Schränke dich ein und werde besser [Fototipp]

Fotografieren kann in eine heftige Materialschlacht ausarten. Es macht einfach Spaß, neues Equipment zu kaufen und auszuprobieren. Ich kenne das. 🙂

Aber mit neuem Equipment machst du nicht unbedingt bessere Fotos, deshalb habe ich schon den Fototipp »Kaufe dir keine neue Kamera« geschrieben.

Heute gehe ich noch einen Schritt weiter und fordere dich auf, dich bewusst einzuschränken.
Ziehe los und unternehme eine Fototour mit nur einem Objektiv oder sogar nur mit dem Smartphone oder konzentriere dich nur auf grüne Motive oder mache alles schwarzweiß.

Meine Einschränkungen auf Instagram

Ich selbst mache das schon eine ganze Weile auf Instagram. Dort poste ich nur Bilder, die ich mit dem Smartphone geschossen habe und in schwarzweiß funktionieren.
Ohne Farbe funktioniert nicht alles und mir flutscht immer wieder ein Bild durch, dass nicht ideal ist. Aber ich werde besser!

Es gibt noch weitere Einschränkungen für meinen Instagram-Account:

  • Das Bild muss auf dem Smartphone bearbeitet werden. Dafür nutze ich Snapseed. Je nach Lichtverhältnissen habe ich dann zwar hinterher einen Aha-Effekt, aber das gehört dazu.
  • Ich darf für alles nicht länger als 5 min brauchen. Also Motiv finden, Foto schießen, bearbeiten und posten.
  • Ich poste maximal ein Bild am Tag.

Klar könnte ich mehr Follower haben, würde ich tolle, farbige Bilder posten. Aber das ist mir egal. Ich mache das für mich, um meinen fotografischen Blick zu stärken.

Und das funktioniert, weil ich das perfekte Motiv für den Tag finden will, bewege ich mich aufmerksamer durch meine Umgebung und probiere immer wieder aus, was funktioniert und was nicht.

Mein Instagram-Account

Notgedrungen: Durchgehend mit 35mm fotografiert

Mit einer anderen Einschränkung musste ich notgedrungen bei unserer Männertour in die Alpen letzten Herbst leben.
Da ich meine RX100 geschrottet hatte, hatte ich nur noch die a65 mit der 35mm Festbrennweite.
Na und? Man wächst mit seinen Aufgaben! Ich hatte vorher schon Spaß mit der Linse, aber diese Einschränkung machte mir wieder richtig Lust auf große Blenden und größere Kameras.
Und ganz nebenbei sind echt schöne Fotos entstanden.

Mein kleiner Abenteurer in der Klausenbachklamm [Sony a65 SAL35F18 – ISO 400 – 35 mm – f/1.8 – 1/125 Sek.]

Farbfeuerwerk nach dem Sonnenuntergang auf der Winklmoos Alm [Sony a65 SAL35F18 – ISO 200 – 35 mm – f/6.3 – 1/30 Sek.]

15 Sekunden Berlin

Kennst du meinen Beitrag 15 Sekunden Berlin?
Damals startet ich zu einer Fototour durch die Stadt am Berliner Fernsehturm. Weil die Wolken so schön vorbeizogen, belichtete ich 15 Sekunden lang, um die Bewegung auf dem Bild darzustellen.
Nach diesem ersten Foto war mein Moto für die Tour klar: egal was, es wird 15 Sekunden lang belichtet!

Wolken und der Berliner Fernsehturm [Sony a65 SAL18135 – ISO 100 – 24 mm – f/13 – 15 Sek.]

Der manuelle Fokus

Meine neueste Einschränkung ist der manuelle Fokus. Lange Zeit habe ich mich da nicht rangetraut, dabei ist es mit den modernen Helferlein wie Fokus Peaking und der Fokuslupe ganz einfach. (Wenn du Zeit hast!)

Probiere es aus, du wirst damit immer schneller!

Ich bin in der Zwischenzeit fast auf dem Standpunkt, dass es mir egal ist, ob ein Objektiv Autofokus hat oder nicht, mein Lieblingobjektiv an meiner Sony a5100 ist das Walimex Pro 12 mm (bei Amazon.de), da geht alles nur manuell. Macht aber nix und gerade bei dem extremen Weitwinkel ist es eh einfach, alles scharf zu kriegen.

Manuell Fokussieren? Bei einem Feuerwerk muss du das eh machen. [Sony a5100|Walimex Pro 12 mm – ISO 100 – 12 mm – 30 Sek.]

Klar, im Familienurlaub und mit tobenden Kindern ist das nicht ideal, aber du musst dich ja nicht immer und überall einschränken.

Und du? Schränkst du dich beim Fotografieren bewusst ein? Wie?

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15 Kommentare zu “Schränke dich ein und werde besser [Fototipp]

  1. Bee

    … ich bin ganz oft mit nur einem Objektiv unterwegs, weil ich alleine nicht die Kameratasche tragen kann. Geht auch, auch eine Festbrennweite funktioniert, fordert mit viel laufen ab, nicht so einfach für mich. Ich habe mir gerade ein Objektiv gekauft, so muss ich nicht andauernd wechseln. Das bleibt jetzt erst mal drauf.

    Übrigens sind 90% meiner Bilder sind bei Instagram mit dem Smartphone gemacht und auch da bearbeitet, ich benutze da snapseed und Lightroom. Ein Sammelsurium von allem, nix dolles mein Account 😉

    1. Marc Autor des Beitrags

      Bei Instagram geht es um Spaß! Und wenn es dir Spaß macht, ist den Account toll … so sehe ich das.
      Mich nerven dort aber die ganzen Bots, das wird immer schlimmer … deshalb kommt von mir da im Moment auch nicht mehr viel, dadurch habe ich den Spaß verloren.

