Ich bin Marc, begeisterter Papa, Blogger, Foto- und Reisefuzzi.

Als Familie sind wir jedes Jahr zwei bis drei Monate unterwegs. Immer dabei sind verschiedene Kameras, um das Erlebte festzuhalten.

Auf meinem Blog nehme ich dich mit auf unsere Reisen, gebe dir Tipps für bessere Fotos und Empfehlungen für Kameras und Zubehör, die den Anforderungen im Familienurlaub gerecht werden.

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Heute lasse ich meinen Gedanken freien lauf und erzähle dir ein wenig von unseren Erlebnissen auf Mallorca diesen Herbst und sage dir, warum es egal ist, wenn du mehrmals an denselben Ort zurückkehrst.

    Die geschätzte Lesezeit liegt bei ca. vier Minuten. Zum Kommentieren solltest du drei Minuten einplanen und zum Teilen mit deinen Freunden eine weitere Minute.

    Gedankenspiele und warum bei Reisen hauptsächlich der Spaß zählt

    “Ich fühle mich hier fast schon heimisch” sage ich, als unser gemieteter Renault Captur auf die Bucht von Palma zurollt.

    Wir kommen gerade aus Porto Cristo, dort schauten wir uns die berühmte Drachenhöhle an. Auf dem Weg zur Höhle überstimmte ich das Navi, schließlich kenne ich mich hier aus und siehe da, wir erreichten unser Ziel vor der errechneten Ankunftszeit des Navis.

    Der Besuch der Höhle war so lala, hatte ich irgendwie besser in Erinnerung, liegt vielleicht aber auch daran, dass ich in den letzten Jahren viele tolle Höhlen besucht hatte.

    Wie auch immer …

    Zwischenzeitlich ist es dunkel geworden, wir sind auf der Autobahn, überblicken die Bucht von Palma und können die zahlreichen Lichter des Flughafens schon sehen.

    Unser Ziel!

    Aus, vorbei, zu Ende.

    Das war es also, Marc auf Mallorca Part 3!

    Hättest du mich vor 3, nein 4 Jahren, nach Mallorca gefragt, hätte ich kopfschüttelnd abgewunken.

    Mallorca, so ein Scheiß!

    Klar, das waren Vorurteile, die sich auf die einseitige Berichterstattung über die Insel stützten. Generell machte ich mir aber gar keine Gedanken über Mallorca. Ich dachte: “Die Welt ist groß genug, was muss ich nach Malle?”

    Der Gedanke ist nicht falsch, aber doch sehr kurzsichtig.

    Rechts neben mir sitzt meine Frau und auf der Rückbank zwei Kinder, eines davon schulpflichtig.
    Die Welt ist zwar groß, aber bei zwei Wochen Herbstferien und den Flugpreisen für eine vierköpfige Familie schrumpft unser Planet doch merklich zusammen.

    Und so bin ich froh, dass ich trotz aller Vorurteile Mallorca für mich entdeckt habe.
    Das war 2013. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich damals auf die Idee gekommen bin, nach Mallorca zu fliegen. Dafür weiß ich noch, wie peinlich es mir war, Auskunft über unsere Reisepläne zu geben und das, obwohl als Antwort immer “Mallorca ist toll/schön/super …” kam.

    Endlich auf der Insel stand ich damals baff am Strand.
    Das Wasser ist so klar wie in einer Apollinaris Flasche, das Meer so blau wie in einem Kinderbild, der Sand samtweich und das Licht göttlich.

    Die Farben des Wassers beeindrucken mich immer wieder aufs Neue!

    Nur voll war es. Arschvoll!

    Wir besuchten die Insel während der Hauptsaison. Sommerferien. Fehler!

    Der Strand war dicht, die Fußgängerzone überfüllt und durch die Straßen quetschten sich neben dem normalen Verkehr 40.000 Mietwagen!!!

    Aber egal, das war 2013.

    Jetzt, auf dem Weg zum Flughafen, ist alles locker und flockig.
    Ich muss den Wagen direkt am Flughafen abgeben, nicht bei der Mietstation außerhalb des Terminals, wo ich das Auto vor 2 Wochen entgegengenommen habe.
    Die ist schon geschlossen. Hauptsaison? Schon lange vorbei! Nebensaison? War letzte Woche! Jetzt befinden wir uns in der Off-Season.
    Es ist der 2. November und bis Ostern, wo der touristische Teil der Insel wieder langsam zum Leben erwacht, war es das.

    Aus. Zu. Dornröschenschlaf.

    Mir gefällt das. Ich mags leer und will nicht nach Hause.

    Auf mein “Ich fühle mich hier fast schon heimisch” bekomme ich aber ein “Nö, ich freue mich jetzt auf zu Hause” zurück.

