Fototipp 55: Üben, Probieren, Lernen

»Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen« oder »Übung macht den Meister« sind Sprüche, die du sicher kennst.
Diese stimmen auch, wenn es um die Fotografie geht.

Du kannst über Fotografie lesen, so viel du willst, kannst Workshops besuchen, kannst dir Videos anschauen …
Die größten Schritte machst du aber durch Üben, Probieren und indem du aus deiner Erfahrung lernst.

Also mach das!

Schnapp dir deine Kamera, gehe raus und fotografiere!

Übe den fotografischen Blick

Bevor du die Kamera in die Hand nimmst, brauchst du ein Motiv! Motive finden, Gelegenheiten erkenne und dann den richtigen Blickwinkel und Bildausschnitt zu wählen, ist mit Abstand die wichtigste Disziplin in der Fotografie.

Überlege dir, was du gerne fotografierst und gehe dann mit offenen Augen durch das Leben. Ich versuche ständig Motive zu finden, ganz egal, ob ich eine Kamera in der Hand habe oder nicht.
Früher entdeckte ich viel mehr Motive als heute. Ich lernte mit der Zeit dazu, was funktioniert und was nicht. Da lerne ich immer noch, wahrscheinlich werde ich das mein Leben lang tun. Denn viele Situationen sehen mit den Augen zwar gut und spektakulär aus, kommen auf Fotos aber nicht so recht zur Geltung.

Was mir dabei hilft, sind Schwarzweißaufnahmen. Deshalb ist mein Instagram-Account auch komplett in schwarzweiß und deshalb fotografiere ich dort alles mit dem Smartphone.
Ich will mich nicht um die Einstellungen kümmern, sondern nur um den Blickwinkel, den Bildausschnitt und das Motiv. Das Smartphone ist dafür ideal und die Reduktion auf schwarzweiß gibt der Suche nach Motiven einen extra Kick. Denn vieles, dass wir in Farbe sehen, funktioniert in schwarzweiß nicht.

Mache das doch auch! Nicht unbedingt auf Instagram, von mir aus auch in Farbe. Aber mache dich auf die Suche nach Motiven und fotografiere sie. Dann siehst du schnell, was funktioniert und was nicht.

Und keine Angst, ich verkacke auch viele Bilder! Manchmal stehe ich vor einem möglichen Motiv und kriege es einfach nicht so auf’s Bild, wie ich es gerne hätte. Ist halt so!
Ausschuss ist bei der Fotografie ganz normal, dank großer Speicherkarten, ist das heutzutage aber kein Problem.

Ganz gut passt dazu das Zitat von Ansel Adams:

Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute.

Das ist wirklich so. Richtig gute Bilder sind selten, aber ist doch egal!

Lerne deine Kamera richtig einzustellen und mit Licht zu arbeiten

Sobald du ein Motiv gefunden hast, gilt es dieses in Szene zu setzen.
Die Fotografie gibt dir dazu verschiedene Gestaltungsmittel an die Hand. Neben Blickwinkel und Bildausschnitt kannst du mit verschiedenen Kameraeinstellungen unterschiedliche Effekte erzielen. Dazu gehören:

Außerdem kannst du durch unterschiedliches Licht unterschiedliche Stimmungen erschaffen, sei es nun durch das Warten auf eine andere Tageszeit, durch Blitzen, durch einen Reflektor …

Übe den Umgang mit deinem Equipment!

Hilfreich finde ich dabei Mottowalks. Nimm dir ein Motto vor und ziehe das durch. Bei meinem Mottowalk »15 Sekunden Berlin« belichtete ich z.B. ausschließlich 15 Sekunden lang. Dabei lernte ich viel über den Einsatz von Graufiltern und bekam ein Gespür für die Geschwindigkeit von Wolken.

Deiner Fantasie sind bei solchen Mottowalks keine Grenzen gesetzt. Möglich wäre z.B. nur mit Offenblende zu fotografieren, nur führende Linien zu nutzen, immer etwas Grünes im Bild zu haben, nur im Schatten zu fotografieren oder dich auf eine bestimme Brennweite zu beschränken.

Mache das mal, das macht Spaß, bringt dich weiter und animiert, Neues zu probieren.

Sei kritisch

Sei zu dir selbst kritisch. Schaue dir an, was du fotografiert hast und überlege dir, was du hättest besser machen können.

Ich finde bei mir in fast jedem Bild etwas. 100%ig zufrieden bin ich nie. Manchmal nervt das, aber es motiviert auch!

Über Fototipp

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3 Kommentare zu “Fototipp 55: Üben, Probieren, Lernen

  1. Bee

    Dein Post spricht mir aus dem Herzen. Ich stecke ja immer noch in der Lernphase, ich glaube, man lernt immer dazu.

    Cool, 12 gute Bilder pro Jahr! Ich habe meine Bilder durchgeschaut für meine Galerie bei 500px und bin da wirklich erschrocken, dass es nur ganz wenige wirklich gute Bilder sind. Jetzt ist mein Fundus natürlich auch nicht riesig…

    Selbstkritisch sollte man sein, sonst kommt man nicht weiter. Und Langzeitbelichtung steht immer noch auf meiner Liste, die ziemlich voll ist mit Ideen 🙂

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hehe, ja die großen Speicherkarten verleiten auch dazu einfach loszuballern. Gestern war ich z.B. bei der Tour der Berlin. 200 Bilder geschossen und dann vielleicht 10 für sehenswert befunden 😀

  2. Rainer Duhm

    Hallo Marc,

    üben, üben üben – Du sprichst mir aus dem Herzen. Vor zig Jahren gehörte ich zur großen Gemeinde der Eisenbahnfotografen und habe Dias en masse geschossen. Da war meistens die Situation das Wichtigste; das Auskitzeln der Details, die für mich heute den Spaß am Fotografieren bedeuten, war mir zweitrangig. Wie schade!

    Nach vielen Jahren Fotopause (geknipst habe ich die ganze Zeit über, aber nicht wirklich fotografiert) habe ich mir wieder eine (diesmal digitale) Kamera zugelegt und diese erst zaghaft, dann immer öfter einfach nur in die Hände genommen und um mich herum fotografiert. Mittlerweile ist es mein ständiger Reisebegleiter! In der Tat ist es meist ein oder zwei Bilder, die einen bei der Durchsicht nach der Reise richtig anspringen – gelöscht wird bei mir immer erst zuhause, wo der Bildschirm größer ist. Und das Üben hört eben nicht auf, wahrscheinlich wird es das nie 🙂

    Viele Grüße!
    Rainer

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