau richtig sein, unterwegs auf Tour ist es für mich nichts.
Kleine historische Fußnote: Samyang hatte 2019/2020 mit dem AF 14mm F2.8 RF und dem AF 85mm F1.4 RF zwei Autofokus-Objektive für Vollformat-RF im Programm. Beide sind längst aus dem Sortiment verschwunden.
Wenn du also eine R7, R10, R50, R50 V oder R100 hast, lohnt der Blick zu Sigma und Tamron wirklich. Drei davon hatte ich selbst im Einsatz.
Sigma 18-50mm F2.8 DC DN – das bessere Kit-Objektiv
290 Gramm, durchgehend F2.8, und es kostet ungefähr so viel wie Canons lichtschwaches RF-S 18-150mm. Wenn du an einer APS-C-Kamera ein Standardzoom suchst und nicht die letzten Millimeter Brennweite brauchst, ist das die ehrlichste Empfehlung, die ich geben kann.
Sigma 16-300mm F3.5-6.7 DC OS – das eine Objektiv für unterwegs
Fast 19-facher Zoom an APS-C. An einer Canon-APS-C-Kamera entspricht der Bildwinkel ungefähr 26–480 mm an Vollformat. Genau die Sorte Objektiv, für die ich diesen Blog angefangen habe: Du lässt alles andere zu Hause. Die Kompromisse kennst du – Lichtstärke und Randschärfe –, aber unterwegs zählt oft das Bild, das du überhaupt machst.
Und auf einer längeren Tour, dem 66-Seen-Weg:
Sigma 10-18mm F2.8 DC DN – Ultraweitwinkel für kleine Kameras
260 Gramm für durchgehend F2.8 im Ultraweitwinkel. An einer R50 wird daraus eine erstaunlich kompakte Kombination für Landschaft, enge Räume und Video.
Tamron 18-300mm F3.5-6.3 Di III-A VC VXD
Tamrons Antwort auf die Frage nach dem einen Reisezoom: 620 g, 16,6-facher Zoom, mit Stabilisator. Wichtig zur Einordnung: Getestet habe ich das Objektiv an einer Fuji X-T50, nicht an einer Canon – die RF-S-Version ist optisch baugleich, den Autofokus an einer EOS R kann ich aber nicht aus eigener Erfahrung beurteilen.
Samyang AF 12mm F2 RF-S
Samyang wird oft nur mit manuellen Objektiven in Verbindung gebracht – für RF-S gibt es aber mit dem AF 12mm F2 auch eine lichtstarke Ultraweitwinkel-Festbrennweite mit Autofokus. 224 g, f/2, an APS-C entspricht der Bildwinkel etwa 19 mm an Vollformat. Für Astro, Innenräume und Vlogging klingt das nach einer interessanten Kombination. Getestet habe ich es nicht – es steht hier nur zur Vollständigkeit im Finder mit drin.
Adapter, EF-Objektive und die RF-Extender
EF auf RF: der Meike-Adapter im Test
An einer Kamera des EOS-R-Systems kannst du mit einem Adapter auch Objektive mit EF- und EF-S-Anschluss nutzen. EF-S-Objektive lösen an Vollformatkameras allerdings den APS-C-Crop aus; bei sehr alten oder fremden EF-Objektiven solltest du die Kompatibilität im Einzelfall prüfen.
Adapter gibt es verschiedene, allein von Canon drei Stück (nur Adapter, mit Steuerring, mit Filter). Da der Canon-Adapter lange nicht lieferbar war und ich beim EOS-M-System schon gute Erfahrungen mit dem Adapter von Meike gemacht habe, habe ich mir kurzerhand auch den EOS-R-Adapter von Meike gekauft. Der macht, was er soll.
Der Meike-Adapter bei Amazon.de*
Extender RF 1.4x und RF 2x: nicht an jedem Tele
Ein weit verbreitetes Missverständnis: Die RF-Extender passen nicht an jedes Teleobjektiv. Nur ein Teil der Telezooms und Supertele nimmt sie überhaupt an – mechanisch, weil die vordere Linsengruppe des Extenders in das Bajonett des Objektivs hineinragt.
Und selbst wo sie passen, gibt es Einschränkungen. Beim RF 100-500mm F4.5-7.1L etwa lässt sich der Extender nur ab 300 mm ansetzen; darunter blockiert der Zoomring. Dazu kommt in jedem Fall der Lichtverlust: eine Blendenstufe beim 1,4x, zwei beim 2x. Aus f/7.1 werden so schnell f/10 oder f/14 – mit entsprechenden Folgen für ISO-Wert und Autofokus.
