Bei Insta360 gibt es zum ersten Mal drei aktuelle X-Kameras gleichzeitig: Die neue X6 als Flaggschiff, die X5 als Allrounder und die X4 Air als leichte Einstiegskamera. Alle drei filmen in 8K – damit könnte man den Vergleich nach zehn Sekunden beenden. Gleiche Auflösung, fast gleiche Kamera, oder?
Ganz so einfach ist es nicht. Sensorgröße, Bildprozessor, Farbtiefe, Flat-Video, Akku und KI-Funktionen unterscheiden sich deutlich – und genau diese Unterschiede entscheiden, welche Kamera zu dir passt. Ich begleite die X-Serie seit der ONE X2 und habe seitdem jede Generation getestet – die X3, die X4, die X5 und jetzt eben die X6. Hier bekommst du deshalb kein Datenblatt-Bingo, sondern meine Einordnung, was die Zahlen in der Praxis bedeuten – und an welchen Stellen du den Aufpreis wirklich siehst.
Kurz gesagt: Welche für wen?
Die 5-Sekunden-Antwort:
- Insta360 X6 – maximale Bildqualität und Reserven: größte Sensoren, 8K/50, 10-Bit-I-Log, Dolby Vision, 4K/120 im Flat-Modus, längste Laufzeit.
- Insta360 X5 – der vernünftigste Allrounder: 8K/30, gute Low-Light-Leistung, wechselbare Linsen – ohne den Flaggschiff-Aufpreis.
- Insta360 X4 Air – wenn Gewicht und Preis zählen: 165 g, trotzdem 8K/30 und wechselbare Linsen.
Wenn du dich schon entschieden hast: Die X6 ist gerade frisch auf dem Markt, bei der X5 läuft aktuell ein Bundle-Angebot.
Technische Daten im direkten Vergleich

| Eigenschaft | X4 Air | X5 | X6 | Was es in der Praxis heißt |
|---|---|---|---|---|
| Rolle | Einstieg, ultraleicht | Allrounder | Flaggschiff | drei klar getrennte Zielgruppen |
| Sensoren | 2× 1/1,8″ | 2× 1/1,28″ | 2× 1/1,1″ | X6 hat die größten Reserven bei wenig Licht |
| Max. 360°-Video | 8K/30 | 8K/30 | 8K/50 | X6 filmt flüssiger, 50p lässt sich sauber verlangsamen |
| Flat-/Single-Lens-Video | 4K/60 | 4K/60 | 5K/60 · 4K/120 | X6 taugt eher als Actioncam-Ersatz |
| I-Log | – | 8 Bit | 10 Bit | X6 hält Farbkorrekturen deutlich besser aus |
| Nachtmodus (PureVideo) | – | ja | ja, schaltet automatisch | der X4 Air fehlt er ganz |
| Dolby Vision | – | – | ja, nativ | HDR direkt aus der Kamera |
| 360°-Fotos | 29 MP | 72 MP | 120 MP | mehr Spielraum für Ausschnitte |
| Akku | 2.010 mAh | 2.400 mAh | 2.600 mAh | – |
| Interner Speicher | – | – | ja, rund 47 GB nutzbar | bei der X6 der Notnagel, wenn die Karte voll ist oder fehlt |
| Laufzeit bei 8K/30 | ca. 88 Min. | ca. 93 Min. | ca. 140 Min. | X6 hält laut Insta360 rund 50 Minuten länger |
| Gewicht | 165 g | 200 g | 196 g | X4 Air ist mit Abstand am leichtesten |
| Wasserdicht (ohne Gehäuse) | 15 m | 15 m | 20 m | mehr Reserve im Wasser |
| Wechselobjektive | Lens Design 1.0 | Lens Design 1.0 | Lens Design 2.0 | X6: kratzfester, einfacher zu wechseln |
| InstaFrame | 1080p/30 + 6K-Backup | 1080p + 5,7K+ als Backup | 4K/30 + 6K/8K-Backup | X6 liefert die vollständigste Sofortlösung |
| Zeitraffer (360°) | 8K | 11K | 16K | mehr Reserve beim Reinzoomen |
| Bullet Time | 6K100 | 5,7K/120 | 8K/100, 6K/120, 4K/240 | können alle drei – bei der X6 deutlich aufgebohrt |
| KI-Regisseur (AI Director) | – | ja, per Update | ja | automatische Tagesvideos – nur die X4 Air geht leer aus |
| Auto Edit 2.0 / Moments Pro | ja | ja | ja | App-Schnitt und Cloud für alle drei |
| Ton | Windschutz | Windschutz | 360°-Windschutz + Motor-Mikrofon | X6 zielt auf Wind und Motorrad |
| Externe Mikrofone | 1 gleichzeitig | 1 gleichzeitig | 2 gleichzeitig | bei der X6 zwei Sender parallel – etwa für Interviews oder zu zweit vor der Kamera |
Sensorgröße: Hier trennen sich die drei wirklich
Alle drei schreiben 8K auf die Verpackung. Das Rohmaterial entsteht trotzdem unter sehr unterschiedlichen Bedingungen: Die X4 Air arbeitet mit zwei 1/1,8-Zoll-Sensoren, die X5 mit zwei 1/1,28-Zoll-Sensoren, die X6 mit zwei speziell angepassten 1/1,1-Zoll-Sensoren von Sony – und zwar quadratischen: Bei gleicher Diagonale bleibt so mehr nutzbare Fläche für die 360°-Kugel übrig. Je kleiner die Zahl hinter dem Schrägstrich, desto größer der Sensor.

