Ruppiner-Land-Rundwanderweg: 250 km durch Brandenburg

| Lesezeit ca. 14 Minuten

In diesem Artikel erzähle ich dir von meiner Wanderung auf dem Ruppiner-Land-Rundwanderweg. Ich stelle dir den offizielen Routenvorschlag vor und nehme dich mit auf meine - deutlich längeren - Etappen durch Brandenburg.

Inhalt:

Ich bin übrigens Marc, begeisterter Papa, Blogger, YouTuber, Foto- und Reisefuzzi.
Mehr über mich findest du hier. Und hier findest du meine aktuelle Fotoausrüstung.

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Schreib mir: marc@reisezoom.com

Wochenende. Mitte September, guter Wetterbericht!
Kurzentschlossen begebe ich mich am frühen Morgen mit meiner Stirnlampe bewaffnet auf die erste Etappe des Ruppiner-Land-Rundwanderwegs.
Die heutige Wanderung führt mich über 45 km vom S-Bahnhof Birkenwerder bis zum Bahnhof Zehdenick.
Vorbei komme ich dabei an der Havel, dem Lehnitzsee und ganz viel grandioser, weiter Landschaft. Typisch Brandenburg. Schön.

Stopp!
Dieser Beitrag wächst mit jeder Etappe, die ich auf dem Ruppiner-Land-Rundwanderweg wandern werde. Den Start machen die ersten beiden Etappen von Birkenwerder nach Zehdenick (45,1 km) und von Wustrau-Radensleben nach Brieselang (50,1 km).
Update 08.11.2021: 3. Etappe hinzugefügt.
Update 25.11.2021: 4. Etappe hinzugefügt.

Der Ruppiner-Land-Rundwanderweg in 13 oder 14 Etappen

Der Ruppiner-Land-Rundwanderweg führt dich über 250 km durch das – wer hätte es gedacht – Ruppiner Land.
Der offizielle Vorschlag unterteilt den Wanderweg in 13 leicht zu schaffende Etappen von 8 km bis 32 km. Du kannst den Wanderweg aber auch in weitere, kürzere Etappen aufteilen, es werden immer wieder Ortschaften mit Unterkünften oder Bushaltestellen passiert.

Etappe 1: Von Wustrau bis Neuruppin (15 km)
Etappe 2: Von Neuruppin bis Braunsberg (21 km)
Etappe 3: Von Braunsberg bis Rheinsberg (8 km)
Etappe 4: Von Rheinsberg bis Menz (18 km)
Etappe 5: Von Menz bis Fürstenberg/Havel (20 km)
Etappe 6: Von Fürstenberg/Havel bis Dannenwalde (18 km)
Etappe 7: Von Dannenwalde bis Zehdenick (20 km)
Etappe 8: Von Zehdenick bis Liebenberg (14 km)
Etappe 9: Von Liebenberg bis Oranienburg (18 km)
Etappe 10: Von Oranienburg bis Hennigsdorf (22 km)
Etappe 11: Von Hennigsdorf bis Brieselang (17 km)
Etappe 12: Von Brieselang bis Tietzow (14 km)
Etappe 13: Von Tietzow bis Wustrau (32 km)

Alternative zu Etappe 13:
Sollten dir 32 km zu weit sein, kannst du die Etappe 13 einfach im Storchendorf Linum unterbrechen. Die Alternative sieht dann wie folgt aus:
Etappe 13: Von Tietzow bis Linum (16 km)
Etappe 14: Von Linum bis Wustrau (17 km)

Wegweiser und vor allem Markierungen fndest du entlang des Weges immer wieder. Allerdings nicht so viele, dass du komplett ohne Karte oder GPS navigieren kannst. Wie du siehst, ist der Ruppiner-Land-Rundwanderweg zudem Teil des europäischen Fernwanderwegs E10.

