Test: Canon EOS M10 in der Praxis – meine Meinung

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Nach dem mich die EOS M nur mäßig begeisterte, war ich um so gespannter, wie sich der Nachfolger schlägt.
Die EOS M10 begleitete mich die letzten Wochen, Zeit für ein Fazit!

Die Canon EOS M10 ist das speigellose Einstiegsmodell bei Canon. Die Kamera richtet sich an Menschen, die gerne im Automatikmodus fotografieren und trotzdem hin und wieder das Objektiv wechseln.

Mir fiel es schwer, mich darauf einzulassen, weil ich selten im Automatikmodus fotografiere und die manuellen Modi der M10 schwer zu bedienen sind.
Nach einer Weile nutzte ich die kleine EOS wie eine Kompaktkamera: Point and Shoot!
Auslösen über das Display macht sogar richtig Spaß. Dabei klickst du auf die Stelle, die scharf gestellt werden soll. Sobald das passiert ist, löst die Kamera aus. Das funktioniert supergut!

eos-m10-mit-kit

eos-m10-hinten

Die wichtigsten technischen Daten der EOS M10

EOS M10 vs. EOS M3
EOS M10 EOS M3
Abmessungen (BxHxT)108 x 66.6 x 35mm110.9 x 68.0 .44.4mm
Gewicht inkl. Akku und Speicherkarte301 g366 g
Auflösung18 MP24.2 MP
LCD schwenkbar180° nach oben180° nach oben & 45° nach unten
VideoFull HD MP4Full HD MP4
Serienaufnahme4.6 Bilder/Sek4.2 Bilder/Sek
ISO-Empfindlichkeit100 – 25.600100 – 25.600
Zubehörschuhneinja
Akkulaufzeit255 Aufnahmen250 Aufnahmen
Preis** 328.27* 688.64*

** Stand der Preise: 07.09.2018

Hier findest du meinen ausführlichen Vergleich der EOS M10 mit der M3 und M5.

Die wichtigsten Vorteile der Canon EOS M10

Kompakt

Selbst mit dem Kit-Objektiv passt die Kamera problemlos in meine Jackentasche. Das hat schon was!

Touchscreen

Ich sagte es oben schon. Touch to Focus und direktes Auslösen über das Display macht Spaß.

Klappbares Display

Das Display der EOS M10 kannst du 180° nach oben klappen (Selfiemodus), im Vergleich zum Vorgänger, ist das ein großer Fortschritt. Nach unten kannst du es leider nicht klappen.

APS-C Sensor und Bildqualität

Ich weiß gar nicht, ob es kompaktere Systemkameras mit APS-C Sensor gibt. Die Kamera schießt gute Bilder und Dank des großen Sensors kannst du auch mit der Schärfentiefe spielen.

Dynamikumfang und Rauschverhalten sind absolut brauchbar, so dass du auch bei der Nachbearbeitung noch Einiges aus den Bildern herausholen kannst.

2 Beispiele, links unbearbeitet, rechts bearbeitet:
Das Bild schoss ich auf der Geierlay-Hängebrücke im Hunsrück.

eos-m10-geierlay-brücke1

ISO 200, 15mm, f/5.6, 1/400 Sek.

Und das hier an der Warschauer Straße in Berlin.

eos-m10-berlin

ISO 200, 18mm, f/5.6, 1/500 Sek.

Die wichtigsten Nachteile der EOS M10

Kein Sucher

Bei schlechten Lichtverhältnissen ist das Fotografieren mit Display nervig. Leider bietet die EOS M10 keinen Sucher und auch keine Option, diesen nachzurüsten, wie bspw. bei der M3.

Kein Laden über USB

Akku raus, ins Ladegerät stöpseln, warten bis er voll ist … das ist umständlich und oldschool. Sony machte es schon lange vor und Canon zog mit der G5 X endlich nach. Diese Kameras kannst du mit jedem beliebigen USB-Ladegerät laden.

Bei der EOS M10 geht das nicht.

Umständliche Bedienung

Canon sparte gewaltig an Bedienelementen, wie beim Vorgänger. Dazu kommt ein abgespecktes Menü. Die wenigen Tasten musst du so nehmen, wie sie sind. Individuell konfigurieren kannst du sie nicht.

So musst du die verschiedenen Kameramodi über den Touchscreen wählen. Auch viele andere Dinge lassen sich nur darüber steuern, bspw. die ISO-Empfindlichkeit.

Bei mir führte das dazu, dass ich nur den Automatikmodus nutzte, was ich recht schade finde. Schließlich soll ein Einstiegsmodell beim Einstieg unterstützen und ggf. Lust auf mehr machen. Dieses »Mehr« wird bei der EOS M10 aber extrem gut versteckt.

Liegt nicht gut in der Hand

Das Gehäuse ist leicht und kompakt. Im Verhältnis dazu finde ich das Objektiv zu schwer. Ich musste ständig aufpassen, dass mir die Kamera nicht aus der Hand rutscht. Bei der EOS M gab es einen kleinen Steg, an den du dich klammern konntest. Dieser fehlt beim neuen Modell.