Kurz: Bevor du einen Extender kaufst, sieh in Canons Kompatibilitätsliste zu deinem konkreten Objektiv nach. Die steht auf der jeweiligen Produktseite im Canon-Katalog.
Grundlagen: RF, RF-S, Vollformat und APS-C
Wenn du beim Filtern über ein Kürzel gestolpert bist oder unsicher bist, was an deine Kamera passt – hier steht es.
Objektive mit Canon-RF-Anschluss kannst du nur an Kameras des EOS-R-Systems verwenden. Es gibt keinen Adapter, mit dem ein RF-Objektiv sinnvoll an einer EF-, EF-S- oder EF-M-Kamera funktioniert. Umgekehrt lassen sich EF- und EF-S-Objektive mit einem EF-EOS-R-Adapter an EOS-R-Kameras nutzen. EF-S-Objektive verwenden an einer Vollformat-EOS-R allerdings nur den APS-C-Ausschnitt. In diesem Video erkläre ich dir, wie bei Canon alles zusammenpasst.
Die einfache Regel lautet: Steht an der Kamera „EOS R“, hat sie den passenden Anschluss. Dazu gehören Vollformatmodelle wie EOS R8, R6 Mark II, R6 Mark III, R5 Mark II und R1 ebenso wie APS-C-Modelle wie R7, R10, R50, R50 V und R100.
RF-Objektive funktionieren an beiden Sensorformaten. An einer APS-C-Kamera wirkt der Bildausschnitt durch den Canon-Cropfaktor 1,6 enger: Aus 100 mm ergibt sich derselbe Bildwinkel wie bei 160 mm an Vollformat. Die tatsächliche Brennweite ändert sich dabei nicht – nur der Ausschnitt.
RF-S-Objektive sind für APS-C gerechnet. Sie lassen sich zwar auch an kompatiblen Vollformatkameras ansetzen, die Kamera schaltet dann aber in den beschnittenen APS-C-Modus. Du nutzt also nicht mehr den ganzen Sensor. Für eine Vollformatkamera würde ich sie deshalb nur als Notlösung betrachten.
Falls du noch zwischen APS-C und Vollformat schwankst: In meinem Beitrag über die Wahrheit über Vollformat ordne ich die praktischen Unterschiede ohne Sensor-Marketing ein. Eine Übersicht aller Kameras des Canon EOS-R-Systems habe ich ebenfalls.
Die Kürzel im Objektivnamen
- RF – Anschluss des EOS-R-Systems, für Vollformat gerechnet.
- RF-S – für APS-C gerechnet (bei Sigma und Tamron heißen die entsprechenden Objektive DC bzw. Di III-A).
- IS – optischer Bildstabilisator im Objektiv.
- STM – Schrittmotor beim Autofokus. Meist kompakt, leise und videofreundlich, aber nicht automatisch langsam: Canon baut STM in günstige Festbrennweiten genauso ein wie in Power-Zooms.
- USM – Ultraschallmotor, in der Regel der schnellere Autofokus. „Nano USM“ ist die kompakte Variante davon.
- VCM – Voice Coil Motor, Canons neuere Hybrid-Reihe für Foto und Video: Blendenring, wenig Fokus-Breathing, einheitliche Filtergröße.
- L – Canons professionelle L-Serie: bessere Vergütung, robusteres und meist abgedichtetes Gehäuse, roter Ring, höherer Preis.
- Z – bei den entsprechenden Modellen ein auf Video ausgerichteter Ableger, unter anderem mit klickloser Blende und Extender-Kompatibilität.
- PZ – Power Zoom, also motorisch angetriebener Zoom.
- DS – Defocus Smoothing, eine Spezialbeschichtung für weicheres Bokeh.
Vorsicht bei „Macro“ im Namen
„Macro“ im Produktnamen heißt bei Canon nicht automatisch, dass du bis zum Abbildungsmaßstab 1:1 kommst. Das RF 35mm F1.8 Macro IS STM und das RF 85mm F2 Macro IS STM vergrößern maximal 0,5-fach – das ist eine ordentliche Nahaufnahme, aber kein echtes Makro. Erst das RF 100mm F2.8L Macro IS USM geht mit 1,4-facher Vergrößerung sogar über 1:1 hinaus. Wenn du wirklich formatfüllend Insekten oder Blüten fotografieren willst, achte auf den Abbildungsmaßstab, nicht auf den Namen.
Häufige Fragen zu Canon RF-Objektiven
Welches Canon RF-Objektiv ist das beste für Reisen und Wandern?
Für mich klar das RF 24-240mm F4-6.3 IS USM – die universellste Brennweite im RF-Lineup, ein Objektiv für fast alles. Es war sogar der Grund, warum ich ins R-System eingestiegen bin. Als leichte Ergänzung fürs Freistellen: das RF 50mm F1.8 STM.
