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Das Internet frisst sich selbst und warum gute Inhalte immer seltener werden

Kennst du das Buch Logoland?
Es ist schon ein paar Jahren her, dass ich es gelesen habe. Aber grob kann ich mich noch daran erinnern. In Logoland gehört alles verschiedenen Marken. Bspw. gibt es eine Matel (der Barbie-Hersteller!) Schule, die Schüler heißen deshalb auch mit »Nachnamen« Matel.

Usw.

Schau ich mir das heutige Internet an, ist es kaum anders.

  • Facebook
  • Amazon
  • Google

Und dann kommt ganz lange nichts.

Die Dominanz von Microsoft bei den Betriebssystemen oder Browsern vor ein paar Jahre war ein Scheißdreck im Vergleich zu den Monopolen, die sich im Internet gebildet haben.

Und man kann nichts dagegen tun und es wird immer schlimmer!

Ob diese Entwicklung jetzt gut oder schlecht ist, will ich in diesem Beitrag gar nicht erörtern. Problematisch finde ich allerdings die Auswirkungen auf das gesamte Internet, auf die (informierte) Gesellschaft und natürlich auch auf mich und meine Bloggerkollegen.

Zuerst hat das Internet den Printbereich gefressen und jetzt frisst es sich selbst!

Facebook und Google versuchen uns möglichst lange, innerhalb ihrer Dienste zu halten.
Bei Facebook kannst du das ganz einfach ausprobieren. Poste einen Beitrag mit einem Link, der aus Facebook herausgeht. Dieser Beitrag wird nicht so viele Freunde oder Fans von dir erreichen wie ein Beitrag ohne Link.

Aus Sicht von Facebook ist das logisch, aus Sicht des Users ist es unfair und objektiv betrachtet ist es hochgradig problematisch.

Der Facebook- Algorithmus versucht das restliche (das eigentliche!) Internet zu verschleiern. Das ist scheiße! Erst recht für Blogger und all die anderen, die tolle Inhalte ins Netz stellen.
Wir investieren viel Zeit und Geld, um guten Content zu erstellen, haben aber kaum noch Möglichkeiten diesen zu promoten. (Außer wir bezahlen dafür!)

Google ist auch nicht besser. Bei vielen Suchanfragen werden die passenden Ausschnitte aus der Webseite einfach direkt über den Suchergebnissen angezeigt. So gibt es keinen Grund mehr, die Seite von der der Content stammt zu besuchen.

Das ist dreist! Man kann das zwar unterbinden, aber dann steht man gar nicht mehr oben …
Anfang des Jahres stellte Google die Bildersuche auf eine dreiste Variante um. Seitdem ist es viel schwerer, vom Bild in der Suche auf die dazugehörige Webseite zu kommen.

Aus Googles Sicht kann ich nur sagen: Ziel erreicht!

Aus der Sicht von uns Content-Produzenten ist das aber megascheiße!
Zur Veranschaulichung hier meine Zugriffszahlen über die Bildersuche. Es ist schwer zu übersehen, wann Google die Suche umgestellt hat.

Warum ist das problematisch?

Wir Content-Produzenten finanzieren uns über eine Mischkalkulation.
Fast unser gesamter Content ist kostenlos! Geil, oder?
Unser Wissen, unsere Erfahrungen, unsere Eindrücke … all das schenken wir dir! Und mit »wir« meine ich nicht nur mich und die anderen Blogger. Auch die größten Seiten Deutschlands, wie Spiegel online und Co. finanzieren sich so.

Wir versuchen, gute Inhalte zu erstellen, die dich auf unserer Seite halten und dich wiederkommen lassen und du dann vielleicht auf einen Affiliate-Link oder auf Werbung klickst oder eines unsere Produkte kaufst.
Damit finanzieren wir uns!
Da unterscheiden wir uns nicht großartig von Google oder Facebook.

Der Unterschied ist jedoch:
Wir wollen dich mit UNSEREN Inhalten auf UNSEREN Seiten halten, damit WIR etwas verdienen, um weiterhin gute Inhalte erstellen zu können.

Google und Facebook hingegen wollen dich mit UNSEREN Inhalten auf IHRER Seite halten, damit SIE was verdienen.

Ist dir der feine Unterschied aufgefallen?

Gemein, oder?

Die Lösung des Dilemmas?

Traurig, aber es gibt keine Lösung. Es ist eine Abwärtsspirale und ich weiß nicht wohin das führen wird.
Gerade bei Google frage ich mich, ob sich die Katze nicht selbst in den Schwanz beißt. Schließlich können nur Inhalte angezeigt werden, wenn es diese gibt. Wenn aber keiner mehr davon leben kann, Inhalte zu erstellen, dann gibt es irgendwann auch keine mehr …

(Und suchen muss dann auch keiner mehr … gibt ja nix zu finden!)

Bei Facebook hingegen kommt man über kurz oder lang wohl nicht drumherum dafür zu bezahlen, dass Posts mit Links zu »externen« Inhalte überhaupt angezeigt werden.
Das lohnt sich auf Dauer aber nur, wenn mit den Inhalten mehr verdient wird, als man für die Werbung auf Facebook bezahlt. Ich fürchte, dass viele gute Beiträge dann gar nicht geschrieben werden …

Ein anderer Ansatz wäre, es mit den »eigenen« Inhalten sein zu lassen. Also gar keine eigene Webseite mehr zu betreiben und den Content direkt auf den Plattformen zu posten.
Also auf Facebook, Instagram oder YouTube.

Dann wäre zwar das Problem gelöst, dass die Plattformen die User bei sich behalten wollen, dafür stellt sich die Frage nach der Finanzierung.

YouTube kann mit der oben beschriebenen Mischkalkulation funktionieren. Facebook und erst recht Instagram aber nicht.

