Endlich Sonnenschein! Nachdem ich meinen ersten Versuch, die Panasonic Lumix S9 zu testen, wegen strömenden Regens abbrechen musste, bin ich heute umso motivierter. Beim letzten Mal wurde ich bis auf die Unterhose nass, aber heute sieht das Wetter deutlich freundlicher aus.

Ich habe die Lumix S9, Panasonics kleinste und leichteste Vollformatkamera, direkt an meinen Gürtel gehängt und bin startklar. Diese Kamera hat das Innenleben der größeren Lumix S5 II geerbt. Das klingt vielversprechend. Für den Start habe ich das 20-60mm Objektiv montiert – leicht und kompakt, sodass die Kamera kaum auffällt.

Zunächst geht es durch das Löcknitztal. Schön. Wegen der vielen Mücken kann ich aber kaum stehen bleiben, da ich sonst zum Blutspender werde.

Entlang des Flakensees wandere ich weiter nach Woltersdorf, dort war ich schon öfter, das ist wie Urlaub. Wirklich schön, erst recht bei dem tollen Wetter, welches ich heute habe und dann auch noch der grandiose Weg entlang des Kalksees, der mich nach Rüdersdorf zum Tagebau führt. Toll.

Zwischenzeitlich wechsle ich auf das Lumix S 50mm F1.8 und dann auf das 45mm F2.8 von Sigma. Letzteres passt wegen seiner geringen Abmessungen perfekt zur Lumix S9.

Damit wandere ich über verschiedene Stege und kleine Brücken entlang des Stienitzsees bis ins schöne Annatal und dann zum Ziel der heutigen Etappe, dem S-Bahnhof Hegermühle bei Strausberg.

Hier findest du den GPS-Track der Tour. Und hier findest du Tipps zum Wandern von mir.

Mein Video der S9 und der Tour

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Die Vor- und Nachteile der S9 auf einen Blick

Vorteile:

  • Kompaktes Design: Klein und handlich, ideal für unterwegs.
  • Vollformatsensor: Liefert hervorragende Bildqualität auch bei schlechten Lichtverhältnissen.
  • Integrierter Bildstabilisator: Bietet Stabilisierung auch bei nicht stabilisierten Objektiven.
  • Rein elektronischer Verschluss: Kein mechanischer Verschleiß und leiser Betrieb.
  • Vielseitige Farboptionen: Erhältlich in Schwarz, Rot, Blau und Grün.
  • Realtime LUT Funktion: Ermöglicht das Anwenden von Look-Up-Tables (LUTs) direkt in der Kamera für sofortige Farbkorrekturen und kreative Looks.
  • Open Gate 6K Videoaufnahmen: Ermöglicht flexibles Zuschneiden und die Erstellung verschiedener Formate im Nachhinein.

Nachteile:

  • Kein Sucher: Erschwert die Nutzung bei hellem Sonnenlicht.
  • Durchschnittliches Display: Nicht auf dem neuesten Stand der Technik, wenn man sich Smartphones im Vergleich anschaut.
  • Nur elektronischer Verschluss: Schnelle Bewegungen können schief erscheinen (Rolling Shutter), und bei bestimmten Kunstlichtquellen drohen Streifen. Für Sport, Blitzfotografie und Veranstaltungen ist das ein echter Haken.
  • Eingeschränkte Ergonomie: Liegt nicht optimal in der Hand, oft sind zwei Hände notwendig.
  • Keine aktive Kühlung: Seit Firmware 1.1 kannst du die früheren Zeitlimits zwar abschalten. Wird die Kamera intern zu heiß, beendet sie die Aufnahme zum Selbstschutz trotzdem.

Lumix S9: Wirklich schick!

Panasonic Lumix S9 von oben
Auch wenn sich das Schwenkdisplay frei drehen lässt, fände ich ein Klappdisplay besser. Weil du wegen des fehlenden Suchers oft das Display nur leicht anwinkeln musst, um keine Reflexionen zu haben. Beim Schwenkdisplay ist das immer recht umständlich.
Panasonic Lumix S9 von hinten
Sehr aufgeräumt ist die Rückseite der Kamera. Aber auch hier wieder Kritik am Display: Es ist ein ganz normales Kameradisplay, wie jede andere Kamera auch hat. Da der S9 aber der Sucher fehlt, erwarte ich 2024 mehr. Dünnere Ränder, gern größer und viel viel heller. Smartphones zeigen schließlich, dass es geht.

