So steigst du günstig in die Makrofotografie ein

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Irgendwann kommst du an den Punkt, an dem du Makros aufnehmen willst. Die Welt der Insekten, Blüten, Regentropfen usw. ist einfach faszinierend!
Gute Objektive sind teurer, da machen Makroobjektive keine Ausnahme. Es geht aber auch anders!

Vorne weg:
Ein Makroobjektiv ist selbstverständlich der Königsweg!
Willst du aber nur in die Makrofotografie hineinschnuppern oder du machst nur gelegentlich »Nahaufnahmen«, kannst du dir das Geld sparen.

Was ist die Naheinstellgrenze deiner Objektive?

Mache zuerst eine Bestandsaufnahme. Welche Objektive hast du? Wie nah kommst du mit diesen ran?
Bspw. hat die Canon G3x eine Naheinstellgrenze von 5cm bis ca. 100mm Brennweite. Damit geht einiges!

Probiere deine Kameras und Objektive durch. Vielleicht reicht dir das Ergebnis schon!

Hast du ein Teleobjektiv?

Teleobjektive brauchen zwar einen gewissen Abstand zum Motiv, sonst können sie nicht scharfstellen. Aber diesen Abstand holst du mit der Brennweite wieder raus.

Experimentire mit langen Brennweiten!

Nutze die Auflösung deiner Kamera

Wie viele Megapixel hat deine Kamera? Meine RX100 III hat 20MP (bei Amazon.de*), meine Sony Alpha 65 sogar 24MP!
Brauchst du das? Kannst du das anzeigen?
Ich betrachte meine Fotos in der Regel auf einem FullHD Monitor, das sind läppische 2 Megapixel! Selbst für einen Druck in A4 reichen dir 10 Megapixel locker (vgl. diese tolle Auflistung der benötigten Auflösung).

Ich denke, wir sind uns einig, ein Bisschen schneiden (neudeutsch: croppen) geht immer!

Beispiel: Schmetterling

Das folgende Bild habe ich mit meinem Reisezoom-Objektiv, dem Sony SAL18135 aufgenommen. Brennweite 135mm (APS-C), Abstand zum Objekt ca. 30cm.
Außerdem habe ich das Bild um ca. 50% beschnitten.
Was meinst du? Ich finde das Ergebnis super, vor allem weil keine extra Ausrüstung dafür notwendig ist!

Benutze Zwischenringe

Zwischenringe sind eine geniale Erfindung! Du schraubst einen oder mehrere Ringe zwischen Kamera und Objektiv und schon hast du eine kürzere Naheinstellgrenze.

In den Dingern ist kein Glas drin, sie sind nur dazu da, den Abstand zwischen Objektiv und Sensor zu erhöhen.

Ich benutze diese Zwischenringe*, weil ich damit weiterhin den Autofokus nutzen kann und (viel wichtiger) die Blende bedienen kann.

Hast du ein Objektiv, an dem du die Blende direkt verstellen kannst, kannst du günstigere Zwischenringe kaufen. Ansonsten würde ich auf jeden Fall darauf achten, dass die Kamera weiterhin mit dem Objektiv kommunizieren kann.

Achtung: Wundere dich nicht, wenn die Frontlinse fast am Motiv klebt, damit es scharf wird. Zwischenringe sind wirklich ein kleines Wunder!

Makrolinsen

Makrolinsen schraubst du vorne auf das Objektiv. Das ist nichts anderes als eine Lupe.

Ich habe mir Linsen von Polaroid* gekauft.

Je nach Stärke der Linse, siehst du das aber auf dem Bild. Verschiedene Wellenlängen des Lichts werden verschieden gebrochen. Daran kannst du nichts ändern.

Das Gute, du kannst Makrolinsen in Verbindung mit Zwischenringen nutzen, um eine noch stärkere Vergrößerung zu erzielen.

Drehe dein Objektiv um

Klingt komisch, geht aber!
Ich konnte es selbst nicht glauben, aber das funktioniert.

Du brauchst dazu einen Retroadapter*. Diesen schraubst du in das Filtergewinde deines Objektivs und dann an die Kamera.
Alternativ kannst du auch ein zweites Objektiv »falschrum« vor das Objektiv an der Kamera halten.

Zum Testen kaufte ich mir diesen Ring*. Generell ist mir das aber zu viel Gefummel und die Blende kann ich auch nicht mehr steuern. Die ersten Ergebnisse sehen aber vielversprechend aus!

Als Einstieg in des Thema Retroadapter empfehle ich dir folgende Beiträge:
• Traumflieger.de: Supermakros mit dem Retroadapter 
Retroring bei Wikipedia

Und du?

Machst du Makros? Was ist deine bevorzugte Methode?