Die Geierlay-Hängeseilbrücke im Hunsrück mit Kleinkind und Kamera

Nein, ich fühlte mich nicht wie ein Vogel, ich fühlte mich auch sonst nicht anders und Schiss, dass irgendwas nicht hält, hatte ich sowieso nicht.
Vielleicht lässt die Geierlay-Brücke bei manchen Menschen den Adrenalinspiegel ansteigen, bei mir nicht. Trotzdem finde ich das Bauwerk saucool!

Die Geierlay-Hängebrücke ist mit einer Länge von 360m und einer Höhe von 100m die längste Hängeseilbrücke der Republik und soll der Region zu mehr Bekanntheit verhelfen. Das ist auch bitter nötig.
(Falls du weißt, wo die Nummer 2 der Hängebrücken in Deutschland »hängt«, lass es mich wissen!)

 

Als ich vor der Brücke stand, schickte ich einem Kumpel ein Bild. Der antwortete mit: »Brücke ins Nichts.« Ich konterte mit »Brücke im Nichts.« Genau so kam es mir nämlich vor, als ich in Mörsdorf auf den Parkplatz am Besucherzentrum einbog.
Nicht nur, dass das Besucherzentrum noch geschlossen hatte und nur 4 oder 5 andere Autos auf dem Parkplatz standen, nein auch der Weg zur Brücke ist alles andere als spannend. Leider wusste ich das vorher nicht, ich dachte eigentlich, dass die Kinder freudenstrahlend die 1,8km zur Brücke hüpfen würden … dem war nicht so! Der Weg zur Brücke zog sich ewig hin und der kalte Wind tat sein Übriges, um die Stimmung nicht gerade aufzuhellen. Vielleicht ist es im Sommer anders, aber an einem Freitag im Februar ist der Weg einfach nur ätzend – zumindest, wenn du keinen Kinderwagen mitnimmst.

Ich will jetzt aber gar nicht zu viel über den Weg schreiben, nur folgende Tipps. Wenn du mit Kindern zur Brücke willst, dann nimm etwas Fahrbares mit …

  •  … einen Kinderwagen,
  •  … ein Fahrrad,
  •  … einen Roller,
  •  … ein Skateboard,
  •  …

Der Weg ist gut ausgebaut und fast durchgehend asphaltiert.

Aber auch der längste Weg ist irgendwann zu Ende, so dass auch wir unseren Blick über die Brücke schweifen lassen konnten. Die Hängebrücke an sich ist todschick und mega-fotogen. Die Schneise, an der der Einstieg ist, könnte für meinen Geschmack jedoch etwas schöner gestaltet werden. Aber egal, die Brücke rockt und so ließen wir uns nicht lange bitten und marschierten in luftiger Höhe über das Tal.

Zuerst geht es sanft abwärts, nur um dann auf der anderen Seite immer steiler anzusteigen. Kurioserweise fühlte sich dieses »sanfte abwärst« auf dem Rückweg gar nicht nach »sanft ansteigend« an. 🙂
Aber all das ist egal, die Optik der Brücke entschädigt für Vieles – dementsprechend schoss ich auch viele Fotos!

Der Ausblick von der Brücke ist ganz nett, riss mich aber nicht vom Hocker. Fand ich aber nicht so wild, ich fotografierte oder versuchte, breitbeinig die Brücke zum Schwanken zu bringen. Letztes gelang mir nur mäßig, das Teil ist ziemlich gut abgespannt.

Auch sonst macht die Brücke einen stabilen und sicheren Eindruck. Das hohe Geländer und der Zaun an beiden Seiten sorgten dafür, dass ich mir keine Sorgen um meinen Sohn machen musste. Dieser sprang begeistert, aufgeregt und manchmal auch ängstlich über die Brücke.

Fototipp
Nutze führende Linien um dem Betrachter den Weg ins Bild zu weisen. Ein Weg, eine Brücke oder auch ein Baumwipfelpfad ist ideal dafür.
Das Titelbild ist auch ein sehr gutes Beispiel für führende Linien.

Der Rückweg gestaltete sich ähnlich zäh wie der Hinweg. Aber wir hatten das warme Auto vor Augen, so dass es irgendwie doch ging.
Erfreulich war, dass das Besucherzentrum bei unserer Ankunft geöffnet hatte. Dort gibt es zwar nicht viel, aber ein Klo und eine warme Kneipe sind schon mal was!

Mein Fazit: Die Geierlay-Hängebrücke im Hunsrück

Ein Besuch lohnt sich definitiv! Ohne die Brücke wäre ich nicht so schnell in den Hunsrück gefahren. Nur deshalb würde ich aber nicht hinfahren. Eine Anfahrt von 1-2 Stunden kannst du für die Brücke aber schon in Kauf nehmen. Bei schönem Wetter bieten sich auch längere Wanderungen an. Die Geierlaybrücke ist Teil verschiedener Rundwege. Auch der Saar-Hunsrück-Steig führt direkt unter der Brücke durch.
Weitere Infos zu den Wanderwegen findest du auf geierlay.de.

Den Fußweg zur Brücke könnte man jedoch etwas spannender gestalten. Vielleicht mit aufeinander aufbauenden Rätseln für Kinder oder so.
Irgendwas, was die Kinder zum Marschieren bewegt.

