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Sony DSC-RX10 I in der Praxis – Test & meine Meinung

Die RX10 ist der große Bruder der RX100. Die Betonung liegt eindeutig auf GROSS! Von außen betrachtet haben die beiden Kameras nämlich keine Gemeinsamkeiten.
Ich hatte die Gelegenheit die RX10 zu testen und möchte dir hier meine Eindrücke schildern.

Mein erster Eindruck

»Wow, eine richtige Kamera!« war mein erster Gedanke. Als Besitzer eine Sony Alpha 65 und einer RX100 III (bei Amazon.de*), fühlte ich mich mit der RX10 sofort wohl.
Die Bauform erinnert an eine kleine DSLR, unterstützt wird der Eindruck durch das große und schwere Objektiv.

Sagte ich schwer?
Inklusive Akku und SD-Karte bringt das Schmuckstück 813g auf die Waage. Verglichen mit der Leistung ist das Gewicht absolut in Ordnung.
Immerhin bekommst du ein 24-200mm Objektiv (umgerechnet auf Kleinbild) mit einer durchgehenden Blendenöffnung von f/2.8 und einem 1″ Sensor.

Die Kamera liegt sau gut in der Hand und alle Bedienelemente sind gut zu erreichen.

Als Bonus spendiert Sony ein kleines LCD-Display an der Oberseite. Bravo!

So sieht die Sony DSC-RX10 M1 aus:

Die RX10 im Größenvergleich mit der RX100

Die RX10 im Größenvergleich mit der RX100

von oben

von oben

von hinten

von hinten

Die wichtigsten Daten

Die vollständigen technischen Daten findest du direkt bei Sony.

Sony RX10M1 Technische Daten
Abmessungen (BxHxT)129 x 88.1 x 102.2 mm
Gewicht inkl. Akku und Speicherkarte813g
Sensor1.0-Zoll-Typ Back Illuminated CMOS
Brennweite (KB)24-20mm
Optischer Zoom 8.3fach
Blende f2.8 – f16 konstant
LCD schwenkbarja 90° hoch / 45° runter
Optischer Sucherja
BildprozessorBIONZ X
Zubehörschuhja
Video 1920 x 1080 Full-HD AVCHD (MPEG-4 AVC/H.264)
ND FilterJa automatisch
Wi-Fi & NFCJa
Akkulaufzeit340 Bilder
Preis**815,00€*

** Stand: 01.03.2017

Unterwegs mit der RX10 M1

Ich sagte es schon, bei der RX10 fühlte ich mich sofort wohl. Die Kamera ist ein richtiger Handschmeichler und die 200mm bei f/2.8: wow!
Kleiner Wermutstropfen: Zur gleichen Zeit testete ich die G3X von Canon. Dort bekommst du 600mm im Telebereich. Das vermisste ich manchmal bei der RX10.

Die Sony RX10 ist keine Superzoom-Kamera!

Das will die RX10 auch nicht sein. Stattdessen soll es ein Allrounder (=Bridgekamera) mit überdurchschnittlicher Leistung sein.

Unterwegs hänge ich mir die Kamera um Hals und Schulter, so bin ich bereit für den nächsten Schnappschuss.
Das fühlte sich anfangs komisch an (und sieht voll nach Tourist aus). Nach etwas Gewöhnung, ist aber alles gut.
Meine Alpha 65 ist dafür deutlich zu schwer.

Lieben gelernt habe ich das Zoomen über den vorderen Objektivring. Das geht wie bei einer DSLR, mit dem kleinen Unterschied, dass ein Motor das Objektiv steuert.
Schaltest du auf manuellen Fokus wird das Rad zum Fokussieren benutzt.

Super ist auch der 2. Ring am Objektiv zur Wahl der Blende.
Je nach Vorliebe kannst du wählen, ob der Ring klickert und einrastet oder sich frei drehen lässt. Unterm Strich kommen dieselben Werte raus.
Ich mags ohne Click 🙂
Genial ist das bei Videos. Da kannst du lautlos die Blende während des Filmens ändern.

Videos sind bis jetzt nicht mein Thema. Ich stehe auf Standbilder. Wenn du aber viel mit Video machst, ist die RX10 auf jeden Fall mehr als einen Blick wert. Hier würde ich aber die M2 (bei Amazon.de*) mit in die Auswahl nehmen (4k, Super Slow Motion).

Die Vorteile der Sony DSC-RX10M1

Das Objektiv

Wo gibt’s denn sowas? 24mm Weitwinkel und 200mm Tele, durchgehend bei f/2.8
Für dieses Objektiv wurden diese beiden Worte erfunden:

  • universell und
  • lichtstark

Wie oben schon erwähnt, hat das Objektiv 2 Drehräder, was das Handling einfach und angenehm macht.

Mit dem 62mm Filtergewinde unterstreicht Sony den ambitionierten Ansatz.

