Es ist Dienstag, kurz nach 10 Uhr, als ich die Treppe des S-Bahnhofs Pichelsberg hinaufsteige. Ich habe Glück, die Sonne scheint und es schickt sich an, ein warmer Tag im März zu werden.

Perfektes Wanderwetter!

… und trotzdem werde ich an diesem Tag den Havelhöhenweg fast für mich allein haben. Irre!

In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf die komplette Strecke – mit allen Highlights, den wichtigsten Fakten, Tipps zu Anreise, Einkehr und Baden, den häufigsten Fragen und einem kleinen Update aus dem Jahr 2026.

Die wichtigsten Fakten zum Havelhöhenweg

Merkmal Angabe
Strecke (meine Route) ca. 16 km – der offiziell markierte Havelhöhenweg ist ~10 km
Dauer ca. 3 Stunden reine Gehzeit (mit Pausen & Turm-Abstecher ein schöner Tagesausflug)
Höhenmeter ca. 165 m bergauf / 185 m bergab
Schwierigkeit leicht bis moderat – für Berlin aber überraschend viele Treppen
Start / Ziel S-Bahnhof Pichelsberg (S3, S9) → S-Bahnhof Nikolassee (S1, S7)
Höchster / tiefster Punkt ca. 75 m (Grunewaldturm) / ca. 30 m (Havelufer)
Untergrund überwiegend Waldboden, viele Treppen, teils Wurzeln
Wegtyp Streckenwanderung (keine Rundtour), gut markiert
Beste Jahreszeit ganzjährig – im Sommer mit Bademöglichkeit

So sieht die komplette Runde auf der Karte aus:

Wie hügelig die Runde für Berliner Verhältnisse wirklich ist, zeigt das Höhenprofil am besten:

Zur Planung und zum Tracking meiner Wanderungen nutze ich die App komoot. Meine Route über den Havelhöhenweg kannst du dir direkt schnappen:

Mein Video vom Havelhöhenweg

Die Wanderung über den Havelhöhenweg habe ich damals genutzt, um den 3 m langen Extended Selfie Stick für die Insta360 ONE X2 auszuprobieren. Die 360°-Kamera war 2021 mein ständiger Begleiter – inzwischen ist die Insta360 X5 aktuell, die ich dir in einem eigenen Test ausführlich vorstelle. Hier aber erst einmal das Video vom Weg:

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Das „alpine Berlin" – warum der Weg so besonders ist

Was den Havelhöhenweg von den meisten Berliner Wegen unterscheidet, ist das ständige Auf und Ab. Über die Havelberge geht es immer wieder rauf und runter, mal über Treppen, mal über wurzelige Pfade – für flaches Berlin fühlt sich das fast schon alpin an. Genau deshalb zähle ich ihn zu meinem „alpinen Berlin“. Wer auf den Geschmack kommt: Der Weg lässt sich gut zu längeren, ähnlich hügeligen Runden erweitern – dazu unten mehr.

Die Wanderroute über den Havelhöhenweg

Du hast es oben schon gelesen: Meine Wanderung startet am S-Bahnhof Pichelsberg (S3 & S9) und endet am S-Bahnhof Nikolassee (S1 & S7). Tatsächlich musst du von S-Pichelsberg die Heerstraße und die Havelchaussee noch ein Stück entlanglaufen, bis der eigentliche Havelhöhenweg startet – aber das ist egal. Sobald du an der Havel bist, ist es einfach nur schön. Ganz am Anfang, kurz hinter der Stößenseebrücke, gibt es auch schon einen ersten Anstieg zum Aussichtspunkt Rupenhorn.

Richtig los geht es mit dem Havelhöhenweg erst beim Seehotel Grunewald (Straße am Schildhorn). Solltest du mit dem Auto anreisen, kannst du dort auch parken, mit dem Bus kannst du bis zur Haltestelle Schildhorn fahren. Aber wie gesagt, ich würde S-Pichelsberg als Ausgangspunkt nehmen.

Bist du am Ausgangspunkt, verlässt du den gut ausgebauten Weg und gehst hinter der Hinweistafel zum Havelhöhenweg links die Treppe in den Wald hoch. Von nun an wechseln sich Passagen mit Treppen, An- und Abstiegen in den Havelbergen mit Uferwegen entlang der Havel ab. Immer wieder finden sich Bänke für eine Rast und um die grandiose Aussicht zu genießen.

Sitzbank Havelhöhenweg
Sitzbänke mit grandioser Kulisse findest du immer wieder entlang des Wanderweges.

Der Weg ist gut ausgeschildert, mangels alternativer Wege aber auch so kaum zu verfehlen. Der Untergrund ist in der Regel Waldboden und wie gesagt gibt es für Berlin viele Treppen, teilweise musst du auch über Wurzeln klettern. Hier und da habe ich Schilder gesehen für alternative, barrierefreie Umfahrungen. Ob das für die ganze Wanderung gilt, kann ich aber nicht garantieren.

