Fotografieren mit der Sony SLT Alpha 77 II – ein Praxistest

Ich vermutete schon lange, dass die Sony ILCA-77M2, die richtige Kamera für mich ist. Jetzt konnte ich mich durchringen und das APS-C A-Mount-Flaggschiff aus dem Hause Sony testen.

Meine kurze Videovorstellung der Alpha 77 II

Das Bild anklicken, das Video öffnet sich dann direkt bei YouTube!

Mein erster Eindruck

»Mann, ist die schwer!«
Die Kamera kam mit dem grandiosen SAL1655 f/2.8 Objektiv und beides zusammen ist nicht leicht und nicht billig. Aber saugut!
Ich merkte sofort, dass ich eine hochwertige Kamera-Objektiv-Kombination in der Hand halte, die auch gehobene Ansprüche befriedigt.
Optisch und haptisch ist die Kamera gelungen – viele Knöpfe, 2 Drehräder und ein Schulterdisplay runden diesen Eindruck ab.

Mein zweiter Eindruck

»Mann, ist die schnell!«
Unglaublich – echt jetzt! Die 77M2 fokussiert und löst super schnell aus. Ganz egal, ob du nur ein einzelnes Bild machst oder mit 12 Bilder / Sek. rumballerst.
Fotografieren mit der Kamera macht richtig Spaß und die Bilder sind super!

Nachdem ich die ersten Eindrücke verdaut hatte, packte ich die Kamera ein und zog los, um sie in der Praxis zu testen.
Ich war mit ihr im Tier- und Freizeitpark Germendorf, war hier in der Gegend unterwegs, bei der Tour de Berlin und hatte das Glück, dass Freunde von mir während meines Testzeitraums heirateten. Eine Hochzeit – ideal, um die Kamera zu testen!

Die Sony SLT-a77II im Praxistest

Ich fotografiere sonst mit einer (alten) Sony a65 und einer RX100 III, ich kenne mich mit Sony also aus. Die schiere Menge an Knöpfen und Drehrädern überforderte mich allerdings etwas.
Die Zeit war einfach zu kurz, um mich an alles zu gewöhnen. Aber es ist absolut genial, dass du bei der a77 M2 so vieles direkt einstellen kannst, ohne ins Menü gehen zu müssen.
Apropos Menü: Das Fn-Menü kannst du frei konfigurieren, so hast du auch die Dinge direkt griffbereit, die nicht einem Knopf zugewiesen sind.

Auf das Drehrad auf der Rückseite legte ich mir die Belichtungskorrektur, so konnte ich bei Blendenpriorität mit dem vorderen Drehrad die Blende einstellen und mit dem hinteren die Belichtung anpassen. Das ist genial, geht schnell und einfach.

Der Joystick zur Auswahl des Fokusbereichs brachte mich jedoch zur Verzweiflung. Sorry Sony, aber das ist ein fummeliger Mist! Warum kann das nicht ein normaler 4-Wege-Schalter sein?
Was bringen mir 79 Fokuspunkte, wenn ich sie nicht schnell auswählen kann!? Vielleicht habe ich je verkrüppelte Finger (war mir bis jetzt nicht bewusst!) oder ich bin zu grobmotorisch. Das Ding geht gar nicht!
Vielleicht gewöhnt man sich irgendwann daran – ich habe es in 2 Wochen nicht geschafft.

Immerhin funktioniert die Gesichtserkenung sehr gut (es gibt auch einen Eye-AF), so dass du selten manuell eingreifen musst, wenn du Personen fotografierst.

Gut gefällt mir auch Lock-on-AF. Das ist die Objektverfolgung. Dank der vielen Fokusfelder und des schnellen Autofokuses kann man damit richtig was anfangen.

Viel mehr testete ich nicht, aber da die Kamera schon 2 Jahre auf dem Markt ist, findest du im Netz viele Beiträge zu ihr.