Meine Route entlang des Ruppiner-Land-Rundwanderwegs

Ich gehe den Ruppiner-Land-Rundwanderweg in „nur“ 6 langen Etappen von Bahnhof zu Bahnhof. Ich mag lange Wanderungen. Außerdem spare ich mir so die Übernachtungen unterwegs, da ich jeden Morgen zum Startbahnhof fahre und abends vom Zielbahnhof wieder nach Hause ins eigene Bett fahre.
Ich wohne allerdings auch am nördlichen Berliner Stadtrand. Die Zeiten für An- und Abfahrt betragen so maximal 1.5 Stunden. Bei kürzeren Etappen würde sich das nicht lohnen.

Klar funktioniert das nur, wenn du entsprechend wohnst. Aus der Mitte Berlins heraus sollte das aber auch funktionieren.
Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass ich den Wanderweg nicht am Stück gehen muss, stattdessen kann ich meine Wanderungen so legen, dass es familiär passt. Außerdem kann ich die Etappen wild mischen, je nachdem wie die kürzeste Anfahrt ist. So kommt es auch, dass ich mal im Uhrzeigersinn wandere, mal entgegen.

D.h., die hier „von-bis“ Vorschläge kannst du ruhig auch umgekehrt sehen, genauso kannst du die Nummern der Etappen frei tauschen. Ich bin bspw. die längste Etappe von Altfriesack nach Brieselang als zweites gewandert, weil es in den Herbst hineinging und die Tage immer kürzer wurden.

Meine Planung als Karte:

Meine 6 Etappen:

Etappe 1: Von Birkenwerder nach Zehdenick (44 km)
Etappe 2: Von Zehdenick nach Fürstenberg/Havel (41 km)
Etappe 3: Von Fürstenberg/Havel nach Rheinsberg (39 km)
Etappe 4: Von Rheinsberg nach Altfriesack(46 km)
Etappe 5: Von Altfriesack nach Brieselang (51 km)
Etappe 6: Von Brieselang nach Birkenwerder (34 km)

Meine Etappen im Detail: Chronologisch geordnet

Etappe 1: Von Birkenwerder nach Zehdenick

Gemessene 45,1 km in 9:25 h

Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber es ist erst halb sechs morgens als ich aus der S-Bahn am Bahnhof Birkenwerder steige. Es ist dunkel, da ich aber erst durch den ganzen Ort wandere, lasse ich die Stirnlampe im Rucksack. Erst auf der Höhen von Pflanzen Kölle in Borgsdorf hole ich sie heraus, ab jetzt geht es in den Wald, hell ist es noch nicht, aber es dämmert. Dafür ist es warm und ich nutze die Zeit, um meine Hose zu kürzen. Ich liebe kurze Hosen!

Bei Havelhausen – es ist in der Zwischenzeit hell – entdecke ich den ersten Wegweiser: E10 / Ruppiner-Land-Rundwanderweg. Sogar mein Tagesziel, der Bahnhof Zehdenick ist angegeben: Noch 39,9 km. Phu!
Weiter geht es Richtung Lehnitz, wo der S-Bahnhof ein möglicher Ausstiegspunkt in Richtung Zivilisation wäre. Ich nutze aber nur die Unterführung des Bahnhofs, um auf die andere Seite der Gleise zu gelangen und wandere dann auf der Ostseite des wunderschönen Lehnitzsees bis zur Schleuse und dann ein gutes Stück entlang des Oder-Havel-Kanals bis nach Friedrichsthal.
Ich durchquere den Ort und wandere dann eine kleine Ewigkeit, durch die schönen Wälder Brandenburgs.

Klinkerhafenbrücke Oranienburg

Das ist der Oder-Havel-Kanal mit der Klinkerhafenbrücke. Im Hintergrund siehst du die Schleuse Lehnitz.