Auch wenn ich die Größe oben als Vorteil anpries. Ergonomisch ist das nicht. Eine Sony a5100 liegt im Vergleich viel besser in der Hand.

Keine Wasserwaage

Die Edelkompaktkamers von Canon haben einen integrierte Wasserwage und auch die großen Brüder, die M3 und die EOS M5 haben eine. Bei der EOS M10 ist die Wasserwaage dem Rotstift zum Opfer gefallen. Sehr schade, weil ich das ständig nutze.

Das Kit-Objektiv

Das Kit-Objektiv geht von 15 – 45mm Brennweite. Im Kleinbildformat entspricht das: 24 – 72mm. Finde ich super, dass es mit so viel Weitwinkel daherkommt.
Was mir nicht gefällt, ist die Lichtstärke. Während du bei 15mm zwischen f/3.5 und f/22 wählen kannst, beträgt die maximale Blendenöffnung bei 45mm nur noch f/6.3 (minimal f/40).

Die Qualität will ich gar nicht beurteilen. Es ist eben ein Kit-Objektiv. Dass es bessere gibt, steht außer Frage. Das Angebot an Objektiven mit EF-M-Bajonet ist jedoch überschaubar. Als ich die Kamera testete gab es 5 EF-M-Objektive!
Alternativ kannst du einen Adapter* nutzen, um die großen Canon-Objektive aufzuschrauben.

Aber zurück zum Kit-Objektiv:
Im Vergleich zum alten Kit-Objektiv, dem EF-M 18-55mm, ist es in der Parkposition kompakter, für den Transport natürlich super, aber für alles andere ultimativ nervig!

Willst du fotografieren, musst du das Objektiv erst entsperren und aus der Parkposition drehen. Das nervt und kostet Zeit, Schnappschüsse sind so nicht möglich. Ich parkte das Objektiv deshalb die meiste Zeit gar nicht.

EOS M vs. EOS M10

Die EOS M10 ist der EOS M in fast allen Punkten überlegen. Vor allem ist sie schneller! Die Geschwindigkeit fiel mir bei der EOS M sofort negativ auf, die M10 läuft flott.
Leider hat sich die Bedienung nicht verbessert, und der fehlende Steg, um die Kamera zu halten, ist auch nicht optimal. Dafür gibt es jetzt ein Klappdisplay und einen eingebauten Blitz.

eos-m10-test

Das bin ich mit der EOS M10.

Canon EOS M10 – mein Fazit

Die M10 ist eine Point-and-Shoot-Kamera. Wenn du dich darauf einlässt, ist das gut. Willst du manuell eingreifen, wird es umständlich.

Ich würde die Kamera nur dann kaufen, wenn ich unbedingt eine ultrakompakte Systemkamera wollte und es einen Canon sein muss. Will ich aber gar nicht! 🙂
Ansonsten würde ich zur Sony a5100 raten. (Die Sony habe ich in der Zwischenzeit tatsächlich gekauft und ich bin glücklich damit! Hier meine Meinung zur Kamera a5100.)

Soll es kompakt sein, dann greife ich bei Canon zur G5 x oder zur G7 x Mark II (eine meiner Lieblingskameras!).
Will ich einen APS-C Sensor, dann kaufe ich eine große EOS oder gehe zur Konkurrenz.
Canon bietet mir aktuell zu wenig EF-M Objektive. Das Gesamtpaket überzeugt mich nicht.

Neben Canon gibt es allerdings auch andere Hersteller, die Objektive für die EOS M10 anbieten. Hier findest du eine Liste aller verfügbaren Objektive für die EOS M10.

Trotzdem interessiert? Hier geht’s zur EOS M10 bei Amazon.de

Meine Alternativen zur EOS M10

EOS M3

Wenn es unbedingt eine Kamera mit EF-M Bajonet und APS-C Sensor sein muss, dann greife bitte zur EOS M3. Diese ist deutlich besser zu bedienen und hat einen höher auflösenden Sensor.

Canon G5 x oder G7 x

Du interessierst dich vermutlich für die EOS M10, weil sie so schön kompakt ist. Die G5 x und die G7 x sind kompakter und liefern trotzdem qualitativ hochwertige Bilder.
Der Nachteil: Du hast einen kleineren Sensor und kannst das Objektiv nicht wechseln.

Sony a5100

Auch die Alpha 5100 geizt mit Bedienelementen. Dafür bekommst eine höhere Auflösung, grandiosen Autofokus und mehr Auswahl bei nativen Objektiven.

Sony a6000

Die a6000 ist ein Wunderwerk der Technik und überzeugt sogar absolute Profis. Zwischenzeitlich ist die Kamera etwas in die Jahre gekommen, aber immer noch sehr gut. Der Vorteil: Der Preis ist attraktiv!

Beitrags-Historie:

  • 24.02.16: Die erste Version des Beitrags erscheint
  • 12.12.16: Fehlende Wasserwaage bei den Nachteilen ergänzt; Links upgedatet.
Was denkst du über die EOS M10 und Canons Ambitionen im Bereich der spiegellosen Systemkameras?