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Canon EOS M10 vs. M3 vs. M5 – Vergleich der spiegellosen Systemkameras mit EF-M-Bajonett

In der Welt der spiegellosen Systemkameras war Canon lange mit angezogener Handbremse unterwegs. Es fehlte ein Topmodel, es fehlte an Objektiven und es fehlte vermutlich auch am Willen der Japaner, in diesem Segment Gas zu geben.

Spätestens seit Canon die EOS M5 vorgestellt hat, scheint ein anderer Wind zu wehen. Die Kamera ist richtig gut und muss sich hinter der Konkurrenz von Sony, Fuji und Co. nicht verstecken.

Neben der EOS M5 liegen im Canon Regal auch die kleine M10 und der Mischling M3. Ich habe alle Kameras getestet und verrate dir, welche die richtige für dich ist.

Die technischen Daten

Vergleich Canon EOS M5 vs Canon EOS M3 vs Canon EOS M10
EOS M5EOS M3EOS M10
Abmessungen (BxHxT)115.6 x 89.2 x 60.6 mm110.9 x 68.0 x 44.4 mm108.0 x 66.6 x 35.0 mm
Gewicht inkl. Akku und Speicherkarte427 g366 g301 g
Auflösung (Effektiv in Megapixel)24.224.218
BildprozessorDIGIC 7DIGIC 6DIGIC 6
ISO-Empfindlichkeit100 – 25.600100 – 12.800100-12.800
Verschlusszeiten30 – 1/4000 Sek.30 – 1/4000 Sek.30 – 1/4000 Sek.
Serienaufnahme Bilder / Sek.94.24.6
VideoMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60p
Wi-Fi & NFCjajaja
Bluetoothjaneinnein
Zubehörschuhjajanein
LCD schwenkbarja 90" hoch / 180° runterja 180" hoch / 45° runter180° nach oben
Auflösung Display (Pixel)1.620.0001.040.0001.040.000
Display Größe3.2"3"3"
Touchscreenjajaja
Auflösung Sucher (Pixel)2.360.0002.360.000 (optional)-
Wasserwaagejajanein
Internter Bildstabilisatorneinneinnein
abgedichtetes Gehäuseneinneinnein
GPSneinneinnein
Anzahl Fokuspunkte494949
Laden per USBjaneinnein
Akkulaufzeit (Bilder)295250255
Preis1129,00 €427.95 €238.92 €

* Preise von Amazon.de; Stand: 01.03.2017

Die vollständigen technischen Daten gibt es bei Canon.de:

Die Canon EOS M10 – irre klein und super günstig

canon-eos-m10-22mm-pancake

Die EOS M10 mit dem 22m Pancake – kaum größer als eine Kompaktkamera [Canon EOS M5 – ISO 6400 – 34 mm – f/5.0 – 1/60 Sek.]

Als ich die M10 für einen Test hier hatte, war ich enttäuscht. Die Kamera wirkte für mich wie ein Spielzeug. Sie ist klein, liegt schlecht in der Hand und hat kaum Bedienelemente.

Der riesige Vorteil ist ihre Größe. Die Canon EOS M10 ist zusammen mit der Sony a5000/a5100 die kleinste APS-C Kamera mit Wechselobjektiven, die ich kenne. Selbst mit dem Kit-Objektiv konnte ich die Kamera in meine Jackentasche stecken.
Außerdem ist der Preis unschlagbar, günstiger als mit der M10 kannst du nicht in die Welt der spiegellosen Systemkameras einsteigen.

Trotzdem finde ich, dass die Kamera wegen ihrer umständlichen Bedienung nicht für Einsteiger geeignet ist. Du kannst sie aber als Zweit- oder Ersatzkamera zu einer großen EOS nutzen und über einen Adapter alle Canon Objektive anschließen. Das hat schon was!

Auch wenn die Kamera zusammen mit dem EF-M 22mm Pancake-Objektiv fast einer Kompaktkamera Konkurrenz macht, kaufen würde ich sie trotzdem nicht. Ich würde stattdessen zu einer Canon G7 X Mark II  greifen (hier mein ausführlicher Test der G7 X Mark II).

