On the Road: Berlin – Amsterdam – Paris

| Lesezeit ca. acht Minuten

2313km, 3 Hauptstädte, Disneyland, Grachten, der Eiffelturm, die Nordsee. Quer durch Mitteleuropa. Es ist so weit, nach Lanzarote, sind wir wieder unterwegs, zur 2. größeren Reise unserer Elternzeit. Hier findest du Teil 1: Niederlande, Zandvoort, Amsterdam und mehr.

    Ich bin übrigens Marc, begeisterter Papa, Blogger, YouTuber, Foto- und Reisefuzzi.
    Mehr über mich findest du hier. Und hier findest du meine aktuelle Fotoausrüstung.

    Du hast Fragen, Anregungen...?
    Schreib mir: marc@reisezoom.com


    Im Dezember flogen wir nach Lanzarote, als Test. Geht das mit 2 Kindern? Einem Kleinkind und einem Säugling? Es geht! Reisen in der Elternzeit, mit unseren Kindern: kein Problem. Lasst uns die Welt entdecken!
    Zuerst dachten wir an Fernreisen. Thailand, Karibik oder Dubai. Aus verschiedenen Gründen war das Fliegen mit unserer kleinen Prinzessin aber nicht mehr das Richtige für uns. Also haben sich Mama und Papa einen Zettel geschnappt und jeder hat aufgeschrieben, wo er gerne hinmöchte. Siehe da, neben dem Rest der Welt war verdammt viel Europa dabei! Also wurde das Konto geplündert, ein Auto gekauft (Mercedes Viano) und eine Strecke geplant. Es sollte nach Andalusien gehen 5-6 Wochen.
    Aber es kam alles anderes. Die Mama wurde krank (Grippe) und das Zeitfenster für Andalusien hatte sich geschlossen. Ein neuer Plan musste her!
    Amsterdam! Guter Plan, Last Minute gebucht und gefreut. Kurz vor der Abfahrt kam uns die Idee, dass wir weiterfahren könnten. Warum nicht nach Paris und ins Disneyland? Gute Idee! So machen wir das!

    Viel Spaß beim Reisebericht!

    Zandvoort – Rennstrecke – Haarlem

    08. März 2015

    Nun haben wir es geschafft und sind losgefahren. Nachdem unser Viano fast 2 Monate nutzlos im Carport stand, haben wir die Koffer gepackt und sind nach Zandvoort an Zee gefahren.
    Sollte dir Zandvoort nichts sagen, es liegt an der holländischen Nordseeküste ca. 25km von Amsterdam entfernt. Es ist eines der beliebtesten Seebäder des Landes, selbst Sisi – Kaiserin von Österreich – kam gerne hierher.

    Wir sind seit 2 Tage hier, wohnen in einem geräumigen Ferienhaus im Center Parcs. Last Minute gebucht, außerhalb der Saison war es billiger als eine andere Ferienwohnung. Der Eintritt ins Spaßbad ist inklusive, so oft du willst! (Haben wir schon 2x gemacht!)

    Gestern waren wir am Strand. Sohnenmann fand den Wind ziemlich uncool: »Ich hab Sand im Auge!«
    Ich bin mit dem Tele auf die Jagd nach Kitesurfern gegangen.

    Kitesurfer in Zandvoort

    Kitesurfer in Zandvoort

    Heute machten wir einen Spaziergang zur Grand Prix Strecke von Zandvoort. Dort war ordentlich Betrieb! Sohnemann schrie sofort »Guck mal, das ist Lightning McQueen!« (der rote Flitzer aus Cars.) Rot war zwar nichts, aber er hatte seinen Helden und ich jede Menge Fotomotive. Das Beste waren 2 Mustangs, die driftend um die Kurven schossen (siehe dazu auch meinen Beitrag zu Magic Letters E wie Eins).

    Driftender Mustang in Zandvoort

    Driftender Mustang in Zandvoort

    Weil so schönes Wetter war – strahlendblauer Himmel und richtig warm (8. März) – sind wir kurzerhand nach Haarlem gefahren, um eine Eisdiele zu suchen. Haarlem liegt zwischen Zandvoort und Amsterdam. Hat mir sehr gut gefallen, schöne Patrizierehäuser, Speicher, Grachten und eine ultimative Fußgängerzone, mit Fahhradautobahn in der Mitte. Oh ja, Fahrräder gibt es sau viele!
    Eine Eisdiele hatten wir auch schnell gefunden, lecker!