Panasonic Lumix S9 von vorne
Auch von vorne schick. Ein Griff oder zumindest ein Steg, hinter den man die Finger klemmen kann, wäre trotzdem wünschenswert.

Erweiterte Eindrücke der S9 mit dem LUMIX S 28–200 mm F4–7.1 MAKRO O.I.S.

Ich bin mal wieder auf dem 66-Seen-Weg unterwegs. Heute geht es von Melchow nach Strausberg. Das ist die Route, die an meine erste Tour mit der S9 anschließt. Ich wandere sie nur in entgegengesetzte Richtung, weil die Anschlüsse so besser sind.
Man mag es gar nicht glauben, aber es hängt wieder die Lumix S9 am Gürtel. Die Kamera bekommt eine zweite Chance bei mir, diesmal mit dem 28-200mm Objektiv. Ein Hinweis aus der Community hat mich dazu gebracht, dieses leichte und vielseitige Objektiv zu testen. Mit dieser Kombination wiegt die Kamera knapp unter einem Kilogramm, was für Wanderungen ideal ist.

Kurz gesagt, diese Kombination macht mir die S9 deutlich sympathischer, auch wenn die bekannten Kritikpunkte wie der fehlende Sucher oder die Schwächen bei der Bedienung weiterhin bestehen.

Hier findest du den GPS-Track der Tour.

Mein Video der Tour

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Beispielfotos Tour #1

Die Fotos sind alles mehr oder weniger im Nachhinein bearbeitete JPGs aus der Kamera.

Panasonic Lumix S9 + Lumix S 20-60mm - 24mm - ISO 100 - f/5.1 - 1/50 Sek.
Panasonic Lumix S9 + Lumix S 20-60mm – 24mm – ISO 100 – f/5.1 – 1/50 Sek.
Panasonic Lumix S9 + Sigma 45mm F2.8 - 45mm - ISO 100 - f/2.8 - 1/250 Sek.
Panasonic Lumix S9 + Sigma 45mm F2.8 – 45mm – ISO 100 – f/2.8 – 1/250 Sek.
Panasonic Lumix S9 +Lumix S 50mm F1.8 - 50mm - ISO 100 - f/2.5 - 1/125 Sek.
Panasonic Lumix S9 +Lumix S 50mm F1.8 – 50mm – ISO 100 – f/2.5 – 1/125 Sek.

Panasonic Lumix S9 +Lumix S 50mm F1.8 - 50mm - ISO 100 - f/1.8 - 1/2500 Sek.
Panasonic Lumix S9 +Lumix S 50mm F1.8 – 50mm – ISO 100 – f/1.8 – 1/2500 Sek.

Beispielfotos Tour #2

Bei meiner zweiten Tour mit der S9 unterstützte Lightroom schon die Raws der Kamera. Deshalb siehst du hier bearbeitete Raws. Alle Fotos wurden mit dem Lumix S 28-200mm aufgenommen.

Panasonic Lumix S9 - 200mm - ISO 400 - f/13 - 1/250 Sek.
Panasonic Lumix S9 – 200mm – ISO 400 – f/13 – 1/250 Sek.
Panasonic Lumix S9 - 28mm - ISO 100 - f/4 - 1/2000 Sek.
Panasonic Lumix S9 – 28mm – ISO 100 – f/4 – 1/2000 Sek.
Panasonic Lumix S9 - 170mm - ISO 500 - f/6.8 - 1/200 Sek.
Panasonic Lumix S9 – 170mm – ISO 500 – f/6.8 – 1/200 Sek.

Panasonic Lumix S9 - 112mm - ISO 100 - f/6 - 1/125 Sek.
Panasonic Lumix S9 – 112mm – ISO 100 – f/6 – 1/125 Sek.

