Warum das Smartphone (oft) die beste Immer-Dabei-Kamera ist (vs. Kompaktkamera)

| Lesezeit ca. 14 Minuten

In diesem Artikel erfährst du, warum das Smartphone für mich die beste Immer-Dabei-Kamera ist. Ich weiß, eingefleischten Fotografen fällt es schwer zu akzeptieren, dass so ein kleines Ding aus der Hosentasche plötzlich der großen und teuren Kamera ans Bein pullert, aber Zeiten ändern sich, vielleicht kann dich der Beitrag ja davon überzeugen es doch auch einmal mit dem Smartphone zu probieren.

Hallo! Ich bin übrigens Marc!

Ich bin begeisterter Papa, Blogger, YouTuber, Foto- und Reisefuzzi.

Mehr über mich findest du hier. Und hier findest du meine aktuelle Fotoausrüstung.

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Dieser Beitrag ist das erste Mal am 27. Juli 2017 erschienen, damals hatte ich ein Samsung Galaxy S7 und war total angefixt von der Smartphone-Fotografie. Allerdings konnte ich auch 8 Nachteile auflisten, was gegen ein Smartphone als Kamera spricht.

3 Jahre später – im Juni 2020 – waren es nur noch 5 Nachteile und ich behauptete, dass Smartphones definitiv Kompaktkameras ersetzen und je nach Anwendungsfall sogar auch DSLR bzw. DSLM Kameras.

Dieser Meinung bin ich zwar immer noch, allerdings kaufte ich mir TROTZDEM 2021 und 2022 ingesamt 2 Kompaktkameras … eine Canon G5 Mark II und eine Sony R100 VII. Sodass ein weiteres Update dieses Beitrags nötig ist. Es ist sogar ein weiterer Nachteil auf Seiten des Smartphones hinzugekommen.

Schauen wir uns aber zunächst das Für und Wider von Smartphones als Kameras an.

Meine Hassliebe zur Smartphone-Fotorafie als Video

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Gründe, warum das Smartphone die beste Immer-Dabei-Kamera ist

1. Immer dabei

Tatsächlich! Wer geht heutzutage noch ohne Telefon aus dem Haus? Ich habe das Ding fast immer dabei! 🙂
Deshalb zählt es auch nicht als zusätzliches Gepäck bei größeren Ausflügen oder Wanderungen, wo man sich genau überlegen muss, was man in den Rucksack packt und was nicht.

2. Günstig

Nein, gute Smartphones sind nicht unbedingt viel günstiger als gute Kompaktkameras (wenn überhaupt!), aber die Frage entweder/oder stellt sich ja gar nicht.

Höchstwahrscheinlich hast du eh ein Smartphone, es kostet also nicht extra und eines der Topmodelle zu kaufen anstatt eine gute Kompaktkamera + ein Smartphone ist nicht teurer.
Der Wertverlust ist allerdings höher! Jedoch sind Smartphones zwischenzeitlich so gut (auch der Kamera!), dass du nicht jedes Jahr auf das neueste Modell wechseln musst.

2. Passt in die Hosentasche

An den Edel-Kompaktkameras nervt mich, dass sie nur bedingt in die Hosentasche passen. Ohne extra Tasche geht es eigentlich nicht.
Früher hatte ich immer einen Rucksack mit meiner Fotoausrüstung dabei, aber diese Zeiten sind vorbei und das ist toll!

Update 2022 nach dem Neukauf der beiden Kompaktkameras:
Es ist richitg, dass eine Edelkompakte nur bedingt in die Hostentasche passt, den ganzen Tag will man damit nicht herumlaufen. Aber sie passen in die Hosentasche und das ist deutlich besser als eben bei noch größeren Kameras, die auf keinen Fall hineinpassen.

3. Schnell griffbereit (und einsatzbereit)

Nicht zu unterschätzen ist auch der Fakt, dass das Smartphone schnell aus der Hosentasche gezückt werden kann und es quasi sofort einsatzbereit ist. „Normale“ Kameras musst du auspacken und das Einschalten dauert.