    Erlebnis in der Eisdiele:
    Neben uns sitzt ein älterer Mann mit Parkinson (oder einer anderen Krankheit, die einen zittern lässt). Sohnemann sagt: »Ey guck mal der Mann, der macht die ganze Zeit so.« (Sohnemann wackelt mit beiden Händen.) Wir sagen nur »Ja.« Damit gibt sich ein 3-jähriger aber nicht zufrieden, schließlich hat er was entdeckt und will diese Entdeckung seinen Eltern zeigen!
    »Na guckt doch mal!! Daaaa! Der wackelt voll!« (Zeigt mit dem Finger!)
    »Ja, der ist krank, komm iss dein Eis weiter«
    »Jetzt guckt doch mal, DAAAAAAAAAA! Wie der macht!!!« (Zeigt mit seinem Finger und untermalt es mit einem lauten DAAAAA!).
    Glücklicherweise hat der parkinson-geplagte Herr die Situation locker genommen, ich fands peinlich.

    Den Mittelpunkt der Haarlemer-Altstadt bildet der Grote Markt, dort habe ich dieses Panorama freihand mit meiner RX100 III* geschossen.

    Grote Markt Haarlem 360° Panorama

    Grote Markt Haarlem 360° Panorama

    Fürs Erste soll es das gewesen sein. Vielleicht fahren wir morgen nach Amsterdam, mit dem Zug (30min von Zandvoort). Der Reiseführer meint, dass man das Auto lieber nicht mit in die Innenstadt nehmen soll.
    Am Freitag geht es weiter nach Paris und ins Disneyland, vorher melde ich mich sicher nochmal.

    Über das Reisen mit Kindern

    Reisen mit Kindern ist super. Du erlebst Dinge einfach anders! Es gibt kein hektisches Sightseeing, sondern ein geruhsames Dasein. Klar siehst du nicht so viel, aber du erlebst mehr!
    Außerdem finde ich es für den Zusammenhalt der Familie total wichtig. Zu Hause hat man seine eingefahrenen Muster, geht arbeiten, sitzt nicht aufeinander. Unterweg ist das anders. Da gibt es kein Muster, jeder Tag ist anders. Das ist spannend, so entstehen Erlebnisse und Erinnerungen, von denen lange gezehrt wird. Die Kinder erweitern ihren Horizont, werden offen für Neues, tolerant und eignen sich Wissen an (ich selbst übrigens auch).

    Amsterdam

    10.03.2015

    Wir waren tatsächlich 2 Tage hintereinander in Amsterdam. Total irre diese Stadt. Du wirst es nicht glauben, ich komme aus dem Bahnhof raus und es riecht nach Gras! Ohne Scheiß!
    Dieser Geruch ist an vielen Ecken Amsterdams anzutreffen.
    Ein paar Meter weiter sehe ich eine Warnung, Koks nicht bei Straßendealern kaufen! Wo man gutes Koks bekommt, verrät die »Reklametafel« nicht, ist mir aber auch egal.

    Warnung in Amsterdam

    Warnung in Amsterdam

    Ich schweife ab, zurück zu Amsterdam.
    Museen haben wir uns nicht angeguckt, war auch so anstrengend genug für und mit den 2 Kurzen. Gestern sind wir durch die Stadt gelaufen, die Fußgängerzone entlang bis zum Dam. Das ist der zentrale Platz der Altstadt. Hier begann die Geschichte Amsterdams, hier steht das National Denkmal (22m hoher Obelisk, da war Baustelle) und hier steht der Koninklijk Paleis (königlicher Palast), dieser dient dem König als Residenz, wenn er in der Stadt ist.

    Der Koninklijk Paleis am Amsterdamer Dom

    Der Koninklijk Paleis am Amsterdamer Dom

    Wir liefen weiter Richtung Westen über die 4 sehenswerten Grachten: Single, Herrengracht, Keizersgracht und Prinsengracht. Entlang dieser Grachten sind wir zurück zum Bahnhof.

    Am 2. Tag waren wir ohne Kinderwagen dort, unser Ziel war eine Grachtenfahrt. Anbieter gibt es jede Menge, wir haben den erstbesten genommen (31€ für 2 Erwachsene, die Kinder kosten nix). War ganz gut.
    Danach gings nochmals zum Dam und zum Einkaufszentrum Magna Plaza. Das Magna Plaza ist im ehemaligen Hauptpostamt untergebracht und überstrahlt an Glanz den königlichen Palast locker. Unser Rückweg zum Bahnhof verlief auf der Ostseite der Fußgängerzone. Ein paar Souvenirs gekauft und zurück nach Zandvoort.

    Das Spaßbad bildete wieder unseren allabendlichen Abschluss.