Als solide Finanzierung fällt mir da nur Werbung ein, und zwar innerhalb der eigenen Beiträge. D.h., ich werde von Unternehmen xyz bezahlt, dass ich dieses und jenes poste.

Und jetzt guckst du dir die Überschrift des Beitrags an “Das Internet frisst sich selbst und warum gute Inhalte immer seltener werden”.

Unabhängig ist anders … Logoland halt!

Aber selbst wenn es möglich wäre, mit guten, unabhängigen und ausführlichen Inhalten bei Facebook und Co. Geld zu verdienen, wäre es aus menschlicher Sicht dumm und gefährlich.
Dumm, weil Facebook so aufgebaut ist, dass alte Beiträge sehr schnell verschwinden und dir immer wieder etwas Neues angezeigt wird. Wiederfinden tut man bei Facebook eh nichts.

Stell dir vor Einstein, Newton oder Goethe hätten ihre Entdeckungen und ihre Schriften nur ein paar Freunden gezeigt und dann verbrannt.

Das ist Facebook!

Dieses Problem wäre lösbar, Facebook müsste sich ändern. Eine andere Sache ist allerdings, dass wir unsere gesamten Inhalte nicht in die Hand eines Unternehmens geben sollten.
Facebook hat in der Vergangenheit schon öfter radikale Änderungen eingeführt und damit die User vergrault … (Die mangels Alternativen trotzdem geblieben sind.)

Guck dir dazu das Mittelalter an. Damals hatte die Kirche die Hand auf dem Wissen der Menschheit, das bedeutete Stillstand oder Rückschritt, und zwar Jahrhunderte lang!

Die Beispiele klingen übertrieben, sind aber nicht an den Haaren herbeigezogen! Beschäftige dich etwas mit dem Brexit oder der Wahl von Donald Trump. Du hast sicher schon die Worte »postfaktisch« oder »Fake-News« gehört.
Beides sind Synonyme für »schlechte Inhalte«! Billig produzierter Müll ohne Hand und Fuß! Und trotzdem verbreiten sich solche Inhalte – dem Facebook-Algorithmus sei dank – schnell!

Natürlich haben die User eine Mitschuld an der Problematik. Wer anhand der Anzahl von Likes entscheidet ob Nachrichten wahr oder falsch sind, statt den eigenen Verstand einzusetzen, sollten sich aus den sozialen Medien besser zurückziehen und lieber seriöse Zeitungen lesen.

Zum Schluss noch: Es gibt eine Lösung! (Vielleicht)

Werde du als Leser unabhängig von Facebook und Google. Abonniere die Newsletter und Rss-Feeds von Blogs, die du gerne liest!
Das bringt tatsächlich was!

Und fange an, dich damit abzufinden, dass du im Internet nicht alles umsonst haben kannst.

Wahrscheinlich ist das die größte Fehlentwicklung überhaupt. Es ist einfach nicht möglich, auf Dauer alles kostenlos zu haben. (Auch hier lässt Logoland grüßen!)

Hand aufs Herz: Wenn du zwei Zeitungen nebeneinanderliegen hast, einmal z.B. die Welt oder die FAZ und daneben solch ein kostenloses Teil. Bei uns heißt das »Märker« und »Wochenspiegel«, ich kenne es aber auch unter »Wochenblatt« usw. …
In welcher Zeitung erwartest du bessere Inhalte?

Vielleicht ändert sich ja unsere Einstellung zu den kostenlosen Inhalten im Internet langsam und wir finden einen Mittelweg, der sich über Spenden finanziert.
Flattr war ein genialer Ansatz, wurde aber leider nicht angenommen. Patreon scheint für ein paar wenige zu funktionieren … warten wir es ab.

Sorry für den langen Beitrag weit ab von meinen sonstigen Themen, aber das musste raus. Die Entwicklung macht mir Angst!
Keine existentielle Angst, viel mehr mache ich mir Sorgen um unsere Gesellschaft.

Das Internet ist eine solch geniale Erfindung, die – richtig eingesetzt – jedem Menschen dienen kann. Ich sehe uns dafür aber nicht auf dem richtigen Weg. Entweder müssen wir unsere Einstellung zu Inhalten im Netz ändern oder die gesamte Gesellschaft muss sich radikal ändern (Stichwort: Grundeinkommen, Sharing Economy usw.).

Wie siehst du das?

Bist du zum ersten Mal auf meinem Blog? Hier erkläre ich dir, worum es bei Reisezoom.com geht.
Gefallen dir meine Fotos? Hier stelle ich dir meine aktuelle Fotoausrüstung vor.

Abonniere meinen Newsletter und meinen RSS-Feed, damit du auf dem Laufenden bleibst.

28 Kommentare zu “Das Internet frisst sich selbst und warum gute Inhalte immer seltener werden

  1. Thomas

    Moin Marc,

    sehr guter Artikel, dem ich nur zustimmen kann. Die Macht der drei Großen ist wirklich bedenklich und unsere Blogs werden es immer schwerer haben, Leser zu bekommen. Man hört ja schon heute oft, dass das Internet kaputt sein, wenn Facebook mal nicht geht.

    Für mich ist übrigens diese Macht ein Grund, weshalb ich mich gegen AMP und Instant Pages entschieden habe. Damit würde ich Facebook und Google doch meinen Content frei Haus liefern. Dafür wird so überflüssiger Schnickschnack, wie die Optik meines Blogs, einfach „weg geschnitten“. Die Optik, die ich bewusst gewählt habe um meinem Blog einen eigenen Charakter zu geben. Ne, nicht mit mir.

