5 Gründe für Wandern am Wohnort statt Fernreise [+ Tipps]

| Lesezeit ca. sechs Minuten

Fernreisen stehen aktuell ja nicht im besten Licht. Das macht aber nichts, denn Wandern direkt am Wohnort kann eine sehr gute Alternative dazu sein. Auch, wenn es auf den ersten Blick überhaupt nicht so aussieht. Nach der Lektüre dieses Beitrags denkst du vielleicht anders.
Inhalt:

Ich bin übrigens Marc, begeisterter Papa, Blogger, YouTuber, Foto- und Reisefuzzi.
Mehr über mich findest du hier. Und hier findest du meine aktuelle Fotoausrüstung.

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Schreib mir: marc@reisezoom.com

Grund 1: Wandern ist günstiger

Ohne Frage, Fernreisen sind teuer, erst recht wenn du nicht nur alleine, sondern mit Kindern reist.
Wandern kostet hingegen fast gar nichts, erst recht nicht, wenn du direkt an deinem Wohnort startest. Ein Paar gute Schuhe vielleicht und hin und wieder ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Das war’s dann aber auch schon.

Von daher kann das wirklich jeder machen, auch du! Für den Anfang reichen die Schuhe, die du eh schon hast und wenn du einen Rundweg läufst, sparst du dir sogar das Ticket. Als Wanderer sind alle gleich, egal ob reich oder arm.

Klar wächst mit der Zeit der Anspruch, die Touren werden länger, die Ausrüstung umfangreicher. Vielleicht willst du irgendwann unterwegs übernachten und brauchst dafür Rucksack, Zelt, Isomatte und Schlafsack. Aber auch das muss nicht teuer sein und kann zudem oft jahrelang verwendet werden.

Tipp zur Ausrüstung:
Das allerwichtigste sind für dich passende Schuhe und Socken. Vor allem bei längeren Touren.
Ich bin bis jetzt mit Merell Corsslander unterwegs, bin damit aber nicht 100%ig zufrieden, da sie an der Ferse relativ schnell durchscheuern und ich das mit Panzerband flicken muss 🙂
Deshalb bin ich immer noch auf der Suche nach dem passenden Schuh. Aktuell ist das ein Altra Lone Peak 5* mit Lurber Tierra* Socken.

Über Schuhe könnte ich noch ewig philosophieren. Fakt ist: Gerade bei langen Touren müssen Schuhe und Socken zu dir passen. Welche das sind, musst du selbst herausfinden.

Bonus Tipp:
Ziehe Schuhe und Socken während einer Pause aus und lasse sie trocknen (auch die Füße!) das beugt Blasen vor. Ich habe teilweise sogar mehrere Paar Socken auf meinen Wandertouren dabei und manchmal sogar ein 2. Paar Schuhe zum Wechseln. Das sind bei mir Leguano Aktiv Barfußschuhe, so habe ich zur Entspannung ein komplett anderes Gefühl an den Füßen.

Solche Überlegungen werden aber erst bei langen und anstrengenden Touren interessant und wie gesagt, ich experimentiere da selbst noch viel herum.

Ach … und keine Angst, wenn die Polizei kommt, weil du deine Käsefüße kühlst 🙂

Grund 2: Wandern ist umwelt- und klimafreundlich

Das Wort „Fernreisen“ sagt es ja schon. In die Ferne reisen … dafür ist in der Regel viel Energie in Form fossiler Brennstoffe nötig. Aber nicht nur dass, auch der Aufenthalt vor Ort ist je nach Unterkunft alles andere als nachhaltig. Aber klar, möglich ist alles, auch nachhaltiges Fernreisen.

Gehst du an deinem Wohnort Wandern, musst du dir darüber überhaupt keine Gedanken machen. Die Anreise entfällt und Kost und Logi gibt es zu Hause, wie sonst auch.

Tipp:
Nimm einen Müllbeutel mit, so kannst du ganz nebenbei deine Umwelt von Müll säubern, davon gibt es in den Wäldern leider viel zu viel.
Das ist übrigens eine super Möglichkeit, auch Kinder zum Wandern am eigenen Wohnort zu animieren. Mit Müllgreifer* + Müllbeutel ausgerüstet, sind die Kinder durchgehend motiviert und tun sogar Gutes!

Dass du selbst keinen Müll hinterlässt, ist Ehrensache! Ich nehme zur Verpflegung hauptsächlich Äpfel mit, die sind leicht zu transportieren, liefern viel Energie und hinterlassen keinen Müll.
Für Getränke nehme ich aber tatsächlich einfache PET-Flaschen aus dem Supermarkt. Die haben das beste Verhältnis aus Gewicht und Volumen. Zudem mag ich das starke Geblubber … weshalb ich sie selten nur selbst wieder auffülle.

Grund 3: Du lernst die eigene Umgebung ganz neu kennen

Es gibt keine bessere Möglichkeit einen Ort kennenzulernen als zu Fuß. Und glaube mir, auch wenn du dein Leben lang schon an diesem Ort wohnst, wenn du anfängst ihn zu erwandern, wirst du ganz neue Perspektiven entdecken.