Welche RF-Objektive nutzt du selbst?
Drei Stück: das RF 24-240mm als Immerdrauf, das RF 15-35mm F2.8L für Landschaften und Videos und das RF 50mm F1.8 als kleine, günstige Festbrennweite.
Wie viele RF-Objektive gibt es überhaupt?
Canon selbst hat 55 Foto-, Hybrid- und VR-Objektive fürs RF-Bajonett im Programm (Stand Juli 2026), Cinema-Objektive nicht mitgezählt. Dazu kommen 14 native Autofokus-Objektive von Sigma, Tamron und Samyang – zusammen also 69. Alle findest du oben im Objektivfinder.
Kann ich Sigma- oder Tamron-Objektive an einer Canon R nutzen?
An APS-C ja – beide Hersteller bauen native RF-Objektive mit Autofokus, Sigma ausdrücklich unter Lizenz von Canon. An Vollformat nein: Für R5, R6, R8 und RP gibt es von Sigma und Tamron derzeit kein einziges Autofokus-Objektiv mit RF-Anschluss. Dort bleiben dir Canon selbst, der EF-Adapter mit alten Objektiven – oder manuelle Spezialisten ohne Autofokus.
Kann ich RF-Objektive an EF-Kameras nutzen?
Nein – RF-Objektive passen nur an Kameras des EOS-R-Systems. Umgekehrt lassen sich EF- und EF-S-Objektive mit einem EF-EOS-R-Adapter an EOS-R-Kameras nutzen. Bei EF-S schaltet eine Vollformatkamera in den APS-C-Crop; bei sehr alten oder fremden EF-Objektiven solltest du die Kompatibilität prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen RF und RF-S?
RF-Objektive sind für Vollformat gerechnet und passen auch an APS-C-Kameras des R-Systems. RF-S-Objektive sind für APS-C-Modelle wie R7, R10 und R50 gebaut. An einer kompatiblen Vollformatkamera funktionieren sie nur im beschnittenen APS-C-Modus.
Bedeutet „Macro“ im Objektivnamen immer 1:1?
Nein. Das RF 24mm F1.8 Macro, das RF 35mm F1.8 Macro und das RF 85mm F2 Macro vergrößern maximal 0,5-fach. Ein echtes Makro mit 1:1 oder mehr ist im RF-System bisher nur das RF 100mm F2.8L Macro IS USM mit 1,4-facher Vergrößerung.
Lohnen sich die günstigen F11-Teleobjektive (RF 600mm/800mm)?
Bei gutem Licht ja – vor allem das 800mm hat mich überrascht. Die feste Blende f/11 bedeutet höhere ISO-Werte, weniger Freistellung und weniger Reserven für kurze Belichtungszeiten. Als vergleichsweise leichtes Schönwetter-Wildlife-Tele sind beide trotzdem spannend.
Passen die RF-Extender an jedes Teleobjektiv?
Nein. Nur ein Teil der Telezooms und Supertele nimmt sie überhaupt an, und beim RF 100-500mm nur ab 300 mm Brennweite. Dazu kommt der Lichtverlust von einer Blendenstufe (1,4x) beziehungsweise zwei (2x). Vor dem Kauf lohnt der Blick in Canons Kompatibilitätsangaben zum konkreten Objektiv.
Mein Fazit: erst den Einsatzzweck, dann das Objektiv wählen
Das RF-System ist inzwischen groß genug, dass nicht mehr die Auswahl das Problem ist. Schwieriger ist es, sich nicht von technischen Daten oder einer großen Offenblende verführen zu lassen. Für unterwegs zählen für mich Brennweitenbereich, Gewicht und die Frage, ob ich das Objektiv wirklich aus der Tasche hole.
Deshalb bleibt das RF 24-240mm mein Immerdrauf. Das kleine RF 50mm F1.8 ergänzt es für wenig Licht und Freistellung. Wer andere Motive fotografiert, kann zu einem ganz anderen Ergebnis kommen – und genau dafür findest du oben den Finder, meine Einzeltests und die Alternativen.
Auf eine Gerüchte-Roadmap verzichte ich bewusst. Solche Listen altern schneller als ein Objektivtest und vermischen angekündigte Produkte mit Spekulationen. Den aktuellen Bestand gleiche ich stattdessen mit den offiziellen Herstellerkatalogen ab.
Und jetzt du: Welche EOS R und welches Objektiv nutzt du – und wofür hauptsächlich? Schreib mir deine Kombination gern an marc@reisezoom.com. Je mehr echte Praxisfragen ich bekomme, desto besser kann ich die Kaufhilfe hier oben ergänzen.
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