    LG Thomas

    1. Marc Autor des Beitrags

      Bei AMP sehe ich das nicht so, das finde ich eigentlich eine super Sache. Hier geht es ja nur um die schnelle, mobile Auslieferung. So viel lässt sich da an der Optik nicht machen. Bis auf die Optik bleibt ja alles, du kannst weiterhin Links setzen und wenn du willst sogar Werbung schalten …
      AMP sehe ich eher als extrem abgespeckte Version des Blogs.
      Bei Instant Articles bin ich aber auch sehr vorsichtig, aber da weiß ich auch nicht genug darüber …

      Trotzdem hast du natürlich recht … solche Dinge sind auch dafür verantwortlich, dass weniger auf dem eigenen Blog stattfindet und weniger kommentiert wird. Da muss ich nochmal genauer darüber nachdenken, das hatte ich beim Schreiben des Beitrags gar nicht auf dem Schirm 🙂

      Viele Grüße
      Marc

        1. Marc Autor des Beitrags

          Natürlich hat der Autor recht, dass wir Google damit den Content geben, aber immerhin wird bei AMP der gesamte Content angezeigt, inkl. aller Links. Nicht so wie bei vielen anderen Suchergebnissen wo nur Ausschnitte mit der gesuchten Antwort angezeigt werden.

          Es stimmt auch nicht, dass sich diese nicht personalisieren lassen. Da ist bei mir zwar noch Luft nach oben, aber ein AMP-Beitrag sieht schon nach Reisezoom.com aus. Die Farben stimmen und mir kommt halt zugute, dass ich direkt auf die Titelbilder noch Text krizel. Auch die Bereiche unter dem Beitrag sind mit dabei. Da hapert es zwar noch etwas an der Formatierung, aber das lässt sich lösen.

          Ich finde es weiterhin nicht schlecht … obwohl es das Monopol von Google natürlich festigt. Das stimmt schon!

  2. Ulrike

    Irgendwie verstehe ich Deinen Artikel nicht. Dass Du verärgert bist, weil die Seitenaufrufe drastisch zurückgegangen sind, ist klar. Du führst das auf die veränderte Bildsuche bei Google zurück. Ist es nicht besser, über Inhalte gefunden zu werden? Auch Google hat ein Interesse daran, gute Inhalte zu zeigen. Auf der anderen Seite ist natürlich auch der Nutzer erheblich daran beteiligt, was angezeigt wird. Wenn die Mehrheit die Bild-Zeitung liest, ist es für FAZ und Süddeutsche wichtig, mit guten Inhalten zu punkten. Trotzdem ist der Mensch bequem und liest weiterhin die Bild.
    Bei mir haben sich die Zahlen bei Google nicht ins Negative verändert. Meine Statistik zeigt langsam aber stetig nach oben. Aber bei mir stehen die Fotos nicht im Vordergrund. Grundsätzlich kann es auch nicht vordergründig das Interesse einer Suchmaschine sein, dass man auf deren Webseite bleibt, denn das würde bedeuten, dass der Nutzer nicht gefunden hat, was er sucht.
    Auch bei Facebook kann ich Deine Erfahrungen nicht bestätigen. Ganz deutlich sind FB-Posts, wo ich zu interessanten Artikeln außerhalb von FB verlinke, bei mir die Renner. Das sind nicht unbedingt immer meine eigenen Artikel.
    Nachdem ich die Reisebloggerszene seit einigen Jahren beobachte, weiß ich, dass gute Inhalte zählen. Blogs, deren Artikel langweilig und lieblos geschrieben sind, die geben schnell auf.
    Kopf hoch! Die Internet-Welt geht – noch nicht – unter!
    LG
    Ulrike

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Ulrike,

      mir geht es hier nicht primär um meinen Blog. Trotz aller Widrigkeiten kann ich mich über mangelnde Zugriffszahlen nicht beschweren.
      Aber natürlich kann eine Suchmaschine davon leben, wenn sie die Suchenden nicht auf die passenden Seiten weiterleitet, genau das wird bei Google doch zunehmend gemacht. Viele Suchen zielen auf kurze Antworten ab, die zeigt Google einfach direkt an. Ungefragt, einfach von den Webseiten geklaut.
      Und sind Bilder nicht auch Inhalte?

      Gut, dass du bei FB andere Erfahrungen gesammelt hast. Das spornt mich an. Ich kann mich allerdings an einen Test von Sabine Olschner und Thomas Jansen erinnern bei dem sie Fotos mit Link im Text gepostet hatten, statt direkt den Link zum Blogbeitrag.
      Bei beiden erhielten die Fotos mehr Sichtbarkeit bei FB aber weniger Klicks auf den Blog. Das bestätigt dann doch eher meine Erfahrungen.
      Und wie bei FB schon geschrieben, mit YouTube-Videos ist es ganz krass, die werden von FB quasi zensiert – das ist nicht richtig!

      Viele Grüße
      Marc

  3. Bee

    Das ist ja mal eine Keule, Marc. Zu allererst muss ich sagen, dass ich mit meinem Blog kein Geld verdiene. Nichtsdestotrotz hast du völlig Recht, Facebook und Google machen, was sie wollen. Auch wenn Bloglovin keine Größe wie FB oder Google ist, auch da muss ich jetzt deutlich öfter klicken um auf den eigentlichen Blogbeitrag zu kommen und nicht alles bei Bloglovin zu lesen.

    Mit meinem Blog habe ich vor 2 Jahren Facebook den Rücken gekehrt und bereue diese Entscheidung nicht. Die Datenschutzrichtlinien sind ein Albtraum, leider kauft sich Facebook durch die SM Gemeinde und dominiert derartig den Markt, dass ich es abstoßend finde. Was mich unglaublich nervt, wenn ich in Google etwas suche, dann kriege ich meine Suche nach Sneakern bei Instagram sofort als Werbung angezeigt. Da sieht man die Machtstellung der Werbetreibenden, die scheinbar mit Google und Facebook Geld verdienen. Ich Google jetzt nicht mehr, weil ich bei Instagram Bilder sehen will und nicht schon wieder was kaufen möchte.