Infos

Anfahrt & Parken:
Du kannst nicht direkt bis zur Brücke fahren, füttere dein Navi am besten mit der Adresse des Besucherzentrums:
56290 Mörsdrof
Kastelauner Str. 23
Vom Besucherzentrum sind es angeblich 1,8km zur Brücke (mir kam der Weg länger vor!)
Ist der Parkplatz überfüllt, folgst du bitte der Beschilderung zum Ausweichparkplatz am Sportplatz Mörsdorf.

Eintritt: 0€
Jupp, es kostet nichts!

Öffnungszeiten:
Die Brücke ist immer geöffnet und du betrittst sie auf eigene Gefahr. Bei Sturm und Gewitter würde ich die Brücke nicht betreten.

PS: Auf die Brücke aufmerksam geworden bin ich durch diesen tollen Beitrag auf Köln Format. Dort siehst du auch, dass es durchaus mal voller auf der Brücke sein kann.

PPS: Für die Süddeutschen: In Reutte (Österreich) ist die längste Fußgängerhängebrücke der Welt im Tibet Style.


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10 Kommentare zu “Die Geierlay-Hängeseilbrücke im Hunsrück mit Kleinkind und Kamera

  1. Christian (four travelers)

    Danke für weitere Infos für den zähen Weg. Bei Heike von Köln Format hatte ich schon gelesen, dass der Weg zur Brücke nicht gerade ein Highlight ist. Gut zu wissen, dass der Weg sich mit Kinderwagen oder Roller meistern lässt.
    Erinnert mich an meinen gestrigen Ausflug mit den Jungs. Da hab ich sie in Duisburg die Halde zu Tiger & Turtle gescheucht. Den kleinen durfte ich immer wieder auf den Arm nehmen weil er nicht mehr laufen wollte. Auch hier hätte ich es mit Kinderwagen leichter gehabt. Aber cool war es trotzdem wenn auch eisig.
    Bericht folgt 😉

    1. Marc Autor des Beitrags

      Ja, ich hatte das bei Heike auch gelesen … aber es ist fast nicht möglich diesen Weg zu beschreiben. Ist einfach hart! 😀

  2. Markus

    Schaaaaade so weit weg. Aber sehr geile Perspektiven und Linienführungen (perfekte Beispiele für die Sache mit den Linien). Ich hab vor kurzem im Allgäu eine solche Hängebrücke überquert, sehr geniale Erfahrung!!
    lg Markus

    1. Marc Autor des Beitrags

      Ach komm, von dir aus ist das doch ein Katzensprung! 🙂
      Aber im Süden gibt es ja auch Reutte, die ist länger und höher! Vielleicht war das sogar die, auf der du warst.

  3. Mario

    Hallo Marc,
    danke auf jeden Fall für deinen Beitrag und den Hinweis, des eher langweiligen Hinwegs. Wir waren bisher leider noch nicht da, obwohl es doch von uns relativ ordentlich erreichbar ist. Aber das werden wir wohl bald nachholen. 🙂 Zumindest der Aussicht und „Einmaligkeit“ einer solchen Brücke wegen.
    Beste Grüße,
    Mario

    1. Marc Autor des Beitrags

      Macht das. Wenn die Anfahrt nicht zu weit ist, sowieso.
      Ich bereue meinen Besuch ja auch nicht und das, obowhl ich durch die halbe Republik fahren musste.
      Die Brücke an sich ist schon sau cool! Am Drumrum muss noch etwas gearbeitet werden 😀

  4. Manfred Wilhelm

    Hallo,
    stimmt alles was geschrieben wurde. Für „Fußkranke“ und andere „gehbehinderte“ Personen schlage ich vor, auf die andere Seite der Brücke, Sosberg, zu fahren. Am Ortsausgang von Sosberg kann man parken und von dort sind es nur
    1 Km Fußweg zur Brücke.

    viel Spaß

    M. Wilhelm

  5. Markus

    Hallo,
    unter uns Fotografen, echt coole Bilder!
    Ich sehe den aktuellen Hängebrückenwahn ja auch ziemlich skeptisch und du sprichst mir da aus der Seele. Da ist nichts drum und nichts dran und der kleine Waldabschnitt vor der Brücke, ist ein Naturklo… selbst da kannst du keine Kinder spielen lassen. Aus langeweile sind die Kinder auf den Pylonen rumgeklettert, wo es echt steil runter geht. Ich habe dann mal geschaut, da ist wenigstens ein Zaun. 2 Kinderwagen passen auch nicht nebeneinander vorbei, geschweige denn ein Rollstuhl.
    Über „fast keine Autos“ würden dich an manchen Tagen tausende Besucher freuen…
    Da fand ich die Leutaschklamm um Welten besser, als eine Hängebrücke von nichts nach nirgendwo…
    Wirklich, Klasse Bericht.
    Mad

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Mad,

      bei unserem Besuch war absolut tote Hose, für die Region ist es ja schön zu hören, dass sich das jetzt geändert hat. Muss sich nur noch das drumrum ändern 🙂

      Die Leutaschklamm kenne ich gar nicht, aber ich sehe schon, das muss sich ändern! 🙂

      Viele Grüße
      Marc

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