Sigma MAKRO 105mm F2,8 EX DG OS HSM in der Praxis – Test & meine Meinung

Für gute Makroaufnahmen brauchst du kein Makroobjektiv. Trotzdem, ein gutes Makroobjektiv macht dein Leben leichter und der Spaß steigt!
Ich schnappte mir das 105mm Makro  von SIGMA und ging auf die Jagd!
Ich bin begeistert.

Wenn du meine Serie über die Makrofotografie verfolgst, weißt du, dass ich erst vor Kurzem in das Thema Makro eingestiegen bin.
Das 105mm ist das erste Makroobjektiv, welches ich länger in der Hand halten konnten. Ich kann dir deshalb keine Vergleiche zu anderen Makroobjektiven bieten.
Außerdem findest du hier keine detaillierten Labortests zur Auflösung und Schärfe. Mir geht es darum, wie sich das Objektiv in der Praxis schlägt.

Mit meinem Beitrag will ich dich in deiner Kaufentscheidung unterstützen, vielleicht stehst du ja am gleichen Punkt wie ich und bist noch etwas unsicher.

Infos auf sigma-foto.de | das Objektiv bei Amazon.de*

Der 1. Eindruck

Wow!
Mein erster Eindruck wurde schon bei der Übergabe des Paketes geprägt. Riesig! Das Paket – nicht das Objektiv 🙂

Dieser Eindruck festigte sich beim Auspacken. Der Lieferumfang ist vom Feinsten! Du bekommst:

  • einen riesigen Köcher zur Aufbewahrung und zum Transport
  • einen Trageriemen
  • 2 Streulichtblenden (Vollformat und APS-C)
  • eine brauchbare Anleitung
  • das Objektiv inkl. vernünftiger Verschlusskappen.

So muss das sein.

Das Objektiv selbst hat den guten Eindruck nicht geschmälert:

  • schwer (725g)
  • solide verarbeitet
  • durchdacht (dazu später mehr)

Die Bilder

Musst du ein neues Objektiv oder eine neue Kamera auch sofort testen? Ich werde ganz hibellige, so lange nicht die ersten Bilder im Kasten sind.

Direkt nach dem Auspacken rastete das Objektiv mit einem Klick in mein Sony A-Bajonett ein. Sitzt, passt, wackelt nicht und hat keine Luft.

Dann ging es raus in den Garten – die Jagd nach Makromotiven ging los.

Das alles kann das Sigma MAKRO 105mm F2,8

EX: EX steht in diesem Fall für professionelle Festbrennweite.

DG: DG-Objektive kannst du an Vollformat-Kameras nutzen.

OS: Optischer Stabilisator

HSM: Ultraschallmotor (Hyper Sonic Motor) – bei HSM-Objektiven kommt ein Motor zum Einsatz, der durch Ultraschallwellen angetrieben wird.

APO: Bei APO-Objektiven wird durch die gezielte Kombination verschiedener Linsen die chromatische Aberration auf ein Minimum begrenzt.

IF: IF steht für Innenfokussierung.
Zwecks Scharfstellung werden nur eine oder mehrere Linsengruppen im Inneren des Objektivs bewegt. Der Vorteil, die Länge des Objektivs ändert sich beim Fokussieren nicht und die Frontlinse dreht sich nicht.

CONV: An CONV-Objektiven kannst du den 1,4* – oder 2-fach APO EX DG Telekonverter* verwenden.

Schalter und Knöpfe

Direkt am Objektiv findest du 3 Schalter

Bereichsbegrenzer
Ganz oben ist der Bereichsbegrenzer, damit greifst du dem Autofokus unter die Arme. Hier kannst du einstellen, ob du im Makromodus (geringer Abstand zum Objekt) oder in der Ferne fotografieren willst.

Fokussiermethode (AF/MF)
Mit diesem Schalter bestimmst du, ob du manuell fokussieren willst oder ob der Autofokus arbeiten soll.

Beides funktioniert tadellos. Bei Makros fokussiere ich aber lieber manuell.

Bildstabilisator
Mit dem Schalter OS aktivierst du den Bildstatilisator des Objektivs. Es gibt 2 Stufen.
1. Horizontale und vertikale Bewegungen werden stabilisiert.
2. Vertikale Bewegungen werden stabilisiert.