    Schade ist, dass es einfach keine SM Alternativen gibt. Ello fristet ein sehr unbeachtetes Dasein, die einzige mir bekannte Alternative. Mir müssen die paar Leser reichen, die ich habe. Ich mache auch nirgendwo Werbung für mich und meine Beiträge. Es blieben noch aktive Foren oä für eine Reichweitensteigerung.

    Viele Grüße, Bee

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Bee,
      mir geht es bei diesem Beitrag nicht unbedingt um meinen Blog, sondern generell um die Problematik, die sich durch die Dominanz von Google und FB ergibt.
      Und genau, es gibt keine wirklichen Alternativen!
      Ich habe „Freunde“ verloren, weil ich mich bei WhatsApp abgemeldet hatte … in der Zwischenzeit bin ich wieder angemeldet, weil die ganzen Planungen in der Kita darüber laufen und ich schon öfter im Regen stand …
      Facebook nutze ich „privat“ praktisch gar nicht, auf meinem privaten Profil gibt es nicht einmal ein Titelbild, aber für den Blog komme ich nicht drumherum und wenn das so weiter geht, komme ich auch nicht drumherum Werbung zu schalten.
      Und wenn es mir so geht, muss es anderen auch so gehen … es kann doch nicht sein, dass irgendwann nur noch als Hobby Inhalte ins Netz gestellt werden, damit FB und Google was zu fressen kriegen und tagsüber muss man im Supermarkt Regale einräumen!

      Warten wir es ab.
      Viele Grüße
      Marc

  4. Gerhard

    Hallo Marc,

    gefällt mit, was Du schreibst und ich habe den Artikel über Dein Feed (RSS-Feed) entdeckt, das ich schon lange abonniert habe. Auch sonstige gute Beiträge lese ich meist im Feed, außer einen Artikel wie diesen, den lese ich sehr oft dann im Blog direkt.
    Als Fazit sehe ich eigentlich nur Googxit, Instxit und Facexit, alles eben, was ich schon langem durchziehe.

    Weiter mit Deinem guten Kontent und Grüße aus dem Süden.
    Gerhard

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Gerhard,

      super, dass du über RSS kommst und sorry, dass dort nur ein gekürzert Feed zu sehen ist. Aber leider wurde mit den kompletten Inhalten Schindluder getrieben und die Beiträge 1:1 automatisiert kopiert. Irgendwas ist halt immer!

      Viele Grüße
      Marc

      1. Gerhard

        passt schon, ich kann anlesen und dann entscheiden, das ganze Thema interessiert mich oder es wird später gelesen.

  5. Christian

    Hi Marc,

    ich bin da etwas anderer Meinung. Ich glaube sehr wohl, dass sich guter Content durchsetzt. Egal, ob auf einer Plattform oder auf dem eigenen Blog. Meiner Meinung nach gibt es da zahlreiche gute Beispiele für, gwegner, kwerfeldein, etc.

    Die Frage ist ja auch immer ein Stück weit, was bedeutet überhaupt „guter Content“. Mittels Machine Learning Algorithmen ist es z.B. mittlerweile problemlos möglich gute Nachrichten automatisiert zu erstellen. Das heißt einfach nur Texte schreiben, scheint wohl langfristig nicht mehr auszureichen. Die große Frage ist daher nicht, wie entgegne ich den großen Drei, sondern wie schaffe ich es langfristig Internetuser einen Nutzen zu erzeugen, sodass sie freiwillig bereit sind, ihre Daten zu hinterlassen. Häufig funktioniert das nur, wenn ich mein Geschäftsmodell regelmäßig überdenke. Ähnlich wie das aktuell zahlreiche Großkonzerne im Rahmen der Digitalisierung machen.

    Und ich glaube auch nicht, dass sich Nutzer im Internet damit anfreunden sollen, dass guter Content nicht kostenlos sein kann. Das klingt so ähnlich, wie der hilflose Aufschrei der Banken, dass ein Bankkonto nicht kostenlos sein dürfte. Tatsächlich hat man jahrelang versäumt die Kundenschnittstelle anders zu bedienen und wird jetzt dafür abgestraft.

    my two cents
    Christian

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Christian,

      naja, deine Beispiele hinken aber etwas. Kwerfeldein finanziert sich über Spenden. Das ist ja genau mein Vorschlag.
      Und gwegener finanziert sich vermutlich hauptsächlich über Fotoreisen, Coachings und LRTimelapse.

      Ich weiß nicht ob es einen Günter Wallraff geben würde (mir fällt grad kein besserer ein), wenn er sich neben seinen Undercover-Aktionen noch durch die Entwicklung von Software usw. über Wasser halten müsste. Genau so können solche Dinge nicht von Maschinen recherchiert werden. Maschinen können nur vorhandenes „Wissen“ kuratieren. Das ist schon noch ein Unterschied.

      Und wie soll sich guter Content durchsetzen, wenn er nicht mehr gefunden wird? Ulrike hatte oben das Beispiel mit der Bild und der FAZ. In der analogen Welt kann ich am Kiosk wählen, die Zeitungen sind dort halbwegs gleichberechtigt. Wenn mir im Netz aber nur noch die Inhalte der Bild angezeigt werden, dann wird es schon deutlich schwerer mit der Auswahl.
      Ich habe irgendwo mal einen wirklich guten Artikel über einen AfD-Selbstversuch gelesen. Da hat sich einer neu bei FB angemeldet und Freundschaften mit AfD-Wählen geschlossen. Nach ein paar Wochen hat er nur noch entsprechende Nachrichten in seinem FB-Stream gehabt. Mich wundert es deshalb nicht, dass die Leute jeden Scheißdreck glauben und dass der Wahrheitsgehalt an der Anzahl der Likes festgemacht wird, statt an Fakten.