Update 2022:
Für meine Kompakten nutze ich in der Zwischenzeit Silikonhüllen, die immer an der Kamera bleiben. So kann ich dieser auch direkt aus der Hosentasche ziehen und direkt einschalten.
In diesem Video stelle ich dir die Hüllen vor.

4. Bildqualität reicht in vielen Fällen aus

Natürlich lassen sich Unterschiede zwischen einem Smartphone-Foto und dem einer Edel-Kompaktkamera oder einer Systemkamera finden. Aber in vielen Fällen reicht das, was die Smartphone-Kamera liefert, locker aus. Die Unterschiede sind oft nur auf den zweiten Blick zu sehen.
Für eine Immer-Dabei-Kamera reicht mir die Qualität. Starte ich zu einer Fototour, kann ich ja trotzdem die große Fotoausrüstung mitnehmen.

Udpate 2022:
Sehe ich immer noch so, allerdings musste ich mir eingestehen, dass ich selten richtige Fototouren mache. Ich bin generell viel unterwegs (am wandern), und entdecke dort verschiedene mehr oder weniger fotogene Dinge. Das ist meine Art zu fotografieren. Ich bin Entdecker, nicht Fotograf und genau deshlab brauche ich eben immer die bestmögliche Bildqualität.

5. Bilder lassen sich sofort bearbeiten

Für die Bearbeitung auf dem Smartphone nutze ich Snapseed und Lightroom Mobile. Beides sind mächtige Tools und um Längen besser als das, was man mit manchen Kameras an »Bearbeitung« machen kann.
Natürlich funktioniert das auch mit Fotos einer größeren Kamera, dazu müssen diese aber zuerst auf das Smartphone übertragen werden.

6. Bilder lassen sich einfach teilen

Teilen kannst du auch die Bilder der Kamera, wenn du sie zuvor auf das Smartphone überträgst. Fotografierst du aber direkt mit dem Smartphone, entfällt dieser Schritt. Schnell, einfach und praktisch!

7. Bilder lassen sich automatisch in der Cloud sichern

Fotografierst du mit dem Smartphone, kannst du die Bilder direkt und automatisiert in die Cloud laden lassen.
Eine Datensicherung an einem anderen Ort, quasi on the fly. Sicherer geht es kaum!
Ich nutze dafür Google Fotos und die Adobe Creative Cloud.

Als Bonus bekommst du von Google Fotos immer wieder schöne Collagen, Erinnerungen und automatisch erstellte Filmchen. Das ist manchmal ganz nett. Ob das andere Dienste auch an bieten, weiß ich nicht.

google-photos-4-years-ago

Solche Erinnerungen sind doch schön. Das war Mallorca 2013.

8. Geotagging der Bilder

Auf Reisen fotografierte ich lange Zeit mit meiner guten alten Sony a65, weil sie einen GPS-Empfänger hat und die Geo-Koordinaten direkt in die Bilder schreibt.
Dieses Feature fehlt heute leider bei fast allen Kameras. Beim Smartphone ist es dabei!
Finde ich genial, vor allem, wenn man ständig unterwegs ist.

Ich weiß, moderne Kameras lassen sich per Bluetooth mit dem Smartphone koppeln, um von dort die Geodaten abzusaugen … das geht bei meinen Canons total einfach, wäre ein GPS Modul direkt in die Kamera integriert – wie beim Smartphone – wäre es trotzdem besser.

9. Wasserdicht

Es ist zwar nicht jedes Smartphone wasserdicht, aber es werden immer mehr. Und selbst wenn es keinen offiziellen »Wasserdicht«-Stempel hat, so sind aktuelle Smartphones schon recht robust.

Damit ersetzt das Smartphone sogar Actioncams! Du kannst damit im Regen fotografieren, schwimmen, kitesurfen, paddeln …

Pixel 3 unterwasser

Dieses Foto habe ich ohne weiteres Zubehör mit dem Google Pixel 3 aufgenommen. Was will man eigentlich mehr?

10. Stabil

Hahaha, bei diesem Punkt muss ich lachen. Wer kennt die gesprungenen Displays von Smartphones nicht?
Trotzdem: Ein Smartphone ist stabiler als eine Edel-Kompaktkamera. Allein schon, weil es keinen anfälligen Objektivverschluss gibt.