Meine Sony Alpha 65 hat zwar einen stabilisierten Sensor, ich finde den Bildstabilisator im Objektiv jedoch besser und nutze während meines Test auch nur diesen.

Der Grund ist schnell erklärt. Makros fotografiere ich fast nur mit Stativ (= Stabi aus). Will ich ihn doch aktivieren, muss ich nur am Objektiv umschalten und nicht erst umständlich in die Tiefen des Kameramenüs abtauchen.

Meine Intuition täuschte mich nicht. Ein kleiner Test mit Filmaufnahmen zeigt, dass der Bildstabilisator des Objektivs Verwackler besser kompensiert. Ob sich diese Erkenntnis auf Fotos übertragen lässt, ist natürlich eine andere Frage.

Das Bild anklicken, das Video öffnet sich dann direkt bei YouTube!

Die Streulichtblende

Lobenswert ist, dass Sigma eine Streulichtblende für Vollformatkameras und einen Adapter für APS-C Kameras beilegt. Da ich mit einem APS-C Sensor arbeite, wird das Objektiv bei mir zu einem wahren Monster.
Adapter + Streulichtblende verlängern das Objektiv um mehr als 10cm!

Kleines Detail am Rande: Der Objektivdeckel lässt sich auch auf den APS-C Adapter aufsetzen!
Solche Details zeigen, dass man bei Sigma mitdenkt!

Fotografieren mit dem Sigma MAKRO 105mm F2,8 EX DG OS HSM

Makros

Du würdest diesen Beitrag nicht lesen, wenn du keine Makros machen wolltest. Richtig?

Kurz und bündig:
Mit dem Sigma Makros zu fotografieren, macht richtig Spaß und das Ergebnis ist genial.

An meiner APS-C Kamera schaffe ich knapp ein Abbildungsmaßstab von 1:1 bei einem Abstand zum Objekt von ca. 14cm.
Mit Zwischenringen geht noch etwas mehr.

Die Offenblende von f/2.8 ist für Makros kaum zu gebrauchen, die Schärfentiefe ist einfach zu gering. Dafür liefert das Objektiv hier schon gestochen scharfe Bilder. Die Blende lässt sich bis f/22 schließen. Ab f/18 tritt bei mir aber sichtbare Beugungsunschärfe auf.

Bei Makros bewege ich mich meist zwischen f/8 und f/13. Das ist für mich der optimale Kompromiss aus Lichtstärke und schärfe.

Unterm Strich kommt es aber darauf an, was du machen willst.

Teleobjektiv

Eigentlich ist das Sigma 105mm Makro ein normales Teleobjektiv. Die Makrofunktion ist nur Bonus. 105mm als Tele sind durchaus brauchbar. An APS-C erhältst du sogar etwas mehr als 150mm!

Mit einer Anfangsblende von f/2.8 eignet es sich zudem gut für Sport- und Tierfotografie, wo es auf kurze Belichtungen ankommt. (Sofern dir die Brennweite reicht).

Portraits

An einem APS-C Sensor ist das Sigma zu lang für Porträts. Außer du willst unbemerkt jemanden ablichten 🙂

Die Bildqualität

Ich ziehe meinen virtuellen Hut! Fotografieren macht mir immer Spaß, mit dem Objektiv von Sigma macht es aber tatsächlich noch ein bisschen mehr Spaß!

Chromatische Aberrationen sind verstärkt ein Problem von Weitwinkelobjektiven. Erwartungsgemäß treten sie bei dieser Brennweite fast gar nicht auf.
Bei offener Blende gibt es zwar eine Farbverschiebung in den unscharfen Bereichen, diese verschwindet aber mehr und mehr, je weiter du die Blende schließt.
Sehen tust du das aber eh nur bei einem 1:1 Ausschnitt deines Bildes.

Wie oben schon erwähnt, finde ich die Schärfe über einen weiten Bereich sehr gut. Gegen Beugungsunschärfe kann auch Sigma nichts machen, das ist Physik. Die Schärfe bei offener Blende hat man dafür umso besser hinbekommen.

Überzeuge dich aber selbst. In diesem Bild findest du 1:1 Ausschnitte jeder 2. Blendenstufe. (Klicke hier für die volle Auflösung!)