Der Sensor

Es handelt sich um einen 1″ Sony EXMOR R Sensor. Genau der steckt auch in meiner RX100 III. Der Sensor ist gut. Das weiß ich aus Erfahrung und das sagen auch Tests verschiedener Pixelpeeper.
Damit hat die RX10 einen größeren Sensor als die meisten Bridgekameras.

Größe und Gewicht

Die Kamera ist nicht klein und nicht leicht.
Leistung und Handling rechtfertigen aber beides.

Sucher

Ob du einen Sucher brauchst oder nicht, ist Geschmackssache.
Ich finde einen Sucher absolut notwendig und finde den elektronischen Sucher der RX10 super.
Warum?

  1. Du kannst auch bei grellem Licht dein Motiv optimal erkennen.
  2. Fotografieren mit dem Sucher ist »direkter« als mit dem Display. Du siehst dein Motiv, die Infos der Kamera und sonst nichts.
  3. Du kannst die Kamera ruhiger halten.
  4. Du kannst das Bild hinterher kontrollieren ohne störende Reflexionen.

Laden per USB

Bevor ich die RX100 III mein Eigen nennen durfte, war mir dieser Vorteil gar nicht bewusst. Zwischenzeitlich will ich nichts anderes mehr.
Es ist total angenehm, die Kamera an das Ladegerät des Smartphones zu stöpsel. Akku rausfummeln entfällt!
Die Kamera lässt sich auch im Auto laden oder mit einem externen Powerpack.

Separates Fach für SD-Karte

Bei der RX100 und bei der Canon G3x geht die Schnellwechselplatte meines Stativs über das Fach mit der SD-Karte. Das nervt!
Die RX10 hat seitlich ein extra Fach für die Speicherkarte. Luxus!

Klappbares Display

Zwischenzeitlich sollte ein klappbares Display Standard sein. Das Display der RX10 kannst du 90° nach oben und 45° nach unten klappen. Das reicht!
Einen Selfie-Modus (180° nach oben) gibt es nicht. Damit kann ich leben.

Bei 90° nach oben geklapptem Display ist der Sucher im Weg, so dass du nicht alles auf dem Display siehst.
Wenn du von weit unten Fotografieren willst ist das manchmal blöd, aber man kann eben nicht alles haben.

Anzeigefeld oben

Das Feld ist purer Luxus, es zeigt nichts an, was du nicht auch auf dem Display oder im Sucher sehen könntest.
Aber Luxus ist toll!

Das Anzeigefeld

Das Anzeigefeld

Automatischer ND-Filter

Du kannst mit der RX10 zwar bis zu 1/ 3200s belichten, aber es gibt genug Situationen, in denen das nicht reicht.
Außerdem ist die kürzeste Belichtungszeit bei f2.8 nur 1/1600s.
Hier kommt der automatische ND-Filter ins Spiel.

Selbstverständlich kannst du den ND-Filter auch manuell steuern.

Die Nachteile der RX10 I

Kein Touchscreen

Ich verstehe nicht, wieso Sony seine Kameras ohne Touchscreen ausliefert. Die Bedienung ist problemlos ohne möglich. Aber das Setzten des Fokuspunktes ist mit einem Touchscreen viel einfacher.

Kein GPS

Ich bin viel unterwegs. Da ist es super, wenn die Bilder sofort mit GPS-Koordinaten getagget werden. Leider kann die RX10 das nicht.
Wenn du das willst, musst du über Umwege gehen. Es gibt externe GPS-Logger, oder du nimmst dein Smartphone.

Ist die RX10 I etwas für dich? Mein Fazit

Die RX10 ist eine Klasse für sich. Es ist keine klassische Reisekamera, keine Superzoomkamera, keine Kompaktkamera und keine Systemkamera.

Die RX10 ist ein gelungener Kompromiss aus allem.

Die RX10 ist eine Edel-Bridgekamera!

Willst du dir eine DSLR/DSLM kaufen, hast aber nicht vor in gute Objektive zu investieren? Dann ist die RX10 die bessere Wahl!

Hast du an deiner Systemkamera eh nur ein klassisches Reisezoom und wechselst das Objektiv nie? Dann ist die RX10 super!

Du willst Videos drehen und kannst auf 4k verzichten? Die RX10 ist besser als die meisten Camcorder.
Bei Videos lohnt sich allerdings der Blick zur RX10 MK2!

Unterschiede zwischen RX10 MK1 und RX10 MK 2

Ich möchte diesen Beitrag nicht zum ultimativen MK1 vs. MK2 Artikel aufblähen, deshalb halte ich mich kurz.
Von außen ist alles beim Alten geblieben.
Im Inneren hat die RX10 MK2 einen, schnelleren Sensor erhalten. Damit ist eine Verschlusszeit von 1/ 32.000s möglich. Zudem steigt die Serienbildgeschwindigkeit auf 14 Bilder/sek.
Die Größte Neuerungen gibt es im Bereich Video:
Die RX10 MK2 nimmt intern bis zu 30min 4k Videos auf und kann Super Slow Motion Videos mit bis zu 1000 Bilder/sek drehen.

