„Welche nimmst du mit, wenn’s leicht sein muss?“ – die Frage kriege ich unter meinen Kamera-Videos ständig. Und ehrlich: Ich hab die drei heißesten Kandidatinnen monatelang abwechselnd im Rucksack gehabt – die Sony Alpha 7C II, die Canon EOS R8 und die Panasonic Lumix S9. Alle drei sind die „kleinen Schwestern“ bekannter Vollformat-Modelle, alle drei wollen dasselbe: voller Sensor, wenig Gewicht. Nur lösen sie das komplett unterschiedlich. Ich zeig dir, wo jede glänzt, wo sie mich genervt hat – und welche am Ende bei mir geblieben ist.

Kurz für Eilige: Mein Griff fürs leichte Reisen ist die Canon EOS R8 – wegen Ergonomie und Handling, damit komme ich am schnellsten klar. Die Sony A7C II ist die vielseitigste (33 MP, der beste Autofokus im Feld), die Lumix S9 die kleinste und die Video-Spielwiese (LUTs direkt in der Kamera, Open Gate 6K) – für mich ohne Sucher und Griff aber nur eine Zweitkamera.

Alle drei nebeneinander, in die Hand genommen und durchgetestet, siehst du hier im Video:

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Die „kleinen Schwestern" der großen Stars

Jede der drei hat einen großen Bruder oder eine große Schwester, der sie verblüffend ähnlich sind:

  • Sony Alpha 7C II: die kompakte Verwandte der beliebten Alpha 7 IV. Sie kombiniert einen 33-Megapixel-Sensor mit einer eigenen KI-Einheit für die Motiverkennung – also viel Technik im kleineren Gehäuse.
  • Canon EOS R8: die abgespeckte EOS R6 Mark II. Tolle Ergonomie, guter elektronischer Sucher, dabei erstaunlich leicht.
  • Panasonic Lumix S9: die kleine Schwester der Lumix S5 II. 24 Megapixel Vollformat, viele Videofunktionen – und das kleinste Gehäuse im Vergleich.
Sony A7C II, Canon EOS R8 und Panasonic Lumix S9 von oben im Größenvergleich
Von oben sieht man die Unterschiede am besten: links die Lumix (die kleinste), in der Mitte die Canon mit dem RF 24-240 (die größte Kombi), rechts die Sony.

So ähnlich sie ihren Vorbildern sind: An ein paar Stellen wurde bei allen dreien gespart, und genau das solltest du vor dem Kauf wissen.

  • Weniger Bedienung: Alle drei haben weniger Knöpfe, und keine einzige hat einen Joystick für den Fokuspunkt. Im Alltag gewöhnt man sich dran, aber am Anfang hat mich das schon gebremst.
  • Nur ein Kartenslot: Für mich völlig okay, für professionelle Jobs mit Backup-Zwang ist das ein echtes Ausschlusskriterium.
  • Sony A7C II: kleinerer Sucher als in der 7 IV und nur ein elektronischer erster Verschlussvorhang. Der 33-Megapixel-Sensor und der BIONZ-XR-Prozessor spielen in derselben Leistungsklasse; beim Autofokus legt die C II mit ihrer KI-Einheit nach, und ihr Stabilisator ist auf bis zu sieben Stufen ausgelegt.
  • Canon EOS R8: kein interner Bildstabilisator (IBIS) und ein kleinerer Akku. Klingt nach viel Verzicht – hat mich in der Praxis aber weniger gestört, als ich dachte (dazu unten mehr).
  • Panasonic Lumix S9: hier wurde am radikalsten geschrumpft – kein Sucher, kein Griff, gar kein mechanischer Verschluss. Der Blitzschuh ist nur ein Cold Shoe ohne Kontakte, du kannst darüber also weder Blitz noch Mikrofon ansteuern. Leicht ist sie, keine Frage – aber der Preis dafür ist spürbar.
Rückseiten von Sony A7C II, Canon EOS R8 und Lumix S9 mit den Bedienelementen
Von hinten: Sony Alpha 7C II, Canon EOS R8, Panasonic Lumix S9. Viel Bedienung fehlt überall – einen Joystick sucht man an allen dreien vergeblich.
Die drei im direkten Vergleich
Eigenschaft Sony Alpha 7C II Canon EOS R8 Panasonic Lumix S9
Abmessungen 124 x 71.1 x 63.4 mm 132.5 x 86.1 x 70 mm 126 x 73.9 x 46.7 mm
Gewicht (mit Akku + Karte) 514 g 461 g 486 g
Auflösung 33 Megapixel 24.2 Megapixel 24.2 Megapixel
Bildstabilisator 5-Achsen IBIS Kein IBIS 5-Achsen IBIS
Sucher 2.36 Mio. Punkte 2.36 Mio. Punkte Kein Sucher
Mechanischer Verschluss Ja (2. Vorhang) Ja (2. Vorhang) Nein (rein elektronisch)
Bajonett Sony E Canon RF L-Mount
Kartenslots 1 1 1

Die Maße und Gewichte in der Tabelle stammen direkt von Sony, Canon und Panasonic.