Der Abstand von der X4 Air zur X5 ist groß. Genau deshalb darfst du bei der X4 Air bei wenig Licht keine Wunder erwarten – sie ist für Tageslicht, Reisen und Situationen gedacht, in denen die Kamera klein und leicht sein muss. Die X5 ist tagsüber stark und in der Dämmerung dank PureVideo noch brauchbar.
Genau hier punktet die X6, mehr Sensorfläche und mehr Rechenpower für einen besseren PureVideo-Modus. D.h. Innenräume, Wald, Dämmerung, Gegenlicht … Die größere Sensoren helfen bei Rauschen, Dynamikumfang und feinen Details. Im Gegenlicht fällt noch etwas anderes auf: Wo die Sonne durch die Blätter scheint, zieht die X5 überall lila Ränder — bei der X6 ist davon nichts zu sehen. Ehrlich bleiben will ich trotzdem: Ausbrennen kann auch die X6. Bei hellen Wolken war am Ende bei beiden Kameras Schluss, die X6 hält nur länger durch.

Eine Kleinigkeit aus meinem Test, die im Alltag viel ausmacht: Die X6 erkennt selbst, wenn es zu dunkel wird, und schaltet automatisch in den PureVideo-Modus – bei der X5 kriegst du einen Hinweis, musst aber selbst umschalten. Bei der X6 gefällt mir PureVideo viel besser. Das Bild wirkt natürlicher, und selbst wenn du aus Versehen bei Tageslicht in PureVideo filmst, ist das Material noch zu gebrauchen. Wie sich das in echten Aufnahmen anfühlt, zeige ich im X6-Test.
Dasselbe Motiv mit allen dreien
Alle drei Aufnahmen sind Ausschnitte aus einem 8K/30-360°-Video, aufgenommen mittags auf einem schattigen Waldweg. Also nichts Extremes — kein Nachtmodus, keine Dämmerung, sondern eine Situation, die jede Kamera können müsste.



Mein Fazit aus diesem Vergleich: Die paar Details mehr wären für mich kein Grund, zur X6 zu greifen. Der Dynamikumfang schon — was die X6 im hellen Hintergrund noch rausholt, ist gegenüber der X5 wirklich krass.
Wie schlagen sich die drei im Dunkeln?
Sehr unterschiedlich — und das liegt vor allem an einem Modus, den die X4 Air gar nicht hat. PureVideo ist Insta360s Nachtmodus: Was genau in diesem Modus passiert, weiß ich gar nicht. Es funktioniert auf jeden Fall. Bei der X5 akzeptabel, bei der X6 überraschend gut un dbei der X4 Air halt gar nicht.
Aber das Bil der X4 Air zeigt immerhin, wie dunkel es tatsächlich war, als ich das Bild aufgenommen habe.

