Grundlagen der Makrofotografie

Du kannst die Makrofotografie zwar im Point and Shoot-Modus betreiben. Kennst du aber ein paar Grundlagen werden deine Bilder besser und mehr Spaß hast du auch dabei.

Was ist Makrofotografie überhaupt?

Wikipedia definiert Makrofotografie so:

Als Nah- oder Makrofotografie wird ein Bereich der Themenfotografie bezeichnet, bei dem Objekte bis zu einem Abbildungsmaßstab von ca. 1:1 fotografisch abgebildet werden.

Was ist der Abbildungsmaßstab?

Der Abbildungsmaßstab gibt an, wie groß ein Objekt auf dem Sensor dargestellt wird.

Bei einem Abbildungsmaßstab von

  • 1:1 ist die Abbildung auf dem Sensor so groß wie das Objekt selbst.
  • 1:2 ist die Abbildung halb so groß wie das Objekt.
  • 2:1 ist die Abbildung doppelt so groß wie das Objekt.
  • usw.

Konkretes Beispiel: APS-C Sensor

Ein APS-C Sensor ist ca. 23.5 x 15.6 mm groß. (Bei Canon sind es 22.2 x 14.8 mm).
Fotografierst du jetzt einen 47mm breiten Gegenstand formatfüllend, hast du einen Abbildungsmaßstab von 1:2.

Den Abbildungsmaßstab 1:1 erreichst du, wenn du ein 23,5mm breites Objekt formatfüllend fotografierst.

Bei einem Abbildungsmaßstab von 2:1 darf dein Objekt maximal 11.75mm breit sein.

Merke:

Der Abbildungsmaßstab nimmt mit kleiner werdendem Abstand zum Objekt und mit Verlängerung der Brennweite zu.

Blöd nur, dass du ohne spezielles Zubehör nicht beliebig nah an ein Objekt herangehen kannst. Irgendwann stellt dein Objektiv nicht mehr scharf. Stichwort: Naheinstellgrenze.

Die Fotos habe ich mit dem Sigma 105mm Makro (bei Amazon.de*) und ab 1:1 mit Zwischenringen* aufgenommen.

Die Ausrüstung

Optik

Im Beitrag So steigst du günstig in die Makrofotografie ein habe ich schon einiges über die Ausrüstung gesagt. Es kommt darauf an, was du machen willst. Einen Abbildungsmaßstab von größer 1:1 zu erreichen ist nicht einfach.
Selbst das Sigma 105mm Makro schafft von sich aus nur 1:1. (An meiner APS-C Kamera etwas weniger).
Mit Zwischenringen komme ich mit meinem SAL18135mm* zwar auch auf 1:1, allerdings klebt das Objektiv dann fast am Motiv.

Mein Tipp:
Experimentiere erst mit deinem vorhandenen Equipment.

Das Statitv

Je größer der Abbildungsmaßstab, desto kniffliger wird es, das Motiv im Fokus zu halten.
Du brauchst ein bombenfestes Stativ! Je nach Motiv, sollte sich deine Kamera auch in Bodennähe anbringen lassen.

Für den Kugelkopf oder deinen 3-Wege-Neiger gilt dasselbe: bombenfest!

Ich nutze für meine Aufnahmen mein normales Reisestativ, das Rollei Compact Traveler No. 1 (bei Amazon.de*). Richtig glücklich bin ich damit bei Makros nicht. Vor allem der Kugelkopf ist nicht perfekt, weil er leicht nachgibt. Außerdem lässt es sich wegen der Mittelsäule nicht flach auf den Boden legen.
Ein Bohnensack* ist für Aufnahmen in Bodennähe auch nicht die schlechteste Idee.

Unverzichtbar ist für mich der Makroschlitten. Besser wären sogar 2, damit du links/rechts und vor/zurück steuern kannst.
Den Makroschlitten schraubst du auf dein Stavi und die Kamera auf den Schlitten. Mit dem Schlitten kannst du die Kamera exakt bewegen. Ich nutze den Schlitten sogar zum Fokussieren.
Den Fokus am Objektiv stelle ich dabei auf »ganz nah« und bewege dann die Kamera mit dem Schlitten Stück für Stück an das Objektiv heran, bis es scharf ist.

Ich arbeite mit einem recht günstigen Schlitten (bei Amzon.de*) und wüsste nicht, was man daran verbessern sollte.

Als Alternative zum Kugelkopf oder Dreiwegeneiger gibt es auch Getriebeneiger (z.B. den Manfrotto MA 410*). Damit kannst du über Stellschrauben sehr genau die Bewegung kontrollieren. Ähnlich wie beim Makroschlitten. Damit habe ich aber keine Erfahrung.

Fernauslöser

Es gibt nichts beschisseneres als eine perfekte Szene, die man durch das Auslösen verwackelt.
Ich nutze einen Kabelfernauslöser (bei Amazon.de*), vielleicht kannst du deine Kamera aber auch über das Smartphone steuern. Das ist noch besser.

Blitz oder Reflektor

Ich besitze keinen externen Blitz und den eingebauten Blitz kannst du bei der Makrofotografie vergessen!
Was ich gerne hätte, wäre ein Ringblitz oder ein Ringlicht direkt vorne auf dem Objektiv.

Willst du Insekten fotografieren, solltest du dir genau überlegen, ob ein Blitz den Tieren nicht schadet? Mir tun auch die Augen weh, wenn ich plötzlich angeblitzt werde …

Fotografierst du im Freien, hilft aber ein Reflektor. Ich nutze dafür eine einfache Styroporplatte. Nützlicher Nebeneffekt: Du kannst damit auch den Wind abhalten.

Tipps zur Makrofotografie

Du weißt jetzt, was der Abbildungsmaßstab ist und welches Equipment du brauchst. Wird also Zeit, die ersten Fotos zu schießen!

Die folgenden Tipps helfen dir dabei:

  • Gehe so nah wie möglich an das Objekt heran. Das sollte klar sein, du willst ja ein Makro machen.
    Achtung bei Insekten, hier musst du auf die Fluchtdistanz aufpassen.
  • Fokussiere manuell.
    Du kannst den Autofokus gerne probieren, bei mir funktioniert das nur selten richtig. Manuelles Fokussieren liefert bei mir bessere Ergebnisse.
  • Schließe die Blende
    Bei Makros hast du eine extrem geringe Schärfentiefe. In der Regel liegt bei mir die Blende bei f/8 bis f/16.
  • Achte auf die generellen Gestaltungsregeln bspw. die Drittelregel, führende Linien usw.
  • Halte dein Objektiv sauber:
    Hier gilt mehr den je mein Fototipp Nr 4. Oft fokussierst du auf Objekte, die sehr dicht an deiner Frontlinse sind. Der Dreck auf der Linse wird dabei sichtbar.
  • Experimentiere und habe Spaß!

Und du?

Wie gehst du die Makrofotografie an? Hast noch mehr Tipps?

Ein Kugelschreiber


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2 Kommentare zu “Grundlagen der Makrofotografie

  1. Markus

    Die Idee mit dem Schlitten ist ja genial, die Dinger kenn ich noch gar nicht!! Danke für den Tipp! Und bei dem Kugelschreiber musste ich schon 3x hinschaun… Hätt ich ohne Beschreibung nicht erkannt…! Achja, die Makrofotografie ist ein ganz eigenens, spannendes Abenteuer, es lohnt sich!!

  2. Sascha M.

    Toller Artikel mit ein paar netten Ideen! Auf Bohnensack und Schlitten wäre ich auch nicht gekommen, kommt direkt mal auf meine Amazon-Merkliste. Besten Dank dafür!

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