Canon EOS M50 im Test – So schlägt sich die Kamera im Vergleich

| Lesezeit ca. 15 Minuten

War ich aus dem Häuschen als die Canon EOS M50 vorgestellt wurde. Jetzt stand mir die Kamera für einen Test zur Verfügung. Mal sehen, ob sie meine Erwartungen erfüllen konnte.

Offenlegung:
Die EOS M50 war eine Leihgabe von Canon Deutschland. [mehr dazu]
Ich bin übrigens Marc, begeisterter Papa, Blogger, YouTuber, Foto- und Reisefuzzi.
Mehr über mich findest du hier. Und hier findest du meine aktuelle Fotoausrüstung.

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Schreib mir: marc@reisezoom.com

Achtung:
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Die Canon EOS M50 läutet eine neue Ära ein. Sony, Fuji, Panasonic und Olympus setzen schon lange auf spiegellose Systemkameras. Canon war in diesem Marktsegment bis jetzt nur mit angezogenen Handbremse unterwegs.
Das ändert sich ab jetzt (vielleicht).

Mit der EOS M50 will Canon zur Konkurrenz aufschließen. Ob das tatsächlich gelingt, wird mein Test zeigen.

Obwohl die Kamera nur ein Einstiegsmodell ist, protzt sie – für Canon-Verhältnisse – regelrecht mit Features.

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Technische Daten im Vergleich

Canon EOS M50 im Vergleich
EOS M100EOS M50EOS M6
Abmessungen (BxHxT)108.2 x 67.1 x 35.1 mm116.3 x 88.1 x 58.7 mm112.0 x 68.0 x 44.5 mm
Gewicht inkl. Akku und Speicherkarte302 g 387g (schwarz) 390 g (weiß)390 g
BildprozessorDIGIC 7DIGIC 8DIGIC 7
AF-Messfelder49143/9949
Augen AFneinjanein
max. Serienaufnahme Bilder / Sek.6.1109
Videomax. 1920 x 1080 60pmax. 3840 x 2160 25pmax. 1920 x 1080 60p
Slowmotion nein 120 fps in 720pnein
Wi-Fi & NFCjajaja
Bluetoothjajaja
Zubehörschuhneinjaja
LCD schwenkbar180° obenfrei schwenkbar180° oben / 45° unten
Sucherneinjaoptional
Wasserwaageneinneinja
Laden per USBneinneinnein
Akkulaufzeit (Bilder)295235295
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Die Canon EOS M50 vs. EOS M100 vs. EOS M6/M5

Anstatt die Vor- und Nachteile der EOS M50 einzeln durchzugehen, habe ich mich dazu entschlossen, diese mit der günstigeren M100 und mit der etwas teuren M6 zu vergleichen. Die M50 passt nämlich wunderbar zwischen diese Kameras und ist eine gelungene Evolution des EOS M-Systems.

Die Canon EOS M5 ist im Prinzip eine EOS M6 mit Sucher und einem etwas gewöhnungsbedürftigen Klappdisplay (nach unten statt nach oben). Bis auf diese beiden Punkte kannst du alles von der M6 auch auf dem M5 übertragen. Deshalb spreche ich diese Kamera nicht explizit an.

Canon EOS M100 – M6 und M50

Meine Testberichte der EOS M5, M6 und EOS M100:

Gewicht, Größe & Haptik

Keine Mensch würde eine dieser Kameras als groß oder schwer bezeichnen. Vom Gewicht her gibt es überhaupt nichts zu meckern. Bei der Größe fällt aber der Sucher der M50 auf. Dieser steht nämlich nicht nur oben heraus, sondern auch nach hinten. Beides ist logisch und muss auch so sein. In der Praxis macht es die Kamera aber deutlich größer, als sie eigentlich ist.
Schnell mal in die Jackentasche stecken geht bei der M50 eben nicht so einfach, wie bei der M6 oder erst recht bei der M100.
Das ist der Preis des Suchers.

