Fototipp 39: Fotografieren im Herbst – Tipps für Motive & Technik

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Fotografierst du gerne draußen? Willkommen im Herbst: Der Jahreszeit mit dem besten Licht!

Morgens, wenn du aufstehst, ist es noch dunkel. Gehst du vor die Tür, ist es kalt, der erste Frost. Der Winter kündigt sich an.
Kurze Tage, kein Freibadwetter und das Ende der Grillsaison. Das sind einige der Nachteile des Herbsts.

Auf der anderen Seite gibt es aber wahnsinnig schöne Tage. Goldene Blätter im Sonnenschein, langgezogene Schatten, klare Sonnenuntergänge und grandioses Licht!

Das Licht im Herbst

Die Sonne steht im Herbst viel tiefer, dadurch wird das Licht weicher, Gegenstände werfen längere Schatten, die Umgebung wird plastischer.

Das beste Licht hast du auch im Herbst rund um Sonnenauf- und untergang. Allerdings ist die Zeitspanne deutlich länger. Während es im Sommer oft nur wenige Minuten mit optimalen Lichtverhältnissen sind, können daraus im Herbst 2-3 Stunden werden.

Selbst um die Mittagszeit kann das Licht noch brauchbar sein.

Aber nicht nur bei Sonnenschein liefert dir der Herbst fotogenes Licht. Bei Bewölkung entsteht oft ein ganz besonders diffuses, weiches Licht.

Weitere Vorteile:
Morgens gibt es oft Nebel. Im Zusammenspiel mit der flachen Sonne genial!

Abends hingegen ist die Luft meist klar und du kannst schöne Sonnenuntergänge fotografieren.

Was du im Herbst fotografieren kannst

Ich fotografiere zu 99% draußen, das solltest du im Herbst auch machen!
Fotografieren kannst du, was dir gefällt.

In der Regel geht es ab ende September los. Richtig gut wird es im goldenen Oktober, aber auch der November bietet viele tolle Motive.

Wechsle bei deinen Bildern ab. Zeige mal das ganze Bild, ein anderes Mal nur Details.

Passe bei der Wahl des Bildausschnittes auf deinen Schatten und den Schatten der Kamera auf. Durch die tiefstehende Sonne ist er schneller im Bild, als du denkst.

Benutze ein Stativ, für das extra Quäntchen an Schärfe. Vergesse dabei nicht, den Bildstabilisator abzuschalten (bei Sony: SteadyShot).

Nutze folgende Grundeinstellungen an deiner Kamera:

Beispiele für Fotos im Herbst

Bäume und Blätter

Der Klassiker im Herbst sind die bunten Blätter, entweder an den Bäumen oder auf dem Boden.
Suche nach Kontrasten. Verschiedene Bäume haben unterschiedliche Farben!

Bei Landschaftsaufnahme stelle ich die Blende in der Regel auf Werte im mittleren Bereich des Objektivs.
Reicht dir das Licht nicht, kannst du die Blende weiter öffnen und auf einen weiterentfernten Punkt fokussieren. Achte dabei auf die hyperfokale Distanz.

Belichte bei Wind eher kurz, sonst wirken Bäume und Blätter unscharf. Zur Not erhöhst du die ISO-Empfindlichkeit.

Die Farbenpracht im Herbst

Die Farbenpracht im Herbst

Bunte Blätter im Herbst

Bunte Blätter im Herbst

Die verschiedenen Farben im Herbst

Die verschiedenen Farben im Herbst

Achte bei Blättern am Boden auf Details. Bspw. hat bei diesem Bild die Sonne direkt von hinten durch das Blatt gescheint.

Ein Blatt im Sonnenschein

Ein Blatt im Sonnenschein

Öffne die Blende, um das Blatt freizustellen und den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen zu lassen. Beachte dabei aber, dass die Unschärfe nicht zu früh einsetzt. Experimentiere!

Blätter am Straßenrand

Blätter am Straßenrand

Pilze

Herbst ist Pilzzeit. Ich Teile die Begeisterung fürs Pilzesammeln nicht mit meinen Mitmenschen – ich bin eher Jäger, nicht Sammler.
Als Jäger gehe ich auf die Jagd nach Pilzen, um sie mit der Kamera abzuschießen!

Bei Pilzen ist es ähnlich wie bei den Blättern am Boden. Es sind Details, öffne also die Blende.

Fliegenpilze

Fliegenpilze

Nebel

Nebel verleiht der Landschaft einen ganz eigenen Charakter. Mystisch, unheimlich.
Im Herbst findest du morgens oft Bodennebel.

Nutze ein Stativ und stelle die Blende in den mittleren Bereich: Viel Spaß!

Bodennebel

Bodennebel

Christian hat auf travelography.de einen guten Artikel zum Thema „Fotografieren bei Nebel“ geschrieben und ich war letztes Jahr an einem nebligen Tag in Warnemünde unterwegs.

Tau & Frost

Ich sagte es schon, der Winter kündigt sich an. Morgens ist Tau oder gar Frost auf den Feldern und Wiesen.
Mache dich auf den Weg und streife durch die Natur.
Auf kompletten Landschaftsbildern wirst du den Tau nicht zeigen können, konzentriere dich hier mehr auf Details.
Frost hingegen kann die ganze Landschaft anders aussehen lassen. Versuche dein Glück!

Der erste Frost

Der erste Frost

Klare Sonnenauf – und untergänge

Auch wenn es kitschig ist, ich liebe Sonnenuntergänge. Im Gegensatz zum Sonnenaufgang musst du dafür nicht früh aufstehen, es ist wärmer und die Luft ist klarer.

Trotzdem hat beides seine Berechtigung und seinen ganz eigenen Charm.

Willst du Strahlen rund um die Sonne darstellen, musst du die Blende weit schließen.

Wolken und schlechtes Wetter

Der Herbst ist nicht nur für schöne, goldene Tage bekannt. Es ist auch stürmisch, trübe und widerlich!
Ich kann mich bspw. an einen Urlaub in Dänemark erinnern, an dem es jeden Tag regnete.

Trotzdem lohnt es sich, wenn du aus deiner mummeligen Höhle herauskommst und die Kamera am Anschlag hast.

Zum einen ist das Licht bei Bewölkung total anders und vor allem im Herbst absolut genial! Zum anderen kannst du mit Spiegelungen in Pfützen spielen, Regentropfen fotografieren oder einfach nur das widerliche Wetter dokumentieren.

Alles nass

Alles nass

Diffues Licht im Herbst

Diffues Licht im Herbst

Und du?

Was ist deine liebste Jahreszeit für Fotos? Hast du diesen Herbst schon eine Fototour in die Natur unternommen?

Über Fototipp

Fototipp ist eine Artikelserie, in der ich dir regelmäßig einen mehr oder weniger kleinen Tipp für bessere Bilder gebe. Die Serie basiert auf meinen eigenen Erfahrungen und hilft dir dabei, Fehler zu vermeiden und deine Lernkurve zu beschleunigen. Willst du keinen Beitrag verpassen, dann abonniere meinen Newsletter oder meinen RSS-Feed..

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