Lausitzer Seenland: Ein Ausflug in den Zwischenstand

Die F60 ist die größte, bewegliche Arbeitsmaschine der Welt und damit natürlich auch die größte Abraumförderbrücke der Welt. Klar, dass ich mir den Koloss aus Stahl anschauen musste, die Kamera hatte ich natürlich auch mit dabei.

F60 mit TAKRAF-Schriftzug

F60 mit TAKRAF-Schriftzug

Das Besucherbergwerk F60 war Teil unserer Feiertages-Tour durch das Lausitzer Seenland. Dabei sind Opa, Sohnemann und ich allein durch die Lausitz gezogen, wir haben also eine Männertour gemacht! 🙂

Für mich war es nicht das erste mal F60, ich war (vermutlich) 2002 schon einmal dort. Damals habe ich noch nicht digital fotografiert und wenn mich nicht alles täuscht hatte ich damals auch gar keine Kamera dabei.
Aber das ist eigentlich egal, denn die F60 hat mich auch beim zweiten Besuch wieder beeindruckt. Klar ist drumherum alles aufgeräumter als 2002 und der See ist fast voll!!! Als ich das erste mal dort war, wurde gerade damit begonnen das Loch des Tagebaus Klettwitz-Nord, zu fluten.
In der Zwischenzeit sieht es am See recht gemütlich aus, direkt ran kommt man aber scheinbar nur mit Connections. Außerdem soll das Wasser noch recht sauer sein. Trotz allem konnte ich von der F60 aus welche sehen, die es sich dort bequem gemacht haben!

f60-besucherbergwerk-chillen

Chillen am gefluteten Tagebau Klettwitz-Nord (Bergheider See)

Aber zurück zur F60!

Das Besucherbergwerk F60

Im Wort Besucherbergwerk steckt ja eigentlich schon alles drin. Man kann da hin fahren, zahlt Eintritt und meldet sich zu einer Führung an.
Bei der Führung erfährt man dann allerhand über die F60, den Tagebau und was eben so dazu gehört. Kann ich empfehlen.
Die Führung ist mit ca. 90min recht lange aber nicht langweilig, vor alle weil man damit bis zum höchsten Punkt der Förderbrücke kommt, dieser ist 74m hoch und befindet sich vorne an der Spitze.
Wichtig ist aber: Wer Höhenangst hat und nicht schwindelfrei ist, sollte sich den Aufstieg auf die F60 besser 2x überlegen!
Man läuft die ganze Zeit nur über Blechgitter, durch die man gucken kann. Das Ganze macht einen super sicheren Eindruck und ist sicherlich von jedem auch zu meistern, aber ich glaube, Menschen mit Höhenangst haben dort oben doch ziemliche Probleme.

Panorama von der Spitze der F60

Panorama von der Spitze der F60

Geöffnet ist das Besucherbergwerk das ganze Jahr über, und wenn das Wetter nicht super extrem ist, kann man auch rauf.
Unsere Führerin meinte, dass nur bei extremem Wind und bei Glatteis keine Führungen gemacht werden, aber das sind eh Wetterverhältnisse an denen man da nicht hoch will!

Der Eintritt ist mit 9€ inkl. Führung absolut in Ordnung, Sohnemann war mit 3 noch umsonst.
Es gibt übrigens auch Führungen im Dunkel und noch weitere Veranstaltungen.
Weitere Infos findest du direkt auf f60.de

Fürs Navi zum finden habe ich dir hier die Anschrift der F60:
Besucherbergwerk F60
Bergheider Straße 4
03238 Lichterfeld

Die F60 im Detail

Die F60 fährt auf Schienen

Die F60 fährt auf Schienen

Wie schon gesagt ist F60 die größte, bewegliche Arbeitsmaschine der Welt. Konkret heißt das:

  • Länge: 502m
  • Höhe: 74m
  • Breite: 204m

Das ist wirklich groß, vor allem wenn man bedenkt, dass ich vor kurzem noch die riesigen Kreuzfahrtschiffe in Warnemünde so toll fand.
Aber so eine AIDAmar kann man 2x hintereinander stellen um die Länge der F60 zu erreichen, und auch 2x übereinander um die Höhe zu erreichen… ohne solche Vergleiche werden einem die Ausmaße des Kolosses gar nicht bewusst.