Sony SLT-a77 Mark 2: Mein Fazit

Erwartungsgemäß übertrifft die a77 II meine a65 in fast allen Punkten.

Spätestens ab ISO 800 zieht die Bildqualität der a77ii auch an den Fotos meiner alten Alpha vorbei. Hohe ISO-Werte sind generell nicht die Stärke der SLT-Kameras, aber die 77 II liefert bis zu ISO 6400 für mich halbwegs brauchbare Ergebnisse. Das sind Werte, die bei meinem Stil zu fotografieren, praktisch nie notwendig sind.

Eigentlich ist die Alpha 77 M2 die ideale Kamera für mich. Den Joystick finde ich allerdings so fummelig, dass ich darüber noch eine Weile nachdenken muss. Den Fokuspunkt manuell zu setzen, ist oft wichtig, aber es muss einfach und schnell gehen. In diesem Punkt sind die 77II und ich leider nicht kompatibel.

Bist du an einer ILCA-77M2 interessiert? Glückwunsch, du hast eine wirklich saugute Kamera im Auge. Probiere aber vor dem Kauf, ob du mit dem Joystick klarkommst.

Hier kommst du zum aktuellen Angebot bei Amazon.de*


Konnte ich dir helfen und du willst mich unterstützen? Dann spendiere mir doch einfach einen Kaffee! Vielen Dank!

Bist du zum ersten Mal auf meinem Blog? Hier erkläre ich dir, worum es bei Reisezoom.com geht.
Gefallen dir meine Fotos? Hier stelle ich dir meine aktuelle Fotoausrüstung vor.

Abonniere meinen Newsletter und meinen RSS-Feed, damit du auf dem Laufenden bleibst.

12 Kommentare zu “Fotografieren mit der Sony SLT Alpha 77 II – ein Praxistest

  1. Sylvi

    Hej Marc,

    ich besitze die Sony Alpha 77 II nun seit November und würde sie herunterfallen und nicht mehr funktionieren, würde ich sie mir glatt wieder kaufen.
    Stimmt … der Joystick war schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt.

    Lieben Gruß
    Sylvi

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Sylvi,

      ja, das kann ich verstehen. Die Kamera macht wirklich super Bilder und wahnsinnig viel Spaß! Ich habe jetzt die A68 hier, die hat hinten ein Drehrad mit eingebautem Kippschalter, wie bei der RX100 III, damit komm ich 100x besser klar als mit dem Fummel-Joystick. Leider hat die 68 ein paar andere Schwächen, aber die Bilder stehen denen der 77 II in nichts nach (wie auch, ist ja dieselbe Technik!) 🙂

      Liebe Grüße,
      Marc

      1. Sylvi

        Hej Marc,

        als ich im letzten Jahr las, dass die A 68 herauskommt, hatte ich auch erwogen, sie mir zuzulegen. 250 Euro Preisunterschied ist eine Überlegung wert. Für mich waren beispielsweise die Serienbildgeschwindigkeit und das dreh- und schwenkbare Display u. a. ausschlaggebend, mir dann doch lieber die 77 II zuzulegen. Ist das Gehäuse der 68 ebenfalls staub- und spritzwassergeschützt? Den Sprung von meiner Vorgängerkamera A 58 zur 68 fand ich nach meinem damaligen Kenntnisstand dann doch zu geringfügig. Die Bildqualität der 58 ist ja auch schon toll.
        Dass die 68er mit 79-Punkt-Autofokus und 24 Megapixel ausgestattet sein wird, war mir Ende letzten Jahres noch nicht bekannt.
        Aber ganz ehrlich – der Preis für die Alpha 77 II (ich habe für das Gehäuse damals ca. 885 Euro bezahlt) ist doch wirklich ein Witz im Vergleich zur Alpha 7er Serie und zu der Alpha 6300, oder? 🙂

        Lieben Gruß
        Sylvi

        1. Marc Autor des Beitrags

          Nein, die A68 ist nicht abgedichtet und fühlt sich auch ziemlich nach Plastik an. Mein a65 ist aber auch nicht abgedichtet und hat schon einiges hinter sich … von daher finde ich das nicht ganz so schlimm. Das Display und die eingeschränkte Bewegung davon sind aber wirklich ein Grund die 77 II zu wählen. Aber mal sehen, ich teste noch, ich hatte noch nicht so viel Zeit dafür.