Die EOS M50 und M6 liegen beide sehr gut in der Hand, da sie beide einen gummierten Griff haben. Die M100 geht in dieser Hinsicht gar nicht, kein Gummi, kein Griff, nix!

Vom Material her fühlt sich die M6 wertiger an als die M50. Auch das Drehrad vorne fühlt sich besser an. M50 und M100 fühlen sich nach Plastik an, dadurch wirken sie nicht sehr solide. Immerhin ist der Griff und der Bereich für den Daumen auf der Rückseite der M50 gummiert.

Meine Favorit in dieser Kategorie ist die M6, das gilt aber natürlich nur, so lange du auf den Sucher verzichten kannst.

EOS M100: 0
EOS M50: 0
EOS M6: 1

Akkulaufzeit

Hier muss ich wohl nicht viel sagen, die Zahlen sprechen für sich und das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen.

Ganz klar, die M50 sieht hier richtig alt aus. Erschwerend kommt hinzu, dass sich keine der Kameras über USB laden lässt und original Akkus von Canon ein Schweinegeld kosten.

Punkt für die EOS M6.

EOS M100: 0
EOS M50: 0
EOS M6: 2

Bedienung

Die Sensoren sind in der Zwischenzeit so gut, dass es keinen großen Unterschied mehr macht, welches Modell du kaufst. Gewaltige Unterschiede gibt es aber in der Bedienung. Für mich war die Bedienung sogar der ausschlaggebende Punkt, um von Sony wieder zu Canon zu wechseln. (Falls es dich interessiert, die ganze Geschichte erkläre ich in diesem Video.)
Auch zwischen der EOS M100. M50 und M6 gibt es Unterschiede in der Bedienung.

Knöpfe & Drehräder

Ohne zu zählen, kann ich diesen Punkt direkt an die EOS M6 geben. Weder die M50, noch die M100 lässt sich so komfortabel bedienen.
Gerade bei der M100 brauchte ich eine ganze Weile, mich an den Minimalismus zu gewöhnen. Irgendwann hatte ich den Dreh aber raus und ich musste zugeben, dass sich auch diese Kamera einfach bedienen lässt. Bei der M50 ist es deutlich besser, aber all das kann haptische Knöpfe und Drehräder eben nicht ersetzen.

Also, wieder ein Punkt für die M6.

Menü & MyMenu

Die M50 bietet endlich das Menü mit Anleitung, welches ich schon aus der 200D kenne. Für ein Einsteigermodell absolut genial, für mich als Profi aber natürlich nichts. Deshalb habe ich es unter Display Level → Menüanzeige auf die klassische Version umgestellt.

Auch genial für Anfänger ist der Automatikmodus der EOS M50. Hier kannst du ganz einfach Dinge wie Hintergrundunschärfe, Helligkeit, Kontrast, Sättigung usw. einstellen. Du kannst sogar die Farben des Fotos beeinflussen.

Erweiterte Einstellungen des Automatikmodus

Generell wurde das Menü etwas logischer angeordnet. Grundlegende Einstellungen wie die Belegung der Tasten findest du jetzt im SETUP-Menü und nicht mehr im SHOOT-Menü. Eigentlich logisch!

Punkt für die M50!

EOS M100: 0
EOS M50: 1
EOS M6: 2

Einen weiteren Punkt können M50 und M6 mit dem MyMenu sammeln. Dort kannst du häufig benutze Menüpunkt zentral ablegen, um schnell darauf zuzugreifen.

Bei der M100 fehlt das MyMenu und ich vermisse es tatsächlich!

EOS M100: 0
EOS M50: 2
EOS M6: 3

Wasserwaage

Eigentlich sollte eine elektronische Wasserwaage heutzutage in jeder Kamera verbaut sein. Schließlich ist nichts hässlicher als ein schiefer Horizont.
Die M50 und die M6 haben solch eine Wasserwaage, die M100 nicht.

Aber Achtung bei der EOS M50!
Die Wasserwaage funktioniert [warum auch immer] nicht im Automatikmodus und sie funktioniert auch nicht, wenn du die AF-Methode Gesichtserkennung + Verfolgung gewählt hast.
Häää?