11. Unscheinbar

Je kleiner die Kamera und je weniger eine Kamera nach »guten« Bildern aussieht, desto unscheinbarer ist sie.
Punkt für das Smartphone!

12. Lässt sich schnell aufladen

Keine Ahnung warum, aber alle meine Smartphones laden deutlich schneller als meine Kameras.

13. Fotografieren während geladen wird

Hast du schon versucht einen Timelapse über mehrere Stunden aufzunehmen? Oder stundenlang Sternspuren zu fotografieren?
Glaub mir, irgendwann fängst du dabei an, dir Sorgen über den leeren Akku deiner Kamera zu machen.
Es gibt Kameras, die du laden kannst, während du fotografierst. Die meisten können es aber ohne weiteres Zubehör nicht.
Beim Smartphone ist das überhaupt kein Problem!

Selbstversuch: Urlaub nur mit dem Smartphone

Bevor wir zu den Nachteilen kommen, möchte ich dir erst ein paar Bilder bzw. Videos aus der Praxis zeigen. Sowas sagt ja bekanntlich mehr als 1000 Worte.

Im November 2018 bin ich für ein paar Tage nach Mallorca geflogen und hatte als Selbstversuch nur mein Google Pixel 3 als Kamera eingepackt. In diesem Video fasse ich die Ergebnisse daraus zusammen:

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Im Video sage ich, dass ich das nächste Mal wahrscheinlich wieder ein „richtige“ Kamera mitnehmen werde … tja, was soll ich sagen, ein paar Monate später bereiste ich Tunesien mit einem Rucksack voller Fotoausrüstung. Das wurde mir jedoch schnell zu doof, sodass ich irgendwann nur noch das Smartphone für meine Fotos nutzte. Außerdem war ich seit dem Selbstversuch oben noch öfters auf Mallorca unterwegs und ich hatte nur noch das Smartphone für Fotos dabei, für Videos nutzte ich bei diesen Touren den Osmo Pocket.

Hier mein Video aus Tunesien:

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3 ALTE Gründe gegen das Smartphone

Ich sagte es oben schon, es hat sich etwas getan und es sprechen immer weniger Gründe gegen das Smartphone als noch vor ein paar Jahren. Die folgenden drei Gründe galten 2017 zwar noch, sind jetzt aber nicht mehr aktuell.

1. Kein oder nur wenig Zoom

Beim Zoom gab es die letzten Jahre ein regelrechtes Wettrennen, dabei finde ich persönlich das gar nicht so wichtig. Mein (im Mai 2022 aktuelles Smartphone) Pixel 4a hat z.B. überhaupt keinen optischen Zoom!
Aber das ist eine Ausnahme. Ein Samsung Galaxy S22 Ultra hat angeblich 230 equivalente Millimeter an optischem Zoom und schafft dank hoher Auflösung und guter Software sogar 100x Zoom! Letzteres ist definitiv übertrieben, trotzdem ist zu wenige Brennweite kein Argument mehr gegen ein Smartphone als Kamera. Zumindest nicht, wenn dir 200mm ausreichen.
Übrigens sind viele Smartphones nicht nur mit langen Brennweiten ausgestattet, auch Ultraweitwinkel-Objektive gehören fast schon zum Standard!

2. Schwächen bei schlechtem Licht

In der ersten Version dieses Beitrags habe ich noch gehofft, dass durch bessere Sensoren die Lowlight-Eigenschaften von Smartphones verbessert werden, dass ist durchaus der Fall, aber richtig große Sprünge hat die Software gemacht!

Die Nachtmodi moderner Smartphones liefern verblüffend gute Bilder aus der Hand. Wer ein Stativ hat, bekommt mit dem Astromodus noch einen unglaublichen Bonus dazu.

Das Stichwort „aus der Hand“ ist übrigens der wichtigste Punkt, da Smartphones mehrere Aufnahmen kombinieren, können unscharfe Bilder aussortiert werden. So sinkt die Wahrscheinlichkeit ein Bild zu verwackeln, ganz egal wie das Licht ist.

