»Verdammt, mir fehlt der Weitwinkel!«
Diesen Satz dachte ich in den letzten Wochen öfter – der Grund: Ich war viel mit der Canon G9X Mark II unterwegs und da fängt das Objektiv erst bei 28 äquivalenten Millimetern an.
Auf dem Papier klingt das nicht so schlimm aber die anderen üblichen Verdächtigen fangen bei 24 mm an und an meiner a5100 Habe ich mit dem 12 mm Walimex sogar 18 mm an Weitwinkel, wenn ich es auf das Kleinbildformat umrechne. (Und wenns noch heftiger sein soll, schraube ich mein Sigma 8-16mm drauf!)
Aber um Superweitwinkel soll es heute gar nicht gehen; nein heute will ich dich dazu ermutigen im Hochformat zu fotografieren!
Das war nämlich meine Lösung mit der G9 X und dadurch habe ich richtig Gefallen gefunden am Hochformat.
(Auch wenn es sich auf dem Blog nicht ganz so gut macht.)
3 Gründe, warum du im Hochformat fotografieren sollst
- Weil du in der Höhe mehr aufs Bild kriegst (logisch!).
- Weil es Abwechslung in deine Bilder bringt.
- Weil du den Betrachter von unten kommend tiefer ins Bild ziehen kannst.
Werkzeuge, die dir bei Hochkantaufnahmen helfen
Das Smartphone
Willst du hochkant fotografieren, merkst du recht schnell, dass das Klappdisplay deiner Kamera fürn Arsch ist. Zumindest dann, wenn du nicht zu den glücklichen Besitzern einer Kamera mit drehbarem Display gehörst.
Als Workaround kannst du aber dein Tablet oder Smartphone nutzen und dir dort das Bild anzeigen lassen. Verbinde dazu einfach dein Telefon mit der Kamera per WLAN und starte die passende App. (Das können in der Zwischenzeit alle halbwegs aktuellen Kameras.)
Das Stativ
Generell werden deine Fotos mit Stativ besser, das gilt erst recht bei Hochkantaufnahmen, bei denen du über das Smartphone auslösen musst.
Entweder schraubst du an deine Kamera einen Winkel, damit du sie direkt hochkant auf dem Stativ montieren kannst oder du machst es wie ich.
Mein Stativ, das Rollei Compact Traveller No1. Hat nur eine kleine Aussparung, um den Kugelkopf so weit zu kippen, damit die Kamera hochkant steht. Das schränkt natürlich ein.
Meine Lösung:
Ich stelle das Stativ leicht schräg, so dass die Kamera nicht am Anschlag des Kugelkopfes ist. Schon habe ich mehr Bewegungsspielraum!

Es reicht vollkommen aus, wenn du das nur ganz leicht machst, so dass das Stativ weiterhin stabil steht.
Beispiele für Hochkantaufnahmen
Das Foto stammt aus dem Mirador del Rio auf Lanazrote. Im Querformat würde das Bild überhaupt nicht funktionieren. Da hättest du links und rechts viel zu viel Wand oder nicht die ganze Treppe auf dem Bild.

Ich wollte das Wasser unten mit auf dem Bild haben und das hat im Querformat einfach nicht hingehauen – also musste das Hochformat her.
Ideal wäre es gewesen, wenn ich einfach ein 2. Hochformat-Foto weiter nach rechts gemacht hätte, um es hinterher zusammenzusetzen.
Wenn du aber meine Story aus Cinque Terre kennst, weißt du, warum ich keinen Kopf dafür hatte.




Bonus: Panoramaufnahmen im Hochformat
Willst du aus einzelnen Aufnahmen ein Panorama erstellen, kannst du diese hochkant aufnehmen – obwohl du hinterher ein horizontales Panorama daraus erstellst.
So musst du vielleicht ein oder zwei Bilder mehr machen, dafür gewinnst du in der Höhe an Auflösung und hast zur Not mehr Platz zum schneiden.
Beispiel:

Zusammengefasst
Du siehst, es schadet nicht, wenn du im Hinterkopf behältst, dass du deine Kamera auch drehen kannst. So bekommst du
- mehr Auflösung in der Höhe
- und machst deine Bilder interessanter.
Aber Achtung: Übertreibe es nicht!
Wir sind das »breite« Sehen gewöhnt, schließlich liegen unsere Augen nebeneinander und nicht übereinander, auch der Fernseher oder die Kinoleinwand ist breiter als hoch …
Vergiss also nicht, die Kamera wieder zurückzudrehen. Das gilt insbesondere beim Fotografieren mit dem Smartphone. 🙂
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