EOS M100: 0
EOS M50: 3
EOS M6: 4

Klappdisplay

Das Display der M100 kannst du maximal um 180° nach oben klappen. Das der M6 zusätzlich um 45° nach unten. Mehr geht mit den beiden Kameras nicht.

Der EOS M50 hat Canon ein komplettes Schwenkdisplay spendiert. D.h., du kannst aus nahezu jeder Position aufs Display gucken. Der größte Vorteil dabei ist, dass du auch bei Hochkantaufnahmen das Display herausklappen und du es zum Schutz beim Transport zuklappen kannst.

Ich persönlich mag das Klappdisplay der M6 zwar mehr, weil du auch in geklapptem Zustand quasi durchs Objektiv guckst und es bei Videos und Selfies nicht so dolle auffällt, wenn du statt ins Objektiv aufs Display guckst.
Aber das ist meine persönliche Meinung. Objektiv betrachtet ist das Schwenkdisplay der M50 besser.

EOS M100: 0
EOS M50: 4
EOS M6: 4

Sucher

Fotografieren mit Sucher ist Geschmacksache. Es schadet aber definitiv nicht, wenn du einen hast.
Bei der EOS M100 gibt es sowas nicht, bei der M6 musst du ihn nachrüsten, bei der M50 ist er fest verbaut.
Ganz klar ein Punkt für die M50!
Mit dem Aufstecksucher der M6 könntest du zwar das Größenproblem von oben umgehen, aber das Ding ist unverhältnismäßig teuer.

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EOS M50: 5
EOS M6: 4

Silent Mode (Leiser Modus)

Eigentlich mag ich das laute KLACK, beim Auslösen. Das machen nur richtige Kameras. Aber es gibt Situationen, in denen passt es einfach nicht. Z.B. wenn du irgendwo unentdeckt einen Schnappschuss machen möchtest oder wenn du in einer Kirche fotografieren willst.

Silient Mode

Als erste EOS M überhaupt, kannst du bei der M50 dafür einen Silent Mode – auf Deutsch: Leiser Modus – nutzen.
Blöd ist, dass der Silen Mode nur in einer Art Automatik-Modus funktioniert. Die AF-Methode kannst du ändern. ISO, Blende und Belichtungszeit wählt die Kamera aber selbst.
Es gibt zwar einen Helligkeits-Regler, der ähnlich wie die Belichtungskorrektur funktioniert, den musst du aber umständlich über das Q-Menü aufrufen. Aber besser als nichts!

EOS M100: 0
EOS M50: 6
EOS M6: 4

Arbeitsgeschwindigkeit & Serienbild

Zur Bedienung gehört auch wie schnell die Kamera reagiert. Bis jetzt waren die EOS M recht gechillte Kameras und brauchten manchmal ihre Zeit.

Wahnsinnig viel schneller kommt mir die M50 zwar nicht vor, aber die eine oder andere Sache geht definitiv besser. Z.B. kannst du während Bilder gespeichert werden an der Kamera weiterhin Einstellungen vornehmen und schnell weiterfotografieren. Je nach Einstellung musstest du da bei den älteren EOS M eine ganze Weile warten.

EOS M100: 0
EOS M50: 7
EOS M6: 4

Sensor und Autofokus

Am Sensor hat sich nicht direkt etwas getan, aber der eh schon gute DualPixel-Autofokus wurde nochmals verbessert.
Er soll beim Tracking besser sein … direkt gemerkt habe ich da jedoch nichts, was aber hauptsächlich daran liegt, dass die M100 und M6 in dieser Disziplin schon gut sind.

Neu ist aber, dass die Fokusfelder einen größeren Bereich abdecken und vor allem sind es mehr Felder geworden.
Die Anzahl und die abgedeckte Fläche variiert von Objektiv zu Objektiv. Mal sind es 143 mal 99. Egal wie, es sind mehr als die 49 bei der M6/M5/M100.