    Was mir an Amsterdam gefallen hat:

    • Multikulti, man sieht der Stadt an, dass die Niederlande zahlreiche Kolonien hatte.
    • Patrizierhäuser und alte Speicher noch und nöcher, das ist einfach der Hammer! Stralsund, Wismar usw. das ist alles ein Witz im Vergleich zu Amsterdam!
    • Viel Wasser. Mir gefallen Häuser am Wasser. Mir gefällt es über Brücken zu gehen, am Wasser entlang. Dank der vielen Grachten kein Problem. Amsterdam wird nicht ohne Grund das Venedig des Nordens genannt.
    • Metropolen Flair. Das Zentrum rund um die Altstadt ist recht kompakt. Dort konzentriert sich viel. Es ist voll, es laufen verschiedene Leute herum, es gibt coole Geschäfte. Gefällt mir.
      Das Nachtleben kann ich nur erahnen… 

     Was mir nicht gefallen hat:

    • Voll, es ist krass voll. Das bringt eben diese Kompaktheit der Innenstadt mit sich.
    • Wenig Grün. Berlin hat fast überall Bäume und Grünflächen, auch am Alex, sogar der Ku’Damm hat einen Grünstreifen in der Mitte. Das vermisse ich in Amsterdam. Aber das liegt daran, dass alles so kompakt ist.
    • Touristisch. Es gibt super viel Souveniershops. Das nervt und gibt mir ein bisschen das Gefühl, gar nicht das echte Amsterdam zu sehen. 

    Die Anderen – warum bleiben die zu Hause

    Beim Packen für unseren »Roadtrip« haben wir uns gefragt, wieso die anderen solche Touren nicht machen. Klar, Packen und Reisevorbereitungen sind stressig, klar Unterwegssein ist aufwendiger, als zu Hause im eingefahrenen Trott zu sitzen. Aber es gibt einem so viel mehr!
    Zu teuer lass ich nicht gelten. In der Elternzeit ist man flexibel und die meisten Eltern, die ich kenne, sind keine Lehrer und können auch sonst außerhalb der Saison fahren. Eine Woche Zandvoort inkl. Amsterdam geht im dreistelligen Bereich, wenn man will und sich an ein paar Spar-Regeln hält.
    Ich weiß es nicht. Ich bin jedenfalls froh, dass wir eine reiselustige Familie sind und dass wir einen Sohn haben, der eindeutige das Fernwehgen hat. Warten wir mal ab, ob seine Schwester es auch hat.

    Zandvoort

    13.03.2015

    Heute rollten wir mit Standgas gen Paris. Die Niederländer verstehen echt etwas vom Autobahnbau. Bis zu 5 Spuren, alles tip top! Aber dann: Ein Tempolimit. Maximal 130 km/h, oft nur 100 und die linke Spur ist immer leer.
    Aber das gehört eigentlich in den Paris-Reisebericht. Heute will ich dir von den letzten Tagen in Zandvoort erzählen.

    Zandvoort ist das zweitgrößte Seebad der Niederlande (Scheveningen ist die Nr. 1), und – ganz ehrlich – auf den ersten Blick ist es hässlich!
    Der Strand ist toll, die Buden dort machen einen guten Eindruck. Aber die Bebauung hinter dem Strand, die geht mal gar nicht. Jemand der die Bausünden in Spanien bemängelt, hat Zandvoort nicht gesehen! Das Hotel des Center Parcs sieht aus wie ein Plattenbau aus Berlin-Marzahn (vor der Renovierung!). Die Wohnungen am Strand würden in Neubrandenburg nicht auffallen und der Klotz des Best Western Hotels wirkt einfach nur fehl am Platz.
    Im Ort gibt es eine kleine Fußgängerzone, die ist ok – aber austauschbar. Trotzdem haben wir uns die letzten beiden Tage nur in Zandvoort aufgehalten.
    Etwas langsamer machen, ausruhen, die Kinder nicht zu sehr fordern. Schließlich haben wir noch Einiges vor.

    Zandvoort Panorama beim Sonnenuntergang

    Zandvoort Panorama beim Sonnenuntergang

    Muscheln suchen am Strand, buddeln, im Sand malen. Ich konnte Fotos machen und meine neue Sony RX100 mit der a65 vergleichen. Das Wetter war traumhaft und so machte ich mich auf die Jagd nach Motiven.
    Das Spaßbad hat uns auch wieder gesehen. Ist schon toll, wenn der Eintritt im Preis für das Ferienhaus mit drin ist. Rutschen, schwimmen und im Wellenbad toben. Ab und zu ins Kinderbecken und dann wieder die Rutsche runter usw.
    Hat Spaß gemacht.

    Zandvoort mein Fazit

    Mir hat die Woche gefallen. Zandvoort ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Familienurlaub mit angehängter Städtereise. Haarlem und Amsterdam liegen direkt vor der Tür und sind bestens mit der Bahn zu erreichen.
    Der Strand ist super und auch jetzt im Winter/Frühjahr kann man dort toben und buddeln. Wie es im Sommer ist, kann ich nur erahnen, vermutlich gut.

    Na dann… gehe raus und habe Spaß!

    Marc

    Kennst du Zandvoort, Amsterdam oder Haarlem? Wie hat es dir gefallen? Oder willst du mal hin? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

    Hier geht es weiter zum Paris-Bericht.

    Feierabend

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