      Wie schon in den anderen Kommentaren gesagt, mir geht es hier nicht hauptsächlich um meinen Blog. Ich mache mir wirklich Sorgen um die Auswirkungen auf die Gesellschaft.

      Viele Grüße
      Marc

      1. Christian

        Hallo Marc,

        genau, das meinte ich. Die Inhalte der beiden Blogs sind eben so attraktiv oder bringen so einen Mehrwert, dass eben gespendet wird bzw. Coachings gebucht werden.

        Günter Wallfraff wird genau aus dem gleichen Grund engagiert bzw. verkauft Bücher, weil er investigativ unterwegs ist und dass für Teil der Bevölkerung so interessant zu sein scheint, dass RTL oder wer auch immer ihn dafür bezahlt (kenn den leider nicht so gut … xD)

        Und genau sowas sollte man mit seinem Blog hinbekommen, um langfristig erfolgreich zu sein. Wie hoch die Hürde ist, das zu erreichen, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

        Ich glaube, generell lässt sich ewig über dieses spannende Thema diskutieren (Was ist guter Content, setzt sich guter Content langfristig durch, Meinungsblasen vs. Medienkompetenz). Deswegen finde ich es auch gut, dass du das mal so offen angestimmt hast auf deinem Blog und es kein „Jammerbeitrag“ war .. 😉

        Viele Grüße
        Christian

        1. Marc Autor des Beitrags

          Aber genau da liegt doch das Problem. Wenn Google die Inhalte von kwerfeldein direkt anzeigt (in diesem konkreten Fall passiert das noch nicht), dann kommt keiner mehr zum Spendenbutton und wenn Gunter Wegener den Blog mit anderen Aktivitäten querfinanzieren muss, dann erscheint eben nur alle paar Wochen ein Beitrag. Mir ist schon klar, dass der Blog in diesem Fall auch als Aushängeschild für die anderen Aktivitäten dient … das ist auch vollkommen legitim. In meinem Beitrag ging es aber um die Qualität von Beiträgen und je weniger Geld direkt mit Beiträgen verdient werden kann, desto weniger gute Beiträge wird es geben.

          Im Wallraff-Beispiel (ich kenne den auch nicht so gut) kommt in deinem Kommentar ja direkt das Wort „verkauft“ vor! Der kann das nur machen, weil er die Beiträge verkauft und nicht verschenkt, wie wir im Netz.

          Viele Grüße
          Marc

  6. Günter

    Tja Marc,
    das Netz ist kaputt und verseucht und monopolisiert.
    Ich nutze daher auch kein Facebook und Google und Amazon nur wenns sein muss.
    Die gesponsorten Anzeigen in den Suchergebnissen klicke ich gerne an, weils den Anbieter teuer zu stehen kommt. Ich kaufe grundsätzlich woanders.
    Der Versuch der Verlage mit ca. 20 Skripten im Hintegrund alles auszuspionieren und damit irgendwie Geld zu verdienen wird von mir kosequent abgeblockt. (NoScript)
    Auch Du solltest google-analytics und ajax.googleapis hier aus der Seite rausnehmen!!

    Ich selbst habe 5 Jahr lang versucht eine faire und feine Yachting-Community aufzubauen und zu betreiben. Leider ohne Erfolg, weil die Massen bei fb sind und bleiben.
    Also viel Arbeit gehabt, viel Geld investiert und keine Einnahmen gehabt.

    Kurzum, im Internet Geld zu verdienen ist nicht einfach, aber den Monopolisten und den anderen Auswüchsen sollte man konsequent die Stirn bieten!!

    Gruß Günter

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Günter,

      da sitzen wir quasi im selben Boot. Ich hatte eine große Kiteboarding-Community. Auch die wurde von FB gefressen. Daher auch mein nachhaltiger Groll gegen FB. Und jetzt sehe ich tatsächlich ein ähnliches Szenario bei meinen anderen Webseiten.
      Da ackert man und baut gute Inhalte, landet bei tollen Suchbegriffen auf Platz 1 und sieht dann, dass nur 10% der User tatsächlich auf die Seite durchklicken, weil der wichtigste Teil des Inhalts von Google direkt angezeigt wird.

      Vielleicht hast du recht und ich sollte mich von Google Analytics und Co. verabschieden. Muss ich mal drüber nachdenken.

      Viele Grüße
      Marc

  7. Michael

    In weiten Teilen sprichst du mir aus dem Herzen, Marc. Die zunehmender Kommerzialisierung und erzwungene Finanzierung der großen Konzerne nervt mich ebenso. Es fing mit FB an, setzte sich über Insagram fort und nimmt inzwischen auch vor dem „normalen“ Internet keinen Halt.
    Suchergebnisse mögen durch Maschinen Learning irgendwann immer besser werden – gegenwärtig gewinnt aber der mit der größten Brieftasche..
    Davon abgesehen frag ich mich, mit welchem Recht, Google & Co. sich herausnehmen Traffic zu kanalisieren und nach eigenem Gutdünken und eigenem Interesse zuzuteilen. Ätzend. Aber etwas, was sich wohl nicht ändern lässt.
    Unter dem Strich schreibe ich einfach in meinem Augen weiterhin guten Content. Komme da was wolle.
    Zeit in Social Media investiere ich fast gar nicht mehr. Am Ende entscheidet hier eh nur der Kommerz. Allein schon die Tatsache, dass mein Content nur einem Bruchteil meiner Follower überhaupt angezeigt wird, hat mich lange Zeit extrem geärgert.
    „Wie, du willst, dass dein Content allen deinen Fans angezegt wird. Gern, aber dann bezahle dafür!“ – habe ich satt und mache ich so auch nicht mit.
    Aber aufregen bringt nichts. Einfach weitermachen. Und zwar so, wie es mir Spaß macht. Ich blogge zum Großteil auch für mich selbst. Ich produziere Content, den ich selbst mag. Das wird sich auch auf Dauer durchsetzen – wenn es auch länger dauern wird, als ich vor 3 Jahren am Anfang meines Blogger-Lebens dachte. Egal. Mir macht Bloggen Spaß. Also tue ich genau das auch weiterhin!