Brücke Schluesse Lehnitz

Die Brücke an der Schleuse

Bei Fichten treffe ich wieder auf bewohntes Gebiet. Von hier geht der offizielle Wanderweg eigentlich weiter nach Liebenberg, aber meine Wanderapp „komoot“ schickt mich komischerweise entlang einer viel befahrenen Hauptstraße. Da ich keinen Wegweiser sehe, folge ich ohne nachzudenken der App. Als ich realisiere, wie lange ich auf der Straße wandern soll, bin ich schon zu weit und habe keine Lust mehr umzukehren. Also wechsle ich einfach auf das benachbarte Maisfeld. dankenswerterweise sind die ersten Meter neben der Straße schon abgeerntet.

In Falkenthal biege ich links ab und treffe auf einer Anhöhe mit Windrädern und grandioser Fernsicht wieder auf die offizielle Route des Rundwanderwegs.
Es geht wieder in den Wald und dann entlang weiter Felder bis zu meinem Ziel dem Bahnhof in Zehdenick.

Wenn du mit offenen Augen wanderst, findest du immer wieder Kuriositäten am Wegesrand.

Auch Pferde werden dir auf jeder Etappe begegnen.

Ruppiner-Land-Rundwanderweg Windräder

Bei Windräder scheiden sich die Geister. Mir gefallen die Dinger ja irgendwie.

Etappe 2: Von Wustrau-Radensleben (Altfriesack) nach Brieselang

Gemessene 50,9 km in 11:48 h

Pünktlich um 6:14 Uhr kommt der Regional Express 6 in Richtung Wittenberge am Bahnhof Wustrau-Radensleben an. Außer mir steigt keiner aus und auch keiner ein und so stehe ich in nebliger Dunkelheit allein im Niemandsland. Stirnlampe auf den Kopf und los geht’s! Der Sonnenaufgang ist erst in einer Stunde, die ersten Meter meiner heutigen Wanderung gehen aber eh nur entlang einer Straße bis Altfriesack.
Dort überquere ich eine schön angeleuchtete Zugbrücke und beobachte, wie Eltern ihre frisch eingeschulten Kinder zur Bushaltestelle begleiten. Klar kommen da Erinnerungen an meine Schulzeit hoch, zum Glück konnte ich zur Grundschule zu Fuß gehen und musste erst beim Besuch der weiterführenden Schule früh zum Bus. Die Jahreszeit, in der es lange dunkel ist, war dabei furchtbar … jetzt, zig Jahre später sehe ich, dass sich daran wohl nichts geändert hat.

Aber egal, ist jetzt nicht mein Problem. Was ich hier mache, ist selbstauferlegtes Leid und es macht mir Spaß. Erst recht, als ich wenige Minuten später an der Badestelle am Obelisk stehe und auf den nebelverhangene Ruppiner See blicke. Es sieht aus wie das Ende der Welt, ich blicke ins Nichts!

Sitzbank bei Wustrau mit Blick auf den Ruppiner See … oder viel mehr mit Blick ins Ende der Welt.

Brücke Altfriesack

Die Brücke an der Schleuse Altfriesack

Nach ein paar Metern im Wald, bin ich zurück auf der Straße. Zum Glück ahne ich noch nicht, dass ich für die nächsten 20 km (bis Kuhhorst) die Straße nicht verlassen werden, sonst hätte meine Motiviation vielleicht einen Knick abbekommen.
Bis Linum sind die Straßen aber kaum befahren, dafür höre ich die ganze Zeit Kraniche. Manchmal sehe ich im dichten Nebeln auch welche über mich hinwegfliegen. Als ich in der Nähe des oberen Rhinluch Richtung Hakenberg und Linum abbiege, sehe ich alle paar Meter ein Reh. Es ist der Wahnsinn! Ein Schauspiel der Natur. Grandios und kostenlos!

Leider hat meine Canon zu wenig Brennweite, um das gesehene auch nur Ansatzweise aufzunehmen.

