Fototipp 18: Die Abblendtaste erklärt und warum du sie nicht brauchst

Hast du eine Abblendtaste? Weißt du wozu? Ich habe eine und ich weiß, wofür sie gut sein soll. Allerdings bin ich der Meinung, dass man diese Taste nicht braucht – ohne gelangt man schneller zu einem besseren Ergebnis.

Kurze Erklärung der Blende

Mit der Blende bestimmst du, wie viel Licht auf den Sensor fällt. Je nach Objektiv kannst du die Blende mehr oder weniger weit öffnen und schließen.
Dabei gilt:

  • Geschlossene Blende: Wenig Licht, große Schärfentiefe
  • Offene Blende: Viel Licht, geringe Schärfentiefe

Die Details sind für diesen Beitrag irrelevant. Etwas ausführlicher gehe ich auf das Thema im Fototipp 17: Die Schärfentiefe erklärt und praktisch eingesetzt ein

Was ist die Abblendtaste und wozu ist sie gut?

Schaust du durch den Sucher oder auf den Live View auf deinem Display, erwartest du ein helles Bild. Die Kamera muss also möglichst viel Licht einfangen, das geht nur mit offener Blende.
Schließt du die Blende, müsste das Bild dunkler werden, schließlich kann im Sucher/Live View nicht länger belichtet werden. Aber es bleibt gleich hell.
Aha! Gleichzeitig ändert sich die Schärfentiefe nicht. Nochmal aha!
Unterm Strich heißt das, dass die Kamera die Blende gar nicht verändert. So lange du den Auslöser nicht drückst, bleibt die Blende offen, um dir ein helles Bild zu liefern. Erst im letzten Moment, bevor das Bild gemacht wird, schließt die Kamera die Blende auf den von dir gewünschten Wert.

Die Abblendtaste kommt ins Spiel!

Willst du die Schärfentiefe kontrollieren, ohne ein Bild zu machen? Drücke die Abblendtaste!
Die Kamera schließt die Blende, auf den von dir eingestellten Wert und präsentiert dir das Ergebnis im Sucher oder auf dem Display.
Das klingt alles schön und gut, nur kann das Ergebnis recht dunkel sein.
Probiere es aus!

Warum du die Abblendtaste nicht brauchst

Jetzt verrate ich dir ein Geheimnis! Ein Geheimnis, welches nur in der digitalen Fotografie funktioniert.
Du brauchst die Abblendtaste nicht! Warum? Ganz einfach, wenn du die Schärfentiefe kontrollieren willst, dann mache ein Bild! Drücke den Auslöser, lasse korrekt belichten und kontrolliere das Ergebnis. Kostet ja nix.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • du kannst das Bild in Ruhe kontrollieren
  • du kannst zoomen und die Details kontrollieren
  • du hast ein korrekt belichtetes Bild
  • du siehst das Original und musst nichts im Dunkeln erahnen

Wo ist die Abblendtaste?

Der Vollständigkeit halber… auch wenn du sie nicht brauchst, findest du die Abblendtaste in der Regel in der Nähe des Objektivbajonetts.

Und du?

Hat deine Kamera eine Abblendtaste? Nutzt du sie?

Über Fototipp

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Na dann… gehe raus und habe Spaß!

Marc

PS: Nächste Woche wird abgeblendet, aber nicht zu viel!


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10 Kommentare zu “Fototipp 18: Die Abblendtaste erklärt und warum du sie nicht brauchst

    1. Marc

      Phu bin ich froh, ein Mitstreiter. Bevor ich den Artikel geschrieben habe, habe ich etwas gegoogelt und total viel „Pro“ gefunden. Warum weiß ich aber auch nicht 🙂

  1. arne

    Ich vermute mal, dass meine Kamera die auch hat, müsste sie jetzt aber erstmal suchen. Gebraucht habe ich sie noch nie.
    Dein Weg, einfach ein Bild zu machen, finde ich ebenfalls deutlich praktikabler. Mir fällt so spontan auch keine Situation ein, wo diese Taste da ein Vorteil wäre.