          Beim Preis würde ich die 77 II eher mit der a6000 vergleichen, da steht sie dann schon nicht mehr so gut da. Dafür hat man aber eine große Auswahl an A-Mount-Objektiven und muss nicht mit Adaptern rumfummeln.
          Aber ja, beim Preis/Leistungsvergleich mit anderen Kameras auch von Nikon und Canon muss sich die Alpha 77 II auf keinen Fall verstecken.

          Liebe Grüße,
          Marc

  2. Jürgen Hildebrandt

    Hallo Marc!
    Deine Meinung über die Sony Alpha 77 II kann ich in allen Punkten bestätigen, denn Ich hatte sie auch und zwar betrieb ich sie mit dem Sony 18-135mm Objektiv. Als ich dann Nachtaufnahmen aus der Hand an der Hafenkante machen wollte, setzte mir das Objektiv dann doch seine Grenzen. Ergo machte ich auf die Suche nach einem besonders lichtstarken Objektiv im Bereich 17-50 / 17-70mm. Im Festbrennweitenbereich kein Problem, aber ich wollte ja auch ein wenig Zoom haben.
    Als ich bei meinen Nachtaufnahmeversuchen aus der Hand war, stand neben mir einer mit der Canon G5X.
    Der schoss mit dieser kleinen Knipse, die einen 1 Zoll Sensor hat, problemlos tolle Fotos! F1.8 -2.8 !!!
    Wir verglichen seine mit meinen Fotos. Um es abzukürzen: Statt weiter nach einem Objektiv für meine A77 II zu suchen, kaufte ich mir einfach die Canon G5X. Da auch sie ein Zoomobjektiv von 24-100mm hat, der mir eigentlich reicht, verkaufte ich meine A77 II. Jetzt laufe ich nicht mehr mit einer über 1, 2 Kg schweren SLR durch die Gegend, sondern mit einer jackentaschenfreundlichen Kompakten, die mir gut Aufnahmen auch bei sehr schlechten Licht macht, die ein Display mit Touchfunktion zur Fokusbestimmung hat, das wie bei der A77 II auch klapp- und schwenkbar ist.
    Du solltest sie mal testen!
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Jürgen,

      die G5X kenne ich sehr gut, ich hatte sie sogar schon zum Testen hier. Du hast recht, mit den 1 Zoll Kameras kann man wirklich wahnsinnig gute Bilder machen, die denen einer DSLR meist das Wasser reichen können. Aber eben nicht immer.
      Ich selbst habe eine RX100 III (selber Sensor wie die G5X) und mache einen Großteil meiner Bilder damit, aber es gibt eben Situationen, bei denen die kleinen nicht mehr mitkommen. Bspw. wenn du mehr oder weniger Brennweite brauchst, wenn du schnell zoomen willst, bei Makros und bei Fotos wo du das letzte Quäntchen an Dynamik brauchst.
      Für mich haben auch die „großen“ Kameras noch ihre Daseinsberechtigung.

      Viele Grüße,
      Marc

  3. Frank Zirnstein

    Hallo Marc,
    ich habe mir im Sommer auch die A77II gekauft, nachdem ich vorher die A58 hatte. Ich war mir nicht ganz schlüssig ob es eine gute Idee ist, nochmal eine A-Mount Kamera zu kaufen. es gehen ja so Gerüchte um dass das Bajonett irgendwann stirbt, Du kennst das bestimmt. Allerdings hatte ich ja ein paar Objektive, die ich gern weiter nutzen wollte.
    Als dann die A68 auf dem Markt kam, wurden meine Zweifel diesbezüglich aber weitgehend zerstreut. Die A68 bot mir aber etwas zu wenig Mehrwert zur A58, besonders Sucher und Display waren ja gleich geblieben usw.

