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Workflow: Mit Lightroom und Perfect Effects knackiges Fake-HDR erstellen

In letzter Zeit stehe ich ja total auf knackige Bilder und auf eine Art Fake-HDR.
In diesem Artikel will ich zeigen, wie ich bei der Erstellung solcher Bilder mit Lightroom und Perfect Effects vorgehe.

Das Bild zeigt das Lektionsgebäude der FDJ Hochschule am Bogensee und entstand bei einer Fototour mit go2know.
Das Haus stammt aus der Feder des Architekten der Berliner Stalinallee, Hermann Henselmann und ist im Stil des sozialistischen Klassizismus gehalten. Der Grundstein für das Lektionsgebäude und andere Erweiterungsbauten der Hochschule am Bogensee wurde am 16. Oktober 1951 gelegt.

Kommen wir aber zum Wesentlichen:
Der Workflow zum Erstellen von Fake-HDR Bilder, also einem HDR-Look aus nur einem Raw-File, wie ich es bspw. bei meinem Mallorca-Bildern gemacht habe.

Die Software

Adobe Lightroom

Mit Lightroom kommt wohl jeder ambitionierte Fotograf früher oder später in Kontakt.
Lightroom ist gut, um Bilder zu verwalten und bietet obendrein noch einen intuitiv zu bedienenden Modus, um Raws zu entwickeln.
Die Bilder hier habe ich mit Lightroom 4.4 erstellt, in der Zwischenzeit bin ich Abonnent der Adobe Creative Cloud und arbeite somit immer mit den aktuellsten Versionen von Lightroom und Photoshop.
Lightroom kann ich jedem nur wärmsten empfehlen, ich kann es aus meinem Alltag gar nicht mehr wegdenken.

On1 Perfect Effects 8

Perfect Effects ist grob gesagt eine Sammlung von Filtern, die du über das Bild legen kannst, um eben die ganzen Spielereien (und viel mehr) zu machen wie ich sie mache.
Eine 30-Tage-Test-Version gibt es direkt bei onOne Software.
Es gibt auch eine Free Version, diese habe ich jedoch noch nicht ausprobiert.
Ich habe Perfect Effects bei einer Aktion runtergeladen wo es gerade ganz umsonst war 🙂

Update:
PerfectEffects gibt es in dieser Form nicht mehr, stattdessen gibt es von On1 einen kompletten Raw-Entwickler mit eingebauten PerfectEffects und vielem mehr: On1 PhotoRaw.

Der Workflow Teil 1. Lightroom

Lektionsgebäude Bogensee RAW direkt aus der Kamera

Das komplett unbearbeitet Raw aus der Kamera.
Exif: ISO100 18mm f/11 Kamera: Sony Alpha 65; Objektiv SAL18135

Grundeinstellungen in Lightroom

Hier gehe ich bei jedem Bild ähnlich vor. Als aller erstes stelle ich Folgendes ein:

  • Weißabgleich anpassen, das war bei diesem Beispiel aber nicht nötig.
    Das was die Kamera geliefert hat, fand ich gut.
  • Objektivkorrekturen für das verwendete Objektiv
  • Häkchen bei Chromatische Aberrationen entfernen setzen
  • Bild ausrichten und zuschneiden
  • Perspektivische Verzerrungen korrigieren

Das Ergebnis nach dem ersten Bearbeitungsschirtt in Lightroom sieht dann so aus:

Lektionsgebäude Bogensee nach der 1. Bearbeitung in Lightroom

Lektionsgebäude Bogensee nach der 1. Bearbeitung in Lightroom

Klar ist es besser das Motiv gleich so aufzunehmen, dass man nichts mehr ausrichten muss und auch nicht mehr schneiden muss, aber irgendwie kriege ich es trotz Wasserwaage im Sucher nicht immer hin! 😀

Farbeinstellungen in Lightroom

Im nächsten Schritt passe ich die Farben etwas an oder viel mehr die eigentlichen Grundeinstellungen in Lightroom.
Als erstes probier ich die automatische Tonwertkorrektur und gehen von den Werten dann für meine Änderungen aus.
Weiß ziehe ich mit gedrückter ALT-Taste so weit hoch, dass ich den 1. weißen Pixel sehe, schwarz ziehe ich mit gedrückter ALT-Taste so weit runter, dass ich schon einiges an schwarzen Pixeln sehe.
Das ist ein Trick, den ich mir von Serge Rammelli abgeguckt habe, der in seinem Blog übrigens saugute Tipps gibt!
Im Beispiel wurde die Belichtung leicht angehoben (+0.15), Lichter reduziert (-50), schwarz (-9) und weiß (+48) wie oben beschrieben angepasst, Klarheit (+100) und Dynamik (+15) angehoben.