Wanderwege gibt es unfassbar viele, ganz bestimmt auch in deiner Nähe. Wenn du anfängst zu wandern, wirst du mehr und mehr Markierungen entdecken die dich immer wieder zu neuen, unbekannten Orten führen werden. Und sobald du etwas im Thema drin bist, werden dir so unfassbar viele Wanderwege in der Region bekannt sein, dass du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst. Bevor ich bewusst losgewandert bin, hatte ich z.B. noch nie vom Alpinen Berlin gehört, auch noch nicht vom unfassbar schönen Havelhöhenweg und auch nichts von den 20 grünen Hauptwegen durch Berlin.

Tipp:
Ein Einstieg in die Welt der deutschen Wanderwege ist die Seite Wanderbares Deutschland.
Tatsächlich brauchst du aber gar keine offiziellen Wanderwege. Ich nutze die App komoot, um Wanderungen zu planen. Ob diese dann auf offiziellen Wanderwegen verlaufen oder nicht, ist mir egal. Die allermeisten meiner Wanderungen sind frei Schnauze geplant und das ist super.

Auf dieser Karte siehst du alle meine Wanderungen seit Anfang 2021. Auch wenn es im Norden Berlins (rund um meinen Wohnort) recht eng wird, siehst du nach dem hineinzoomen wie viele Wege ich noch nicht gegangen bin. Es gibt so unfassbar viele!

OpenStreetMap

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Wenn du gern in Gruppen wanderst, kannst du dich auch nach einer Wandergruppe im Wohnort umhören. Ich weiß z.B. von meiner Mutter, dass es dort solch eine Gruppe gibt. Aber auch über komoot finden sich immer wieder Leute für Gruppenwanderungen zusammen.

Tipp 2:
Wenn du auf deinen Wanderungen fotografierst und deshalb ständig auf der Suche nach Fotomotiven bist, nimmst du deine Umgebung noch viel intensiver wahr. Aber Vorsicht, je nach Länge der Wanderung kannst du nicht allzu viel Zeit für Fotospots einplanen. Akzeptiere einfach, dass es vielleicht nicht die besten Fotos werden. Passt dann schon, du musst auch nicht alles fotografieren.
Zu diesem Thema habe ich auch ein Video gedreht:

YouTube

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Grund 4: Wandern ist gesund

Muss ich zu diesem Punkt überhaupt irgendwas sagen?
Klar setzt eine Wanderung eine minimale Fitness voraus, aber schlussendlich ist es wie überall. Man wächst mit seinen Aufgaben und ob eine Wanderung jetzt 3 km oder 30 km lang ist … egal! Es ist auch egal, wie lange du dafür brauchst.
Wenn du an deinem Wohnort wanderst, kannst du dir die Zeit sogar frei einteilen. Abends – nach Feierabend – noch eine Runde? Kein Problem! Und das ist dann je nach Wanderroute sogar wie Urlaub. Wo gibt’s denn sowas?

Außerdem macht wandern glücklich (allerdings auch süchtig :-)). Ich glaube das kommt in dem Video, nachdem ich meine 1000 km Challenge erreicht habe, ganz gut rüber.

YouTube

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Tipp:
Höre auf deinen Körper und orientiere dich nicht an verrückten Typen wie mir. Bei einem Freund von mir ist z.B. nach max. 25 km einfach Schluss. Egal, ob er sie langsam oder schnell geht, egal ob er viele Pausen macht oder nicht. Aber das macht ja nichts, wenn du das für dich herausgefunden hast, kannst du dich darauf einstellen.
Gerade bei langen Strecken ist es außerdem extrem wichtig genug zu trinken und zu essen. Eine Mütze und Sonnencreme schaden übrigens auch nicht und je nach Region kann ich dir auch Mückenspray wärmstens ans Herz legen. Das schützt auch vor Zecken.

Grund 5: Wandern am Wohnort ist bequem

Dass du dir die Zeit frei einteilen kannst, hatte ich schon unter Punkt 4. Passt hier aber genauso rein. Zudem kannst du dir das Wetter aussuchen, du wohnst ja da und musst nicht jetzt uuuunbedingt los.

Abends ins eigene, bekannte Bett zu gehen und in bekannter Umgebung wieder aufzuwachen ist aber ein zweischneidiges Schwert. Ja, es ist bequem, aber gleichzeitig geht man ja auf Reisen, um genau das nicht zu haben.

Wanderst du am Wohnort, sparst du aber die lange An- und Abreise, denn diese sind in der Regel ja alles andere als bequem.

Gerade bei mir – mit drei Kindern – kommt noch hinzu, dass ich meine Wanderungen familienfreundlich eintakten kann (die langen Strecken muss ich nämlich alleine machen). Das ist quasi familienfreundliches Wandern, ohne Familie 😀

Als mein Sohn dieses Bild gesehen hat, wollte er sofort dorthin. Ein dicker Baumstamm über das Wasser? Ist nicht weit von zu Hause weg, man muss solche Orte nur finden!

Noch mehr Gründe …

Ohne Frage gibt es sicher noch viel mehr Gründe für Wanderungen am Wohnort und auch anderswo, aber eigentlich musst du nur diesen einen Grund finden, warum du noch nicht losgewandert bist, ihn beheben, die Schuhe anziehen und wandern gehen.

Viel Spaß dabei!

PS: Ich finde Fernreisen übrigens trotzdem wichtig, um andere Menschen und Kulturen kennenzulernen!