  2. Ralf

    Um bei Makroaufnahmen den idealen Schärfebereich zu erhalten fokussiert man auf das vordere Drittel des gewollt scharfen Bereichs, drückt die Abblendtaste und durch öffnen / schließen der Blende regelt man die Tiefe. Evtl. die Fokussierung noch etwas nachstellen.
    Um in dem Fall ein perfektes Ergebnis zu erreichen bedarf es sonst min 10 Aufnahmen.
    Mein Fazit: Ganz wichtiger kleiner Knopf 😉

    1. Marc

      Endlich mal ein Pro-Argument!
      Mit Makro habe ich mich noch nie beschäftigt, aber was du sagt stimmt natürlich vollkommen!

  3. Dennis

    Hallo Marc,
    ich fotografiere derzeit mit der Alpha 580 und nutze selten AF und fast immer manuelle Einstellung. Bei vielen meiner Gläser – warum auch immer – verschiebt sich der Schärfepunkt, je nach dem, mit welcher Blende nun geknipst wird. Ergo blende ich beim manuellen Fokussieren per LiveView immer ab, dass die Schärfe richtig sitzt.
    Darüber hinaus: Wenn man argumentiert „ich kann auch ein Testbild machen“ kann man sich auch den LiveView schenken (ich möchte ihn nicht missen)!
    Ich folge Ralf: wichtiger, kleiner Knopf! 😉
    Und: schöne Seite!

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Dennis,

      ja ich gebe zu, der Beitrag sollte mal überarbeitet werden. Seit ich mich mit Makros beschäftige bin ich auch auf der Seite von Ralf, so fern das Bild abgeblendet noch hell genug ist, ist die Tatste tatsächlich brauchbar.
      Und bei deinem Problem bleibt dir ja fast nichts anderes übrig als die Abbelndtaste zu drücken … trotzdem kurios, dass sich der Punkt verschiebt.

      Und zum Testbild, das lässt sich schon leichter kontrollieren, vor allem bei wenig Licht als der abgeblendete LiveView.

      Sagen wir es einfach so: Gut das die Taste da ist. Besser ein Knop zu viel, auch wenn man ihn selten braucht, als ein Knopf zu wenig 🙂

      Danke für deinen Kommentar und viele Grüße,
      Marc

  4. Tom Brüderl

    Ich bin auch nach wie vor froh die Taste an meiner A700 zu haben, denn Makros und Portraits und überhaupt der gezielte Einsatz von Vordergrund- oder Hintergrundunschärfen lässt sich somit gut und schnell am Objekt durch den Sucher prüfen. Das geht erheblich schneller als per Aufnahmereihe, bei der u.U. (Außenaufnahmen) die Lichtverhältnisse wechseln können oder sich gar das Motiv entfernt (Insekten, z.B.) Ich bin auch in anderer Hinsicht ein wenig old-fashioned, da ich bis dato ausschließlich dem optischen Sucher vertraue, keinem Liveview oder OLED Sucher. 😊 Und statt einem Schwenkmonitor nutze ich noch einen Winkelsucher…
    Ich setze also noch immer auf das menschliche Auge 😄
    Bzgl. des Focuspunktes, der sich verschiebt: vielleicht hängt das damit zusammen, das sich bei Freihandfotografie der Abstand zum Motiv durch bereits geringe Körperbewegung ändern kann, was sich bei Makros nur durch ein Stativ wirklich beseitigen lässt. Ich machs wie beim Biathlon: abdrücken, wenn ausgeatmet und zwischen den Pulsrhythmen, da der Herzschlag auch zu leichter Körperbewegung führt.
    Klingt jetzt alles wahnsinnig akribisch, ist aber leicht gewöhnbar und macht Sinn.
    Auch wäre mal zu prüfen, ob bei Betätigung der Abblendtaste der steady-shot inaktiv ist. Dieser kann ja im Objektiv sein, z.B. Sigma 18-50 2.8 DC OS HSM oder, wie bei Sony, im Body. Müßte man mal ausprobieren, mit und ohne aktivierten steady-shot, ob das was nützt….
    Eigentlich dürfte es nichts ändern. Eigentlich.
    Ich mache übrigens immer wieder Objektaufnahmen in meinem Geschäft (von Lebensmittel-Produkten, Wein und Spirituosen, Geschenkkörben) und da ist das Spiel mit der Schärfentiefe oft ein wichtiger Teil um etwas in Szene zu setzen. Da ist die AB-Taste auch hilfreich.

  5. Schmitt

    Da nicht wenige Objektivkonstruktionen die Lage der optimalen Schärfe, einhergehend mit dem Grad der Abblendung, variieren – ist es einer der wichtigsten Knöpfe an einer Kamera.

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