Das Ergebnis sieht gleich viel dramatischer aus:

Lektionsgebäude Bogensee nach der 2. Bearbeitung in Lightroom

Lektionsgebäude Bogensee nach der 2. Bearbeitung in Lightroom

Der Workflow Teil 2. Perfect Effects 8

Das Bild übergebe ich jetzt mit Foto -> Bearbeiten in -> Perfect Effects 8 an Perfect Effects. Hierfür lasse ich eine Kopie in Lightroom erstellen und nehme die vorgegebenen Einstellungen.

In Perfect Effects mache ich dann Folgendes:

  1. Filter Dynamic Contrast – Natural mit den vorgegebenen Einstellungen
  2. Auf einer neuer Ebene probiere ich dann alle HDR-Look Filter durch.
    Da wir das Lektionsgebäude extrem knackig haben wollen nehme ich hier „Surreal“ mit den Standardeinstellungen
  3. Auf einer weiteren, neuen Ebene wende ich den Filter Color Enhancer – Darken Sky.
  4. Um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen, wende ich auf einer neuen Ebene den Filter Dynamic Contrast – Natural ein weiteres Mal an.
    Damit die Wolken aber nicht zu krass werden maskiere ich diese mit dem Pinsel.

Fertig mit Perfect Effects!
Mit einem Klick auf den Apply Button wird das Bild gerendert und ich lande wieder in Lightroom.

Perfect Effects bietet natürlich noch unendlich viel mehr Möglichkeiten, aber das sind im Grunde die Schritte die ich benutze.
Ein anderer, guter Filter ist z.B. der „Amazing Detail Finder“ unter Sharpening. Oder was man hier noch hätte machen können wäre im unteren Bereich eine kleine Vignette… aber egal.

Das Ergebnis sieht jetzt so aus:

Lektionsgebäude Bogensee nach der Bearbeitung mit Perfect Effects 8

Lektionsgebäude Bogensee nach der Bearbeitung mit Perfect Effects 8

Der Workflow Teil 3. nochmal Lightroom

Es kommt gar nicht mal so selten vor, dass mir das Ergebnis aus Perfect Effects noch nicht passt, deshalb kommt danach nochmal Lightroom zum Einsatz.
Bei dem Bild vom Bogensee habe ich die Belichtung nochmal etwas angehoben und nochmals mehr Klarheit dazu gegeben.
Damit die Wolken aber nicht nicht krasser werden habe ich mit dem Korrekturfilter die gesamten Wolken (bis auf die direkt über dem Lektionsgebäude) ausgemalt, die Klarheit ganz runter gezogen, Schärfe weggenommen und entrauscht.

Das Endergebnis:

Lektionsgebäude Bogensee Endergebnis

Das Lektionsgebäude am Bogensee nach der Bearbeitung mit Lightroom und Perfect Effects

Fazit

Das ganze sieht jetzt nach viel Arbeit aus, aber wenn du weißt, was du machen willst und machen musst, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten, es keine 5 Minuten.
Am längsten dauert das Rendern in Perfect Effects und das Pinseln.
Aber auch mit all dem reichen 5min locker, außer du nimmst es ganz genau mit dem Pinsel. 😀

Als Fazit kann ich sagen, dass Lightroom zusammen mit Perfect Effects wahnsinnig viele Möglichkeiten bietet, ein Bild aufzuwerten oder auch zu verfremden.
Als ich Perfect Effects neu hatte, fand ich es gar nicht so gut, erst nachdem ich mich nach ein paar Wochen etwas intensiver damit beschäftigt hatte, habe ich das wahre Potential der Software entdeckt.
Und meist ist es ja eh so, dass es immer noch viel viel mehr zu entdecken gibt! Das gilt aber natürlich auch für Lightroom!

Ich habe das gleiche Bild übrigens auch in einer düsteren Stimmung mit Perfect Effects 8 bearbeitet!

Update 16.01.2017
Der Beitrag ist über 2.5 Jahre alt, ich arbeite aber immer noch mit Lightroom und dem Nachfolger von PerfectEffects, PhotRaw.


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