Sony Alpha 7C II: kompakt und am vielseitigsten

Die Sony Alpha 7C II ist die flexibelste Kamera in meinem Vergleich und steckt fast alles aus der größeren Alpha 7 IV in ein kleineres Gehäuse. Der 33-Megapixel-Sensor löst sichtbar feiner auf als die 24 MP der beiden anderen – wenn du gern beschneidest oder großformatig druckst, ist das dein Trumpf. Der 5-Achsen-Stabilisator gleicht das Zittern aus der Hand zuverlässig aus.

Auf meinen Touren war das Tamron 28-200mm F2.8-5.6 mein Lieblingsobjektiv an der Sony: enormer Brennweitenbereich, trotzdem kompakt. Vom Weitwinkel bis zur Nahaufnahme einer Biene ist alles drin – und bei den Insekten hilft die richtig gute Insektenerkennung der Sony spürbar mit.

Nahaufnahme einer Biene, aufgenommen mit der Sony Alpha 7C II und Insekten-Autofokus
Dank Insekten-AF gelingen solche Fotos mit der Sony fast von allein.

Auch beim Video macht sie kaum Kompromisse: 4K30p ohne Crop, 4K60p mit Crop, intern 10 Bit 4:2:2, dazu S-Log3 und S-Cinetone. Mehr braucht kaum jemand, der nebenbei filmt. Wie sich die Sony im Alltag anfühlt, siehst du hier:

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Ehrlich bleibt: Sie ist die schwerste und teuerste der drei. Wenn du schon eine Alpha 7 IV hast, holst du dir mit der C II vor allem die kleinere Bauform – als Zweitkörper lohnt das für mich nur bedingt. Als Hauptkamera dagegen ist sie ohne Wenn und Aber zu empfehlen.

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Canon EOS R8: Ergonomie schlägt Datenblatt

Die Canon EOS R8 ist die Kamera, die bei mir am längsten geblieben ist – sie ist meine Hauptkamera. Auf dem Papier hat sie den größten Verzicht (kein IBIS, kleiner Akku), in der Hand liegt sie aber so gut, dass ich das im Alltag kaum merke. Der 24,2-Megapixel-Sensor hat bei mir noch nie enttäuscht, und die Bedienung geht mir schneller von der Hand als bei den anderen beiden.

Auf Wanderungen ist fast immer das Canon RF 24-240mm F4-6.3 IS USM drauf. Ein einziges Objektiv vom Weitwinkel bis zum Tele – genau dafür bin ich überhaupt ins R-System gewechselt. Die Kombi ist mein Kompromiss aus „nur eine Linse dabei“ und „trotzdem alles fotografieren können“.

Welle an der Küste, fotografiert mit der Canon EOS R8 und dem RF 24-240mm
Ein Objektiv, der ganze Zoombereich: die R8 mit dem RF 24-240mm unterwegs an der Küste.

Beim Video legt die R8 sogar nach: 4K60p ohne Crop, intern 10 Bit 4:2:2, Canon Log 3 für mehr Spielraum in der Nachbearbeitung. Der Dual Pixel CMOS AF II zieht den Fokus im Film sauber mit – da muss ich mich auf nichts konzentrieren außer aufs Motiv. Mehr dazu im Video:

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Der ehrliche Haken sitzt beim Objektivpark: Bei Autofokus-Objektiven für das volle Kleinbildformat ist die Auswahl außerhalb von Canon weiterhin deutlich kleiner als bei Sony E oder L-Mount. Sigma und Tamron bieten zwar inzwischen lizenzierte RF-S-Objektive an, an der Vollformat-R8 arbeiten diese aber nur im APS-C-Crop. Ich fahre mit Canons kleinen RF-Linsen trotzdem gut:

  • RF 24-240mm (mein Immerdrauf)
  • RF 50 F1.8
  • RF 28 F2.8
  • RF 16 F2.8

Auch wenn du schon eine größere Canon wie die R6 Mark II hast, ist die R8 eine feine, leichtere Ergänzung für den Rucksack.

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Panasonic Lumix S9: winzig und ein Video-Spielplatz

Die Panasonic Lumix S9 ist die kleinste im Vergleich und richtet sich an alle, die maximale Mobilität wollen. 24-Megapixel-Vollformat plus interner Stabilisator, dazu ein Gehäuse, das kaum größer ist als manche APS-C-Kamera. Panasonic hat bewusst Sucher und mechanischen Verschluss weggelassen, um sie so klein zu bekommen.