Ich passiere Linum, und wandere weiter auf der Straße, umgeben von tausenden Kranichen. Die Feldwege sind abgesperrt und hier und da findet sich ein Sichtschutz aus Strohballen, um das Spektakel zu beobachten, ohne die Vögel zu stören. Es ist einfach nur irre.

Kraniche

Drei Kraniche sind auf dem Bild, tausende habe ich bei meiner Wanderung gesehen.

Rehe

Rehe habe ich zwar nicht ganz so viele gesehen, aber 20 oder 30 Stück waren es sicher.

Im Ökodorf Kuhhorst zögere ich kurz und überlege, ob ich mir im Demeter Hoflanden Proviant kaufen soll, entscheide mich nach einer Sichtung meines vorhandenen Proviants im Rucksack dagegen. Mir bleiben noch 2 Liter Wasser, 3 Äpfel, 2 kleine Brote und noch ein bisschen Salami. Das reicht bis Brieselang. Alles was ich zusätzlich kaufe, muss ich schließlich schleppen!

Zum Glück endet hier der lange Abschnitt auf der Straße. Ich wandere zunächst auf einem Feldweg bis zum kleinen Havelländischen Hauptkanal. Diesem folge ich durch Wald und Felder voller Kraniche.
Es ist irre, wie nah ich den Vögeln komme, ohne die Route zu verlassen. Manche fliegen weg, manche bleiben stehen. Der Wahnsinn!

Der Wahnsinn ist allerdings auch der Feldweg Richtung Tietzow. Dieser scheiß Weg, will einfach nicht enden. Schnurgerade, Betonplatten mit Grünstreifen in der Mitte. Gähn!
Tietzow streife ich nur und wandere von nun an wieder über schöne Waldwege. Kurz vor Grünefeld passiere ich das Gelände der Nation of Gondwana und den Kiessee. Weiter geht es nach Paaren, einem schönen kleinen Ort mit Kirche, alten Häusern und Dorfanger. Allerdings auch mit einer widerlichen Brücke über die Autobahn. An Fußgänger hat beim Bau wohl niemand gedacht!
Gleiches gilt für die Brücke über den Havelkanal kurz vor meinem Ziel: Brieselang. Zu dieser komme ich auch wieder über lange Waldwege.

Kühe

Kuhweiden findest du auf dem Ruppiner-Land-Rundwanderweg auch immer wieder.

Etappe 3: Von Wustrau-Radensleben (Altfriesack) nach Rheinsberg

Gemessene 46,4 km in 10:40 h

Pünktlich um 7:18 Uhr kommt der Regional Express 6 in Richtung Neuruppin-West am Bahnhof Wustrau-Radensleben an. Außer mir steigt keiner aus und auch keiner ein und so stehe ich in der Dunkelheit allein im Niemandsland. Stirnlampe auf den Kopf und los geht’s!

Richtig, meine 3. Etappe auf dem Ruppinder-Land-Rundwanderweg beginnt ähnlich der letzten Etappe. Allerdings fängt der grandiose Sonnenaufgang dirtek an, und ich muss nicht erste eine Stunde durch die Dunkelheit wandern. Außerdem geht es heute in die andere Richtung, zuerst entlang des Ruppiner Sees, durch Neuruppin, weiter entlang des Rhin zum Molchowsee, vorbei am Tezensee und Zermützelsee, halb um den Tornowsee bis nach Binenwalde am Kalksee. Hier endet der Weg entlang der Seen für heute, stattdessen geht es tatsächlich erst einmal bergauf und dann über weite Ebenen bis zum Endpunkt der Etappe nach Rheinsberg.

Zu meiner dritten Etappe gibt es sogar eine Video, da ich die Tour nutzte, um das Google Pixel 6 zu testen. Dementsprechend sind die meisten Fotos dieser Tour auch mit diesem Smartphone geschossen.

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Aber zurück zum Sonnenaufgang. Ich überquere gerade die Bahngleise hinter dem Bahnhof als der Zauber des Tages beginnt. Die Sonne bemalt den Himmel in den schönsten Farben und so wird es den ganzen Tag bleiben.
Da stört es mich auch nicht, dass ich schon nach wenigen Metern den Weg nicht finden kann und durch hohes, nasses Gras stapfe. Bald bin ich dann auch wieder auf dem Weg, erreiche die Ortschaft Karwe und stehe am Ufer des Ruppiner Sees.

Es ist magisch! Der Sonnenaufgang ist noch voll im Gange, ich stehe auf einem Steg – das Wasser unter mir bewegt sich kaum – und genieße.
Es war der Wahnsinn und es hört auf der geamsten Wanderung entlang des Ostufers des Ruppiner Sees einfach nicht auf. Die Natur gibt an diesem Tag alles.

Sonnenaufgang Bahngleise

Der Sonnenaufgang hinter dem Bahnhof Wustrau-Radensleben. Aufgenommen mit dem Google Pixel 6 und heftigs beschnitten 🙂

Sonnenaufgang Ruppiner See

Etwas später am Ruppiner See

Ruppiner See

Neuruppin liegt auf der anderen Seite des Ruppiner Sees

Auch die folgenden Seen sind alles andere als schlecht, aber erst am Ufer des Tornowsees frage ich mich: „Kann es überhaupt noch besser werden?“
Ich weiß es nicht. Ich bin dieses Jahr schon soo viel gewandert, aber war es jemals soo schön? Ich glaube nicht. Die Farben des Herbstes kombiniert mit der Sonne und der Landschaft. Dem See, eine kleiner Insel auf dem See. Ich bin hin und weg.

Auch Binenwalde mit seinem imposanten Gutshof und der hügeligen Landschaft, von der aus ich Fischer auf dem See beobachte, gefällt mir.

Insel Tornowsee

Die besagte Insel im Tornowsee (Aufgenommen mit der Canon G5X Mark II)

Was mir allerdings nicht gefällt ist die Entdeckung in der Bahn-App, dass meine Rückfahrt aus Rheinsberg ausfällt. Ich laufe die Etappe extra in dieser Richtung, weil Rheinsberg so schlecht angeschlossen ist und es fast unmöglich ist, früh morgens dorthin zu kommen. Jetzt ist es aber auch fast unmöglich wieder wegzukommen.

Kurz: Ich wurde abgeholt!

Von Binenwalde ging es tatsächlich durch hügeliges Gebiet und über weite Ebenen. Auch das war durchaus schön, kann aber nicht mit den Seen des ersten Teils dieser Etappe mithalten.

In Rheinsberg bin ich direkt zum Treffpunkt für meine Rückfahrt, ich kann aber jedem den Schlosspark und das Schloss wärmstens ans Herz legen. Ist wirklich schön.

Etappe 4: Von Fürstenberg nach Zehdenick

Gemessene 42,9 km in 08:54 h

Zappenduster ist es, als ich auf der Fürstenberger Bahnhofsstraße meine 4. Etappe in Angriff nehme. Menschenleer, kalt, dunkel aber Fürstenberg an der Havel ist ein schönes Städtchen, das sehe ich schnell.
Trotzdem: Ich bin lieber in die Natur und die Stärke des Ruppiner-Land-Rundwanderwegs sind auch nicht die Ortschaften sondern die Landschaft.
Und die gibt auch heute wieder alles. Fürstenberg ist umringt von Seen und so komme ich über eine Brücke aus der Stadt und schon bald zur ersten Sehenswürdigkeit, einer alten Eisenbahnfähre.
Das eigentliche Highlight meiner Etappe sind aber die ersten 10km entlang der Havel. Trotz Nebel, Nässe und Kälte: Unfassbar schön! Ja, ich gehe sogar so weit und behaupte, dass es der schönste Abschnitt der Havel ist, an dem ich bis jetzt entlanggewandert bin.