Die Nachtmodi sind in der Zwischenzeit so gut, das ich das Smartphone für Fotos aus der Hand bei schlechten Lichtverhältnissen, anderen Kameras vorziehe.

Einzig bei Videos und bei Bewegung im Bild haben Smartphones bei Dunkelheit noch Probleme.

pixel4-astromodus

Das Foto schoss ich bei suboptimalen Bedingungen mit dem Astromodus des Google Pixel 4 am Strand von Can Picafort auf Mallorca

Brücke Altfriesack

Und dieses Foto schoss ich mit dem Google Pixel 4a bei absoluter Dunkelheit aus der Hand. Es zeigt die Zugbrücke in Altfriesack.

3. Mangelnde Auflösung

Beim Zoom ist es schon angeklungen … wer will, kann mit seinem Smartphone in richtig hoher Auflösung fotografieren, teilweise bis zu 108 Megapixeln!
Klar sind das nur theoretische Werte, weil die Objektive das auch leisten müssen und die Auflösung nicht in allen Brennweiten zur Verfügung steht, es zeigt aber, dass das Argument mit der mangelnden Auflösung trotzdem nicht mehr zieht.

8 5 6 (wackelige) Gründe, warum das Smartphone NICHT die beste Immer-Dabei-Kamera ist

Hier kommen jetzt die 5 +1 verbliebenen Gründe die gegen das Smartphone sprechen. Bis auf das letzter Argument, stammen alle aus der ursprünglichen Version des Beitrags, damit du aber erkennst, was sich in den letzten Jahren getan hat, habe ich Anmerkungen aus dem Jahr 2020 und 2022 in Grün dazugeschrieben.

1. Kein Klappdisplay

Hast du dich einmal an ein Klappdisplay gewöhnt, kannst du nicht mehr ohne leben.
Fotografieren aus der Froschperspektive oder weit über Kopf … mit einem Klappdisplay kein Problem, ohne wird es zum Blindflug.
Auch Selfies gelingen mit einem 180°-Klappdisplay viel besser, denn die Frontkamera sollte nach wie vor nur im Notfall genutzt werden.

Prinzipiell stimmt die Aussage mit dem Klappdisplay noch, auch das Argument mit den Selfies, allerdings sind die Frontkameras (analog zu den Rückkameras) in den letzten Jahren auch deutlich besser geworden. Trotzdem helfen Klappdisplays natürlich bei Fotos aus außergewöhnlichen Winklen.

Für solche Blödel-Schnappschüsse reicht die Frontkamera mehr als aus. Das Bild ist zugeschnitten, aufgenommen mit dem Google Pixel 4.

2. Keine haptischen Bedienelemente

Super an richtigen Kameras ist, dass sie haptische Knöpfe und Drehräder haben. So kannst du schnell und ohne hinzugucken die Einstellungen für die jeweilige Situation anpassen.
Beim Smartphone hast du fast nur virtuelle Bedienelemente.

Das stimmt zwar, allerdings fotografiert man mit dem Smartphone die meiste Zeit eh im Automatikmodus und die Motiverkennung + automatische, interne Nachbearbeitung sind so gut, dass man haptische Bedienelemente eher selten vermisst.

3. Feste Blende

Die Blende im Smartphone ist fix und immer offen. Du kannst damit also nicht die Lichtmenge regulieren, die auf den Sensor fällt, du kannst nicht die Schärfentiefe vergrößern und du kannst auch keinen Sonnenstern damit erzeugen.

Samsung hat zwar schon mit einer variablen Blende experimentiert, aber das war nix. Das Argument bleibt also weiterhin bestehen und wird sich so schnell wohl auch nicht ändern.

4. Schwächen bei geringer Schärfentiefe

Obwohl die Blende im Smartphone immer ganz offen ist, lassen sich damit Objekte praktisch nicht freistellen. Die einzige Ausnahme sind Nahaufnahmen und der Porträt-Mode.

An der Aussage hat sich zwar nichts geändert, aber der Portät-Mode ist zwischenzeitlich so gut geworden, dass er für viele Situationen ausreicht. Trotzdem, wer sich an schönem Bokeh ergötzen will, ist beim Smartphone an der falschen Adresse.

