Makroobjektiv vs. Zwischenringe vs. Makrolinsen vs. Retroadapter

Viele Wege führen zum Makro. Aber welches ist der Beste? Kommst du mit Zwischenringen genau so weit wie mit einem richtigen Makroobjektiv oder ist ein Retroadapter an einem Kit-Objektiv besser?
All diese Frage stellte ich mir. Um sie zu beantworten, experimentierte ich etwas.

Die Kriterien für mein Experiment

Laut Definition beginnt die Makrofotografie bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 (siehe dazu meinen Beitrag »Grundlagen der Makrofotografie«). Dementsprechend habe ich nur Dinge untersucht, die zumindest annährend in die Nähe von 1:1 kommen.

Super wichtig finde ich den Abstand zum Objekt bei 1:1.

Benutze ich Zwischenringe, muss ich ganz dicht an das Objekt ran. Oft geht das aber nicht. Besser ist also ein weiterer Abstand.

Makroobjektiv vs. Zwischenringe vs. Makrolinsen vs. Retroadapter

MakroobjektivZwischenringeRetroadapterMarkolinsen
Abstand bei 1:114cm2.5cm8cm6cm
max. Abbildungsmaßstab1:11:14:11:1

Mein Fazit

Der Sieger: Makroobjektiv

Das Makroobjektiv liefert das rundeste Paket. Es ist leicht zu bedienen, liefert super Ergebnisse und es hat bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 den größten Abstand zum Objekt.

Getestet hatte ich das Sigma 105mm Makro (bei Amazon.de*) an meiner Sony Alpha 65 (APS-C).

Makroobjektiv

Preis-/Leisungssieger: Retroadapter

Mit einem Retroadapter oder Umkehrring und dem Kit-Objektiv kannst du sehr gute Ergebnisse erzielen.
Ich testete mit dem SAL-1855mm von Sony.

Nachteile:
Das Ganze ist ganz schön fummelig, du kannst die Blende nicht bedienen und brauchst viel Licht.
Wieso so viel Licht benötigt wird, kann ich mir aktuell allerdings nicht erklären.

Vorteile:
Den Abbildungsmaßstab von 1:1 erzielte ich mit 55mm Brennweite. Bei 18mm schaffte ich sogar 4:1!!!
Der Abstand zum Objekt war dabei ca. 5cm.
Allein die Tatsache, dass du solche Vergrößerungen erzielen kannst, ist ein Argument, sich intensiver mit dieser Methode zu beschäftigen.

Retroadapter 55mm

Retroadapter 18mm

Gut und günstig: Zwischenringe

Hast du Zwischenringe, mit denen du Blende und Autofokus nutzen kannst, ist die Arbeit damit fast genau so leicht wie mit dem Sigma Makroobjektiv.

Einen Abbildungsmaßstab von 1:1 schaffte ich nur mit meinem SAL18135* bei 135mm und 69mm Zwischenringen. Abstand zum Objekt läppische 2,5cm.

Mit meinem Teleobjektiv, dem SAL55300* bin ich nicht einmal in die Nähe von 1:1 gekommen, vielleicht würde das mit mehr Zwischenringen gehen.

Zwischenringe

Für den Notfall: Makrolinsen

Mit Makrolinsen auf eine Vergrößerung von 1:1 zu kommen ist zwar möglich, das Ergebnis aber Käse.
Guck dir das Bild an, aufgenommen mit meinem SAL18135 bei 135mm und 14 Dioptrien Makrolinsen.

Makrolinsen

Die Kombination aus Allem

Makrolinsen sind nicht schlecht, wenn du 1 oder 2 Dioptrien drauflegst, bleiben die Ränder auch brauchbar. Du kannst die Linsen bspw. mit Zwischenringen oder mit einem Makroobjektiv kombinieren und noch mehr herausholen.
In meinem Beitrag »Makroobjektiv + Zwischenringe + Makrolinsen = ultimative Vergrößerung?« habe ich alles zusammengeschraubt und damit brauchbare Ergebnisse erzielt.

Die Mischung machts

Unterm Strich konnte ich mit 69mm Zwischenringen + 2 Dioptrien Makrolinse + Sigma 105mm Makroobjektiv einen Abbildungsmaßstab von > 2:1 erzielen. Finde ich nicht schlecht!
Was wäre bei dir der Sieger und warum?


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4 Kommentare zu “Makroobjektiv vs. Zwischenringe vs. Makrolinsen vs. Retroadapter

  1. Frank

    Hallo Marc,

    Der Sieger ist für mich eindeutig das Makroobjektiv.
    Ob man dann noch einen Zwischenring dazwischen schraubt oder eine Nahlinse vorn drauf verfälscht den Vergleich da man dann ja alle 3 Dinge haben (kaufen) müsste. Aber man ist dann natürlich unheimlich flexibel. Das Makroobjektiv bietet auch die Möglichkeit, den Abstand zum Motiv etwas weiter zu wählen und das Bild am PC nachher zu croppen wenn das nötig ist.
    Hier liegt auch der entscheidende Nachteil das Retroadapters. Um überhaupt scharfstellen zu können MUSS man unheimlich nah ran, bei Insekten ist das natürlicht oft nicht möglich weil sie dann flüchten. Ich habe also gar kein Bild und ich kann auch den Abstand nicht größer wählen und später einen Crop machen.
    Und hier noch ein Tip:
    Will man mit dem Retroadapter fotografieren kauft man sich dafür am besten ein altes manuelles Objektiv, zB das Pentacon 29mm 2.8. oder das 50mm 2.8 (plus den passenden Adapter für das Filtergewinde) Das bekommt man so um 20-30€ und es hat einen entscheidenden Vorteil:
    Man kann die Blende über einen Ring am Objektiv einstellen. Denn wie Du schon sagst, bei den heutigen elektromechanischen oder vollelektronischen Blendenansteuerungen aus der Kamera hat man oft keine Möglichkeit diese zu öffen denn in „Ruhestellung“ sind die Blenden dann meist ganz geschlossen und man hat entsprechend wenig Licht zur Verfügung.
    Aber wie gesagt, meimer Meinung nach führt früher oder später kein Weg an einem Makroobjektiv vorbei wenn man diese Art der Fotografie mag und öfter machen will.

    Grüße
    Frank

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Frank,
      klar, das Makroobjektiv ist definitiv die beste Lösung, aber halt auch die teuerste.
      Retroadapter und Pentacon probiere ich Mal aus. Danke für den Tipp, einen M42-Adapter und ein paar alte Objektive habe ich in der Zwischenzeit schon.
      Viele Grüße
      Marc

    2. Dirk Harmeyer

      Hallo Frank, gehe ich recht in der Annahme, dass das von dir erwähnte 29mm besser geeignet ist, also das 50mm? Oder welches würdest du mit als Einsteiger empfehlen. Bis jetzt habe ich nur ein 18-50 F2,8 und ein 18-200 Reisezoom. Danke im Voraus, Dirk

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