Sony Alpha a5100/a5000 – die Konkurrenz der EOS M10

Im Gegensatz zu Canon hat Sony bei der a5100 die Handbremse deutlich weniger angezogen.
Im kleinen Gehäuse der a5100 stecken die Innereien der hochgelobten Sony Alpha a6000. Allerdings geizt auch die a5100 mit Bedienelementen.

Der Nachteil: Die a5100 ist deutlich teurer als die EOS M10.

Es gibt zwar eine a5000 zum Schnäppchenpreis, wegen des fehlenden Phasenvergleichs-Autofokus‘ empfehle ich dir diese aber nicht – da bist du mit der EOS M10 besser bedient.

Die Canon EOS M3 – mittendrin

canon-eos-m3-mit-kitobjektiv

Die Canon EOS M3 mit dem Kit-Objektiv [Sony a5100 – ISO 100 – 35 mm – f/2 – 1/5 Sek.]

Eigentlich ist die EOS M3 das, was die M10 sein sollte. Sie ist zwar größer und schwerer, hat dafür aber deutlich mehr Bedienelemente.
Einsteiger werden ermutigt, andere Funktionen neben dem Automatikmodus zu nutzen, und Profis können schnell die Einstellungen ändern.

Die Canon EOS M3 steht in jeder Hinsicht über der M10, alles geht schneller und besser, der Sensor löst höher auf, das Display lässt sich besser klappen und du kannst die Kamera universeller einstellen.

Verglichen mit der M5 wirkt die M3 wie ein Spielzeug. Sie ist kleiner, hat keinen integrierten Sucher, arbeitet etwas langsamer, fokussiert nicht so gut und hat deutlich weniger Drehräder und Knöpfe.

Trotzdem hat die M3 ihre Daseinsberechtigung. Wie schon gesagt, eigentlich sollte so eine M10 aussehen, denn die M3 befriedigt die Wünsche, die eine M10 abdecken sollte viel besser.
Auch sie ist klein genug, dass sie in eine große Jackentasche passt, dafür hast du aber deutlich mehr Kamera als bei der M10 dabei.

Die EOS M3 empfehle ich dir …

  •  … als kleine Reise- oder Zweitkamera zu einer großen EOS
  •  … als günstige Einsteigerkamera

Ein Sucher für die M3

EVF-DC1 Aufstecksucher von Canon

Mit dem Canon EVF-DC1 Sucher kannst du die M3 aufrüsten. [Canon EOS M5 – ISO 2000 – 18 mm – f/4.5 – 1/10 Sek.]

Wenn du auf einen Sucher nicht verzichten willst, kannst du in den Zubehörschuh den Canon EVF-DC1 stecken. Das ist eine gute (aber teure) Idee, so bleibt die Kamera klein, hat bei Bedarf aber trotzdem einen Sucher.

Die Konkurrenz der EOS M3

In der Preisklasse der EOS M3 fällt mir nur die Alpha 6000 von Sony ein.
Auch diese hat einen APS-C-Sensor, du kannst das Objektiv wechseln und vieles einstellen.
Zusätzlich hat die a6000 einen integrierten Sucher, einen schnelleren Autofokus und ist schneller im Serienbildmodus. Dafür kannst du das Display nicht um 180° schwenken (kein Selfiemodus) und auf den Touchscreen musst du auch verzichten.

Die Canon EOS M5 – das Topmodell

eos-m5-reisezoom

Die EOS M5 mit dem 18-150er Reisezoom-Objektiv [Canon EOS M5 – ISO 200 – 35 mm – f/5.6 – 5 Sek.]

Bei der Canon EOS M5 ist auf den ersten Blick klar, dass es sich hier um das spiegellose Topmodel von Canon handelt.
Die Kamera macht alles besser als die M3, einziger Nachteil: Sie ist größer und schwerer.

Dafür trumpft die EOS M5 auf mit …

  •  … einem schnellen Dual Pixel Autofokus.
  •  … konfigurierbaren Knöpfen und Drehrädern.
  •  … einem hochauflösenden Sucher.
  •  … schnellerer Bedienung und Verarbeitung.
  •  … schnellerem Serienbildmodus.
  •  … einem der besten Sensoren von Canon (bekannt aus der 80D).