Unscharfe Hintergrund ist Fake … passt aber doch ganz gut, oder?

5. Umständliche Handhabung von Zubehör

Smartphones werden nicht gebaut, um Unmengen von Zubehör ranzubasteln. Es gibt kein Stativgewinde, kein Filtergewinde und keinen Blitzschuh.
Eine Immer-Dabei-Kamera muss das aber auch nicht haben!

Genau, eine Sony RX100 I-VII hat auch keinen Blitzschuh und kein Filtergewinde! Ein Mikrofon lässt sich problemlos an ein Smartphone anschließen und wer weiteres Zubehör anbringen will, nutzt einfach eine Stativklemme. Sobald Zubehör genutzt wird, ist die Größe bzw. das Packmaß der Ausrüstung eh nicht mehr ganz so wichtig.

6. Fernsteuerung der Kamera

Dieser Punkt wurde mir erst 2021 bewusst, als ich angefangen habe viel zu wandern und ich ständig Fotos ohne den Wanderer hatte. Jede moderne Kamera lässt sich mit dem Smartphone fernsteuern, um so Fernaufnahmen zu schießen. Aber ein Smartphone mit einem Smartphone steuern? Geht bestimmt irgendwie, aber direkt vorgesehen ist es nicht. Außerdem braucht man dann ja auch 2 Smartphones.

Das ist solch ein Selfie mit Fernauslöser über das Smartphone. Entstanden ist es am Lehnitzssee auf dem Ruppiner Land Rundwanderweg mit der Canon G5X Mark II.

Edel-Kompaktkamera oder Smartphone oder beides?

Du siehst, es gibt viele Gründe, die bei einer Immer-Dabei-Kamera für das Smartphone sprechen und ein paar wenige, die dagegen sprechen.

Ich dachte lange, dass ich mit dem Smartphone eine gute Kompaktkamera ersetzen kann, das geht wegen der genannten Nachteile aber nicht, also blieb mir nur die Wahl, mit diesen Nachteilen zu leben, oder weiterhin eine Kompaktkamera bzw. eine „andere“ Kamera als Egänzung zum Smartphone zu nutzen. Und genau so mache ich das in der Zwichenzeit. Wenn es klein sein soll, ich aber trotzdem nicht mit den Nachteilen eines Smartphones leben will, nehme ich wieder eine Kompaktkamera mit. Bei mir ist das Entweder eine Canon G5X Mark II oder eine Sony RX100 VII.

Zu dem Thema gibt es auch ein Video von mir:

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Die Canon macht schönere Sonnensterne, hat schönere Farben und ein schöneres Bokeh. Außerdem lässt sich mit der Kamera besser freistellen, da sie eine größere Blende hat. Für mich ist diese Kamera nach wie vor die beste Kompaktkamera auf dem Markt.

44 echte Millimeter bei einer Blende von f/2.8. Mit dem Smartphone wären die Blätter im Hintergrund nicht so unscharf. Aber genau das gefällt mir. Punkt für die Canon G5X Mark II.

Sonne nebel wald

Sonnensterne lassen sich mit Smartphones gar nicht machen. Aber gerade dieser Stern ist das Tüpfelchen auf dem i bei diesem Foto. Wieder ein Punkt für die Canon G5X Mark II.

Die Sony RX100 VII ist hingegen etwas kleiner, hat den besseren Autofokus und mehr Brennweite. Der bessere Autofokus macht sich vor allem bei Videos und im Serienbild bemerkbar.

200 Millimeter äquivalente Brennweite, pfeilschneller Autofokus und irre schnelle Serienbildgeschwindigkeit. Ohne Frage, das ist ein Punkt für die Sony RX100 VII.

Smartphone-Beispielfotos und was die Nachbearbeitung leistet

Ich habe schon immer gern Bilder exzessiv nachbearbeit, dabei ist es eigentlich ein Vorteil von Smartphones, dass Fotos darin automatisch schon aufwenidg bearbeitet werden und gut aussehen.

Aber es geht heutzutage noch viel mehr. Du kannst starkes Bildrauschen entfernen und sogar verwackelte Fotos retten. Du kannst Bilder vergrößern, Kontraste weiter herausarbeiten und sogar im Nachhinein den Hintergrund unscharf machen.