    Lg Michael

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Michael,

      für dich als Individuum funktioniert das vielleicht, aber was passiert mit der Gesellschaft, wenn nur der mit dem dicken Geldbeutel gewinnt? Viele Menschen können die Werbung auf Google von den normalen Suchergebnissen gar nicht unterscheiden!
      Wo führt das hin, wenn der FB-Algorithmus darüber entscheidet was wahr und falsch ist? Oder auch dort der Geldbeutel … und auch dort ist das Problem, dass gesponserte Beiträge als solche quasi nicht erkenntlich sind.
      Wir „kleinen“ müssen aufpassen, dass wir wegen irgendwelche komischen Regeln nicht abgemahnt werden und die Großen können ungestraft die Leute verarschen und verdummen!

      Da kann nix Gutes bei rauskommen.

      Viele Grüße
      Marc

  8. Wolly

    ich bin da ganz auf Deiner Seite. Aber sind nicht wir es selbst die diese Entwicklung mit unserem Verhalten befeuern? Wie oft habe ich mich dabei ertappt schon wieder bei Google, Instagram, YouTube … zu suchen, nur zum Zeitvertreib oder auf der Suche nach interessantem. Es ist ne Hass-Liebe. Ich will nicht und kann doch nicht davon lassen. Alternativen gibt es, vielleicht, aber auch die nehmen früher oder später eine Entwicklung wie die „Großen“ der Brange oder verschwinden. Es lässt sich auf eine Formel bringen: den Einnahmen aus der Bereitstellung von Zeit und Wissen steht die „geiz ist geil“ Mentalität gegenüber. Jeder Zeit/Wissen-Bezahlung steht, zugegeben mit etwas Suchaufwand, eine Zeit/Wissen-Gratis Lösung im Netz zur Verfügung. Ich für mich versuche einen Mittelweg zu finden und werde doch nicht unabhängig von Google etc. Dabei habe ich die Entwicklung der Datenpreisgabe noch gar nicht zu Ende betrachtet.
    Die Erfindung des Internet’s war ein großer, guter Schritt. Vielleicht eliminiert sich nicht das Netz sondern die Auswüchse. In diesem Sinne warte ich auf Deine nächsten Blogs und Vlogs.

    1. Marc Autor des Beitrags

      „Sind wir nicht selbst an der Entwicklung schuld“ lässt sich leicht sagen. Natürlich sind wir das!
      Kein Mensch zwingt uns Google oder Facebook zu nutzen. Aber es hat sich so entwickelt und sie wurden quasi zum Standard und zum Tor der modernen Informationsgesellschaft. Ob uns das nun gefällt oder nicht. All das ist ja auch ok und ja, es muss irgendwie aussortiert werden, was ist relevant, was nicht. Ich will da überhaupt nicht den Google oder den Facebook-Algorithmus verteufeln.
      Aber das ganze sollte fair ablaufen, es kann doch nicht sein, dass wenn ich 2 indentische Texte einmal bei FB als Post schreibe und einmal auf meinem Blog und von FB aus dann zu diesem Beitrag linke, dass der bei FB geschriebene Text öfter angezeigt wird als der Link.
      Über den Text bei FB habe ich praktisch keine Möglichkeit zu monetaresieren, auf meinem eigenen Blog schon. Obendrein trete ich wahrscheinlich (ich bin mir da nicht so sicher) alle Rechte an FB ab!
      Es kann auch nicht sein, dass sich Google einzelne Content-Snippets von meinen Webseiten klaut und diese in den Suchergebnissen prominent anzeigt. Das ist dasselbe Spiel. Ich investiere Zeit und Geld, um diese Inhalte zu erstellen und die großen Internetkonzerne nutzen diese so, als wären es ihre eigenen.

  9. Seh-N-Sucht

    Mir sind „Hobbyinhalte“ mit Herzblut lieber und auch wen der Blogger dafür im Supermarkt Regale einräumen muss. Ich finde daran nichts verwerfliches – das wird den meisten Bloggern so gehen, dass sie auch arbeiten müssen um über die Runden zu kommen. Das Du dies anscheinend gewerblich machst und davon lebst finde ich auch nicht schlimm. Wenn das klappt – jou – nur zu.

    Ich verfolge die Blogs, die mich interessieren über Feedly oder den WordPress Reader, weil ich nur dem folgen möchte, was mich interessiert. Die Gruppen im FB sind ein wahrer Albtraum. Jeder postet Links und keiner interessiert sich für den anderen.

    Warum lese ich hier nicht mehr … die vielen Tests interessieren mich nicht wirklich. Ich habe eine Kamera – wenn ich mal eine neue suche ok – das ist aber – hoffentlich – noch lange hin 😉

    Irgendwie hat Facebook mir dein neues Lichtzelt zugespielt – daher bin ich auch hier. Lichtzelt wäre bei mir dann schon größer und die Lampe finde ich etwas „sparsam“ 😉 Nun denn – Du wirst einen Grund haben, warum Du dazu sogar ein Video machst.

    Deine Reiseberichte… manchmal denke ich Du – ihr – seid auf der Flucht. Der Bericht von Ostern zum Beispiel – ist mir zu eigentlich zu lang. Könnte man ja aufspalten. Dann würde man mehr zu den einzelnen Orten erfahren… Deine Berichte waren auch schon mal persönlicher – mit mehr Herz. Es ist hier so „kühl“ geworden.