    Die A77II ist schon eine tolle Kamera, Sucher und Display lösen hoch auf, der AF ist (wenn man das recht komplizierte System einmal kapiert hat) der Hammer und in Sachen Bildperformance und Abbildungsleistung gewinnt man auch nochmal ein ganzes Stück dazu.
    Du hast aber recht, der Joystick ist mal richtig doof. Man landet garantiert irgendwo anders im Menü als man eigentlich vor hatte wenn man nicht ganz exakt damit navigiert.
    Insgesamt war mir die Kamera dann aber doch zu gut und ich habe mich entschieden, mich irgendwie mit dem fummligen Ding zu arrangieren. Inzwischen haben wir uns ganz gut angefreundet. 🙂
    Übrigens hat die brandneue A99II den selben Joystick bekommen. Auch wieder eine neue A-Mount Kamera. Soviel dann zum Tod des A-Bajonetts 🙂

    Viele Grüße
    Frank

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Frank,

      ja, ich glaub der A-Mount lebt noch eine ganze Weile weiter. Und eigentlich sollten doch alle froh sein, dass nicht jedes Jahr ein Nachfolger vorgestellt wird und damit die frisch gekauften Vorgänger nichts mehr Wert sind! Aber heutzutage muss scheinbar ständig etwas neues kommen, damit man im Gespräch bleibt … sonst ist man tot. Nun ja 🙂

      Freut mich, dass du dich mit dem Joystick angefreundet hast. Mir ist es echt ein Rätsel, warum dieses Teil verbaut wird. Der Steuerring wie es ihn bspw. bei der a68 gibt funktioniert viel viel besser …

      Viele Grüße
      Marc

  4. Friedhelm

    Hallo Fotofreunde!
    ich besitze das Vorgängermodell ( A77) und bin damit wirklich sehr zufrieden.
    Als analoger Minoltafotograf kann ich meine Objektive weiter verwenden und mit einem Sony LA4 Adapter auch an meiner A7 Vollformat.
    Die A77 II hat für mich außer dem stabilisiertem Sucherbild (bei Brennweiten bis 600mm wichtig) nicht so große Vorteile das ich wechseln würde.
    Die Kamera habe ich jetzt seit 5 Jahren im Gebrauch und hatte noch keine Reparatur!
    Gruß
    Friedhelm

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Friedhelm,

      genauso muss das sein! Eine Kamera nutzen, bis sie entweder kaputt ist oder man damit definitiv am Ende der Fahnenstange angekommen ist.
      Es muss nicht immer das neueste Modell sein, damit macht man nicht automatisch bessere Bilder.

      Ich selbst habe auch noch eine a65, also der kleine Bruder von deiner a77 und bin damit auch zufrieden.

      Viele Grüße
      Marc

  5. Oliver Schürholz

    Hallo Marc,
    Ich schreibe erst jetzt, da ich mich erst mit der „Digitalen“ befassen wollte.
    Seit Jahren fotografiere ich mit Minolta, so kam es zu einer Entscheidung zwischen a77II und a68.
    Letztendlich ging es zugunsten der a68 aus, was ich NICHT bereue. Klar wäre es super wenn man zb die Apps benutzen könnte oder WiFi hätte.
    Doch bessere Fotos macht „man“ durch solche Dinge nicht.
    Dazu kommt das man viele Unterschiede doch nur auf dem Papier sieht, die in der Praxis nicht oder nur zu geringem Masse auffallen.
    Liebe grüße, Olli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Danke für deinen Kommentar! Klickst du auf den "Kommentar abschicken"-Button, erlaubst du mir, die von dir eingegeben Daten mit dem aktuellen Datum + Uhrzeit zu speichern. Deine IP-Adresse wird nicht gespeichert. Weitere Infos findest du in meiner Datenschutzerklärung.