Wegmarkierung des Havelhöhenwegs (blau-gelb-grün-rotes Zeichen) an einem Baumstamm
An diesem Zeichen erkennst du den Havelhöhenweg – es klebt an Bäumen und Steinen entlang der Strecke.
Havelhöhenweg Barrierefrei
Dieses Zeichen habe ich mehr als einmal gesehen. Trotzdem kann ich dir nicht garantieren, dass der gesamte Weg barrierefrei ist.
Wurzeln auf dem Havelhöhenweg
Manchmal sieht der Weg nämlich auch so aus …
Treppen Havelhöhenweg
Und Treppen gibt es auch immer wieder.
Mountainbike auf dem Havelhöhenweg
Ich war zu Fuß unterwegs – andere haben es mit dem Mountainbike probiert.

Die Berliner Forsten bitten ausdrücklich darum, den Havelhöhenweg nicht mit dem Mountainbike zu befahren: Die vielen Treppen machen das Rad unpraktisch, und Mountainbiking fördert dort die Erosion.

Die Highlights der Strecke

Damit du weißt, was dich unterwegs erwartet, hier die schönsten Punkte in der Reihenfolge, wie sie kommen:

  • Aussichtspunkt Rupenhorn – der erste Anstieg kurz hinter der Stößenseebrücke, mit einem ersten weiten Blick über die Havel.
  • Schildhorn-Halbinsel & Schildhorn-Denkmal – das Denkmal von 1845 erinnert an die Sage um den Slawenfürsten Jaczo. Schöner Rastplatz mit Einkehr.
  • Insel Lindwerder – eine idyllische kleine Havelinsel, vom Ufer aus ein echtes Postkartenmotiv.
  • Grunewaldturm – das Highlight: 55 m hoch, von 1897–99, mit Aussichtsplattform und Biergarten (dazu unten mehr).
  • Alte Baumbestände & Naturerlebnis-Stationen – entlang des Weges stehen teils über 200 Jahre alte Kiefern und Eichen, dazu Info-Stationen zum Wald.
  • Strandbad Wannsee – kurz vor dem Ziel, das größte Binnen-Strandbad Europas.

Meine Route auf dem Havelhöhenweg

Die animierte Tour hier und das Höhenprofil oben habe ich mit meinem eigenen Tool erstellt, dem Reisezoom GPS Studio – dort gibt’s weitere Infos und den kostenlosen Download.

Ausführliche Informationen über die einzelnen Wegabschnitte findest du außerdem auf berlin.de, wo der Weg in fünf Abschnitte unterteilt ist.

Umweg zum Grunewaldturm

Für eine Rast und einen noch weiteren Ausblick bietet sich der Grunewaldturm an. Um diesen zu erreichen, kannst du entweder den Havelhöhenweg verlassen, bevor es wieder runter ans Ufer geht, und stattdessen etwas an der Havelchaussee entlanglaufen – oder du musst vom Ufer erst hoch auf den Karlsberg und dann dieselbe Strecke wieder zurück. Ich habe mich für die letzte Variante entschieden.

Der Turm selbst wurde zwischen 1897 und 1899 als Kaiser-Wilhelm-Turm erbaut, ist rund 55 m hoch und bietet von der Aussichtsplattform einen herrlichen Blick über Havel und Grunewald. Bis nach oben sind es laut Bezirksamt 204 Stufen; einen Aufzug gibt es nicht. Unten wartet die Einkehr – auch für das leibliche Wohl ist also gesorgt. Öffnungszeiten und Turmzugang würde ich vor dem Abstecher kurz prüfen.

Grunewaldturm
Der Grunewaldturm liegt nicht direkt am Havelhöhenweg. Ein Abstecher ist aber nicht weit und lohnt.

Anreise & Parken

Weil der Havelhöhenweg eine Streckenwanderung ist, empfehle ich klar die Anreise mit den Öffentlichen:

  • Start (Norden): S-Bahnhof Pichelsberg (S3, S9)
  • Ziel (Süden): S-Bahnhof Nikolassee (S1, S7) oder S-Wannsee
  • Unterwegs: Der Bus 218 fährt die Havelchaussee entlang und hält an mehreren Punkten am Weg – ideal, wenn du abkürzen oder erst später einsteigen möchtest.

Mit dem Auto kannst du an der Großen Steinlanke, der Lieper Bucht oder am Schildhorn parken. Der Nachteil: Am Ende musst du per Bus 218 wieder zurück zum Auto. Deshalb bleibe ich bei der Bahn.

Einkehr am Weg

Unterwegs gibt es nicht viel – nimm dir also am besten etwas zu trinken und einen Snack mit. Die zwei verlässlichen Anlaufstellen direkt am oder kurz neben dem Weg:

  • Grunewaldturm – Biergarten und Restaurant, ein kurzer Abstecher.
  • Schildhorn – Gaststätte auf der Halbinsel, etwa auf halber Strecke.