Den größten Vorteil sehe ich darin, dass du im Einzelfeld AF ein kleineres Feld wählen kannst und so noch genauer fokussieren kannst (geht leider nur mit ONE SHOT).
Gleichzeitig gibt es jetzt auch einen Augen AF. Das ist die nächste Stufe der Gesichtserkennung. Die Kamera fokussiert damit direkt auf die Augen.

Aktivieren kannst du den Augen-AF unter SHOOT6 → AF Augenerkennung.
Achtung: Leider funktioniert dieser nur wenn du Gesichtserkennung + Verfolgung und ONE SHOT auswählst. Der Augen-AF kann also nicht nachgeführt werden.

Der Augen-AF der EOS M50 im Einsatz.

EOS M100: 0
EOS M50: 8
EOS M6: 4

Bildstabilisator

Eine weitere Neuerung in einer EOS M ist der Dual Sensing IS.
Die Kamera nutzt Daten des Gyroskops und des Sensors um den Bildstabilisator des Objektivs zu steuern.

Angeblich …

Wenn überhaupt, dann bringt das nur gaaanz gaaanz wenig. Ich habe es bei Fotos und Videos probiert und so richtig überzeugt bin ich nicht.
Deshalb gibt es keine Punkte.
Eine sensorbasierte Stabilisierung gibt es auch bei der M50 nicht. Optisch werden die Bilder also nur dann stabilisiert, wenn du ein entsprechendes Objektiv verwendest.

Video

Auch auf Videoaufnahmen soll sich der neue Stabi auswirken, aber auch da sehe ich nicht so recht einen Unterschied.
Die Canon EOS M50 glänzt – wie auch die M100 und M6 – bei Aufnahmen in 1080p bis maximal 50 bzw. 60 Bilder/Sek.
Hier kommt der grandiose DualPixel-Autofokus zum Einsatz, dieser sitzt die meiste Zeit perfekt und liefert gutes Videomaterial.

Zusätzlich kannst du mit der M50 auch in einer Auflösung von 3840×2160, also in 4K filmen.
Das geht jedoch nur in 24 bzw. 25 Bilder/Sekunde und auf den DualPixel-AF musst du auch verzichten.
Zusätzlich kommt ein heftiger Crop dazu. Du brauchst also entweder ein Super-Weitwinkelobjektiv oder du nutzt den 4K-Modus einfach als Telekonverter. 🙂

Nur wegen des 4K-Features würde ich die Kamera nicht kaufen, schaden tut es aber natürlich nicht.
Nicht wundern, 4K kannst du nur auswählen, wenn das Moduswahlrad auf der Filmkamera steht.

Einen Timelapse kannst du mit der M50 auch in 4K aufnehmen. Außerdem hast du jetzt mehr Einfluss auf die Einstellungen, also Blende und Belichtungszeit. Leider ist die maximale Belichtungszeit 1/25 Sek im Timelapse und du kannst die Kamera maximal 1h laufen lassen. Zusätzlich gibt es auch beim Timelapse den hefitgen 4K-Crop.

Und noch eine Neuerung bietet die M50: Du kannst in 720p mit bis zu 120 Bilder/Sekunde filmen und damit mehr oder weniger schöne Zeitlupen erstellen.
Mehr oder weniger, weil 720p im Jahr 2018 wie ein Witz klingt.Ton gibt es auch keinen dazu und auf einen nachgeführten Autofokus musst du auch verzichten.
Zur Not reicht es aber aus.

Auch die Auto-ISO-Kuriosität des EOS M-Systems durchbricht die Canon EOS M50. Die Range reicht in Full HD jetzt von ISO 100 – ISO 12.800. Manuell kannst du sogar mit ISO 25.600 filmen.
In 4K ist, wie auch bei der M6 und M100 bei ISO 6.400 schluss. (Manuell kannst du bei der M100 und M6 auf ISO 12.000 gehen. Aber halt nicht mit Auto ISO.)