    Die technischen Dinge verstehe ich oft gar nicht. APM??? Ich muss nicht alles wissen – Mut zur Lücke!!!

    Ich muss auch nicht Dinge detailliert beschrieben bekommen, die jeder Mensch morgens macht – wie zur Toilette zu gehen usw. – um 14 Minuten später abgeholt zu werden … Brüssel … ich bekomme Informationen zum Zähneputzen und der Temperatur des Sessels im Flieger – dafür steht am Bild dann „Weiß nicht was das ist, sind wir auf dem Weg zum Bus vorbeigekommen – gefolgt von wichtigen Kameradaten. Du bist an „Galeries Royales Saint-Hubert“ vorbei gekommen, eine Ladenpassage, die 1847 eröffnet wurde. Ich war da noch nie, aber es hat mich interessiert. Du warst dort – es hat Dich nicht interessiert … – es wäre ein leichtes gewesen heraus zu bekommen wo du warst … in deinem Mediakit schreibst du, dass du auf Mehrwert für den Leser achtest – Qualität und Authentizität seien Dir wichtiger als Quantität. Ich finde genau das hier nicht mehr wieder. So durchzieht es diese Seite … wenig Liebe zum Detail – Eile – Kommerz – in den fast 1,5 Jahren in denen ich jetzt blogge hat sich hier viel verändert.

    Es geht um Klicks und Tests, wie man am besten verlinkt. Sichtbarkeit und Zensur. Wenn es Dir persönlich am A…. vorbei ginge, dann müsstest Du Dich nicht so aufregen …. 😉 Die Qualität von Beiträgen hängt davon ab, wie viel man damit verdienen kann? Es scheint Dich zu wurmen, dass andere ihre Beiträge wohl verkaufen können und Du nicht …

    Eine Community wurde von FB gefressen …. und nun siehst Du das bei deinen anderen Webseiten … Du ackerst und machst und es nutzt nichts … – Du machst Dir Sorgen um die Auswirkungen auf die Gesellschaft? Ich lese da was anderes …

    Ich glaube Regale einräumen hat was …

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Birgit,

      vielen Dank für deinen langen und ehrlichen Kommentar, der mit tatsächlich zu denken gibt.
      Ich weiß nur nicht wie ich darauf Antworten soll, ohne dass es nach Rechtfertigung klingt … scheinbar komme ich hier falsch rüber. Ich meine das was ich hier schreibe tatsächlich so und ja, ich mache mir tatsächlich Sorgen wenn ein paar wenige Monopole die Hand auf der Verteilung von Wissen und Nachrichten haben. Und nein, das geht mir nicht am A… vorbei! Das sollte niemandem daran vorbei gehen, besser wäre es, wenn jeder ernsthaft darüber nachdenkt und wie von mir vorgeschlagen unabhängige Dienste wie RSS oder Email nutzt. Du machst das: Gut! Aber das ist leider eine Minderheit! Frag 10 Leute auf der Straße ob sie wissen was RSS ist, dann fragst du sie was Facebook ist und dann fragst du sie, ob sie dir sagen können wie sich bei Google bezahlte von „organischen“ Suchergebnissen unterscheiden.
      Die Antworten kannst du dir denken und die machen mir Sorgen!

      Dass du hier nicht mehr mitliest finde ich natürlich schade … aber die ganzen Tests? Von 37 Beiträgen dieses Jahr gab es 2 Kameratests! Klar könnte ich mehr machen, das bringt Besucher und lässt sich über Affiliate-Links leicht monetaresieren. Aber 1. interessieren mich gar nicht so viele Kameras und auch wenn du es nicht glaubst, ich will authentisch bleiben und 2. ist es anstrengend überhaupt Testmodelle zu bekommen, ich bin nämlich ein viel zu kleines Licht, als dass man mir die Dinger hinterherschmeißen würde … zurückgeben muss ich sie natürlich auch und Geld bekomme ich dafür auch keins. Das ich Geld für Beiträge bekomme kommt ganz ganz selten vor, dieses Jahr exakt NULL mal!
      Auch hier gilt für mich nämlich, dass ich authentisch bleiben will und wenn es nicht passt, dann passt es eben nicht und es passt total selten.
      Und nein, das wurmt mich überhaupt nicht! Ich schreibe Beiträge, weil ich Lust darauf habe und Spaß daran, über dieses Thema zu schreiben. Ich nutze kein SEO-Tool, monitore nicht die Einnahmen einzelner Beiträge und gucke mir nur ganz grob die Zugriffszahlen an. Mir geht es tatsächlich um den Spaß!
      Dass sich damit etwas Geld verdienen lässt und ich hier und da den Eintritt oder eine Übernachtung umsonst bekomme ist ein nettes Zubrot … alleine davon kann ich aber nicht leben.

      Bei unseren Reisen zahle ich nämlich auch den aller größten Teil selbst, meistens sogar komplett alles. Ich habe noch nie an einer komplett organisierten Pressereise teilgenommen, weil ich lieber individuell unterwegs bin. Da ich sowas noch nie gemacht habe, kann ich natürlich nicht vergleichen, aber ich denke, dass es für mich und auch meine Leser besser ist, wenn ich meine Zeit selbst einteilen kann und Dinge genauer unter die Lupe nehmen kann, die mich tatsächlich interessieren, statt im Akkord durch Sehenswürdigkeiten geschleust zu werden. (Auch wenn dieses „genauer unter die Lupe nehmen“ heißt, dass ich im Akkord durch eine Stadt hetze, weil ich morgens hingeflogen bin und abends zurückfliegen werden. Da geht es dann eben nicht darum die Stadt kennenzulernen, sondern um das Erlebnis an sich.)

      … und es klingt doch nach Rechtfertigung!