Für die Nachbearbeitung nutze ich ein Mischung aus Adobe Lightroom CC*, Skylum Luminar Neo* und den Tools DeNoise AI, Sharpen AI und Gigapixel AI* von Topaz Labs.

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So bearbeite ich meine Fotos:

Im Folgenden zeige ich dir ein paar Bilder, wie sie direkt aus dem Smartphone kamen und wie ich sie 2022 nachbearbeitet habe. So siehst du, dass die Kamera heutzutage einen noch viel kleineren Einfluss auf die fertigen Bilder hat, als sie das ohnehin schon hatte. (Stichwort: Der Fotograf macht das Bild, die Kamera ist nur das Werkzeug!)

Bourguiba Mausoleum mit dem Google Pixel 3

Das ist das bearbeitete Foto des Bourguiba Mausoleums in Monastir. Aufgenommen habe ich es 2019 mit einem Google Pixel 3.
Über meine Reise durch Tunesien gibt es übrigens einen eigenen Beitrag.

Aus der Kamera bzw. dem Smartphone, sah es so aus:

Puig Major mit dem Google Pixel 4

Es lässt sich wohl nicht verheimlichen, ich bin ein Fan der Google Pixel Serie. Das folgende Bild habe ich vom Puig Tomir (hier das Video dazu) aufgenommen. Es zeigt den 1445m hohen Puig Major auf Mallorca.

So kam das Bild aus der Kamera:

Rast mit dem Google Pixel 4

Das folgenden Foto ists nichts besonderes, aufgenommen habe ich es bei eine Rast während meiner ersten Wanderung über 40 km. Bei der Bearbeitung siehst du aber schön, dass du sogar einen unscharfen Hintergrund mit der Nachbearbeitung hinzufügen kannst. Gemacht habe ich das mit dem Portät Bokeh von Luminar NEO.

So kam das Bild aus der Kamera:

Herbst mit dem Google Pixel 6

Unschafe Hintergründe gehen aber auch ohen Porträt-Modus und ohne nachträgliche Software-Spielereien mit so großen Sensoren wie dem des Pixel 6 auch so. Zumindest dann, wenn du recht nah ans Motiv herangehst.

Out of Smartphone sieht das Foto so aus:

Meine Meinung

Diesen Teil habe ich 2022 komplett neu geschrieben, auch wenn ich in den Jahren zuvor schon ähnlich gedacht habe.

Wichtig bei der genzen Betrachtungsweise ist, dass das Smartphone eine Immer-dabei-Kamera ist, mit vielen Vorteilen aber eben auch mit ein paar Nachteilen.
Je nach Einsatzgebiet kann ein Smartphone aber tatsächlich so gut sein, dass es mehr als ausreichend ist. Vor allem dann, wenn die Ergebnisse nicht exorbitant groß betrachtet werden und die Motive nicht aus extremen Situationen wie bspw. extrem lange Brennweiten, bewegte Motive bei wenig Licht, Makro usw. … kommen.

Kurz: Moderne Smartphones decken den Bedarf von Otto-Normalverbraucher heutzutage ausreichend ab. Du wirst diesen Beitrag aber sicherlicht nicht lesen, wenn dich die Fotografie nicht mehr interessieren würde, wie den durschnittlichen Smartphone-Fotografen. Und genau hier musst du dir eben überlegen, was du wie fotografieren willst.

Ich sehe das Smartphone in der Zwischenzeit als ganz normale Kamera an, die auch für mich in vielen Situationen ausreichend ist. Aber eben nicht immer. Wie oben schon erwähnt sind das Sonnensterne, ein kontroliertere Verlauf der Unschärfe und generell besser freigestellte Motive. Aber auch für sehr lange Brennweiten, muss ich auch im Jahr 2022 noch zu einer anderen Kamera greifen. Allerdings verlassen wir spätestens hier das Metier der Immer-dabei-Kamera.

Kurz: Das Smartphone hat als Kamera seine Berechtigung, eine gute Kompaktkamera aber genauso wie eine große Vollformatkamera mit Wechselobjektiven.