Ich bin Marc, begeisterter Papa, Blogger, Foto- und Reisefuzzi.

Als Familie sind wir jedes Jahr zwei bis drei Monate unterwegs. Immer dabei sind verschiedene Kameras, um das Erlebte festzuhalten.

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Die Canon EOS M100 konnte ich 4 Wochen lang in der Praxis testen, meine Erfahrungen und ob es die richtige Kamera für dich ist, erfährst du hier in meinem Testbericht.

Der Inhalt:

Die geschätzte Lesezeit liegt bei ca. 15 Minuten. Zum Kommentieren solltest du drei Minuten einplanen und zum Teilen mit deinen Freunden eine weitere Minute.

Test: Canon EOS M100 – so schlägt sich die Kamera in der Praxis

Die Canon EOS M100 ist die erste kleine M, die mir halbwegs sympathisch ist. Die allererste M empfand ich als lahmen Traktor, die M10 ging so und die M100 ist auf einem guten Weg.

Diese Sympathie kommt aber nicht nur von der Kamera, sondern liegt auch an mir und meiner Entwicklung über die letzten Monate.
So bin ich die letzten 12 Monate ausnahmslos mit Kameras ohne Sucher unterwegs und ausnahmslos mit Kameras mit Touchscreen. Ich bin also daran gewöhnt.

Außerdem reduzierte ich mein Gepäck radikal, sodass es mir leichter fällt mich einzuschränken, weil es gleichzeitig mehr Platz, weniger Gewicht und mehr Freiheit bedeutet. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich zwischenzeitlich so viel mit dem Smartphone fotografiere. Aber das ist ein anderes Thema.

Sagen will ich damit nur, dass du dich bei der Canon EOS M100 einschränken musst. Es ist eine radikal reduzierte Kamera, die nicht viel kann. Das, was sie kann, macht sie aber gut.

Die technischen Daten im Vergleich

Vergleich Canon EOS M5 vs Canon EOS M6 vs Canon EOS M3 vs Canon EOS M100 vs. Canon EOS M10
EOS M5EOS M6EOS M3EOS M100 EOS M10
Abmessungen (BxHxT)115.6 x 89.2 x 60.6 mm112.0 x 68.0 x 44.5 mm110.9 x 68.0 x 44.4 mm108.2 x 67.1 x 35.1 mm 108.0 x 66.6 x 35.0 mm
Gewicht inkl. Akku und Speicherkarte427 g390 g366 g302 g301 g
Auflösung (Effektiv in Megapixel)24.224.224.224.218
BildprozessorDIGIC 7DIGIC 7DIGIC 6DIGIC 7DIGIC 6
ISO-Empfindlichkeit100 – 25.600100 – 25.600100 – 12.800100 – 25.600100-12.800
Verschlusszeiten30 – 1/4000 Sek.30 – 1/4000 Sek30 – 1/4000 Sek.30 – 1/4000 Sek.30 – 1/4000
Serienaufnahme Bilder / Sek.994.26.14.6
VideoMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60pMP4 Full HD 60p
Wi-Fi & NFCjajajajaja
Bluetoothjajaneinjanein
Zubehörschuhjajajaneinnein
LCD schwenkbarja 90" hoch / 180° runterja 180" hoch / 45° runterja 180" hoch / 45° runter180° nach oben180° nach oben
Auflösung Display (Pixel)1.620.0001.040.0001.040.0001.040.0001.040.000
Display Größe3.2"3"3"3"3"
Touchscreenjajajajaja
Auflösung Sucher (Pixel)2.360.0002.360.000 (optional)2.360.000 (optional)--
Wasserwaagejajajaneinnein
Internter Bildstabilisatorneinneinneinneinnein
abgedichtetes Gehäuseneinneinneinneinnein
GPSneinneinneinneinnein
Anzahl Fokuspunkte4949494949
Dual Pixel AFjajaneinjanein
Laden per USBneinneinneinneinnein
Akkulaufzeit (Bilder)295295250295255
Preis949,99 €652,65 €398.44 €475.00 €238.94 €

* Preise von Amazon.de; Stand: 06.10.2017

Hier findest du einen ausführlichen Vergleich aller Canon EOS M-Modelle von mir.

