Fototipp 25: Warum du die Streulichtblende auf das Objektiv schrauben sollst

Der Nutzen der Streulichtblende wird oft unterschätzt. Dabei hilft dir dieses Stück Plastik, bessere Bilder zu machen und schützt dein Objektiv!

Kurz und Knapp:
Schraube die Streulichtblende immer auf dein Objektiv, sie ist wichtig!

Was macht die Streulichtblende?

Die Streulichtblende sorgt dafür, dass auf das Objektiv nur Licht von vorne fällt. Sie verhindert Streulicht von den Seiten.


Willst du ein Objekt fotografieren, dann liegt es ausschließlich vor dir, der Kamera und dem Objektiv. Du willst das reflektierte Licht deines Motivs einfangen. Nur das. Mehr nicht.
Je nach Situation kommt es vor, das Licht schräg, von der Seite auf das Objektiv fällt. Das Streulicht. Dieses Licht hat nichts mit deinem Motiv zu tun, es macht aber Schmutz auf der Frontlinse sichtbar, oder verursacht Reflexionen, die du nicht willst: Blendenflecken, Schlieren … dein Bild bekommt einen Grauschleier, wirkt flau und die Farben leuchten nicht.
Mein Fototipp 4: »Halte dein Objektiv sauber« hilft dagegen zwar, besser ist aber der Einsatz der Streulichtblende.
Der Königsweg ist eine saubere Linse in Verbindung mit der Streulichtblende! 🙂

Dieses grandiose Beispiel habe ich bei Wikipedia gefunden. Ganz so extrem ist es meistens nicht, aber es zeigt schön, was die Streulichtblende bringt.
Lens hood comparison

Nutze die passende Streulichtblende

Streulichtblende ist nicht gleich Streulichtblende. Solch eine Blende muss auf dein Objektiv angepasst sein. Ist sie zu eng, führt es zu Abschattungen am Rand. Ist sie zu weit, erfüllt sie ihre Aufgabe nicht optimal.
Ich nutze nur die mitgelieferte Streulichtblende.

Ein weiterer Vorteil: Schutz der Frontlinse

Die Streulichtblende schützt nicht nur vor seitlichem Lichteinfall. Sie schützt auch die Frontlinse und damit dein Objektiv.
Schmutz hat es schwerer bis zur Frontlinse zu kommen. Kratzer durch ungewollten Kontakt mit Gegenständen sind fast ausgeschlossen.
Ich kann mich gar nicht daran erinnen wie oft ich schon gegen Äste, Steine, Mauern … gestoßen bin. Aber es hat nur die Streulichtblende erwischt, nie die Frontlinse.
Danke, du treues Stück Plastik!

Kompaktkamera, Handy … keine Streulichtblende vorhanden?

Auch wenn du mit Kameras fotografierst, die gar keine Streulichtblende haben, kannst du etwas gegen den seitlichen Lichteinfall tun.
Nimm die Hand!
Sobald du merkst, dass seitlich einfallendes Licht die Bildqualität beeinflusst, schirmst du es mit der Hand ab. Das funktioniert!
Halte dabei deine Hand so nah wie möglich an das Objektiv (so dass man sie nicht im Bild sieht) und zwischen die Lichtquelle.
Du wirst sehen, das Bildergebnis ist besser!
Probiere es aus!

Die Nachteile der Streulichtblende

Bei all den Vorteilen will ich dir den Nachteil der Streulichtblende nicht verheimlichen.
In der Regel schattet die Streulichtblende den eingebauten Blitz ab. In Fototipp 7 rate ich dir zwar, diesen nicht zu nutzen. Aber ich weiß selbst, dass es Situationen gibt, in denen man ihn einschaltet.
Also: Streulichtblende abnehmen, blitzen, Streulichtblende aufschrauben! 🙂

Die Streulichtblende schattet den Blitz ab

Was ist eine Gegenlichtblende?

Die gibt es nicht. Das Wort Gegenlichtblende wird als Synonym zur Streulichtblende verwendet, bei genauerer Betrachtung macht es aber keinen Sinn.
Schließlich willst du nicht das Licht abblenden, welches in die Kamera fällt (gegen das Objektiv).

Über Fototipp

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Na dann… gehe raus und habe Spaß!

Marc

PS: Nächste Woche geht es um die Belichtungszeit!


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5 Kommentare zu “Fototipp 25: Warum du die Streulichtblende auf das Objektiv schrauben sollst

  1. Dennis - HarzerWanderGuiDE

    Hallo Marc, guter Artikel. Wobei ich zum Schutz des Objektivs auf meiner Nikon generell einen UV-Filter habe. Egal ob auf Weitwinkel oder Tele. Allein die Linse kostet zwar jeweils gute zehn Euro, ist aber deutlich billiger als ein neues Objektiv. Darüber noch dem Objektdeckel und gut ist. Hast aber recht mit dem „anecken“. Gerade beim Wandern lässt sich so was gar nicht vermeiden. Zumal man auch ganz schnell mal ausrutscht und sich „langlegt“. Muss mir jedenfalls auch endlich mal eine solche Blende zulegen. Der (die) Vorteil(e) ist schließlich klar erkennbar.

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Dennis,

      ich vermeide gerne zusätzliches Glas, durch das das Licht wandern muss. Deshalb habe ich keine UV-Filter.
      Am Strand schraube ich dafür ab und zu einen Polfilter auf.
      1. zum Schutz
      2. um die Spiegelungen des Wassers zu vermindern.

      Viele Grüße
      Marc

      1. Dennis - HarzerWanderGuiDE

        Na ja, wie gesagt, ich bin viel wandern. Dürfte ja auch an meiner Seite erkennbar sein. Oft genug eckst du da jedenfalls irgendwo an. Und wenn’s nur das Taschenmesser in der Hose ist. Klar, für das Licht ist es wieder ein Hemmnis. Wobei ich denke, das dieses Hemmnis mehr als akzeptabel ist. Aber mir ist da ein zusätzliches Glas dann doch lieber, als für 100 oder 300 Euro ein neues Objektiv zu kaufen. Oder eben teuer zu raparieren. Polfilter ist natürlich noch besser. Gerade so am Wasser. Auf jeden Fall hast du hier hammergeile Tipps zum Thema gesammelt. Ich schmöker schon die ganze Zeit. Tausend Dank!

        Und Grüße aus dem Harz

        Dennis

  2. Daniel

    Eine gute Erklärung der Streulichtblende. Ich bin auf Deinen Artikel auf der Suche nach Hinweisen zu Streulichtblenden bei Teleskopen gestoßen, die aber mehr der Hauptblende der Fotokameras entsprechen.
    Der Begriff Gegenlichtblende kommt wohl von den Autos, an deren Windschutzscheibe eine Blende für den Fall von Gegenlicht das Sichtfeld einschränken kann. Bei Kameras macht so etwas ähnliches Sinn, wenn Dinge nah an der Sonne fotografiert werden müssen, wie z.B. die Sonnencorona in der Astronomie. Dafür wird eine winzige Scheibe in das Bildfeld montiert, dass den zu hellen Teil der Sonne abdunkelt, so dass dunklere Strukturen erkennbar werden. Piloten nehmen manchmal ihren Daumen vor die Sonne, um Flugzeuge am Himmel um die Sonne herum sehen zu können.

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Daniel,

      gute Erklärung! Ich mache das selbst auch manchmal beim Fotografieren. Ein Bild mit Sonne und eines, wo ich den Finger davor halte, damit der Rest vom Bild zu erkennen ist.
      Schon wieder was gelernt! 🙂

      Danke und viele Grüße
      Marc

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