    Hä? Nichts gegen unser zu Hause, ist schön da. Auch dort ist erst mal Off-Season, und zwar für die Sonne, die scheint das nächste Mal auch erst wieder an Ostern!
    In wenigen Stunden landen wir in der grauen Jahreszeit. Dann gibt es Tage, an denen es gar nicht mehr richtig hell wird und Nächte, bei denen das Thermometer über 0 bleibt, gelten als warm.

    Das brauche ich nicht, ich bin kein Winterkind.

    Ich weiß, hier auf der Insel schlägt das Wetter jetzt auch um, auch hier versteckt sich die Sonne im Winter öfter hinter Regenwolken und auch hier kann das Thermometer tatsächlich die 0° Grenze (von oben) durchschlagen.

    Ein Versuch wäre es aber Wert. Winter auf Mallorca? Muss ich mir angucken!

    Das wäre dann Marc’s Mallorca Teil 4.

    Auch so eine Sache, bei der ich vor ein paar Jahren noch den Kopf geschüttelt hätte. Ich hätte gesagt: “Die Welt ist zu groß, um zweimal denselben Ort zu besuchen.”

    Das stimmt zwar, aber jetzt kontere ich mit: “Mallorca ist zu groß, um es in 2, 4 oder 6 Wochen richtig kennenzulernen.” Die verschiedenen Jahreszeit sind dabei noch nicht einmal mit eingerechnet.

    Ich zähle keine Länder, in denen ich schon war und selbst einzelne Orte sind nicht wichtig. Einfach nur vorbeischauen, um bei Instagram oder Facebook ein Foto zu posten, um einen Haken unter den Ort zu setzen, ist doch dämlich.

    Erleben! Darum geht es.

    Dabei ist es total egal, ob du dich an einem Ort irgendwann heimischen fühlst, weil du dich so gut dort auskennst. Wichtig ist, dass es immer wieder etwas zu erleben gibt und dass du Spaß hast.

    Selbst wenn das Erlebte sich wiederholt – wie bei uns die Drachenhöhle – ist das auch nicht schlimm. Blöd wird es erst, wenn es langweilig wird.

    Dann wird es Zeit für neue Abenteuer.

    Beim Thema mehrmals an denselben Ort reisen fallen mir spontan zwei weitere Beispiele ein. Rügen – wie Mallorca eine große Insel, die sich so schnell nicht komplett erkunden lässt – und El Gouna in Ägypten.

    El Gouna – eine Retortenstadt in der Wüste. Ich war mehrmals da und würde wieder hingehen!

    El Gouna ist eine Retortenstadt am Roten Meer. Dort habe ich vor ziemlich genau 10 Jahren mit dem Kitesurfen angefangen und war nach meinen Kitekurs in den darauffolgenden Jahren weitere drei oder viermal dort.

    Langweilig wurde es nie.

    Und die Moral von der Geschicht?

    Es gibt viele Gründe, Reiseziele nicht anzusteuern. Viele davon basieren aber auf Vorurteilen oder einer falschen Einstellung.

    Du kannst so oft an einen Ort fahren, wie du willst. Wichtig ist, dass du Spaß hast!

    Und Vorurteile … naja, Vorurteile. Das ist halt so eine Sache, aber das weißt du ja selbst. 😀


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    10 Kommentare zu “Gedankenspiele und warum bei Reisen hauptsächlich der Spaß zählt

    1. Tobias

      Sehr schön geschrieben. Ich stimme dir zu 100% zu. Und ich habe Mal wieder Lust auf Mallorca! Noch ein Ort der ein ähnliches Image hat wie Mallorca ist Gran Canaria. Wir hatten dort einen unserer schönsten Urlaube ever. Was für eine wunderschöne und vielseitige Insel. Wart ihr da schon?

      1. Marc Autor des Beitrags

        Danke!
        Ich war nur mal in der Ecke von Playa del Ingles und Maspalomas und fand es furchtbar. Aber Gran Canaria wird wohl unsere nächste Kanaraninseln sein, um die Insel endlich richtig zu erkunden.

        1. Tobias

          Wir waren zwei Wochen in Puerto der Mogan. Das ist wirklich sehr schön. Playa dem Ingles fanden wir auch furchtbar. Die Insel hat aber wirklich so viel mehr. Lohnt sich echt. Landschaftlich gehört sie sogar zu meinen All Time Favourites.

    2. Ellen

      Lieber Marc
      Ich kann Dir nur zustimmen. Manche Orte sind zu schön, als dass man sie mit nur einer Reise erfassen könnte. Aber das musste ich auch erst lernen. Auch wenn ich immer neugierig auf neue Länder bin, mag ich auch keine Länder sammeln bzw. abhaken.
      Lieber Gruss,
      Ellen

      1. Marc Autor des Beitrags

        Hallo Ellen,

        das eine schließt das andere ja nicht aus. 😀
        Ich bin auch neugierig auf neue Ländern, es muss aber nicht auf Biegen und Brechen unbedingt ein neues Land sein, nur um die Zahl zu erhöhen.