Die vollständigen technischen Daten gibt es bei Canon.de:

Mein Test der Canon EOS M100 als Video

Das kann die EOS M100

Tolle Fotos im Automatikmodus

Der größte Pluspunkt der EOS M100 ist ihr Automatikmodus. Dieser funktioniert irre gut und macht eigentlich immer das, was er soll.
Manuelle Einstellungen sind mit den wenigen Knöpfen (mit etwas Gewöhnung) zwar halbwegs gut zu machen, aber das ist selten nötig.
Während meines Tests fotografierte ich zunächst noch in Blendenpriorität, mit der Zeit aber fast nur noch in der Automatik. Wozu nachdenken, wenn die Kamera das für mich übernimmt und sie gleiche oder zumindest ähnliche Einstellungen wählt, wie ich es gemacht hätte.

Ein Fischerboot im Hafen von Port d’Andratx [ISO 100 – 17mm – f/8.0 – 1/320 Sek.]

Einziger Knackpunkt … die Automatik geht manchmal unnötigerweise mit der ISO-Empfindlichkeit nach oben, obwohl es wirklich noch nicht sein müsste. In der Regel siehst du das im Bild aber nicht und merkst es bei der Nachbearbeitung auch nicht.
Das ist nur eine Art “Wurm” im Bauch, weil du von früher noch weißt, dass die ISO-Empfindlichkeit uuuunbedingt so niedrig wie nur möglich bleiben soll.

Die Canon schießt aber auch bei ISO 6400 noch brauchbare Bilder, du kannst den Wurm also Wurm sein lassen und musst dich über die höhere ISO-Empfindlichkeit nicht ärgern.

JPEG Out of Cam: ISO 6400 – 15mm – f/3.6 – 1/25 Sek.

Gute Videos in Full HD ohne viel Hirnschmalz

Was für Fotos gilt, gilt auch für Videos. Auch hier drehst du im Automatikmodus tolle Filmchen, ohne dir vorher großartig über die Einstellungen Gedanken zu machen.

Timelapse-Videos von Haus aus

Viel einstellen kannst du im Videomodus der EOS M100 nicht. Ein tolles Feature ist jedoch der Zeitraffer-Modus. Dieser ist einfach zu bedienen und liefert schöne Ergebnisse.

Ein Beispiel:

Leider gilt auch für den Zeitraffer Modus, dass du nicht viel einstellen kannst und die maximale Aufnahmedauer ist auf eine Stunde begrenzt.

Manuelle Steuerung mit etwas Gewöhnung

Ich sagte es oben schon, du kannst die Kamera auch manuell steuern, also Belichtungszeit, Blende, ISO-Empfindlichkeit und Weißabgleich vollkommen frei einstellen.
Wegen der wenigen Knöpfe musst du dich allerdings zuerst an die Bedienung gewöhnen, damit das auch flott funktioniert.
Neben dem Automatikmodus und der manuellen Steuerung beherrscht die M100 auch die Zeitautomatik (Av), die Blendenautomatik (Tv) und die Programmautomatik (P).

Szenen und Kreativ-Modi

Szenenwahl und Kreativ-Modi bietet die EOS M100 natürlich auch.
Ich benutze diese zwar nie, der Vollständigkeit halber, will ich sie aber erwähnen. Es gibt:

  • Hybrid Auto
  • Kreativassistent
  • Selbstporträt
  • Porträt
  • Glatte Haut
  • Landschaft
  • Nahaufnahme
  • HDR-Gegenlicht
  • Körnigkeit S/W
  • Weichzeichner
  • Spielzeugkamera-Effekt
  • Miniatureffekt
  • HDR

Wie gesagt, ich nutze diese Modi nicht. Was ich jedoch nutzen würde – was aber fehlt – wäre ein Panoramamodus und ein Assistent für Sternspuren.

Neu in dieser Liste (zumindest habe ich es bei der M100 das erste Mal bewusst wahrgenommen) ist HDR-Gegenlicht. Im Gegensatz zum normalen HDR-Modus versucht die Kamera die Schatten dabei noch stärker aufzuhellen. Bei großen Helligkeitsunterschieden funktioniert das ganz gut, ansonsten produziert dieser Modus ein ausgewaschenes Bild.

