Unterwegs mit der Canon PowerShot S120: Test & meine Meinung

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Letztens hatte ich die Gelegenheit die Canon PowerShot S120 eine Weile zu testen. Ich bin bekennender Fan von Kompaktkameras, die das RAW-Format unterstützen. Also bin ich bei der S120 richtig!

Bevor ich anfange:
Wenn du einen ausführlichen Test unter Laborbedingungen suchst, dann schaue bitte bei cmeralabs.com vorbei. Ich bin mit der Kamera einfach losgezogen und habe probiert was geht und wie ich damit zurechtkomme. Außerdem wollte ich wissen, wie die S120 im Vergleich zu meiner RX100M3 abschneidet.

Canon PowerShot S120: Ein kurzer Überblick

Die S120 ist eine Kompaktkamera. Sie passt in die Hosentasche, du kannst sie also immer dabei haben. Der Unterschied zu herkömmlichen Kompaktkameras sind die weitreichenden Einstellmöglichkeiten und die Möglichkeit Bilder im RAW-Format zu speichern. Damit richtet sich die Kamera auch an ambitionierte Amateur- und Profifotografen.
Meines Wissens nach war Canon mit dem Vorgänger S100 der erste Hersteller, der solch eine Kamera herstellte.
Die S120 ist keine neue Kamera, wird aber nach wie vor verkauft und bietet für ihren Preis eine sehr gute Leistung.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick:

Canon PowerShot S120
Abmessungen (BxHxT)100.2 x 59 x 29 mm
Gewicht inkl. Akku und Speicherkarte217g
Sensor1/1.7-Typ Back Illuminated CMOS
Brennweite5.2–26.0 mm (äquivalent zu KB: 24–120 mm)
Optischer Zoom 5fach
Lichtstärke1.8 – 5.7
LCD Schwenkbarnein
Optischer Suchernein
BildprozessorDIGIC 6 mit iSAPS-Technologie
ND Filterja. 3 Stufen
Akkulaufzeit230 Bilder

Weitere Infos zur Kamera findest du direkt bei canon.de

Der 1. Eindruck

Die Canon PowerShot S120 macht einen robusten Eindruck. Nichts wackelt, alles ist gut verarbeitet. Größter Pluspunkt: Sie ist leichter und dünner als die RX100! Ich habe kein Problem damit die RX100 in der Hosentasche zu tragen, aber die S120 passt viel besser.

Sehr gut finde ich das Steuerrad hinten auf der Kamera. Leicht zu bedienen, stabil, perfekt. Sony sollte sich das abgucken!

Die S120 ist ein schickes Schnittchen, das Spaß in der Hand macht.

Die Rückseite der S120

Die Rückseite der S120

Meine ersten Schritte

Oh Gott, alles anders! Ja, ich stecke tief im Sony-Universum fest. Richtig tief. War mir vorher nicht bewusst, die Bedienung der Canon ist komplett anders. Nach ein Bisschen probieren wurde ich aber halbwegs warm mit der Kamera.
Größter AHA-Effekt war der Touchscreen: Touch Fokus – eine geile Sache! Einfach an die Stelle aufs Display tippen, wo fokussiert werden soll. Hammer!
Blöd finde ich das „Klackern“ des Objektivrings. Ist dasselbe wie bei der G7x, auch da nervt mich das.
Die Wasserwaage ist auch so ein Ding. Zeigt die wirklich nur links und rechts an? Bei der Sony habe ich eine Art künstlichen Horizont, der mir auch die Neigung nach hinten und vorne anzeigt, daran bin ich gewöhnt. Bei der S120 Fehlanzeige. Schade.

Die Bedienung, nun ja. Ich hatte es schon geschrieben. Ich stecke zu Tief bei Sony drin. Hätte ich die Sony-Handgriffe nicht so weit verinnerlicht, wäre die Bedienung der Canon sicherlich genau so einfach/schwer.

Draußen: Wie schlägt sich die S120?

Jetzt wird es spannend, ich zog mit der S120 eine Weile um die Häuser.

Schärfentiefe

Die S120 ist mit ihrem 1/1,7″ Sensor nicht gerade üppig ausgestattet. Der Sensor ist zwar größer als der 1/2,3″ der meisten Kompaktkameras und Smartphones, sieht im Vergleich zum 1″ Sensor von Sony aber alt aus.
Das Objektiv hat im Weitwinkelbereich jedoch eine maximale Blendenöffnung von f/1.8 – sehr gut!
Mit dieser Kombi ist es möglich Fotos mit geringer Schärfentiefe zu machen, d.h. du kannst Objekte freistellen. Wunder darfst du keine erwarten, aber es geht.

Friegestelltes Osterei

Friegestelltes Osterei

Brennweite

Mit 24–120mm (umgerechnet auf Kleinbild) legt die S120 ordentlich vor. Solch einen Zoom wünsche ich mir bei meiner RX100M3.
Super Pluspunkt, auch wenn die maximale Blendenöffnung bei 120mm nur bei f5.7 liegt.
Aktuell bin ich der totale Weitwinkel-Fan, so ist es kaum verwunderlich, dass ich alle gezeigten Bilder mit der kürzesten Brennweite fotografierte.

Das Display

Wie gesagt, Touch Fokus ist eine geile Sache, aber ein Display, dass man nicht klappen kann nicht. Fotos in Bodennähe sind nicht machbar, außer man legt sich flach auf den Boden und sieht dann entsprechend aus. Auch sonst muss man sich immer irgendwie verrenken.
Kein Klappdisplay ist für mich ein absolutes No-Go. Daran habe ich mich zu sehr gewöhnt.
Etwas irritiert haben mich die Anzeigen auf dem Display. Oben habe ich schon die Wasserwaage angesprochen, aber ich habe es z.B. nicht hingekriegt, dass mir im Av-Modus (Blendenpriorität), die von der Kamera gewählte Belichtungszeit angezeigt wird.
Auch wenn der Wert automatisch eingestellt wird, für mich ist das ein Indikator, ob das Bild verwackelt werden könnte. Außerdem kann man sich so beim Wechsel in den manuellen Modus Anhaltspunkte holen.
Aber das sind Feinheiten, vielleicht kann man es einstellen und ich habe es nicht gefunden.

Hinlegen oder blind abdrücken!

Hinlegen oder blind abdrücken!

Sucher

Einen Sucher hat die S120 nicht. Als ich unterwegs war, war das Wetter nicht besonders gut, so dass ich mit dem Display gut zurechtgekommen bin. Ich fotografiere zwar gerne mit Sucher, kann – in dieser Preisklasse – aber auch ohne Leben.

Drinnen: Die Nachbearbeitung

Ich habe ausschließlich in RAW fotografiert. Bei manchen Bildern habe ich mit der RX100 ein Vergleichsbild geschossen. Mir fällt es jetzt natürlich schwer diese Bilder nicht im 1:1 Modus zu vergleichen, denn dort liegt die Sony deutlich vor der Canon. Das liegt an der höheren Auflösung (20MP vs. 12MP).
Aber auch so kommen mir die Bilder der Sony einen Ticken schärfer vor. Das gleiche gilt für den Dynamikumfang, aus den Bildern der Sony lässt sich mehr herauskitzeln.
Beides soll auch so sein, schließlich schlägt die RX100 MK3 ein mehr als doppelt so großes Loch ins Konto!

Bäume mit der S120

Bäume mit der S120

Unterm Strich: Mein Fazit

Die Kamera steht aktuell für 410€ bei Amazon.de* im Regal. Da kann man nicht meckern. Mit der S120 kriegt man verdammt viel Kamera für sein Geld.
Direkter Konkurrent, sowohl preislich als auch von der Leistung her ist die Panasonic Lumix DMC-LF1 (-  bei Amazon.de*).(Zu der kann ich nicht viel sagen.)
Schaut man bei Sony, kommt vom Preis die RX100 I in Frage (324,99 bei Amazon.de). Für Sony User die bessere Wahl, als Immer-Dabei-Kamera.
Die Sony hat den größeren Sensor, aber sonst nicht viel mit dem sie die S120 ausstechen könnte.

Ich wiederhole mich:
Mit der Canon PowerShot S120 bekommst du sehr viel Kamera für dein Geld!

Und du?

Was ist dein Favorit? Kennst du vielleicht die Lumix LF1? Oder hast du eine S120? Ein RX100? Gibt es deiner Meinung nach noch andere Konkurrenten?
Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Na dann… gehe raus und habe Spaß!

Marc

Wolken und die S-Bahn

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