Draufgeschraubt hatte ich meist das Lumix S 28-200mm F4-7.1 Makro O.I.S. – vielseitig und leicht, sodass du vom Weitwinkel bis zum Tele nichts nachschleppen musst. Diese Kombi hat mich wirklich überzeugt.

Panasonic Lumix S9 mit 28-200mm in der Wolfsschlucht
Mit der Lumix S9 und dem 28-200mm war ich in der Wolfsschlucht – ein Abenteuer für Groß, Klein und Tier.

Video ist klar ihre Paradedisziplin: 4K30p ohne Crop, 4K60p mit Crop und – das Highlight – Open Gate 6K, das den ganzen Sensor nutzt. Intern 10 Bit 4:2:2, V-Log, und du kannst LUTs direkt in der Kamera anwenden, sodass dein Look sofort sitzt. Zusammen mit der L-Mount-Allianz (Panasonic, Leica, Sigma) hast du eine riesige Objektivauswahl. Was die S9 sonst noch kann, zeige ich dir hier:

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Trotzdem tue ich mich schwer, sie als Hauptkamera zu empfehlen. Der fehlende Sucher und die kleine, grifflose Front sind zwei Dinge, die mich immer wieder aufs Neue nerven – bei Sonne aufs Display schauen ist kein Spaß. Als leichte Zweitkamera zu einem bestehenden L-Mount-Setup ist die S9 aber ein echter Gewinn.

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Welche passt zu dir?

Nach Monaten mit allen dreien würde ich es so zusammenfassen:

  • Du willst die beste Allround-Bildqualität und den stärksten Autofokus? → Sony A7C II. Die 33 MP und die Motiverkennung sind ihr Vorsprung.
  • Du willst eine Kamera, die sich einfach richtig anfühlt und alles mitmacht? → Canon EOS R8. Mein Griff für fast jede Tour.
  • Du filmst viel und willst das kleinste Gehäuse? → Lumix S9. Open Gate, LUTs und Winzformat – solange du ohne Sucher klarkommst.

Häufige Fragen zu Sony A7C II, Canon EOS R8 und Lumix S9

Welche der drei ist die beste Reisekamera?

Für mich die Canon EOS R8, weil Ergonomie und Handling am besten zu meinem Stil passen. Wenn du Wert auf maximale Auflösung und Autofokus legst, ist die Sony A7C II vorn; suchst du das absolut kleinste Gehäuse fürs Filmen, die Lumix S9.

Welche hat den besten Autofokus?

Die Sony A7C II – ihre Motiv- und Insektenerkennung ist im Feld am zuverlässigsten. Canons Dual Pixel CMOS AF II in der R8 ist aber dicht dran und beim Video richtig stark.

Ist der fehlende Sucher der Lumix S9 ein Problem?

Für mich ja – bei Sonne nur aufs Display zu schauen, nervt auf Dauer, und ohne Griff liegt sie unruhiger in der Hand. Wenn du ohnehin meist am Display arbeitest und Video-lastig unterwegs bist, fällt es weniger ins Gewicht.

Welche ist die beste Kamera für Video?

Die Lumix S9: Open Gate 6K, LUTs direkt in der Kamera und V-Log. Aber auch Sony und Canon filmen intern in 10 Bit 4:2:2 – schlechte Wahl gibt es hier keine.

Lohnt sich Vollformat für unterwegs überhaupt?

Kommt drauf an, wie viel Gewicht und Geld du investieren willst. Ich habe die Frage in einem eigenen Beitrag ehrlich durchgespielt: Muss es wirklich Vollformat sein?

Mein Fazit

Alle drei sind beeindruckende, kompakte Ableger ihrer großen Geschwister – und keine davon macht einen echten Fehler. Die Wahl hängt an deinem Stil.

Für mich bleibt die Canon EOS R8 die beste Wahl. Ergonomie und Handhabung passen einfach am besten zu mir, und der fehlende Bildstabilisator sowie der kleinere Akku haben mich in über einem Jahr Nutzung nie wirklich gestört.

Vergiss bei aller Body-Wahl das Objektivangebot nicht – das entscheidet oft mehr als die Kamera selbst. Das RF 24-240mm war für mich der wichtigste Grund, ins R-System zu gehen. Tamron an der Sony und das 28-200mm an der Lumix haben aber ebenso ihre Stärken.

Und die vielleicht wichtigste Frage zum Schluss: Muss es überhaupt Vollformat sein, wenn es klein und leicht werden soll? Meinen ausführlichen Gedanken dazu habe ich oben verlinkt.

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