Unterm Strich finde ich die Video-Features der M50 gar nicht sooo toll. Die 4K ohne DualPixel-AF und mit dem heftigen Crop sehe ich nur als netten Bonus. Ständig damit arbeiten würde ich nicht. Ähnlich geht es mir mit der Zeitlupe.
Einzig die Timelapse-Funktion macht mich als Besitzer einer M6 neidisch, aber auch da bieten andere Kameras mehr.

Trotzdem geht der Punkt für Video ganz klar an die EOS M50. Für mich ist es die beste EOS M für Videos.

EOS M100: 0
EOS M50: 9
EOS M6: 4

Anschlüsse

Zubehörschuh, USB, Mikrofon-Eingang und HDMI-Ausgang bieten sowohl die EOS M50 als auch die M6. Zusätzlich dazu findet sich an der M6 noch ein Löchlein für einen Kabelfernauslöser.
Der M100 fehlen der Zubehörschuh und auch der Mikrofoneingang. Einen Kopfhörerausgang bietet keine der Kameras.

Das wäre also ein minimaler Vorsprung für die M6, ABER: Das Fach für die SD-Karte ist bei der M6 und der M50 unten beim Akku, bei der M100 ist es an der Seite. Das ist viel besser gelöst, weil du so die Karte auch wechseln kannst, wenn eine Schnellwechselplatte an die Kamera geschraubt ist.
Blöd nur, dass sich keine der Kameras über USB laden lässt und du deshalb eh oft ans Akkufach musst.

Keine Punkte!

Smartphone-Anbindung und App

Die Smartphone-App von Canon ist nicht besonders gut, das meiste aus dieser Krücke holt aber definitiv die M50 heraus.
Zum einen kannst du nur bei der M50 Filmaufnahmen über die App starten, zum anderen kannst du aufgenommene Fotos direkt auf dein Smartphone übertragen lassen.
Du kannst die Kamera auch ins WLAN hängen und damit von anderen Geräten darauf zugreifen.

Wenn du willst, kannst du auch die Standortdaten deines Smartphones direkt per Bluetooth in die EXIF-Daten der Bilder schreiben. Auch das geht mit der M6/M100 nicht. Dort musst du erst alles mitprotokollieren und kannst dann in einem Rutsch alle Daten in die Bilder schreiben.

Auch wenn ich die App nicht besonders gelungen finde, dieser Punkt geht an die M50.

EOS M100: 0
EOS M50: 10
EOS M6: 4

Lustige und nützliche Funktionen

Keine der Kameras bietet einen Panorama-Modus und auch den Sternzeitraffer-Modus aus der GxX-Serie wirst du vergebens suchen.
Das ist schade.
Dafür findest du in jeder EOS M einen Kreativassistent und ein paar mehr oder weniger nützliche Szenenmodi, Sport z.B.

Belichtungsreihen kannst du mit der M50 und der M6 aufnahmen. Mit der M100 geht das nicht automatisch. Fokusreihen kann keine der Kamera schießen.

Unterm Strich: Mein Fazit zur Canon EOS M50

Verdammt Canon, was soll denn das?
Die M50 ist definitiv eine Ansage und zeigt, dass man den Schuss gehört hat. Ich verstehe zwar nicht, warum man die Features ausgerechnet so gewählt hat (z.B. warum schießt das Einstiegsmodell EOS M50 eine schnellere Reihenaufnahme als das Profigerät EOS 5D Mark IV?), aber das ist schlussendlich auch egal.

Bei mir hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich mit dem EOS M-System warm geworden bin, aber in der Zwischenzeit mag ich es und ich mag auch die M50. Canon verkauft hier viel Kamera für einen guten Preis.
Trotz allem bleibt die M50 aber ein Einstiegsmodell, das mit Knöpfen und Drehrädern geizt.
Die Bedienung ist dafür zwar gut und durchdacht, kommt aber natürlich nicht an eine EOS M6 oder eine M5 heran.

Die restlichen Features der M50 sind aber mindestens ebenbürtig oder sogar besser als die der großen Schwestern.

