Bildbearbeitung: Was du aus 10 Jahre alten Digitalfotos noch herausholen kannst – Tipps und Beispiele

Ohne den 16.03.2005 würde es diesen Blog nicht geben. Damals vor über 11 Jahren wurde nämlich meine erste eigene Digitalkamera geliefert. Eine Canon Ixus 40.

Die Kamera hatte sage und schreibe 4 Megapixel und als Speicherkarte lag eine 16 MB SD-Karte bei (kein Tippfehler!).
Vorher war meine Frau (damals Freundin) für die Fotos zuständig. Sie hatte eine analoge Canon ELPH mit APS-Film. Cooles Teil, aber da es analog war, hat man halt doch sparsamer fotografiert als heutzutage.
Ich hatte mit meinem Bruder zusammen schon eine Digitalkamera von Olympus. Welche genau, habe ich leider vergessen. Die Kamera war jedoch die meiste Zeit bei meinem Bruder, so dass ich wirklich erst mit der Ixus richtig mit dem Fotografieren angefangen habe.

Unglaublich, aber ich habe sogar ein Foto meiner Ixus 40 gefunden! 🙂

Erfahrung hatte ich also noch keine, ich wusste nicht was die Brennweite ist, nicht wozu die Blende da ist und nachbearbeitet habe ich die Fotos auch kaum.

Jeder fängt eben irgendwann an.

Als ich letztens über die Bilder der alten Ixus gestolpert bin, habe ich mich natürlich gefragt, ob ich die Fotos mit meinen neuen Kenntnissen in der Bildbearbeitung nicht etwas aufhübschen könnte.

Ich kann! Und wenn ich das kann, kannst du das auch!

Video: Alte Fotos pimpen

Im Video siehst du, wie ich ein Foto vom Schloss Lichtenstein bearbeite. Ich benutze dafür Adobe Lightroom und On1 PhotoRaw.

Das Foto wurde am 13.08.2006 mit der Ixus 40 aufgenommen, wie du siehst bei bestem deutschen Sommerwetter. 🙂
EXIF: ISO 50 – 5.8 mm – f/2.8 – 1/250 Sek.

Hier die Bilder im Vergleich:

Weitere Beispiele: Aus alt mach neu!

Um den Blitz zu fotografieren, habe ich die Kamera auf den Serienbildmodus gestellt und irre viel Ausschuss produziert.
Irgendwann war er aber im Kasten. Aufgenommen wurde das Foto am 06.07.2006.
Jetzt bei der Nachbearbeitung habe ich hauptsächlich die Kontraste erhöht und mit Dfine 2 der NIK Collection entrauscht.
EXIF: ISO 50 – 5.8 mm . f/2.8 – 1/5 Sek.

Original aus der Kamera:
Nachbearbeitet:
Makros und Insekten fand ich schon am 24.04.2005 spannend und das Bild ist so, wie es damals aus der Kamera kam auch nicht schlecht. Bei der nachbearbeiteten Version ging es hauptsächlich darum, noch etwas mehr Schärfe herauszuholen.
EXIF: ISO 50 – 5.8 mm – f/2.8 – 1/320 Sek.

Original aus der Kamera:

Nachbearbeitet:

Auch Langzeitbelichtungen faszinierten mich von Anfang an. Das Bild schoss ich am 30.04.2005, es zeigt den Berliner S-Bahn-Ring, im Hintergrund ist der S-Bahnhof Greifswalder Straße.
Bei der Nachbearbeitung änderte ich den Weißabgleich, schnitt etwas den Himmel ab und sorgte für mehr Schärfe.

EXIF: ISO 50 – 6 mm – f/2.8 – 10 Sek.

Original aus der Kamera:
Nachbearbeitet:
Natürlich kam hin und wieder auch die Liebste aufs Bild, wie hier nach dem Baden im Summter See. Da gehen wir übrigens immer noch oft hin.
Aufgenommen habe ich das Foto am 26.07.2006, das war scheinbar mal ein richtiger Sommertag. 🙂
Bei der Nachbearbeitung habe ich das Bild sonniger gemacht, heller, Orange und Kontraste verstärkt.
Außerdem habe ich den ausgefressenen Himmel ausgetauscht.
Im Original siehst du, dass über dem ganzen Bild ein grauer Schleier liegt, das führte dazu, dass die Zähne und das Weiß in den Augen beim Aufhellen rot wurden. Das korrigierte ich, indem ich an diesen Stellen die Belichtung erhöhte und die Sättigung verringerte.
Außerdem entrauschte ich die glatten Stellen der Haut, weil das Aufhellen Bildrauschen sichtbar gemacht hat.

EXIF: ISO 50 – 6 mm – f/2.8 – 1/640 Sek.

Original aus der Kamera:

Nachbearbeitet:

Ich weiß gar nicht, ob am 30.04.2005 Katzenbilder schon in waren. Ich habe auf jeden Fall schon welche geschossen.
Wie auch bei der Hornisse oben, musste ich hier gar nicht viel machen. Etwas Schärfen und ein kleines Bisschen die Farben verstärken reichte vollkommen aus.

EXIF: ISO 50 – 17 mm – f/10 – 1/60 Sek.

Original aus der Kamera:

Nachbearbeitet:

Das nächste Bild zeigt Berlin am 20.03.2005. Im Hintergrund, vor dem Dom, steht sogar der Palast der Republik noch.
Auch hier tauschte ich den überstrahlten Himmel aus und machte das Bild sonniger. Links wurde es dunkler, rechts etwas heller.

EXIF: ISO 50 – 6 mm – f/2.8 – 1/ 320 Sek.

Original aus der Kamera:

Nachbearbeitet:

Fazit

Du siehst, es lohnt sich durchaus, alte Fotos nochmal durch die Bildverarbeitung zu jagen, man kann wirklich noch viel machen.
Ich habe hier bewusst nur Fotos der IXUS 40 genommen, weil die Bilder im Vergleich zu heute wirklich mies waren.
Danach kaufte ich mir eine IXUS 800 IS, die legte schon deutlich eine Schippe oben drauf und dann kam schon meinen Canon G10, die war und ist richtig gut. Ja, ganz selten kommt die G10 bei mir noch zum Einsatz!

Übrigens, die Sache mit der Nachbearbeitung gilt natürlich auch für miese Aufnahmen mit dem Smartphone!

Was war deine erste Digitalkamera und hast du schon versucht die alten Bilder zu bearbeiten?

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2 Kommentare zu “Bildbearbeitung: Was du aus 10 Jahre alten Digitalfotos noch herausholen kannst – Tipps und Beispiele

  1. Bee

    Meine erste Digitalkamera liegt sehr lange zurück. Ich glaube das war 2003. Ich nutze die Bilder heute noch und bearbeite sie, manche sind ganz gut. Andere wegen low light situation echt schlecht. Ich benutze fürs Nachbearbeiten Lightroom. Sehe hier gerade dieses Tool On1 Effects, kann das was?

    Liebe Grüße, Bee

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Bee,

      mit On1 ist es wie mit vielen anderen Dingen auch. Man muss sich halt erst damit beschäftigen. Ich will es nicht mehr missen, aber Pflicht ist es definitiv nicht 🙂
      Lightroom allein kann auch schon sehr viel!

      Viele Grüße
      Marc

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