Fototipp 26: Die Belichtungszeit verstehen und richtig einsetzen

Mit der Belichtungszeit gibst du an, wie lange Licht auf den Sensor fällt.
Die Belichtungszeit wird auch Verschlusszeit oder Belichtungsdauer genannt.

Faustregel:

Fotografierst du aus der Hand, sollte die Belichtungszeit mindestens dem Kehrwert deiner Brennweite entsprechen. Sonst steigt die Gefahr, das Bild zu verwackeln.

Achtung: Diese Regel bezieht sich auf das Kleinbildformat. Hast du eine Kamera mit kleinerem Sensor, musst du entsprechend umrechnen.

Beispiel:
Meine Sony a65 hat einen Cropfaktor von 1.5.
Fotografiere ich jetzt mit 50mm, dann rechne ich: 50*1.5 = 75.
Daraus folgt:
Die Belichtungszeit muss mindestens 1/75s oder kürzer sein.

Probiere es aus!

Viele Kameras und Objektive haben einen Bildstabilisator. Dieser hilft dir beim Fotografieren aus der Hand. Trotzdem würde ich mich nicht zu weit von dem Wert der Faustregel entfernen.

Was ist die optimale Belichtungszeit?

Die gibt es nicht, es hängt vom Motiv ab. Fotografierst du aus der Hand, musst du die Verschlusszeit so wählen, dass das Bild nicht verwackelt.

Willst du eine schnelle Bewegung einfrieren, dann belichte so kurz wie möglich. Erhöhe dazu ggf. den ISO-Wert und öffne die Blende.

Beispiel: Ein Vogel im Flug
Belichtungszeit 1/4000s
Das Bild stammt von einer Minikreuzfahrt nach Oslo.
Willst du die Bewegung im Bild darstellen, dann belichte länger. Dein Objekt verwischt, du erhälst Bewegungsunschärfe. Das macht das Bild spannend und zeigt die Action, die Geschwindigkeit.

Beispiel: Die Autos beim Autorennen
Belichtungszeit 1/250s
Das Bild stammt von der DTM auf dem Lausitzring.
Fotografierst du mit Stativ, eröffnen sich dir ganz neue Möglichkeiten. Du kannst Leute verschwinden lassen oder Wasser glätten.

Beispiel: Besucher im Museum verblassen lassen
Belichtungszeit: 30s
Das Bild stammt aus dem Naturkundemuseum in Paris.
Je länger du belichtest, desto weniger Menschen sind sichtbar, da sie sich bewegen.

Grande Galerie de l’Évolution

Merksatz:

Wähle die Belichtungszeit entsprechend deines Motivs und deiner Gegebenheiten.

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Na dann… gehe raus und habe Spaß!

Marc

PS: Nächste Woche geht es um den ISO-Wert!


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8 Kommentare zu “Fototipp 26: Die Belichtungszeit verstehen und richtig einsetzen

  1. Markus

    Belichtungen sind sooo spannend. Ein Bild kann so oder so komplett verändert werden. Du zeigst schöne Beispiele die perfekt zur Verdeutlichung des Themas passen!!

    1. Marc

      Hi Jürgen,
      danke. Ja es blieben alle Finger dran. Die Möwen waren in dieser Hinsicht glaub keine Anfänger 🙂
      Liebe Grüße,
      Marc

  2. Ulli

    Belichtung ist eine spannende Sache und das Bild aus dem Museum ist wirklich cool. Das muss ich auch unbedingt mal probieren. 🙂
    Ich befinde mich definitiv noch im Ausprobiermodus mit unserer DSLR und da sind solche Foto-Tipps echt super. 🙂
    Danke dafür!

    Liebe Grüße
    Ulrike

  3. Urs

    Fotos schiessen ist einfach. Aber mit deinen Tipps und 1:1 Beispielen wird jedes Bild ein kleines Kunstwerk. Ich liebe solche Beispiele. Am liebsten hätte ich ein ganzes Buch damit: ein Bild wie das Resultat aussieht und die dazugehörigen Einstellungen…gibt’s sowas?
    LG, Urs

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