Mallorca im Herbst: Mit Kindern an der Platja de Palma (direkt am Ballermann 6)

| Lesezeit ca. sechs Minuten

An den Ballermann mit Kindern ... geht das? Ich probierte es im Herbst aus.

    Ich bin übrigens Marc, begeisterter Papa, Blogger, YouTuber, Foto- und Reisefuzzi.
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    Vor der Platja de Palma hatte ich Respekt. Das letzte Mal war ich vor 3 Jahren dort und wusste daher, dass der berüchtigte Ballermann 6 und die Schinkenstraße nur einen klitzekleinen Teil einnehmen.

    Trotzdem hatte ich Respekt. Was man alles so hört … Ballermann, was soll ich da? Und der Ballermann ist an der Platja de Palma … also, was soll ich da mit der Familie?

    Vorurteile waren das, nichts als Vorurteile!

    Aber weißt du was? Diesen Beitrag schreibe ich gerade auf dem Balkon des Hotels Pabisa Bali, direkt hinter der Schinkenstraße (die eigentlich Carrer del Pare Bartomeu Salve heißt).

    Ich kann den Bierkönig sehen und hören, daneben das Bamboleo … auf den Leinwänden läuft Fußball und aus den Boxen dröhnt flache Bierzeltmusik.

    Auf der Straße drehen Straßenhändler den Gästen und Passanten grellbunte Hüte, Sonnenbrillen und komische Stofftieraffen an. Meinen Beobachtungen zur Folge, scheint das Geschäft gut zu gehen.

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    Die Schinkenstraße am Abend … nicht viel los im Herbst! [Sony A65 SAL18135 – ISO 100 – 28 mm – f/9 – 1 Sek.]

    Das war‘s dann aber auch schon. Besonders viel los ist im Herbst nicht mehr. Viele Kneipen, Restaurants und Geschäfte haben schon geschlossen.
    Die Bürgersteige werden hochgeklappt und Mallorca versinkt im Winterschlaf. Am 26. Oktober wurden bei 26°C die Liegen vom Strand abtransportiert und am 28.10. hatten alle Balnearios (die Strandcafes, zu denen man gerne Ballermann sagt) mit Ausnahme der Nummer 6 geschlossen.

    Mit Kindern an die Platja de Palma und an den Ballermann

    Warst du schon auf dem Oktoberfest in einem Bierzelt oder auf dem Cannstatter Wasen?
    So ähnlich läuft es auch in den großen Kneipen am Ballermann ab. Das kann man sich mal antun, aber besser ohne Kinder.

    Aber ich sagte ja schon, Schinkenstraße und Co. nehmen nur einen kleinen Teil der Platja de Palma ein, der Rest ist schön und teilweise sogar edel.

    Der Strand ist ewig lang (ca. 6 km), angenehm breit, feinsandig und flach abfallend. Während unseres Besuchs gab es kaum Wellen. Perfekt für kleine Kinder!
    Die Promenade dahinter sieht aus wie in vielen touristischen Hochburgen in Spanien. Sie ist schön breit und lädt zum Bummeln ein. Außerdem ist sie super, um morgens eine Runde zu laufen oder mit dem Rad zu fahren.
    Unser Hotel verleiht sogar richtig gute Räder, aber irgendwie entschieden wir uns doch für so einen vierrädrigen Klapperbock.

    Der Minigolfplatz mit 54 Löchern des Pabisa Beachclubs (zwischen Ballermann 4 und 5) kommt bei meinen Kindern auch gut an.
    Im All-inklusive-Angebot unseres Hotels wäre eine Runde pro Tag sogar inklusive. Das habe ich aber zu spät gesehen, hätte sich aber wohl gelohnt. 🙂

    (Wenn ich das richtig verstanden habe, ist Bier im Bierkönig und Oberbayern auch inklusive.)

    Mein erstes Zwischenfazit

    Playa de Palma mit Kindern: ja klar!
    Bierkönig und Co. mit Kindern: Muss nicht sein.

    Das Publikum im Herbst

    Klar gucke ich, wer rund um den Ballermann unterwegs ist. In der Regel sind das ganz normale Leute. Jetzt im Herbst sind die Rentner eindeutig in der Mehrzahl, aber am Strand baden und buddeln auch viele Familien mit Kindern.

