3 einfache Tipps für bessere Bilder

Dank einer ausgereiften Belichtungsautomatik und eines guten Autofokuses nimmt uns Fotografen die Kamera schon viel Arbeit ab – wenn wir das wollen.
Trotzdem gibt es einfache Regeln die dir helfen bessere und interessantere Bilder zu machen, auch wenn du im Automatikmodus fotografierst.

Die Tipps die ich dir hier gebe gelten natürlich nicht nur für das Fotografieren im Automatikmodus, sondern gelten immer, egal in welchem Modus sich deine Kamera gerade befindet.

Schief – achte auf den Horizont

Auslaufende Gewässer sind uncool

Es gibt nicht schlimmeres als einen auslaufenden See.
Gerade bei Landschaftsaufnahmen ist es super wichtig, dass die Aufnahme richtig ausgerichtet ist. Erst recht dann, wenn ein Gewässer nur teilweise auf dem Bild ist und über den Rand hinaus geht.
Aber auch alle anderen Arten von Fotos wirken harmonischer, wenn du darauf achtest, dass diese nicht schief sind.

Zur Not bei der Nachbearbeitung

Ich bin so ein Kandidat und ich schaffe es, dass meine Bilder manchmal trotz Wasserwaage in der Kamera schief sind.
Aber zum Glück kann man solche Fehler in Lightroom oder auch in jedem anderen Tool relativ einfach beheben.

Tipp für Lightroom-User:
In Lightroom bietet das Freistellunsgwerkzeug Taste r sogar eine Wasserwaage an. Damit musst du nur den Horizont markieren und das Bild wird daran dann ausgerichtet.

Das Bild am Horizont ausgerichtet und schon passt es

Scharf – dein Motiv sollte scharf sein

Verwackelt und schon ist das Bild unscharf

Unscharfe Bilder sind ein Graus!
Der durchschnittliche Hobbyfotograf hat primär mit zwei Arten von Unschärfe zu kämpfen:

  • Bewegungsunschärfe, diese entsteht wenn du das Bild verwackelt hast, oder wenn das Objekt für deine Verschlusszeit zu schnell war.
  • Fokus falsch – diese Unschärfe entsteht, wenn sich dein Autofokus für die falsche Ecke entschieden hast, du dem Autofokus das falsche Feld zugewiesen hast oder wenn du dich beim manuellen Fokussieren dusselig angestellt hast.

Was kann man gegen Unschärfe machen?

Wenn du aus der Hand fotografierst, dann benutze den Bildstabilisator. Voraussetzung ist natürlich, dass deine Kamera oder dein Objektiv einen Stabilisator besitzen.
Außerdem gilt (für unstabilisiertes Fotografieren die Regel), dass man den Kehrwert der Brennweite als maximale Belichtungszeit nehmen soll.
Wenn du bspw. mit 300mm Brennweite fotografierst, dann solltest du höchstens 1/300 sek belichten. Weniger ist natürlich besser.
Die 300mm beziehen sich hier auf das Kleinbildformat. Mit einem Crop-Sensor verringert sich die Belichtungszeit entsprechend dem Crop-Faktor.
Bei APS musst du die Brennweite mit 1.5 multiplizieren, bei Micro Four Thirds mit 2.

Beim Fokusieren musst du darauf achten, dass auf die richtige Stelle fokussiert wird.
Primär stelle ich meine Kammera genau deshlab immer wieder zurück in den Automatik-Modus. Ich bestimme meistens selbst die Autofokusfelder, welche die Kamera benutzen soll. Fotografiert man nach einer Weile dann das nächste Motiv sind in der Regel genau diese Felder noch eingestellt und die passen in dem Moment selten.
Schlussendlich bleibt uns hier aber nichts anderes übrige also einfach mehr aufzupassen.

Wenn du die Wahl der Autofokusfelder der Kamera überlässt, dann musst du mindestens kontrollieren ob das auch die richtigen Fokuspunkte sind. In der Regel zeigt dir deine Kamera an welche Autofokuspunkte benutzt werden, so dass du noch vor dem Auslösen siehst ob auch wirklich auf das von der gewünschte Objekt fokussiert wird.

Wenn du manuell fokussieren musst, dann bietet dir die Sony Alpha (gibt es aber sicher auch bei anderen Herstellern) das Fokus Peaking. Hierbei werden die Bereiche des Bildes die aktuell im Fokus sind farblich hervorgehoben.

Unschärfe nachträglich korrigieren

Es gibt ein paar Möglichkeiten um Unschärfe auch bei der Nachbearbeitung zu korrigieren.
Aber Details die auf einem Bild nicht sichtbar sind, weil sie Unscharf sind, kann keine Software der Welt wieder herstellen.

Eine relativ einfache Methode ist das Bild zu verkleinern. Oft ist Unschärfe nur in hohen Auflösungen zu sehen. Wenn du diese Auflösung dem Betrachter gar nicht anbietest, dann sieht er auch nicht, dass das Bild gar nicht richtig scharf ist.
Es gibt aber auch verschiedene Scharfzeichnungsfilter, Photoshop CC stellt sogar einen Filter bereit um Bewegungsunschärfe zu korrigieren.
Aber all diese Filter können nicht zaubern und werden dir deshalb nur begrenzt helfen ein unscharfes Bild im Nachhinein scharf zu kriegen.

Ist das Foto scharf sieht es gleich viel besser aus

Positionierung – setze dein Motiv nicht in die Bildmitte

Bilder wirken oft langweilig, wenn das Hauptmotiv direkt in der Mitte positioniert ist

Du hast sicher schon vom goldenen Schnitt oder der drittel Regel gehört. Das hat alles seinen Sinn, aber sooo wichtig ist das auch wieder nicht.
Wichtig ist aber, dass du dein Hauptmotiv aus der Mitte des Bildes nimmst.
Fotografierst du bspw. einen Gegenstand und setzt den in das rechte Bild-Drittel, lässt das dein Bild interessanter wirken.
Das Gleiche gilt auch für den Verlauf des Horizonts.
Verläuft dieser exakt in der Bildmitte, dann wirkt das Bild oft langweilig. (siehe hierzu die Beiden Bilder oben)
Ich habe schon Landschaftsaufnahmen gesehen in denen nur in den unteren 10% Landschaft ist, der Rest ist Himmel. Das wirkt! Solche Schnitte machen deine Bilder interessanter.

Das Gute an diesem Tipp:
Man kann ihn auch nachträglich, bei der Nachbearbeitung, anwenden. Bei meinen Mondbildern bspw. fotografiere ich den Mond immer so, dass er in der Mitte des Bildes ist.
Erst bei der Nachbearbeitung schiebe ich ihn aus der Bildmitte heraus.

Der Mond

Der Mond rechts oben positioniert. So wirkt das Bild viel interessanter.

Breche diese Regeln von Zeit zu Zeit

Diese Regeln sind natürlich nicht dazu da, dass sie strikt befolgt werden müssen.
Es gibt immer Situationen wo es besser ist eine oder mehrere dieser 3 Tipps nicht zu befolgen.

Im Großen und Ganzen werden deine Bilder aber besser und interessanter werden, wenn du dich daran hälst.

Na dann… gehe raus und habe Spaß!

Marc


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