Die genauen Öffnungszeiten wechseln je nach Saison – ein kurzer Blick vorher lohnt sich.

Baden an der Havel

Im Sommer wird aus der Wanderung schnell eine kleine Bade-Tour: Entlang der südlichen Unterhavel gibt es mehrere offizielle Badestellen, und kurz vor dem Ziel liegt das Strandbad Wannsee. Pack die Badesachen ein, geh aber nicht irgendwo ins Wasser: Nördlich bis auf Höhe Schildhorn gilt in Teilen der Havel ein Badeverbot. Für die überwachten Badestellen zeigt die Badegewässerkarte des LAGeSo die aktuelle Qualität; gerade nach starkem Regen lohnt der Blick auf die Badeampel.

Schild an der S-Bahn: Pack die Badesachen ein – hier geht's zum Wannsee
Der Weg weist dir sogar den Weg zum Baden – Schild am S-Bahnhof Richtung Strandbad Wannsee.

Längere Varianten: der Havelhöhenweg als Teilstück

Der Havelhöhenweg lässt sich gut mit anderen Ecken im Berliner Westen kombinieren. Zwei längere Runden, die ich selbst gegangen bin und die jeweils nur zum Teil über den Havelhöhenweg führen:

  • Das alpine Berlin (West) – eine rund 23 km lange, überraschend hügelige Runde durch den Berliner Westen, die abschnittsweise auch über den Havelhöhenweg verläuft. Route bei komoot. Mehr zu dieser hügeligen Seite der Stadt gibt es in meinem Beitrag „Über 12 Gipfel um Berlin“.
  • Nikolassee → Olympiapark – rund 19 km ab Nikolassee, ein Stück über den Havelhöhenweg und dann weiter über Teufelsberg zum Olympiapark. Route bei komoot.

Auf der Nikolassee-Runde war ich zuletzt (2026) mit der Insta360 X4 Air unterwegs – warum ich die trotz meiner X5 gern nehme, siehst du in diesem Video:

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Noch unsicher bei Schuhen, Strecke oder Navigation? In meinem Wanderratgeber für Jedermann findest du die Grundlagen ohne Outdoor-Gehabe.

Häufige Fragen zum Havelhöhenweg

Wie lang ist der Havelhöhenweg?

Der offiziell markierte Havelhöhenweg ist rund 10 km lang. Als Streckenwanderung von Bahnhof zu Bahnhof – wie bei mir, inklusive Grunewaldturm – kommst du auf etwa 16 km.

Wie komme ich zum Havelhöhenweg?

Am besten mit der S-Bahn: Start am S-Bahnhof Pichelsberg (S3/S9), Ende am S-Bahnhof Nikolassee (S1/S7). Der Bus 218 hält zusätzlich an mehreren Punkten direkt am Weg.

Wie schwer ist der Havelhöhenweg?

Technisch leicht bis moderat. Anspruchsvoll machen ihn nur die vielen Treppen und Anstiege – für Berliner Verhältnisse ist das ordentlich, echte Bergerfahrung braucht es aber nicht.

Ist der Weg für Kinder oder einen Kinderwagen geeignet?

Mit Kindern ist die Strecke gut machbar, dann eher 4–5 Stunden einplanen. Für Kinderwagen gibt es stellenweise flachere Schotter- und Uferwege als Alternative zu den Treppen – durchgängig barrierefrei ist der Weg aber nicht.

Kann man unterwegs einkehren?

Ja, am Grunewaldturm und am Schildhorn. Ansonsten ist wenig – Verpflegung mitnehmen.

Fazit – absolute Empfehlung!

Für mich ist der Havelhöhenweg einer der schönsten Wanderwege in Berlin und Brandenburg. Teilweise fühlte ich mich sogar an meine Wanderungen auf Mallorca (Video) erinnert. Was aber auch daran liegen kann, dass ich nach einem Jahr Corona etwas anspruchsloser geworden bin 🙂 Nee, im Ernst: Die hügelige Landschaft und der ständige Ausblick auf die Havel sind einfach bildschön.

Absolute Empfehlung!

Den Havelhöhenweg habe ich übrigens im Rahmen meiner 1000km Wander-Challenge erwandert. Wenn du noch mehr hügelige Touren rund um Berlin suchst, wirst du in meinem Beitrag „Über 12 Gipfel um Berlin“ fündig.

Havelhöhenweg Aussicht auf die Havel
Wahnsinn, diese Aussicht auf die Havel.
Aussicht Havelhöhenweg
Einfach schön!

Meine Kamera für solche Touren

Für Wanderungen wie diese ist die Insta360 X5 meine erste Wahl – alleine filmen ohne Kameramann, alles rundum im Kasten, und danach den besten Blickwinkel aussuchen. Alle Details, Einstellungen und Praxis-Tipps findest du in meinem oben verlinkten X5-Test. Wenn du mit dem Gedanken spielst, aktuell das Angebot dazu: