In der Welt der spiegellosen Systemkameras war Canon lange mit angezogener Handbremse unterwegs. Es fehlte ein Topmodel, es fehlte an Objektiven und es fehlte vermutlich auch am Willen der Japaner, in diesem Segment Gas zu geben.

Spätestens seit Canon die EOS M5 vorgestellt hat, scheint ein anderer Wind zu wehen. Die Kamera ist richtig gut und muss sich hinter der Konkurrenz von Sony, Fuji und Co. nicht verstecken.

Neben der EOS M5 liegen im Canon Regal auch die kleinen M10 und M100, die Mischlinge M3 und EOS M6. Ich habe alle Kameras getestet und verrate dir, welche die richtige für dich ist.

Die technischen Daten

Vergleich Canon EOS M5 vs Canon EOS M6 vs Canon EOS M3 vs Canon EOS M100 vs. Canon EOS M10
EOS M5EOS M6EOS M3EOS M100 EOS M10
Abmessungen (BxHxT)115.6 x 89.2 x 60.6 mm112.0 x 68.0 x 44.5 mm110.9 x 68.0 x 44.4 mm108.2 x 67.1 x 35.1 mm 108.0 x 66.6 x 35.0 mm
Gewicht inkl. Akku und Speicherkarte427 g390 g366 g302 g301 g
Auflösung (Effektiv in Megapixel)24.224.224.224.218
BildprozessorDIGIC 7DIGIC 7DIGIC 6DIGIC 7DIGIC 6
ISO-Empfindlichkeit100 – 25.600100 – 25.600100 – 12.800100 – 25.600100-12.800
Verschlusszeiten30 – 1/4000 Sek.30 – 1/4000 Sek30 – 1/4000 Sek.30 – 1/4000 Sek.30 – 1/4000
Serienaufnahme Bilder / Sek.994.26.14.6
VideoMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60p
Wi-Fi & NFCjajajajaja
Bluetoothjajaneinjanein
Zubehörschuhjajajaneinnein
LCD schwenkbarja 90" hoch / 180° runterja 180" hoch / 45° runterja 180" hoch / 45° runter180° nach oben180° nach oben
Auflösung Display (Pixel)1.620.0001.040.0001.040.0001.040.0001.040.000
Display Größe3.2"3"3"3"3"
Touchscreenjajajajaja
Auflösung Sucher (Pixel)2.360.0002.360.000 (optional)2.360.000 (optional)--
Wasserwaagejajajaneinnein
Internter Bildstabilisatorneinneinneinneinnein
abgedichtetes Gehäuseneinneinneinneinnein
GPSneinneinneinneinnein
Anzahl Fokuspunkte4949494949
Dual Pixel AFjajaneinjanein
Laden per USBneinneinneinneinnein
Akkulaufzeit (Bilder)295295250295255
Preis949,99 €652,65 €398.44 €475.00 €238.94 €

* Preise von Amazon.de; Stand: 06.10.2017

Die vollständigen technischen Daten gibt es bei Canon.de:

Die Canon EOS M10 – klein und super günstig

Die EOS M10 mit dem 22m Pancake – kaum größer als eine Kompaktkamera [Canon EOS M5 – ISO 6400 – 34 mm – f/5.0 – 1/60 Sek.]

Als ich die M10 für einen Test hier hatte, war ich enttäuscht. Die Kamera wirkte für mich wie ein Spielzeug. Sie ist klein, liegt schlecht in der Hand und hat kaum Bedienelemente.

Der riesige Vorteil ist ihre Größe. Die Canon EOS M10 ist zusammen mit der Sony a5000/a5100 die kleinste APS-C Kamera mit Wechselobjektiven, die ich kenne. Selbst mit dem Kit-Objektiv konnte ich die Kamera in meine Jackentasche stecken.
Außerdem ist der Preis unschlagbar. Günstiger als mit der M10 kannst du nicht in die Welt der spiegellosen Systemkameras einsteigen.

Trotzdem finde ich, dass die Kamera wegen ihrer umständlichen Bedienung nicht für Einsteiger geeignet ist. Du kannst sie aber als Zweit- oder Ersatzkamera zu einer großen EOS nutzen und über einen Adapter alle Canon Objektive anschließen. Das hat schon was!

Auch wenn die Kamera zusammen mit dem EF-M 22mm Pancake-Objektiv fast einer Kompaktkamera Konkurrenz macht, kaufen würde ich sie trotzdem nicht. Ich würde stattdessen zu einer Canon G7 X Mark II  greifen (hier mein ausführlicher Test der G7 X Mark II).

Die Canon EOS M100 – klein mit Spitzentechnik!

Die EOS M100 [Sony a5100 – ISO 200 – 35 mm – f/3.2 – 1/80 Sek.]

Die M100 unterscheidet sich von Außen kaum von der M10. Die Bedienelemente sind praktisch gleich … ja, die Bedienung an sich ist genau so umständlich wie bei der M10.
Dafür sieht es unter der Haube anders aus: In der EOS M100 werkelt dieselbe Technik wie in der M5 und der M6. Von der Bildqualität, dem Dynamikumfang und der Leistung bei schlechtem Licht, steht die M100 den „großen“ EOS M also in nichts nach.

Von daher würde ich die M100 einer M10 auf jeden Fall vorziehen. Die wenigen Bedienelemente und der Preis würde mich im Fachgeschäft vermutlich aber trotzdem an der M100 vorbeigreifen lasse. Stattdessen würde ich auch hier mit einer G7X Mark II das Geschäft verlassen.

 

Die Canon EOS M3 – mittendrin

Die Canon EOS M3 mit dem Kit-Objektiv [Sony a5100 – ISO 100 – 35 mm – f/2 – 1/5 Sek.]

Eigentlich ist die EOS M3 das, was die M10 sein sollte. Sie ist zwar größer und schwerer, hat dafür aber deutlich mehr Bedienelemente.
Einsteiger werden ermutigt, andere Funktionen neben dem Automatikmodus zu nutzen, und Profis können schnell die Einstellungen ändern.

Die Canon EOS M3 steht in jeder Hinsicht über der M10, alles geht schneller und besser, der Sensor löst höher auf, das Display lässt sich besser klappen und du kannst die Kamera universeller einstellen.

Prinzipiell halten diese Argument auch einem Vergleich mit der M100 stand. Einziger Unterschied ist der, dass bei der M3 nicht alles schneller und besser geht, als bei der M100. Die M100 hat den besseren Sensor, den schnelleren Autofokus und einen flinkeren Bildprozessor.

Verglichen mit der M5 wirkt die M3 wie ein Spielzeug. Sie ist kleiner, hat keinen integrierten Sucher, arbeitet etwas langsamer, fokussiert nicht so gut und hat deutlich weniger Drehräder und Knöpfe.

Die M6 wirkt dagegen wie der Nachfolger der M3. Die Kameras sind sich recht ähnlich, die M6 macht aber alles besser und ist dafür auch teurer.

Die M3 kann ich dir nur dann empfehlen, wenn es unbedingt eine EOS M sein muss, das Geld nicht für eine M6 reicht und du mehr Bedienelemente willst als bei der M100.

Die Canon EOS M6 – das Beste von Allem

Mein Favorit, die EOS M6 [LUMIX LX15 – ISO 125 – f/2.8 – 1/100 Sek.]

Die Canon EOS M6 hat die Innerein des Topmodells EOS M5, du kannst damit also genau so gute Fotos schießen.
Der wesentliche Unterschied zur M6 besteht darin, dass die M6 ein kleineres Gehäuse hat und der Sucher fehlt.

Die M6 ist quasi eine Mischung der M3 und der M5. Für mich ist die Canon EOS M6 die beste Kamera der gesamten M-Serie.

Die M6 empfehle ich dir …

  • wenn du gern einen M5 hättest, du den Sucher aber nicht brauchst.
  • dir die M5 zu groß ist.
  • du viel filmst.
  • du mit einer M3 nicht ganz zufrieden bist.

Die EOS M6 macht sowohl als Zweitkamera, aber auch als Hauptkamera eine gute Figur.

Die Canon EOS M5 – das Topmodell

Die EOS M5 mit dem 18-150er Reisezoom-Objektiv [Canon EOS M5 – ISO 200 – 35 mm – f/5.6 – 5 Sek.]

Bei der Canon EOS M5 ist auf den ersten Blick klar, dass es sich hier um das spiegellose Topmodel von Canon handelt.
Die Kamera macht alles besser als die M3 und bietet im Vergleich zur M6 einen eingebauten Sucher und ein höher auflösendes Display, einziger Nachteil: Sie ist größer und schwerer.

Dafür trumpft die EOS M5 (und die M6) auf mit …

  •  … einem schnellen Dual Pixel Autofokus (kann die M100 auch)
  •  … konfigurierbaren Knöpfen und Drehrädern.
  •  … einem hochauflösenden Sucher.
  •  … schnellerer Bedienung und Verarbeitung.
  •  … schnellerem Serienbildmodus.
  •  … einem der besten Sensoren von Canon (bekannt aus der 80D).

Die M5 ist für mich definitiv keine Zweitkamera!
Sie ist kleiner und leichter als ihr großer Bruder, die 80D steht diesem aber in nichts nach. Gleichzeitig ist die M5 aber so groß, dass sie gut in der Hand liegt und sich leicht bedienen lässt.

 

Der EF-EOS M Mount Adapter

Canon ist sich der mageren Auswahl an Objektiven direkt für die EOS-M bewusst (EF-M). Gleichzeitig hat Canon aber eine riesige Auswahl an großartigen Objektiven für den EF-Mount.
Dank des genialen EF-EOS M Mount Adapter lassen sich beide Welten verbinden. Den Adapter kannst du an jede EOS-M-Kamera schrauben und ein beliebiges EF-(S)-Objektiv damit benutzen. Der Adapter überträgt alle Daten und sogar der Autofokus arbeitet tadellos.

Der EF-EOS M Mount Adapter [Canon EOS M5 – ISO 800 – 35 mm – f/5.0 – 1/6 Sek.]

Aktuell ist der Adapter bei der Canon EOS M5 sogar mit dabei! Das finde ich fair!

Zusammengefasst: Canon EOS M100 vs. EOS M10 vs. EOS M3 vs. EOS M5 vs. EOS M6

Die EOS M – Familie im Größenvergleich [Canon EOS M5 – ISO 1600 – 17 mm – f/3.5 – 1/30 Sek.]

Mit der M5 und der M6 bietet Canon endlich spiegellose Kameras an, die sich hinter der Konkurrenz nicht verstecken müssen. Für mich ist die EOS M5 die vollkommenste Kamera im EOS-M-Fuhrpark. Ich würde die M5 einer großen EOS (7D oder 80D) vorziehen.

Für mich persönlich muss es aber gar nicht so vollkommen sein. Ein Sucher ist schön und gut, aber ich gebe zu, dass ich in den letzten 2 Jahren vielleicht 2% meiner Fotos mit Sucher geschossen haben.
Deshalb würde ich zur M6 greifen. Diese steht der M5 in nichts nach, ist dafür aber kleiner und günstiger.

Die EOS M3 ist zwar eine gute Ergänzung zu einer bestehenden Ausrüstung mit großer EOS Spiegelreflexkamera, da die Technik im Vergleich zur M100 und M6 jedoch veraltet ist, kann ich dir diese Kamera nur noch als Schnäppchen empfehlen.

Die EOS M100 und EOS M10 kann ich nur mit Einschränkung empfehlen. Canon hat an der M10/M100 ordentlich den Rotstift angesetzt und fast alle nützlichen Features weggestrichen.
Mit etwas Gewöhnung lässt sich mit den Kameras trotzdem gut arbeiten.Wenn es hauptsächlich klein sein soll, bist du bei der M100 gut aufgehoben. Und wenn es ultimativ günstig sein soll, führt kein Weg an der M10 vorbei.

Eine Übersicht aller Objektive für EF-M findest du hier.

Der Beitrag wurde am 18.10.2017 zuletzt aktualisiert.

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4 Kommentare zu “Canon EOS M100 vs. M10 vs. M3 vs. M5 vs. M6 – Vergleich der spiegellosen Systemkameras mit EF-M-Bajonett

  1. Cariola

    Danke für den ausführlichen Bericht
    Habe Die Canon EOS M, liebäugle gerade mit der EOS M 3, die M5 hat zwar alles, jedoch ist sie mir einfach zu teuer! und sie wirkt viel größer und schwerer – meine EOS M ist so klein, das ist sehr angenehm für mich und man nimmt sie wirklich überall mit! Werde wohl daher eher auf die M3 gehen, ist ja ähnlich klein (auch wenn leider der Sucher fehlt!)

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Cariola,

      warte am besten noch einen oder zwei Monate. es ist eine M6 als Nachfolger für die M3 angekündigt.
      Das soll angeblich einen M5 in der Größe einer M3 sein.
      Auf das Ding bin ich auch schon gespannt.

      Viele Grüße
      Marc

  2. Gümter

    Hallo Marc,
    als Vielreisender, der nicht mit großen Fotogepäck unterwegs sein will nutze ich derzeit eine Canon G7X u.a. wegen der Lichtstärke in Kombination mit der Canon G3X wegen des großes Zoombereichs. Beide Kameras hast Du schon ausgiebig getestet. Nun ist die Canon EOS M6 auf dem Markt. Laut Deinem Test, klein, handlich mit halbwegs passablen Objektiven für den engegierten Hobbyfotografen. Ich bin zwar grundsätzlich mit der G3X zufrieden, aber ich denke, dass die Bildqualität der EOS M6 nicht zuletzt wegen des deutlich größeren Sensors doch deutlich besser sein könnte. Nun meine Frage: Lohnt sich ein Umstieg von der G3X auf die EOS M6? Ich denke, dass der Sucher der G3X auch auf die EOS M6 passt.

    1. Marc Autor des Beitrags

      Sorry für die späte Antwort, aber ich hatte dir ja schon per Mail geantwortet.

      Ich sehe die die M6 überhaupt nicht in Konkurrenz zur G3X. Wenn überhaupt, dann eher zu G7X. Die G3X glänzt schließlich durch ihre lange Brennweite, die bekommst du mit der M6 überhaupt nicht.

      Der große Sensor bringt dir nur bei schlechten Lichtbedingungen etwas, aber dann auch nur, wenn die Objektive mitspielen und das tun sie im Moment nicht.
      Das Objektiv der G7X ist über den gesamten Brennweitenbereich lichtstark, so dass der Nachteil des kleineren Sensors so lange ausgeglichen wird, so lange die meisten EOS M-Objektive recht lichtschwach sind.

      Ich würde an deiner Stelle nicht wechseln.

      Viele Grüße
      Marc

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