Die M5 ist die einzige Kamera, die ich dir nicht nur als Zweitkamera empfehle, sondern auch als einzige, universell einsetzbare Kamera.
Sie ist kleiner und leichter als ihr großer Bruder, die 80D steht diesem aber in nichts nach. Gleichzeitig ist die M5 aber so groß, dass sie gut in der Hand liegt und sich leicht bedienen lässt.

Fast perfekt! Würde ich mit dem Gedanken spielen, eine EOS M zu kaufen, würde ich zur M5 greifen.

Die Konkurrenz der EOS M5

Suchst du eine spiegellose Kamera mit APS-C Sensor, der Möglichkeit das Objektiv zu wechseln und mit Touchscreen, gibt es zur EOS M5 kaum Alternativen.

Einzig eine Sony Alpha a6500 bietet all das.

Ansonsten musst du ins Lager der MFT-Kameras von Panasonic und Olympus blicken.

Alternativen ohne Touchscreen wären der Preiskracher Sony a6000, die Fujifilm X-T1 oder die XT-10.

Der EF-EOS M Mount Adapter

Canon ist sich der mageren Auswahl an Objektiven direkt für die EOS-M bewusst (EF-M). Gleichzeitig hat Canon aber eine riesige Auswahl an großartigen Objektiven für den EF-Mount.
Dank des genialen EF-EOS M Mount Adapter lassen sich beide Welten verbinden. Den Adapter kannst du an jede EOS-M.Kamera schrauben und ein beliebiges EF-(S)-Objektiv damit benutzen. Der Adapter überträgt alle Daten und sogar der Autofokus arbeitet tadellos.

canon-ef-es-m-mpunt-adapter

Der EF-EOS M Mount Adapter [Canon EOS M5 – ISO 800 – 35 mm – f/5.0 – 1/6 Sek.]

Aktuell ist der Adapter bei der Canon EOS M5 sogar mit dabei! Das finde ich fair!

Zusammengefasst: Canon EOS M10 vs. EOS M3 vs. EOS M5

eos-m-familie

Die EOS M – Familie im Größenvergleich [Canon EOS M5 – ISO 1600 – 17 mm – f/3.5 – 1/30 Sek.]

Mit der M5 bietet Canon endlich eine spiegellose Kamera an, die sich hinter der Konkurrenz nicht verstecken muss. Für mich ist es die vollkommenste Kamera im EOS-M-Fuhrpark. Ich würde die M5 einer großen EOS (7D oder 80D) vorziehen.

Die EOS M3 ist eine gute Ergänzung zu einer bestehenden Ausrüstung mit großer EOS Spiegelreflexkamera. Dank des Adapters kannst du daran auch die »großen« EF-Objektive nutzen.
Die M3 sehe ich als Zweit- oder Reisekamera und als Kamera für Einsteiger.

Die EOS M10 kann ich nur mit Einschränkung empfehlen. Canon hat an der M10 ordentlich den Rotstift angesetzt und fast alle nützlichen Features weggestrichen.
Wenn du aber weißt, wie du mit ihr umgehen musst, kannst du mit der M10 gut arbeiten. Der größte Vorteil ist ihr geringes Gewicht und ihre kompakten Abmessungen.

Was meinst du? Welche EOS-M würdest du kaufen oder hast du schon eine?


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2 Kommentare zu “Canon EOS M10 vs. M3 vs. M5 – Vergleich der spiegellosen Systemkameras mit EF-M-Bajonett

  1. Cariola

    Danke für den ausführlichen Bericht
    Habe Die Canon EOS M, liebäugle gerade mit der EOS M 3, die M5 hat zwar alles, jedoch ist sie mir einfach zu teuer! und sie wirkt viel größer und schwerer – meine EOS M ist so klein, das ist sehr angenehm für mich und man nimmt sie wirklich überall mit! Werde wohl daher eher auf die M3 gehen, ist ja ähnlich klein (auch wenn leider der Sucher fehlt!)

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Cariola,

      warte am besten noch einen oder zwei Monate. es ist eine M6 als Nachfolger für die M3 angekündigt.
      Das soll angeblich einen M5 in der Größe einer M3 sein.
      Auf das Ding bin ich auch schon gespannt.

      Viele Grüße
      Marc

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