Ach… der Preis ist auch neu: 1335,00*

Für die RX10 II gibt es übrigens einen eigenen Testbericht.

Ein paar Bilder

Ich bin mir sicher, dass du wissen willst, was mit der RX10 alles geht. Hier ein paar Beispielbilder. Es geht viel!

Und du?

Was denkst du über die RX10? Hast du eine? Kennst du ähnliche Kameras?

Sony stellte mir die Kamera für den Test kostenlos zur Verfügung.


Bist du zum ersten Mal auf meinem Blog? Hier erkläre ich dir, worum es bei Reisezoom.com geht.
Gefallen dir meine Fotos? Hier stelle ich dir meine aktuelle Fotoausrüstung vor.

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13 Kommentare zu “Sony DSC-RX10 I in der Praxis – Test & meine Meinung

  1. Stefan

    Klasse Artikel Marc! Die RX10 habe ich schon öfters mal im Laden in der Hand gehabt. Schwer ist die auf jeden Fall.
    Wie schlägt sich denn die Kamera im Dunklen bei 200mm?

    1. Marc

      Hi Stefan, danke!
      Von der Bildqualität ist gefühlt alles einen Ticken besser als bei der RX100. Vermutlich gibt das Objektiv der RX10 mehr her.
      Im Dunkeln… gute Frage. Mir fällt gerade auf, dass ich das gar nicht intensiv getestet habe 🙂
      Der Autofokus steigt aber einer gewissen Entfernung halt aus, aber das ist verständlich. Ansonsten ist mir nichts besonderes aufgefallen.

      Liebe Grüße,
      Marc

  2. Isa

    Super interessantes Review 🙂
    Die Kamera muss ich mir mal anschauen, hört sich echt gut an, auch wenn ich jetzzt dafür nicht das Geld habe, aber schauen kann man ja immer mal 😉

    Viele Grüße, Isa

    1. Marc

      Danke, Isa!
      Mach das, dann hast du vielleicht ein Ziel auf das du sparen kannst.
      Mein Schwiegervater überlegt auch, ob er seine DSLR gegen eine RX10 tauschen soll 🙂

      Liebe Grüße,
      Marc

  3. Alexander miller

    Hallo Fotografen ,
    Die Sony rx10m2 ,ist nicht Fish und nicht Fleisch.
    Es ist eine gute Kamera für Hobby Fotografen .
    Sie hat kein Tele,aber sie ist sehr kompakt,und macht qualitative sehr gute Bilder .
    Es ist eine teuerer alraund Kamera .
    Für diesen Preis bekommt man eine sehr gute System Kamera die weit besser ist.

    1. Marc

      Hi Alexander,

      der Preis der M2 ist wirklich abartig, da gebe ich dir recht. Fotografen, die keine Ambitionen haben Videos in 4k zu machen, sollten meiner Meinung nach auch zur M1 greifen. Hier sieht das Preis/Leistungs-Verhältnis dann ganz anders aus.

      Liebe Grüße,
      Marc

  4. Pingback: Welche Systemkamera für Reisen in 2016? Stärken und Schwächen nach Objektiv-Mount

  5. Horst-Dieter Kunz

    Ich benutze die Sony RX10 als universelle Reisekamera.
    Papier-Vergrößerungen auf 50 x 75 cm sind absolut scharf und detailreich ohne jedwede Einschränkungen.
    Auch die Nachtszenen kommen hervorragend zum Ausdruck.

    Ich finde: es ist eine tolle Kamera.

    1. Marc Autor des Beitrags

      Jupp, es ist definitiv eine tolle Kamera.
      Ich habe hier sogar ein Bild 80 x 60 cm und ISO 1600 – allerdings mit der RX100 III geschossen. Aber bist auf das Objektiv ist es ja dieselbe Technik.

  6. alex

    Hallo Marc,

    habe die a77ii mit 16-50mm und 70-300G Objektiven. Soweit sogut, aber das ständige schleppen und wechseln nervt schonmal. Wie ist deine Einschätzung zu Canon G3 bzw Sony RX10i? Lohnt sich der Umstieg? Im Telebereich bin ich mit der a77ii klar besser dran (durch den 2x Converter sogar 900mm). Oder das 16-50 Objektiv verkaufen und eine zweite Kompakte dazu holen? Ist die Bildqualität zu a77ii gering, das sich die Anschaffung lohnt? Auf starke Unterschiede in der Bildqualität, würde ich nicht wechseln wollen? Brauche natürlich eine gute Kamera für meine Kinder 😉

    Gruß

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Alex,

      phu … an sich hast du eine top Kamera mit super Objektiven. Dagegen kommt eine RX10 und eine G3x schon gar nicht an.
      Ist halt die Frage was du willst? Bei dieser Kombi würde ich dir eher zu einem Reisezoom-Objektiv raten, damit deckst du das meiste ab und kannst bei Bedarf immer noch auf das lichtstärkere 16-50er oder das längere 70-300er wechseln.
      Ich habe das 18-135er (bei Amazon.de) und bin damit glücklich.

      Viele Grüße
      Marc

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