HDR-Gegenlicht am Strand von Peguera (Out of Cam)

Guter Adapter für große EF-S-Objektive

Direkt von Canon gibt es nicht viele EF-M-Objektive. Dafür gibt es eine Fülle von grandiosen Objektiven für die “großen” Kameras von Canon. Mittels Adapter kannst du all diese Objektive auch an der M betreiben und sogar den Autofokus nutzen.
So werden deine alten EF-Objektive nicht nutzlos, außerdem ist die M100 so auch eine ideale Backupkamera, falls mit der “Großen” irgendwas sein sollte.

Direkt mit der M100 konnte ich den Adapter nicht testen. Einen Test mit der M5 und M10 und dem Adapter habe ich aber schon durchgeführt, mit der M100 sollte es also genauso gut funktionieren.

Das kann die EOS M100 nicht

Ich sagte es oben schon, bei der Kamera musst du dich einschränken. Sie kann nicht viel und das ist auch völlig in Ordnung. Ein paar Dinge nerven jedoch und würden das Leben und das Arbeiten mit der M100 vereinfachen.

Kein Laden per USB

Für mich der größte Nachteil überhaupt. Die EOS M100 lässt sich nicht per USB aufladen. Das wenige Gepäck, von dem ich oben gesprochen habe, musst du mit der M100 also um ein Ladegerät erweitern. Das nervt!

Je nachdem, musst du auf deine Fototour sogar einen Ersatzakku mitnehmen, denn das Laden über eine Powerbank funktioniert logischerweise auch nicht.

Total kurios ist übrigens der USB-Port. Anstatt des ansonsten überall verwendeten Micro-USB, hat Canon einen Mini-USB verbaut. Da sich die Kamera darüber nicht laden lässt, ist das nicht ganz so wild, willst du aber Daten per USB übertragen, musst du ein zusätzliches Kabel einpacken.

Keine Ahnung, was sich Canon dabei gedacht hat.

Das Beweisfoto: So sieht die USB-Buchse der M100 aus. Krasser Scheiß! 😀

Kein Panoramamodus, keine Sternspuren, kein Bracketing

Leider kenne ich das von Canon schon, die Kameras kommen ohne Panoramamodus. Aquarell-Effekt, Spielzeugkamera und sonstige Müll-Effekte, kannst du mit der M100 machen. Ein Panoramamodus hingegen wäre richtig sinnvoll … gibt es leider nicht. Mist!

Auch der tolle Sternspuren-Effekt aus den GxX-Kameras fehlt bei der M100 und die Einstellungen für Belichtungsreihen wirst du auch nicht finden.

Bedienung ohne Touchscreen praktisch nicht möglich

Ich testete die Kamera zum Großteil auf Mallorca, das Display ließ sich auch bei Sonneneinstrahlung noch halbwegs erkennen und die Kamera somit bedienen.
In Lappland, bei Minusgraden mit Handschuhen, hätte das ganz bestimmt nicht mehr so gut funktioniert.
Willst du bei der Canon irgendwas einstellen, kommst du meist nicht drumherum, den Touchscreen zu nutzen. Das ist nicht schlecht, das ist einfach das Konzept der Kamera, es gibt aber Situationen, in denen dich dieses Konzept einschränkt. (Nicht nur mit Handschuhen, über den Touchscreen lässt sich die Kamera auch langsamer bedienen, als mit echten Knöpfen und Drehrädern.)

Kein GPS

Merkst du was? Die EOS M100 ist super klein und leicht, ideal also, um sie überall hin mitzunehmen. Blöd nur, dass du hinterher keine GPS-Koordinaten in den Bildern hast.
Du kannst die Daten zwar über die Smartphone-App einpflegen, aber das ist eine Krücke.

Keine Wasserwaage

Ein schiefer Horizont in deinen Bildern ist murks. Viele Kameras haben deshalb eine eingebaute Wasserwaage und unterstützen dich, solchen Murks zu vermeiden. Bei der M100 fehlt die Wasserwaage.

Wenig EF-M-Objektive direkt von Canon

Eine weitere Krücke ist der Fuhrpark an Objektiven direkt von Canon für den EF-M-Anschluss.
Es gibt nur 7 Objektive von Canon direkt für EF-M, das ist ein Armutszeugnis. Reicht dir das Angebot an Objektiven nicht, musst du entweder auf den Adapter ausweichen, was dein Gepäck wiederum größer und schwerer macht, oder du guckst dich bei Fremdherstellern um.
Der Nachteil dort: Diese Objektive arbeiten alle ohne Autofokus und übertragen die eingestellten Werte nicht an die Kamera.