        Leieb Grüße
        Marc

    3. Hartmut

      Hallo Marc,
      wir sind auch ab und zu Wiederholungstäter, so zum Beispiel in Berlin, Norddänemark, Kärnten und ja auch auf Mallorca waren wir auch bereits viermal. Irgendwie ein schönes Gefühl wieder zurückzukehren an Orte, die einem nicht völlig fremd sind. Außerdem erlebt man Dinge irgendwie intensiver und immer wieder anders.

      Trotz allem erforschen wir auch gerne ab und zu neue Horizonte – hat auch was!
      LG aus Schweden,
      Hartmut

      1. Marc Autor des Beitrags

        Ich hatte es beim Kommentar von Ellen schon gesagt, das eine schließt das andere ja nicht aus.
        3x im Jahr was Neues entdecken und 1x im Jahr Mallorca wäre doch ein guter Schnitt, oder? 😀

    4. Bianca

      Ein sehr toller Beitrag 🙂 Ich bin auch gerne Wiederholungstäter, meine Familie fährt z.B. seit knapp 50 Jahren jedes Jahr 1 bis 3 mal nach Belgien – ich seit knapp 26 Jahren, mittlerweile fährt auch mein Freund schon seit 8 Jahren jedes Jahr gerne mit. Wir fahren immer in die gleiche Ecke, wohnen immer im gleichen Bungalow (früher auf dem gleichen Campingplatz). Der Gedanke “da muss man 3,4,5,x-mal hinfahren, um alles gesehen und entdeckt zu haben” kommt uns gar nicht (mehr), wir haben schon alles gesehen, kennen jeden Winkel. Und das ist das Schönste daran – wir fühlen uns dort so richtig wie zu Hause, wissen wo der beste/günstigste Supermarkt ist, wann in welchem Ort Wochenmarkt ist, wo man gemütlich Fahrrad fahren kann, welche die ruhigste Ecke am Strand ist. Auch wenn das etwas langweilig klingt, dorthin in Urlaub zu fahren ist wie nach Hause kommen, vor allem wenn die Familienmitglieder zusammen fahren, die sonst in Deutschland überall verteilt wohnen. Dann ist es für mich und meine Geschwister wie früher, nur dass die jetzt schon eigene Kinder haben die alles nun zum ersten Mal erleben… auch für die wird es irgendwann wie zu Hause sein, dann schließt sich der Kreis. 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Bianca

      1. Marc Autor des Beitrags

        Hallo Bianca,

        da fällt mir ein, dass ich Dänemark im Beitrag total vergerssen hatte. Dort waren wir auch mehrmals, sogar im selben Ort und immer in ähnlichen Häusern und immer mit Freunden, die man sonst kaum sieht. Ist also ähnlich wie mit dir und deiner Familie.
        Und tatsächlich diskutieren wir gerade darüber, ob wir nächstes Jahr wieder hinfahren sollen und das vielleicht auch, weil wir dort eben alles kennen und wissen, dass es gut ist!

        das wäre bei uns dann vielleicht das 4. oder 5. Mal … die 50 schaffen wir wohl nicht mehr, das ist definitiv eine Hausnummer! Wo fahrt ihr da denn hin? In Belgien war ich bis auf einen Kurztrip nach Brüssel noch nie.

        Viele Grüße
        Marc

        1. Bianca

          Ich hab deine Antwort erst jetzt entdeckt, ich bin irgendwie davon ausgegangen dass man bei Antworten eine eMail Benachrichtigung bekommt, doof von mir, sorry 🙂

          Nach Dänemark würde ich auch mal gerne fahren, aber das ist aus unserer Ecke (Saarland/Hunsrück) ziemlich weit weg. Da habt ihr es von Berlin aus einfacher. 🙂

          Wir fahren immer nach Westende, das liegt fast mittig zwischen Nieuwpoort und Ostende und hat den Charme von einem kleinen ruhigen Dorf wo auch die Kinder mal alleine Radfahren können ohne verloren zu gehen. 😉 Und trotzdem sind die größern Städte mit Fischmärkten und co nicht weit weg. Vom letzten Uraub hatte ich auf meinem Blog ein bisschen berichtet, falls es dich interessiert: http://rukhisexpedition.de/unterwegs/lieblingsmomente-in-westende-warum-der-unscheinbare-ort-in-flandern-eine-echte-perle-ist/

          Viele Grüße,
          Bianca

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