    Partytouristen (oder sollte ich Sauftouristen sagen?) habe ich wnige gesehen. Das ist so gar nicht meine Welt.
    Warum geht man mit einer Bierdose in der Hand ins Wasser? Das schwimmt sich doch scheiße!
    Warum läuft man mit dem Schriftzug “nur zum Saufen da!” auf dem Shirt herum? Und warum trinkt man billigen Fusel mit Strohhalmen aus Putzeimern?

    Wie gesagt, das ist nicht meine Welt. Ich habe exakt einen Eimer gesehen und der stand vor der Gruppe mit dem Saufen-Shirt.
    Wie das im Sommer ist, weiß ich allerdings nicht.

    Generell habe ich aber den Eindruck, dass man bemüht ist, das Treiben einzudämmen. Zahlreiche Verbotsschilder verbieten eigentlich alles, aber wie streng das durchgesetzt wird, kann ich nicht sagen.

    Meine Learnings beim Abbau meiner Ballermann-Vorurteile

    Man spricht deutsch!

    Das ist echt krass, hier im Hotel wohnen vermutlich nur Deutsche. Rund um die Schinkenstraße ist es ganz normal, dass deutsch gesprochen wird.
    Daran musste ich mich zuerst gewöhnen, weil ich mich im Ausland sonst immer mit Englisch oder – soweit es geht – in der Landessprache durchschlage.
    Hier an der Platja de Palma ist das unnötig.

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    Ein deutscher Supermarkt darf natürlich nicht fehlen … [Sony a65 SAL18135 – ISO 100 – 50 mm – f/10 – 1/100 Sek.]

    Alle sind freundlich

    Klar, die Menschen machen Urlaub und sind gut drauf, trotzdem fällt mir das positiver auf als an anderer Stelle.
    Vielleicht spielt da auch mit rein, dass alle deutsch sprechen. So freuen sich im Hotel alle über die Kinder. Im Lift redete ein Mann mit meinem Sohn über das Legoland und beim Abendessen hat sich eine ältere Dame richtig viel Zeit für das Töchterchen genommen und sich mit ihr mehr oder weniger unterhalten.

    Der Ballermann (bzw. Balneario) 6 ist eine ganz normale Strandbar

    Aus Eimern trinkt kaum noch jemand und auch sonst geht alles gesittet zu.
    Ich weiß nicht, wie es früher war, aber das hier ist ein ganz normaler Strand mit vielen Hotels dahinter.

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    Berüchtigt aber unspektakulär, der Ballerman 6! [Sony a65 SAL18135 – ISO 100 – 20 mm – f/8 – 1/500 Sek.]

    Im Herbst ist es leer

    Entlang des 6 km langen Strandes stehen ca. 250 Hotels mit rund 50.000 Betten. Im Sommer sind die voll, jetzt im Herbst ist es am Strand locker und entspannt. Das finde ich viel schöner und bei Tageshöchstwerten von durchschnittlich 25°C und einer Wassertemperatur von 23°C genauso gut wie im Sommer.

    Zum Vergleich: Sommer (oben) vs. Herbst

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    Der Strand der Platja de Palma im Sommer 2013 [Sony a65 SAL18135 – ISO 100 – 35 mm – f/9 – 1/400 Sek.]

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    Der Strand der Platja de Palma im Herbst 2016 [Sony a65 SAL18135 – ISO 100 – 45 mm – f/6.3 – 1/1250 Sek.]

    Mein Fazit

    Die Platja de Palma ist sicher nicht der schönste Strand Mallorcas, aber ganz bestimmt nicht die schlechteste Wahl für den Familienurlaub.
    Ideal ist die Lage, nicht weit vom Flughafen entfernt, so dass du keine langen Transferzeiten hast und An- und Abreisetag optimal nutzen kannst.
    Außerdem liegt die Platja de Palma zentral auf der Insel und ist idealer Ausgangspunkt für Ausflüge.

    Der Ballermann ist halb so wild und der Urlaub in einem Hotel in unmittelbarer Nähe ist kein Problem für Familien mit Kindern (um 0:00 Uhr wird die Musik ausgeschalten).
    Ich habe meinen Selbstversuch nicht bereut.

    Ach, fast vergessen:
    Das Palma Aquarium kannst du zu Fuß erreichen. Ein Besuch mit Kindern ist Pflicht!

    Warst du schon auf Mallorca und an der Platja de Palma? Wie hat es dir gefallen?
    Offenlegung:
    Wir wurden vom Hotel Pabisa Bali eingeladen. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst, schließlich haben wir das Essen, Getränke, Eintrittsgelder (Minigolf und Aquarium) und sogar den vierrädrigen Klapperbock selbst bezahlt.