So bietet die M50

  • mehr Autofokuspunkte,
  • Augen-AF,
  • schnelleren Serienbildmodus,
  • angeblich besseren Bildstabilisator,
  • 4K Video,
  • Zeitlupe,
  • 4K Timelapse und
  • neue Möglichkeiten zur Kommunikation mit dem Smartphone

All das kann sich auf dem Papier sehen lassen. Die M5, M6 und M100 sind schon gute Kameras und die M50 legt noch eine Schippe obendrauf. Bravo!

Aber hat Canon damit zur Konkurrenz aufgeschlossen?
Jein!

Als Konkurrenz sehe ich hauptsächlich die Sony a6000 und a6300.
Panasonic und Olympus sehe ich nicht als Konkurrenz. Entweder fehlt den Kameras der Phasenvergleichs-AF oder sie spielen in einer anderen Preisklasse.
Außerdem ist der Sensor nochmals ein gutes Stück kleiner.
Fuji hätte zwar die X-E3 im Programm, ihr fehlt aber das Klappdisplay und ein Eingang für ein externes Mikrofon, sodass die Zielgruppe “Vlogger” komplett wegfällt.

Auch der Sony a6000 fehlen all diese Features. Dafür ist sie vom Preis super attraktiv und gerade als Einstiegsmodell eine gute Wahl.
Für Videos würde ich die M50 definitiv der a6000 vorziehen und auch für Fotos ist mir die Canon sympathischer.

Bei der Sony a6300 zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Gerade bei den Video-Features legt die Kamera ordentlich vor. 4K mit Phasenvergleichs AF, 120fps Zeitlupe in 1080p und SLog-Picture Profiles.
Dafür ist die Kamera deutlich teurer, bietet keinen Touchscreen und das Display lässt sich nicht schwenken.
Also ist die a6300 eigentlich auch keine richtige Konkurrenz zur M50.

Tatsächlich ist die M50 in ihrer Klasse konkurrenzlos. Wenn überhaupt, gibt es Konkurrenz im eigenen Haus.

Von mir gibt es einen Daumen hoch und eine Kaufempfehlung.

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Warum ich mir keine Canon EOS M50 kaufe

Du fragst dich vielleicht, warum ich mir keine M50 kaufe, obwohl ich die Kamera so toll finde.
Ich selbst habe eine EOS M6 und eine M100 und ich bin glücklich damit. Vor allem die M6 habe ich mit ihren vielen Drehrädern und ihre super kompakten Bauweise ins Herz geschlossen.
Es lässt sich alles schnell und direkt bedienen, ohne lange über den Touchscreen zu gehen. Das finde ich toll und darauf müsste ich bei der M50 ein Stück weit verzichten.

Die M100 ist meine B-Roll und Zweitkamera und dafür eigentlich schon zu groß. Besser wäre eine G1X Mark III, aber die ist mir zu teuer.
All die Features, die die M50 bietet, brauche ich da gar nicht und größer ist sie auch noch.
Von daher gibt es auch hier nicht unbedingt einen Grund zu wechseln.
Trotzdem: Hätte ich die M100 nicht schon, würde ich stattdessen zur EOS M50 greifen. Hauptsächlich wegen dem “Telekonverter” 4K und der erweiterten Timelapse-Funktion. Aber eigentlich brauche ich das viel zu selten und außerdem gibt es dafür in meinem Kamera-Fuhrpark auch schon eine Lösung: Die Lumix LX15 kann all das auch und sogar noch ein paar Dinge mehr.

Ich bin also auch ohne M50 gut ausgerüstet. Sollte aber bald eine EOS M6 Mark II kommen, mit den Features der M50 …. was meinst du? Würde ich mir die kaufen? 😀

Wie findest du die M50? Hast du schon eine oder kaufst du dir eine?
Offenlegung:
Wie bei allen Geräten, die ich von Canon bekomme, gab es auch für die M50 keine Vorgaben ,wie und ob ich darüber berichten soll.