Vergleich der Panasonic Lumix S9 und der Canon EOS R8

In diesem Video vergleiche ich die Lumix S9 mit der Canon EOS R8.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Die S9 ist eine außergewöhnlich leichte und kompakte Vollformatkamera, die mit dem 28-200mm-Objektiv eine seltene Kombination aus Gewicht und Flexibilität bietet. Mit einem Gesamtgewicht von nur etwa 900 g ist sie ideal für Fotografen, die viel unterwegs sind und eine Kamera mit großem Brennweitenbereich suchen. Der integrierte Bildstabilisator hilft auch bei nicht stabilisierten Objektiven gegen Verwacklungen. Gegenüber der R8 bietet sie außerdem die längere Akkulaufzeit in meinem Alltag, die für mich bessere App und Open-Gate-Video in 6K30. Dafür patzt die Lumix bei der Ergonomie.

Die Canon EOS R8 punktet durch ihre hervorragende Ergonomie, den elektronischen Sucher und 4K60 Video ohne Crop, was sie zu einer sehr flexiblen Kamera sowohl für Fotos als auch Videos macht. Außerdem ist die Auswahl bei kleinen und leichten Festbrennweiten im Canon RF-System etwas größer. Dafür ist die Kombination EOS R8 und RF24-240mm-Objektiv 300g schwerer als die S9 mit dem 28-200mm.

Kurz: Beide Kameras haben ihre eigenen Stärken und sind in ihrer jeweiligen Kategorie hervorragend. Die Wahl zwischen den beiden hängt stark davon ab, welche Merkmale für dich wichtiger sind.

Häufige Fragen zur Panasonic Lumix S9

Für wen lohnt sich die Panasonic Lumix S9?

Für alle, die maximale Mobilität mit Vollformat wollen – vor allem mit dem 28-200mm wiegt das Set nur rund 900 g, das ist einzigartig. Als Hauptkamera empfehle ich sie wegen des fehlenden Suchers und der Ergonomie aber nur bedingt; als leichte Zweitkamera im L-Mount-System ist sie stark.

Wie schlimm ist der fehlende Sucher wirklich?

Bei Sonne nervt es – du bist komplett aufs Display angewiesen, das nur durchschnittlich hell ist. Auf meinen Touren war das mein größter Kritikpunkt.

Lumix S9 oder Lumix S5 II?

Die S5 II bietet für ähnliches Geld Sucher, besseres Handling und mechanischen Verschluss – ist aber deutlich schwerer. Wer viel wandert, nimmt die S9; wer die Kamera als Hauptwerkzeug nutzt, die S5 II.

Welches Objektiv passt am besten zur S9?

Mein Favorit nach zwei Touren: das Lumix S 28-200mm F4-7.1 – leicht, vielseitig, macht das Set einzigartig. Für kompakte Festbrennweiten passt das Sigma 45mm F2.8 perfekt zur Größe der Kamera.

Kann die Lumix S9 gut filmen?

Ja – Open Gate 6K, LUTs direkt in der Kamera und interner Stabilisator sind starke Argumente. Wichtig ist die aktuelle Firmware: Seit Version 1.1 lässt sich das voreingestellte Zeitlimit abschalten. Ohne Lüfter kann die Kamera bei hoher Innentemperatur dennoch stoppen; für lange Interviews würde ich das vorher testen.

Panasonic Lumix S9: Mein Fazit

Die Panasonic Lumix S9 wiegt laut Panasonic 486 g mit Akku und Speicherkarte und gehört damit zu den leichten Vollformatkameras. Besonders beeindruckend ist das geringe Gewicht der S9 in Kombination mit dem 28-200mm-Objektiv – zusammen wiegen sie rund 900 g. Diese Kombination macht die Kamera zu einem starken Begleiter für unterwegs, weil sie trotz des großen Brennweitenbereichs handlich und leicht bleibt. Die aktuellen technischen Daten und Hinweise zum Aufnahmelimit findest du direkt bei Panasonic.

Ob es unbedingt Vollformat sein soll, erörtere ich in diesem Beitrag.

Ein weiterer Vorteil ist der integrierte Bildstabilisator, der auch bei nicht stabilisierten Objektiven gegen Verwacklungen hilft. Die Kamera hat jedoch keinen Sucher, was sie in hellen Umgebungen unpraktischer macht, und das Display ist im Vergleich zu modernen Smartphones nicht besonders hell. Für mich ist die S9 eine schicke und leistungsfähige Kamera, aber die S5 II bietet fürs Geld einen Sucher und ein besseres Handling. Dafür ist sie deutlich schwerer.

Mit * markierte Links sind Affiliate-Links (Amazon). Kaufst du darüber, bekomme ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts.