Fototipp 50: Warum du einen kalibrierten Monitor brauchst und wie du das machst.

Ich weiß schon lange, dass es wichtig ist, den Monitor zu kalibrieren. Bis jetzt drückte ich mich aber vor der Anschaffung eines Geräts.
Das war ein Fehler!

Kaufst du dir einen neuen Monitor, kommt dieser mit irgendeiner Einstellung. Oft ist er zu hell eingestellt und die Farben sind halt irgendwie.
Das ist an sich nicht schlimm, denn du gewöhnst dich daran. Problematisch wird es, wenn du deine Bilder im Netz veröffentlichen willst oder wenn du sie drucken willst.

Bearbeite deine Bilder auf einem kalibrierten Monitor

Auch wenn du deine Bilder »nur« online veröffentlichen willst und die meisten Betrachter keinen kalibrierten Monitor vor sich haben, solltest du deinen kalibrieren.

Warum?

Manche Srceens (dazu gehören auch Smartphones, Tablets, Fernseher …)  sind zu hell andere zu dunkel, mache haben einen Rotstich andere einen Grün- oder Blaustich …
Je weiter dein Monitor von der optimalen Kalibrierung entfernt ist, desto weiter bist du von den optimalen Farben entfernt und desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass dein Bilder auf anderen Geräten komisch aussehen.

2 Beispiele von mir:
Beim 1. Beispiel weiß ich gar nicht mehr, um welche Bilder es sich handelte.
Aber ich präsentierte diese und bekam als Antwort zurück »Tolle Bilder aber diese grünliche Bearbeitung gefällt mir nicht.«

Auf meinem Monitor war nichts grün!

Ein anderes Beispiel war ein Foto aus unserer Ferienwohnung beim Europa Park:

Dazu bekam ich einen Kommentar in der Art von: »Schönes Foto, aber unten ist alles schwarz.«

Auf meinem Monitor war nicht alles schwarz!

Jetzt, nachdem mein Monitor kalibiriert ist, ist aber auch alles schwarz. Krass, oder?

So in der Art ist das Bild besser:
Durch die Kalibirierung änderte sich bei mir nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farben. Vorher war mein Monitor viel kühler, jetzt erscheint mir das Bild weicher und wärmer.

Bilder für den Druck vorbereiten

Hast du schon Bilder drucken lassen? Kannst du dich daran erinnern, wie es war, als du deine erste Leinwand ausgepackt hast?

Bei mir war der Druck zu dunkel und die Farben hatten – wie im Beispiel oben – einen leichten Grünstich.

Dreck!

So viel Geld für eine tolle Leinwand ausgegeben und dann sieht das Foto nicht so aus wie auf dem Display!

Den Monitor zu kalibrieren bzw. ein passendes Profil zu erstellen, ist der erste Schritt, um Überraschungen beim Drucken zu vermeiden.

Aber Achtung: Das Thema Drucken ist umfangreich und ich kenne mich damit nur rudimentär aus.
Du kannst nicht erwarten, dass deine Bilder »richtig« gedruckt werden, nur weil dein Monitor kalibriert ist.

Entweder machst du es wie ich und lernst aus der Erfahrung. Dann weißt du irgendwann, wie du deine Bilder für den Druck vorbereiten musst oder du beginnst dich mit Farbmanagement, Druckerprofilen und Soft Proofing zu beschäftigen.

So kalibrierst du deinen Monitor

Es gibt nur eine richtige Methode, um deinen Monitor zu kalibrieren, und diese kostet Geld.
Du musst dir ein Kolorimeter kaufen, damit die Farben messen und ein Profil für deinen Monitor erstellen.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

Ich kaufte mir einen X-Rite ColorMunki*, der macht alles ganz allein. Dauert zwischen 5 und 10 Minuten, danach ist dein Monitor kalibriert.
Damit du auch wirklich glaubst, dass die Kalibrierung was bringt, kannst du einen Vorher-/Nachher-Vergleich machen. Ich glaubte es sofort. 😀

Ich entschied mich für den ColorMunki, weil die Software halbwegs selbständig arbeiten soll und man bei Bedarf trotzdem manuell eingreifen kann.
Bei den teureren X-Rite Produkten ist die Hardware identisch, nur die Software umfangreicher.
Es gibt aber auch Freeware-Software, die einiges kann. (Guckst du hier und hier.)

Aber auch damit kenne ich mich nicht besonders aus. Mir war wichtig, dass das Ding das macht, was es soll und ich mir keine Gedanken darüber machen muss.

Alternativ kannst du die Kalibrierung auch ohne Kolorimeter versuchen, eine Lösung dafür stellte ich dir hier vor. Jetzt wo ich so ein Ding habe, rate ich dir aber davon ab.

Schwarzpunkt und Weißpunkt bestimmen

Der Weißpunkt ist reines Weiß, der Schwarzpunkt reines Schwarz. Der Trick beim Einstellen deines Monitors ist, dass du zwischen Schwarz- und Weißpunkt alle Abstufungen erkennen kannst.

Na? Siehst du wirklich jede einzelne Stufe?

Wenn du das bei dir einstellen willst, kann ich dir diese Seite empfehlen.

Über die folgenden Links kommst du zu Testbildern und weiteren Tipps, mit denen du beurteilen kannst, wie weit dein Monitor »out of shape« ist.

Mein Smartphone mit seinem hochauflösenden IPS-Panel stinkt bei den Testbildern übrigens ganz schön ab!

Wie ist es bei dir? Passt bei dir alles? Hast du deinen Monitor schon einmal kalibriert? Hast du einen Unterschied bemerkt?

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2 Kommentare zu “Fototipp 50: Warum du einen kalibrierten Monitor brauchst und wie du das machst.

  1. Sven

    Hallo,

    eine wichtige Info gibst du hier:) Ich sehe übrigens jeden Weißpunkt – mein Monitor scheint okay zu sein. Allerdings ist das Bild/die Grafik mit den Abstufungen doch sehr nach rechts gerückt, so dass man meinen könnte, man sehe die erste Hälfte des Streifens nicht (ich habe es angeklickt/vergrößert, hoffe das war richtig und es gibt nicht doch noch zehn weitere Weißabstufungen;-)

    LG ins schöne Berlin!

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Sven!
      Stimmt, das ist etwas doof mit dem Bild. Ich habe jetzt einen Rahmen drumrum gemacht. Jetzt sollte es klar sein.
      Danke für den Hinweis und viele Grüße,
      Marc

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