Makroobjektiv vs. Zwischenringe vs. Makrolinsen vs. Retroadapter
| Lesezeit ca. zwei MinutenViele Wege führen zum Makro. Aber welches ist der Beste? Kommst du mit Zwischenringen genau so weit wie mit einem richtigen Makroobjektiv oder ist ein Retroadapter an einem Kit-Objektiv besser?
All diese Frage stellte ich mir. Um sie zu beantworten, experimentierte ich etwas.
Die Kriterien für mein Experiment
Laut Definition beginnt die Makrofotografie bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 (siehe dazu meinen Beitrag »Grundlagen der Makrofotografie«). Dementsprechend habe ich nur Dinge untersucht, die zumindest annährend in die Nähe von 1:1 kommen.
Super wichtig finde ich den Abstand zum Objekt bei 1:1.
Benutze ich Zwischenringe, muss ich ganz dicht an das Objekt ran. Oft geht das aber nicht. Besser ist also ein weiterer Abstand.
Makroobjektiv vs. Zwischenringe vs. Makrolinsen vs. Retroadapter
Makroobjektiv | Zwischenringe | Retroadapter | Markolinsen | |
---|---|---|---|---|
Abstand bei 1:1 | 14cm | 2.5cm | 8cm | 6cm |
max. Abbildungsmaßstab | 1:1 | 1:1 | 4:1 | 1:1 |
Mein Fazit
Der Sieger: Makroobjektiv
Das Makroobjektiv liefert das rundeste Paket. Es ist leicht zu bedienen, liefert super Ergebnisse und es hat bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 den größten Abstand zum Objekt.
Getestet hatte ich das Sigma 105mm Makro (bei Amazon.de*) an meiner Sony Alpha 65 (APS-C).
Preis-/Leisungssieger: Retroadapter
Mit einem Retroadapter oder Umkehrring und dem Kit-Objektiv kannst du sehr gute Ergebnisse erzielen.
Ich testete mit dem SAL-1855mm von Sony.
Nachteile:
Das Ganze ist ganz schön fummelig, du kannst die Blende nicht bedienen und brauchst viel Licht.
Wieso so viel Licht benötigt wird, kann ich mir aktuell allerdings nicht erklären.
Vorteile:
Den Abbildungsmaßstab von 1:1 erzielte ich mit 55mm Brennweite. Bei 18mm schaffte ich sogar 4:1!!!
Der Abstand zum Objekt war dabei ca. 5cm.
Allein die Tatsache, dass du solche Vergrößerungen erzielen kannst, ist ein Argument, sich intensiver mit dieser Methode zu beschäftigen.
Gut und günstig: Zwischenringe
Hast du Zwischenringe, mit denen du Blende und Autofokus nutzen kannst, ist die Arbeit damit fast genau so leicht wie mit dem Sigma Makroobjektiv.
Einen Abbildungsmaßstab von 1:1 schaffte ich nur mit meinem SAL18135* bei 135mm und 69mm Zwischenringen. Abstand zum Objekt läppische 2,5cm.
Mit meinem Teleobjektiv, dem SAL55300* bin ich nicht einmal in die Nähe von 1:1 gekommen, vielleicht würde das mit mehr Zwischenringen gehen.
Für den Notfall: Makrolinsen
Mit Makrolinsen auf eine Vergrößerung von 1:1 zu kommen ist zwar möglich, das Ergebnis aber Käse.
Guck dir das Bild an, aufgenommen mit meinem SAL18135 bei 135mm und 14 Dioptrien Makrolinsen.
Die Kombination aus Allem
Makrolinsen sind nicht schlecht, wenn du 1 oder 2 Dioptrien drauflegst, bleiben die Ränder auch brauchbar. Du kannst die Linsen bspw. mit Zwischenringen oder mit einem Makroobjektiv kombinieren und noch mehr herausholen.
In meinem Beitrag »Makroobjektiv + Zwischenringe + Makrolinsen = ultimative Vergrößerung?« habe ich alles zusammengeschraubt und damit brauchbare Ergebnisse erzielt.
Unterm Strich konnte ich mit 69mm Zwischenringen + 2 Dioptrien Makrolinse + Sigma 105mm Makroobjektiv einen Abbildungsmaßstab von > 2:1 erzielen. Finde ich nicht schlecht!
Was wäre bei dir der Sieger und warum?
Wer hier schreibt:
Hallo! Ich bin übrigens Marc!
Ich bin begeisterter Papa, Blogger, YouTuber, Foto- und Reisefuzzi.
Mehr über mich findest du hier. Und hier findest du meine aktuelle Fotoausrüstung.
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