Keine Videos in 4K

Jedes Mittelklasse-Smartphone filmt heutzutage in 4K, auch die neueren Edelkompakten von Sony und Panasonic unterstützen 4K-Aufnhahmen und die aktuellen Systemkameras von Sony, Fuji, Panasonic und Olympus können auch (fast) alle in 4K aufnehmen.
Canon hat hier, also eine Art negatives Alleinstellungsmerkmal.

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass eine Kamera, die 2017 erscheint, Videos in 4K aufzeichnen kann.

Die EOS M100 kann es nicht. Bei Full-HD ist Schluss und auch Zeitlupe gibt es keine richtige. Gefilmt wird maximal in 50 Bilder/Sek.

Mäßige Tonqualität & kein Mikrofoneingang

Eigentlich gefällt mir der Ton der EOS M100 … es rauscht allerdings. Einen Mikrofoneingang erwarte ich hier gar nicht, da der Ton aber nur mäßig ist, vermisse ich ihn doch.

Keine Möglichkeit für einen optionalen Sucher

Bei der EOS M3 und M6 kannst du einen optionalen Sucher aufstecken und bist somit für jede Lichtsituation gewappnet.
Ich fotografiere schon lange ohne Sucher und vermisse das Ding deshalb auch nicht. Willst du mit Sucher fotografieren, ist die Canon EOS M100 nichts für dich.

Kein elektronischer Verschluss

Drückst du den Auslöser der M100, kracht es! Der Verschlussvorhang macht das typische (und eigentlich auch tolle) Auslösegeräusch.
Das ist so lange egal, so lange du damit niemanden störst.
Während meines Tests besichtigte ich mit der Kamera die Kirche von Alcudia.
Eine schöne Kirche, die ich gern fotografiert hätte. Das ging aber nicht. In den Bänken saßen vereinzelt Menschen und beteten.
Es ist schon schlimm genug, dass ich mich trotzdem durch die Kirche schlich, mit dem lauten Klack des Auslösers wollte ich diese Menschen aber definitiv nicht stören. Also schoss ich das Foto mit dem Smartphone, denn die M100 bietet leider keine Möglichkeit vom mechanischen auf einen elektronischen Verschluss zu wechseln.

Immerhin habe ich mit der M100 ein (schiefes) Bild der Kirche von außen geschossen [ISO 100 – 32 mm – f/8.0 – 1/160 Sek.]

Fotografieren mit der EOS M100: Volle Lotte Spaß!

Auch wenn du bei der M100 viele Dinge manuell einstellen kannst, die größte Stärke liegt im Automatikmodus. Dieser ist verdammt gut und wählt fast immer die für die jeweilige Situation notwendigen Einstellungen korrekt.
Zusammen mit dem tollen DualPixel-Autofokus sind schöne Bilder garantiert.

Bei der M100 heißt die Devise: Draufhalten, Abdrücken, Freuen.
Mich hat auch gewundert, wie gut die Bilder im Automatikmodus wurden und so hatte ich richtig Spaß während meines Tests.

Die EOS M100 ist eben keine »richtige« Kamera.

Sehe es doch wie ein Smartphone, welches einen manuellen Modus bietet. Wie oft nutzt du den? So ist es auch bei der M100. Die M100 wurde hauptsächlich für den Automatikmodus gebaut und den beherrscht sie richtig gut.

Die Bilder überzeugen mich, die Schärfe sitzt, die Farben sind toll und wenn es sein muss, geben die Raws noch genügend Spielraum für die Nachbearbeitung.

Am Strand von Santa Ponsa (bearbeitetes Raw) [ISO 100 – 15mm – f/22 – 1/40 Sek.]

Auch bei schlechtem Licht muss sich die Canon nicht verstecken, ISO Empfindlichkeiten von 3200 oder sogar 6400 sind kein Problem, die Bilder sind brauchbar.
Einziger Haken an der Sache, der tolle Autofokus steigt gefühlt bei Dunkelheit etwas früher aus als bspw. der Autofokus meiner Sony a5100.

Die M100 hat zwar ein starkes AF-Hilfslicht, aber das ändert nichts daran. Bei Dunkelheit tut er sich schwer.

Filmen mit der EOS M100: Tolle Videos ohne Hirnschmalz

Eigentlich ist die M100 die ideale Filmkamera, denn auch hier überzeugt der DualPixel-Autofokus. Während meines Tests saß der Fokus nicht immer richtig, aber sehr sehr oft. Die wenigen Male, an denen die Kamera auf das falsche Objekt fokussierte, reichte ein Tippen auf den Touchscreen und alles war wieder gut.

Gefilmt wird mit der EOS M100 auch im Automatikmodus, die Kamera macht auch hier alles richtig.
Falls es gar nicht anders geht, gibt es auch einen komplett manuellen Modus, diesen nutzte ich jedoch nie.
Blenden- oder Zeitautomatik gibt es bei Videos nicht.

Dafür gibt es einen Zeitraffer-Modus, auch mit dem hatte ich sehr viel Spaß. Zeitraffer lassen sich leider nur bis zu maximal einer Stunde aufzeichnen und Belichtungszeit und ISO kannst du nicht manuell einstellen. Ein Sternenzeitraffer – wie z.B. mit der G7X II – kannst du mit der Canon EOS M100 deshalb nicht schießen.

Doof an den Videofunktionen ist, dass maximal 50 Bilder/Sek. aufgenommen werden können, dass die Kamera kein 4K kann und dass der Ton rauscht … aber darüber jammerte ich ja schon 😀

Canon EOS M100: Es ist es die richtige Kamera für dich?

Ohne Frage, die Kamera macht Spaß, sie schießt gute Bilder und der Preis ist auch halbwegs im Rahmen.
Für mich stellt sich aber die Frage, wo die Kamera positioniert werden soll. Als richtige, eigenständige Kamera ist sie mir zu minimalistisch. Mir fehlt die Belichtungsreihe, mir fehlen Knöpfe und Drehräder …
Eine EOS M6 wäre hier die bessere Wahl.

Als Verlängerung zum Smartphone – die immer dann zum Einsatz kommt, wenn die Smartphonekamera überfordert ist?
So bewirbt Canon die Kamera. Auf der Webseite steht »der perfekte nächste Schritt vom Smartphone zu unglaublicher Bildqualität«.
Dafür ist mir die Kamera aber fast schon zu groß, zudem fehlen viele Funktionen, die das Smartphone kann (GPS, Wasserwaage, Panorama, 4K).
Das kann es also auch nicht so richtig sein. Allein schon wegen der Größe würde ich hier eher zu einer G9X oder zu einer G7X Mark II greifen.

Und als Lifestile-Gadget dient sie auch nicht. Dafür ist die Kamera in meinen Augen nicht hübsch genug, da helfen die verschiedenen Farbvarianten und die bunten Hüllen auch nicht. Für diesen (für mich als Mann eh fragwürdigenden Einsatz) fällt mir in dieser Preisklasse spontan eine Olympus Pen E ein. Oder von Canon die EOS M6.

Mit Hülle: Nicht hässlich, es gibt aber schickere Kameras.

Bleibt der Einsatzzweck als Backup für eine große EOS. Ohne Frage, zusammen mit dem Adapter ist die M100 ideal dafür!

Die M100 für Einsteiger?

Du meinst vielleicht, dass die EOS M100 eine gute Einsteigerkamera sei. Nicht zu teuer und trotzdem gute Qualität.

Das stimmt, aber ich sehe das nicht so.

Kommst du von einer Kompaktkamera oder von Smartphone, hast du sicherlich ein Erfolgserlebnis mit der M100. Allein schon der mechanische Verschluss gibt dir das Gefühl etwas »ordentliches« in der Hand zu haben und von den Bildern wirst du auch nicht enttäuscht sein. Garantiert!

Aber ob du dich mit der M100 mehr mit den verschiedenen Einstellungen beschäftigen wirst? Ich bezweifle das.

Stell dir vor, du steigst als Beifahrer von einem Trabi in eine S-Klasse um. In der S-Klasse ist alles angenehmer, besser, schöner … aber so lange du nur Beifahrer bist, wirst du kein besserer Autofahrer und so bald du eine Parklücke suchst, wünschst du dir vielleicht den Trabant wieder zurück.

So ähnlich sehe ich das bei der M100 auch.

Willst du in das Thema »Fotografie« tiefer einsteigen, rate ich dir zu einer Kamera, die es dir einfacher macht, auch außerhalb des Automatikmodus zu arbeiten. Eine Canon EOS 1300d ist dann vielleicht die richtige für dich oder eine Sony a6000 oder mein Favorit, die Canon G7X Mark II.