      Dabei mache ich mir viel mehr Sorgen darüber, dass du sagst, dass es hier „kühl“ und „unpersönlich“ geworden ist. Das will ich natürlich nicht und ich weiß auch nicht, was sich verändert haben soll. Meiner Meinung nach mache ich noch alles so wie früher … aber subjektiv lässt sich sowas immer schlecht beurteilen. Eigentlich dachte ich, dass es durch die vielen Videos noch persönlicher wird … aber so kann man sich täuschen.
      Meine Beiträge über unsere Reisen sollen in den seltensten Fällen Reiseführer sein, ich schreibe sie, weil es mir Spaß macht und weil es Freude bringt andere zu ermutigen auch etwas zu erleben. Ja, ich bin total heiß darauf den Menschen die Schönheit Deutschlands und unserer Nachbarstaaten zu zeigen und dass es absolut nicht schwer ist auch mit Kindern und mit wenig Geld viele tolle Dinge zu erleben.

      … aber ich merke schon, ich trete schon wieder in die Rechtfertigung-Falle …

      Wie auch immer, was ich hier schreibe meine ich tatsächlich so.

      Viele Grüße
      Marc

      1. Seh-N-Sucht

        Sorry – hatte entgegen dem, was ich angekreuzt habe KEINE Mail über weitere Kommentare erhalten. Selbst unten in den Feldern ist auch heute noch das Kreuz für „Benachrichtige mich über nachfolgende Kommentare via E-Mail.“ enthalten…

        Du brauchst Dich nicht zu rechtfertigen – ich hatte nur meinen Eindruck geschrieben – dafür muss ich mich ja auch nicht rechtfertigen 😉 Und ich bin auch nicht das Maß der Dinge.

        Heute bin ich über den neuen Post gekommen 🙂

  10. Marcel

    Tjaha, da schreibst du wahre Worte. Es sind übrigens nicht nur facebook, google, amazon, apple und co (GAFA) sondern auf der asiatischen Seite dann auch taobao, alibaba und co. Da hat Europa wenig gegenzuhalten, um noch mal die Machtverhältnisse zu verdeutlichen. Die Politik ist da ebenfalls eher machtlos – verrückt…
    Ich gehe den Weg von RSS über feedly. Ich lese das, was mich interessiert, vernünftige Artikel meistens auch über die schönen Dinge in der Welt. Denn – mit Verlaub – die klassischen Medien von FAZ zur tagesschau liefern auch keinen qualitativ wertvollen und journalistisch gut recherchierten Inhalt. Das ist auch nur noch Polemik, Hetze und Angstmache. Isolierte Betrachtung von Einzelproblemen. In keinster Weise mal schönen Nachrichten, von denen es genug gibt.
    Nun ist es aber leider so, dass die Menschen das gerne sehen und auch nur das glauben, was sie dort sehen – in den 15 Minuten Nachrichten oder ihrer eigenen facebook Blase mit den Inhalten, derer sie folgen. Beängstigend!

    1. Marc Autor des Beitrags

      Der Rückstand Europas ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Da bin ich auch gespannt, wie es hier in ein paar Jahren aussehen wird.
      In einer richtig globalisierten Welt wäre das nicht so wild … aber davon entfernen wir uns ja auch immer mehr und so sind wir Europäer einfach allem ausgeliefert was da so gemacht wird … außer es wird bei uns verboten 🙂
      Darin sind wir gut! 😀

      Und die Nachrichten … tja, die habe ich schon lange aufgegeben. So ist das Leben gleich viel schöner!

      Viele Grüße
      Marc

  11. Reinard Schmitz

    Grundsätzlich sind das richtige Beobachtungen und Gedankengänge. Der Facebook-Käfig ist eine ernste Gefahr. Weniger sehe ich das bei Google. Aber mal anders herum gefragt: Gäbe es beide nicht, wäre die Situation von Bloggern dann besser, wie würden sie sich ins Gesichtsfeld der potenziellen Leser schieben können? Das mit dem „kostenlos“ Werbung fürs Weblog zu bekommen ist ja zunächst nichts schlechtes. Facebook-Posts sind nun mal vordergründig kostenlos für die Benutzer. Und der Masse reicht das. Über die Qualität der Beitrags-Masse wollen wir nicht reden. Sie sind aber ein Spiegelbild. Da wird sich auch nichts zum Besseren ändern. Diese Null-€-Mentalität, angefangen von der Musik, muss weg. Bei Musik und Video klappt das ja wohl, der Nutzen scheint Geld locker zu machen. Aber ich kann auch nicht 10, 20 Tageszeitungen abonnieren, ein genereller Zahlungszwang würde uns zurück zur einzigen Tageszeitung am Frühstückstisch führen. Auch kein Weg, bleibt wohl nur Werbung… und Werbung im Internet, das sind nun mal Klicks, den Benutzer in die Irre führen, damit er möglichst viel klicken muss. Klar, nervt aber ist nachvollziehbar.

    Was Dir vorschwebt, das „liebe“ Internet, Open Source etc. funktioniert auch nur bedingt, wenn ich mit die Querelen bei Wikipedia, der Linuxgemeinde u.a. ansehe. Nicht in diesem kapitalistischen Gesellschaftssystem. Es wäre an den Jungen, das zu ändern. Ein erster Schritt wäre, anders zu wählen. Aber da landen wir dann auf einem anderen Feld.

    Übrigens: ich betreibe mein Blog seit 2003, ich weiß, welche Mühen und Kosten da drinstecken. Aber meins ist eben nur ein Freundschaftsdienst. Mit tagesaktuellen oder politischen Beiträgen habe ich irgendwann aufgehört. Meine täglichen Hinweise bei Facebook folgt eher jemand als einem Newsletter. Den haben die Leser eher abbestellt.

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