Was man sieht: Die X4 Air kommt ohne Nachtmodus schlicht nicht weit genug — das Bild ist fast schwarz, vom Busch im Hintergrund ist nichts mehr zu erkennen. Die X5 holt mit PureVideo enorm viel heraus, wirkt dabei aber grieselig und in den Details matschig. Die X6 liefert das mit Abstand sauberste Bild: Gesicht und Blätter bleiben erkennbar, und im Hintergrund sieht man sogar noch, dass der Himmel blau ist statt schwarz.
Dazu kommt der praktische Unterschied aus meinem Test: Die X6 merkt selbst, wenn es zu dunkel wird, und schaltet automatisch um. Bei der X5 bekommst du nur einen Hinweis und musst selbst daran denken.
Wenn du also abends oder in Innenräumen filmst, ist das der Punkt, an dem sich die drei am deutlichsten trennen. Und für die X4 Air heißt es schlicht: Sie ist eine Kamera für Tageslicht.

8K ist nicht gleich 8K
X4 Air und X5 filmen beide maximal 8K/30, die X6 steigert auf 8K/50. 50 Bilder pro Sekunde bringen bei Bewegung sichtbar mehr Ruhe – beim Radfahren, Skifahren oder wenn du mit langem Selfiestick läufst. In einer 25p-Timeline kannst du 50p außerdem sauber auf halbe Geschwindigkeit verlangsamen.
Für ruhige Reiseaufnahmen reichen 30 fps meist aus. 8K/50 erzeugt größere Dateien und belastet den Akku stärker – ich nutze es deshlab nur selten.
Und ganz wichtig, die 8K verteilen sich auf die komplette 360°-Kugel. Dein reframter Ausschnitt nutzt davon nur einen Teil – ein 8K-360°-Video sieht deshalb nicht aus wie klassisches 8K. Die höhere Gesamtauflösung zählt trotzdem, weil sie deinem Ausschnitt mehr Pixel gibt.

Flat Video: X4 Air und X5 gleichauf, X6 deutlich vorn
Im Single-Lens-Modus nimmt nur ein Objektiv ein normales Weitwinkelvideo auf. Hier erreichen X4 Air und X5 jeweils maximal 4K/60. Die X6 schafft 5K/60 für mehr Details und 4K/120 für echte Zeitlupe – damit wird sie zur ernsthaften Alternative zu einer klassischen Actioncam. Zum Vergleich: Bei der X5 gibt es 120 fps erst in 1080p. Kurios wird es im 360°-Modus: Dort schafft die X5 in 4K 120 Bilder pro Sekunde, die X6 nur 100 — einer der wenigen Werte, bei denen die ältere Kamera vorn liegt. Praktisch nutzen würde ich es trotzdem nicht, weil sich diese 4K auf die ganze Kugel verteilen und vom Ausschnitt kaum etwas übrig bleibt.

Wie unterschiedlich das aussieht, zeigt der direkte Vergleich — alle drei im Flat-Modus, jeweils im weitesten Bildwinkel, den die Kamera hergibt:



Der Weitwinkel der X6 ist also merklich größer, während X4 Air und X5 hier gleichauf liegen. Die X6 habe ich mit 5K aufgenommen — den Auflösungsunterschied wirst du in diesen Screenshots kaum sehen. Was auffällt, sind die Farben: Die X6 macht es anders, und ehrlich gesagt gefallen mir die von X4 Air und X5 besser.
10-Bit-I-Log und Dolby Vision gibt es nur bei der X6
Die X4 Air bietet kein I-Log. Die X5 kann I-Log, bleibt aber bei 8 Bit und das auch nur in 5.7K. Erst die X6 kombiniert I-Log mit 8K und 10 Bit – das sind 1.024 statt 256 Abstufungen pro Farbkanal.
Beim normalen Anschauen siehst du davon erstmal nichts. Der Vorteil entsteht in der Bearbeitung: Himmel abdunkeln, Schatten anheben, mehrere Kameras farblich angleichen – 10-Bit-Material hält solche Eingriffe besser aus und zeigt seltener Banding. Dazu unterstützt die X6 natives Dolby Vision für HDR-Ausgabe mit wenig Nacharbeit.
Meine Einordnung: X4 Air & X5 = Standardfarben und schnell fertig. X6 = 10-Bit-I-Log und Dolby Vision für alle, die wirklich graden wollen.
Fotos: 29, 72 oder 120 Megapixel
Auf dem Datenblatt ist die Reihenfolge eindeutig – X4 Air ungefähr 29 MP, X5 72 MP, X6 120 MP. Mehr Megapixel bedeuten theoretisch mehr Spielraum für Ausschnitte, garantieren aber kein besseres Foto: Sensorgröße, Optik, RAW-Verarbeitung und Stitching sind mindestens genauso wichtig.
Die X4 Air reicht für Social Media und Erinnerungen. Die X5 ist mit 72 MP und RAW bereits eine richtig gute 360°-Fotokamera – wie ich sie nutze, zeige ich in meinem X5 Fototurorial.
Aber die X6 legt auch bei den Fotos nochmal eine ordentliche Schippe drauf – bis 120 MP, auf Wunsch als DNG-RAW, dazu 42-MP-Fotos im flachen Modus. Wow!
Trotzdem, für Fotos reicht meiner Meinung nach die X5, zur Not kannst du etwas mit KI bei der Nachbearbeitung nachhelfen. Ich nutze dafür den Aiarty Image Enhancer.
KI: Ein Chip fürs Bild, drei Funktionen für den Schnitt
Die X5 arbeitet mit einem Triple-KI-Chip in 5 nm, die X6 mit einem in 4 nm. Die kleinere Fertigung allein beweist noch nichts – sie hilft aber, mehr Berechnungen effizient auszuführen. Die X6 braucht diese Leistung für die größeren Sensoren, 8K/50, 10 Bit und AdaptiveTone 2.0.
Bei den Schnitt-Funktionen musst du drei Dinge auseinanderhalten:
KI-Regisseur (AI Director) – X6 und bald auch X5. Die Kamera analysiert beim Laden lokal die Aufnahmen des Tages und baut daraus automatisch ein Video. Öffnest du am nächsten Tag die App, wartet im Idealfall schon ein Vorschlag. Wichtig: Die Analyse läuft laut Insta360 lokal, Originalmaterial soll dafür nicht in die Cloud. Und weil das unter meinen Videos die häufigste Frage war: Der KI-Regisseur bleibt nicht der X6 vorbehalten – die X5 bekommt ihn per Software-Update ebenfalls, nur die X4 Air geht leer aus. Perfekt wird der Automatik-Schnitt sicher nicht immer – aber für Urlaubs- und Familienvideos, wo man keine Zeit oder Lust zum selber schneiden hat, ist es super.
Auto Edit 2.0 – alle drei. Du wählst das Material selbst, die App erkennt Highlights und setzt Schnitte, Bewegungen und Musik. Weniger automatisch, mehr Kontrolle.
Moments Pro – alle drei. Rendert Projekte auf Insta360-Servern, braucht aber Insta360+ und Credits – laufende Kosten, die du einrechnen solltest.
InstaFrame: Sofortvideo mit unterschiedlichen Reserven
InstaFrame nimmt direkt ein flaches, sofort teilbares Video auf – je nach Kamera mit 360°-Datei als Backup: Die X4 Air liefert 1080p/30 plus 6K-Backup, die X5 wahlweise 4K/30 ohne Backup oder 1080p mit 5,7K+-Backup. Die X6 kombiniert beides: 4K/30 als Sofortvideo plus 360°-Backup in 8K fürs spätere Reframing. Das ist die Lösung, auf die dieser Modus eigentlich immer hinauswollte.
Akku und Gewicht: Zwei verschiedene Sieger
Bei der Laufzeit gewinnt die X6 (2.600 mAh, ca. 140 Minuten bei 8K/30), beim Gewicht die X4 Air (165 g). Bemerkenswert: Die X6 hält rund 47 Minuten länger durch als die X5 – und bleibt trotz größerem Akku vier Gramm leichter.