Fazit: Bedingt empfehlenswert

Auch wenn die EOS M100 all das gut macht, was sie kann, kann ich sie dir nur bedingt empfehlen.

Die Kameras aktueller Smartphones sind so verdammt gut, dass der Griff zu einer »richtigen« Kamera immer seltener wird. Weiß ich aber schon vorher, dass mir das Smartphone für mein Vorhaben nicht reicht, packe ich eine richtige Kamera ein, mit der ich ordentlich arbeiten kann. Die darf dann ruhig auch etwas größer sein.
Das ist die EOS M100 für mich nicht.

Die EOS M100 ist aber auch zu groß, um sie immer dabei zu haben, falls das Smartphone nicht ausreicht. Da wäre eine Edel-Kompaktkamera wie eine G9X oder einen G7X Mark II die bessere Wahl.

Was meinst du?

Meine Kaufempfehlungen

Da ich die M100 nur bedingt empfehlen kann und ich sie mir nicht kaufen würde, will ich dir aber 2 Alternativen an die Hand geben, die ich mir stattdessen kaufen würde.

Ich bleibe bei meinen Empfehlungen bei Canon, natürlich gibt es auch von anderen Herstellern tolle Kameras, aber das würde den Rahmen sprengen. Wenn du dazu Fragen hast, kannst du diese in einem Kommentar formulieren oder mir schreiben.

Kaufempfehlung 1: Die Canon G7X Mark II

Die Canon G7X Mark II

Die G7X Mark II kam schon öfter in diesem Beitrag vor.
Die wichtigsten Unterschiede zur EOS M100:

  • kleiner
  • leichter
  • mehr Bedienelemente
  • mehr Funktionen
  • nach unten klappbares Display
  • festverbautes Objektiv
  • kleinerer Sensor
  • kein DualPixel-Autofokus
  • Laden per USB

Falls du vom kleineren Sensor und dem festverbauten Objektiv abgeschreckt wirst … in Sachen Brennweite und Lichtstärke ist die G7X der EOS M100 mit Kit-Objektiv überlegen.
Einzig beim Dynamikumfang und der Schärfe würde ich der M100 den Vorzug geben. Ich bin aber kein Pixelpeeper und guck mir lieber an, wie sich die Kamera in der Praxis schlägt.
In den allermeisten Fällen wirst du da mit der G7X besser fahren, als mit der EOS M100.

Kaufempfehlung 2: Die Canon EOS M6

Die Canon EOS M6

Auch die M6 kam schon öfter im Beitrag vor. Von der Bildqualität und dem Autofokus ist sie auf Augenhöhe mit der M100, schließlich ist der gleiche Sensor und Autofokus in der Kamera verbaut.
Zusätzlich hat die M6 ein griffigeres Gehäuse, mehr Bedienelemente und mehr Funktionen.

Kurz gesagt: Die M6 ist überall ein bisschen besser als die M100, dafür aber auch größer und kostet mehr.

Für welche Kamera hast du dich entschieden oder hast du vielleicht eine M100 und wie setzt du diese ein?

Bist du zum ersten Mal auf meinem Blog? Hier erkläre ich dir, worum es bei Reisezoom.com geht.
Gefallen dir meine Fotos? Hier stelle ich dir meine aktuelle Fotoausrüstung vor.

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Offenlegung:
Die EOS M100 wurde mir von Canon Deutschland für 4 Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich habe für diesen Beitrag kein Geld erhalten, dieser Beitrag ist keine Werbung, sondern spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider und soll dich und andere Leser bei deiner Kaufentscheidung unterstützen.

2 Kommentare zu “Test: Canon EOS M100 – so schlägt sich die Kamera in der Praxis

  1. Gerd

    Ich frage mich ernsthaft, wie Du mir der EOS M10 „ohne Speicherkarte“ fotografiert hast ?
    Denn wenn Du eine Speicherkarte in die EOS M10 rein getan hättest, dann hättest Du gemerkt,
    das auch die M10 das Speicherkartenfach seitlich hat, genauso, wie die M100 . . .

    1. Marc Autor des Beitrags

      Echt? Ach verdammt, ich hatte einfach zu viele EOS Ms in der Hand. Da bin ich wohl durcheinander gekommen.
      Danke für den Hinweis, ich schreibe es in die Videobeschreibung.

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