  2. Thomas

    Die Idee ist sehr gut. Ich mache es oft, dass ich nur mit einem Objektiv losziehe. Da ich aber nur Zooms besitze (noch) bin ich trotzdem flexibel.

    Deine Instagram Idee gefällt mir richtig gut. Vielleicht mache ich das mal, auf einer unserer nächsten Reisen.

    LG Thomas

  3. Horst

    Servus Marc!

    Ja, das finde ich gut! Ich bin auch gerade dabei, immer öfter nur ein einziges Objektiv mitzunehmen. Alle haben ohnehin nicht mehr Platz in meinem Fotorucksack und so entscheide ich mich oft ganz bewusst nur für ein Objektiv. Das schärft den Blick und das Gefühl, für genau dieses eine Objektiv.

    Deine anderen Ideen (Instagram S/W und 15 Sekunden) finde ich auch super! Alles Dinge, die es ermöglichen, sich in einem bestimmten Bereich zu verbessern.

    Have fun
    Horst

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Horst,

      stimmt, man lernt das Objektiv so auch viel besser kennen! Das kommt noch dazu.

      Viele Grüße
      Marc

  4. Jens

    Immer wieder gut zu lesen! Beim Familienausflug kommt nur noch eine Kamera mit + Zoom. Technisch nicht ideal, aber was nützt einem mehr, wenn alle gestresst sind? Gestresst, weil die einen warten usw.

    Auf dem Weg ins Büro hat man nachdem Zeitfaktor. Dann beschränke ich auch gerne auf ein Objektiv. Es hilft!

    Danke für die Info / Erinnerung!

    1. Marc Autor des Beitrags

      Haha, genau die Sache beim Familienausflug kenne ich nur zu gut. Ich sollte mal einen Beitrag über alle meine Tricks, wie ich trotzt ungeduldiger Familie zu halbwegs passablen Fotos komme. 😀

  5. Wolly

    ich verfolge Deinen Blog schon eine ganze Weile ohne ihn zu kommentieren.
    Mit meiner a57 von Sony kann ich einiges (an-) einstellen. Vor lauter Versuchen die Einstellung für ein -vermeintlich- perfektes Bild zu finden verliere ich mich manchmal in der Technik und der Blick für das eigentliche Motiv geht verloren. Deine Anregungen zum experimentieren und, wie in diesem Betrag, sich zu beschränken haben bei mir wieder die Lust auf’s Fotografieren nicht nur im Urlaub geweckt. Mit meinem NEXUS P6 habe ich immer mal so „rumgeknippst“. Im Nachhinein bei der Betrachtung der Bilder habe ich so manches Foto-Schätzchen gefunden.
    Danke für Deine Anregungen
    LG

    1. Marc Autor des Beitrags

      Ja, das vielen Regler und Knöpfe verleiten dazu ständig an der Kamera herumzufummeln.
      Dabei ist das oft gar nicht nötig.
      Als ich durch Berlin zog, um die G9X Mark II zu testen, habe ich einen Großteil meiner Aufnahmen mit derselben Einstellung gemacht (f/4.0 und ISO125). Das passte für fast alles bei der Tour.

  6. nixzulesen

    Also ich finde in der Natur macht sich eine Festbrennweite oft gut und man übt sehr gut den Blick damit. Wenn man in einer (vor allem fremden) Großstadt ist, dann stört es mich oft, wenn ich nur die feste Linse habe, aber da macht sich mein Kit Objektiv, das standardmäßig beim Kamerakauf dabei war, sehr gut. Manchmal mache ich abends beim Sonnenuntergang einen roten Verlaufsfilter auf die Linse und vergesse ihn dann abzunehmen, das ist dann auch manchmal ein Spaß, wenn ich dann tagsüber den Filter noch drauf habe, weil ich die Schachtel für den Filter zu Hause gelassen habe.
    Die Idee mit den 15sec finde ich super, ich wollte eh öfter Langzeitbelichten und wenn man einfach auf alles drauf hält, kommen bestimmt öfter mal Motive zustande, an die man vorher nicht gedacht hat.
    Aber ich bevorzuge definitv Fotos mit der Kamera, meine Handykamer ist auch sauschlecht, aber mir gefallen auch einfach die vielen manuellen Einstellungen an einer Kamera besser, die mir komplett fehlen am Handy.

    1. Marc Autor des Beitrags

      Die Handys holen aber extrem auf, ich habe mir ja erst kürzlich ein gebrauchtes S7 gekauft und bin total begeistert. Auch manuell lässt sich da einiges einstellen … es fehlen aber definitiv Knöpfe und Drehräder! 😀

      Viele Grüße
      Marc

      1. nixzulesen

        Definitiv, das manuelle macht irgendwie auch sehr viel Spaß beim Fotografieren finde ich.
        Mir ist übrigens neulich noch eine „Regelmäßigkeit“ eingefallen, die ich beim Fotos machen schon öfter getan habe. Gerade auf Reisen und in der Natur bietet es sich manchmal an die Fotos zu verkitschen und die Blende runterzuschrauben, damit man die Sonnenstrahlen schön hinbekommt. Als ich letztes Jahr in Norwegen war hatte ich mit meiner Kommilitonin immer das „tägliche Sonnenstrahlenbild“. Es hilft auch dabei, mal wieder daran zu denken aus seinem festen Modus etwas zu verstellen.

  7. Pingback: 13 Tipps zum besseren Fotografen - Austria Insiderinfo

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