35 Gramm Unterschied zwischen X4 Air und X5 klingen nach nichts. Am Ende eines langen Selfiesticks oder am Helm – das ist )neben dem Preis) für mich das Hauptargument der X4 Air. Insta360 verspricht für die X6 außerdem 8K/30 ohne Überhitzungsabbruch – und die neue Kühlkonstruktion scheint zu halten: Ich habe in der prallen Sonne gefilmt und hatte keine einzige Hitzeabschaltung. Die versprochene stabilere Laufzeit bei Kälte hebe ich mir fürs Winterhalbjahr auf. Wobei ich die X5 schon nachts auf dem gefrorenen See stehen lassen habe, und alles eingefroren ist. Die X5 lief unbeirrt weiter:
Wichtig für X5-Umsteiger: Der X5-Akku passt nicht in die X6. Die neue Kamera nutzt einen eigenen, stärkeren Akku – deine X5-Ersatzakkus kannst du also nicht mitnehmen. Immerhin: Es gibt wieder ein Ladecase für zwei Akkus, das ich schon bei der X5 super fand.
Wechselobjektive, Wasser und Ton
Objektive: Alle drei haben wechselbare Linsen – bei gewölbten 360°-Optiken ein riesiger Vorteil, die sind zwar super stabil, weil sie aber herausstehen, zerkratzen sie doch ab und zu. X4 Air und X5 nutzen das Lens Design 1.0, die X6 bekommt Version 2.0: kratzfester, kompakter, per Snap-on zu montieren, und der Austausch einer einzelnen Linse soll rund 60 % günstiger werden. Den Wechsel habe ich bei der X6 schon selbst durchgespielt: Er ist wirklich einfacher geworden – Linse per Snap-on drauf, kurze Stitching-Kalibrierung hinterher, fertig. Die Kehrseite liegt auf der Hand: Die Linsen der X5 sind mit denen der X6 nicht kompatibel. (x4 Air und X5 übrigens auch nicht!)
Wasser: X4 Air und X5 sind ohne Gehäuse bis 15 m dicht, die X6 bis 20 m. Für Regen, Pool und Schnorcheln reicht das locker. Für saubere 360°-Aufnahmen unter Wasser bleibt trotzdem ein Dive Case sinnvoll – die Lichtbrechung ruiniert sonst das Stitching, das erkläre ich im Selfiestick-Artikel genauer. Hier im Video ist auch ein kleiner Vergleich mit und ohne Dive Case:
Ton: X4 Air und X5 haben Mikrofone mit Windschutz – für Vlogs und Reisen okay. Die X6 legt mit 360°-Windschutzmikrofonen und einem versteckten Motor-Mikrofon nach – und koppelt auf Wunsch zwei Funkmikrofone gleichzeitig; das zielt klar auf Motorradfahrer und Vlogger.
Bei den internen Mikrofonen müssen sich aber alle drin nicht verstecken. Die sind alle gut. Als nicht mehr ganz so geheimen Tipp, kann ich dir außerdem Auphonic empfehlen. Damit rettest du auch nicht optimale Tonaufnahmen.
Die Bedienung: fast keine Tasten mehr
Das hat mich beim Auspacken am meisten überrascht: Die X6 hat bis auf zwei Tasten keine physischen Knöpfe mehr – alles läuft übers Display. Ich sage es ehrlich: Das ist gewöhnungsbedürftig. Nach den ersten Tagen finde ich es aber gar nicht schlecht, und einen cleveren Kniff gibt es obendrauf: Zum Starten und Stoppen musst du die Fläche nicht genau treffen – ein fester Druck irgendwo aufs Display reicht. Das fühlt sich dabei erstaunlich echt an, weil das Display kurz vibriert — und leichtes Antippen löst nichts aus, du musst wirklich drücken. Genau deshalb funktioniert es auch mit Handschuhen, was beim Snowboarden Gold wert ist. Auch der Formfaktor hat sich geändert: Die X6 ist kompakter als die X5, dafür einen Tick breiter.

Welche passt zu dir?
Nimm die Insta360 X6, wenn …
- du die beste Bildqualität der drei willst – vor allem bei wenig Licht und Gegenlicht,
- du 8K/50 oder Flat-Video in 4K/120 brauchst,
- du in 10 Bit graden oder Dolby Vision ausgeben möchtest,
- dir maximale Laufzeit wichtig ist,
- der Preis nicht das wichtigste Kriterium ist.

Nimm die Insta360 X5, wenn …
- du eine ausgewogene Kamera für Reise, Familie und Action suchst,
- dir 8K/30 und 4K/60 reichen,
- du bessere Low-Light-Reserven als bei der X4 Air willst,
- du den Flaggschiff-Aufpreis lieber in Zubehör steckst.

Nimm die Insta360 X4 Air, wenn …
- jedes Gramm zählt – Helm, Fahrrad, langer Stick,
- du überwiegend bei Tageslicht filmst,
- du möglichst günstig in 360° einsteigen willst.