Kirche Fürtstenberg

Fürstenberg kann sich sehen lassen, auch bei Nacht!

Entlang der Havel

Der Wanderweg entlang der Havel: So schön!

In Bredereiche verlasse ich allerdings die Havel und marschiere von nun an auf Fahrradstraßen oder sogar Autostraßen. Glücklicherweise habe ich die Route im Vorraus nicht ganz so genau studiert, sonst wüsste ich, dass das jetzt 20 km lang so geht. Es gibt zwar hier und da ein paar Abwechslungen, tatsächlich bin ich aber schnell genervt und gelangweilt, sodass ich versuche Freunde anzurufen, die für Ablenkung sorgen.
Für Radfahrer ist dieser Abschnitt sicher gut, aber nicht für Wanderer. Würde ich den Weg nochmals gehen, würde ich als Alternative dem Fernwanderweg E10 folgen, der aus mir nicht erklärlichen Gründen genau an dieser Stelle vom Ruppiner-Land-Rundwanderweg abweicht. Die Route würde dann ungefähr so verlaufen:

Fahrradstrasse

Für Radfahrer super, für Wanderer eintönig.

Kurz vor Zehdenick wird es aber wieder spanned. Mehrere Schilder informieren über die Vergangenheit der vielen Ziegeleien in der Region. Lesen kann ich leider nicht alles, es ist Mitte November und die Sonne steht schon tief. Also schnell weiter Richtung Ziegeleipark Mildenberg und Richtung Bahnhof. Der Wanderweg soll mich entlang der Havel durch den Park führen, doch das geht nicht. Der Weg ist gesperrt. Also muss ich in einem großen Bogen um den Park laufen. Ätzend, aber schön.
Den Ziegeleipark kann ich übrigens empfehlen. Hineingehen, nicht umlaufen 🙂 Nur vielleicht nicht auf dieser Wanderung. Die geht weiter Richtung Zehdenick zwischen verschiedenen Seen hindurch. Und da ist er endlich wieder, der Moment, bei dem ich aus dem Staunen nicht herauskomme. Um Zehdenick herum gibt es sooo viel Wasser, Boote, Schleusen, Brücken, Werften … ich fühle mich fast wie in Dänemark … was sicher auch mit dem Wetter zu tun hat.

Aber gut, es wird tatsächlich dunkel und die Abfahrzeit meiner Bahn rückt näher, sodass ich zügig weiterwandere bis zum Ziel dieser Etappe, dem Bahnhof Zehdenick.

Zehdenick

Das ist Zehdenick und mich erinnert es an Dänemark.

Meine Fotos auf dem Ruppiner-Land-Rundwanderweg

Fotografiert habe ich auf den ersten beiden Etappen mit der Canon G5X Mark II* und hier und da mit dem Smartphone, einem Google Pixel 4a. Die G5X Mark II ist eine Kompaktkamera, die so klein ist, dass sie in die Hosentasche passt, aber dank ihres großen Sensors und universellen Objektivs gute Ergebnisse liefert.
Zum Schutz der Kamera habe ich sie in eine Silikonhülle* gesteckt, außerdem haben ich sie auf einem klitzkleinen Ministativ befestigt, damit ich sie abstellen kann, um z.B. ein Selfie zu machen.

Weitere Infos zur Kamera, meinem Zubehör und Einsatzzeck findest du in diesem Video:

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Die dritte Etappe Stand hingegen ganz im Zeichen des Google Pixel 6. Ein Smartphone mit sehr guter Kamera (wie eigentlich alle Modelle von Google). Mir persönlich ist es aber zu groß.

Weitere Bilder meiner Wanderung findest du auf Instagram oder auf meinem Profil auf komoot.

Auf Instagram kannst du mich während meiner Wanderungen begleiten, dort mache ich Storys. Auf komoot findest du hingegen alle meine Wanderungen mit GPS Koordinaten und viele Bilder.