Tja und wozu hat man solch ein Monster gebaut?
Bei dieser F60 ist die Frage wirklich berechtigt. Insgesamt wurden 5 Förderbrücken vom Typ F60 gebaut, die Brücke des Besucherbergwerks ist die letzte der Serie und wurde von 1989 bis 1991 erbaut.
Gearbeitet hat sie nur bis zum Juni 1992, dann wurde der Tagebau Klettwitz-Nord, im Auftrag des Bundes, stillgelegt. Wir haben hier also ein klassisches Opfer der Wiedervereinigung! 🙂
Glücklicherweise haben ein paar Enthusiasten die F60 vor der Sprengung bewahrt und haben das Besucherbergwerk eröffnet.

Andere F60 Abraumbrücken sind aber noch im Einsatz, so läuft z.B. eine im Tagebau Welzow-Süd.

Die F60 mit Kinder

Sohemann und ich auf der F60

Geht super! Ich war mit meinem Sohn dort, der ist 3 und hat alles wunderbar gemeistert.
Bei der Führung bekommt jeder einen Helm, für Kinder gibt es extra kleine Fahrradhelme.
Dann wird erklärt und dann geht es ein paar Treppen hoch.
Ab dann läuft man fast nur noch schiefe Ebenen entlang, bis es zum Schluss wieder Treppen runter geht.
Die Geländer sind schön hoch und alles so gemacht, dass man sich wirklich super dämlich anstellen muss um von dort runter zu fallen.

Aufstieg auf die F60

Aufstieg auf die F60

Ein Besuch der F60 mit Kinder kann ich also empfehlen.

Fotografieren auf der F60

Güterwagon vor der Förderbrücke F60

Güterwagon vor der Förderbrücke F60

Was wäre ich ohne meine Kamera!
Geil ist das natürlich! Ich wusste erst nur nicht so recht welches Objektiv ich nehmen soll, das Sigma 8-16 (bei Amazon.de*) oder doch mein Standardobjektiv das Sony SAL18-135 (bei Amazon.de*).
Nach ein paar mal hin- und herwechseln habe ich mich dann für das Sony entschieden. Ist einfach universeller.
Ich habe mich dann immer am Ende der Gruppe aufgehalten, so konnte ich schöne Fotos machen ohne Helme drauf, das hat wunderbar funktioniert.

Detailbild der F60 Förderbrücke

Detailbild der F60 Förderbrücke

Galerie: Mein Besuch bei der Abraumförderbrücke F60

Wie so oft konnte ich in den Beitrag gar nicht alle Bilder packen, deshalb hier ein Galerie mit ein paar meiner Bilder von der F60

Schlusswort zum Besucherbergwerk F60

Schon irre was alles so gebaut wird oder gebaut wurde. Auf solch große Industrieanlagen stehe ich ja eh total. Sehenswert ist übrigens auch Ferropolis, dort stehen Tagebaubagger.
Dort war ich natürlich auch schon (2010), wird also langsam Zeit, dass ich einen Beitrag darüber schreibe!
Und das Beste, man muss gar nicht soo weit fahren. Allein Brandenburg bietet unzählige Ausflugsziele. Ich wohne hier jetzt schon über 10 Jahre und habe bei weitem noch nicht alles gesehen. Und wenn du in Brandenburg schon alles gesehen hast, dann gehst du halt nach Berlin… oder du arbeitest die Europäische Route der Industriekultur ab, dazu zählt übrigens auch die F60.

Na dann… gehe raus und habe Spaß!

Marc


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