Warum ich trotz X5 immer wieder zur X4 Air greife, zeige ich hier:
Den ausführlichen Test der X4 Air findest du in diesem Video.
Wie sich die X5 in der Praxis schlägt – und warum sie für mich bisher die Referenz war – siehst du in meinem ausführlichen Test:
Häufige Fragen zu X6, X5 und X4 Air
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen X6 und X5?
Die Hardware-Basis: Die X6 hat größere Sensoren (1/1,1 Zoll statt 1/1,28), filmt 8K mit 50 statt 30 Bildern pro Sekunde, bietet 10-Bit-I-Log samt Dolby Vision und hält bei 8K/30 rund 47 Minuten länger durch. Die X5 bleibt der günstigere Allrounder mit fast demselben Funktionsumfang in der App.
Lohnt sich der Umstieg von der X5 auf die X6?
Nach meinem Praxistest: Wenn dir Bildqualität und Akkulaufzeit wichtig sind und du regelmäßig 360°-Material schneidest, ja – der Sprung ist deutlich größer als der von der X4 auf die X5. Filmst du überwiegend bei gutem Licht und bist mit deiner X5 zufrieden, kannst du dir das Geld sparen – zumal die X5 den KI-Regisseur per Update nachgereicht bekommt.
Für wen ist die X4 Air gedacht?
Für alle, die günstige in das Thema 360° einstiegen wollen und für die, die bis aufs Gramm gewichtsotimiert unterwegs sind.
Passen die Wechselobjektive der X5 auf die X6?
Nein. Die X6 nutzt das neue Lens Design 2.0, X5 und X4 Air die Version 1.0. Dafür soll der Austausch einer einzelnen X6-Linse deutlich günstiger werden – und der Wechsel selbst ist einfacher geworden, das habe ich schon ausprobiert.
X4 Air und X5 sind untereinander auch nicht kompatibel.
Kann ich meine X5-Akkus in der X6 weiterverwenden?
Nein – das habe ich beim Auspacken direkt getestet: Der X5-Akku passt nicht. Die X6 hat einen eigenen, größeren Akku (2.600 mAh) und dazu ein neues Ladecase für zwei Akkus.
Auch hier gilt: X4 Air und X5 sind untereinander auch nicht kompatibel.
Was kostet die Insta360 X6?
Die X6 startet bei 699 € im Standard-Bundle (Kamera, Akku, Kabel, Tasche); Bundles mit Selfiestick, Ladecase oder Tauchgehäuse liegen zwischen 749 und 942 €. Zum Vergleich, Stand August 2026: Die X5 liegt bei rund 590 €, die X4 Air ist deutlich darunter positioniert.
Brauche ich ein Abo, um die KI-Funktionen zu nutzen?
Auto Edit 2.0 und der KI-Regisseur laufen ohne Abo. Nur Moments Pro (Cloud-Rendering) braucht Insta360+ und Credits.
Mein Fazit
Die drei Modelle sind klarer getrennt, als die gemeinsame 8K-Aufschrift vermuten lässt. Die X6 bietet nicht nur höhere Zahlen, sondern echte Hardware-Vorteile: größere Sensoren, 10 Bit, 8K/50, 4K/120, längere Laufzeit. Die X5 bleibt die vernünftigste Empfehlung für alle, denen der Flaggschiff-Aufpreis zu viel ist – die komplette 360°-Erfahrung ohne Flaggschiff-Preis. Und die X4 Air gewinnt da, wo keine Tabelle hilft: beim Geldbeuel und auf der Waage.
Nach meiner bisherigen Zeit mit der X6 kann ich so viel sagen: Rein von den technischen Daten her hätte ich nicht gedacht, dass die Kamera im Vergleich zur X5 nochmal so eine Schippe drauflegt. Die X5 war schon richtig gut, aber die X6 ist nochmal deutlich besser – so weit, dass ich sie in den meisten Fällen inzwischen einer klassischen Actioncam vorziehe. Meinen ersten ausführlichen Praxistest siehst du hier:
Den kompletten Erfahrungsbericht mit allen Details findest du inzwischen hier auf dem Blog.
Und wenn du über den Insta360-Tellerrand schauen willst: Die spannendste Alternative außerhalb des Systems bleibt die DJI Osmo 360 – wie sie sich gegen die X5 schlägt, habe ich im großen Praxisvergleich getestet.
Du hast Fragen zu den drei Kameras oder eigene Erfahrungen? Schreib mir an marc@reisezoom.com.
Transparenz: Ich arbeite seit Jahren mit Insta360 zusammen, und die hier gezeigten Kameras hat mir Insta360 kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Einschätzungen bleiben davon unabhängig – das kennst du aus meinen bisherigen Tests.