Preis/Leistung

Das Sigma 105mm Makro kostet bei Amazon.de* mit Sony Anschluss aktuell 369,99 Euro. Das geht in Ordnung!
Die Preise für Nikon und Canon liegen in einer ähnlichen Region.

Sicherlich ist das Objektiv keine eierlegende Wollmilchsau, aber das ist eine Festbrennweite nie!
Es ist ein Makroobjektiv. Dafür wurde es gebaut und in diesem Bereich liefert es absolut überzeugende Ergebnisse.

Das Sigma 105mm Makro bei Amazon.de*

Das Sigma 105mm Makro und die Konkurenz

Sigma ist nicht alleine mit seinem Objektiv. Sony und Tamron haben auch ihre Eisen im Feuern.

Die im Folgenden aufgeführten Objektive kenne ich (noch) nicht. Der Vollständigkeit halber, wollte ich sie aber nicht unerwähnt lassen:

Sony SAL-100M28 2,8
Also Sony-Fotograf geht mein Blick immer zuerst in das eigene Regal.
100mm Brennweite, f/2.8 und vollformattauglich.
Mit einem Straßenpreis von derzeit 819,00€ würde ich aber jedem zum Sigma raten. Einziger Vorteil des Sony-Objektivs ist das geringere Gewicht: 505g vs. 725g

Das Sony SAL-100M28 bei Amazon.de*

Tamron SP 90mm F/2.8 Di USD
Auch das Tamron-Objektiv hat vergleichbare Daten, obwohl 90mm natürlich deutlich kürzer sind als 105. Bei Insekten zählt oft jeder Millimeter (Fluchtdistanz).
Leichter als das Sigma ist es aber auch: 550g.
Straßenpreis: 370,90€

Tamron SP 90mm F/2.8 Di USD bei Amazon.de*

Achtung!
Beide Objektive haben keinen eingebauten Bildstabilisator. Tamron liefert das Objektiv mit anderen Anschlüssen zwar mit Stabi aus, für Sony jedoch ohne.

Mein Fazit

Ich bin begeistert. Sowohl von der Makrofotografie als auch vom Sigma 105mm.

Das Gewicht des Objektivs stört mich überhaupt nicht. Meist arbeite ich eh mit Stativ, da fällt es sowieso nicht auf, aber auch Freihand, micht stört es nicht.
Ganz im Gegenteil, schraube ich jetzt ein anderes Objektiv auf meine Kamera, fühlt es sich billig an, weil es leichter ist 🙂

In letzter Zeit habe ich einiges probiert, um Makros zu fotografieren. Zwischenringe, Retroadapter und Makrolinsen. Die besten Ergebnisse mit geringstem Aufwand habe ich aber mit dem Makroobjektiv erzielt.

Kombinierst du das Objektiv mit Zwischenringen, landest du in einer ganz anderen Welt.

Ich wiederhole mich: Ich bin begeistert!

Hier geht es zum Sigma 105mm Makro bei Amazon.de*

Hast du auch ein Makroobjektiv? Welches?

Stand der Preise: 07.09.2018

Sigma stellte mir das Objektiv für den Test kostenlos zur Verfügung.


Konnte ich dir helfen und du willst mich unterstützen? Dann spendiere mir doch einfach einen Kaffee! Vielen Dank!

Bist du zum ersten Mal auf meinem Blog? Hier erkläre ich dir, worum es bei Reisezoom.com geht.
Gefallen dir meine Fotos? Hier stelle ich dir meine aktuelle Fotoausrüstung vor.

Abonniere meinen Newsletter und meinen RSS-Feed, damit du auf dem Laufenden bleibst.

11 Kommentare zu “Sigma MAKRO 105mm F2,8 EX DG OS HSM in der Praxis – Test & meine Meinung

  1. Jürgen

    Hi Marc,

    schöne Bilder – das „Portrait“ der Fliege gefällt mir sehr 🙂

    Weiter viel Spass mit dem neuen „Spielzeug“ und lass ab und zu ein paar Ergebnisse davon sehen!
    Jürgen

  2. Frank Zirnstein

    Hallo Marc,

    ich habe das Tamron SP90mm DI USD und bin sehr zufrieden damit. Von der Abbildungsleistung und der Schärfe her gibt es absolut nichts zu meckern und was ich ganz toll finde ist das Bokeh, das sieht unheimlich gut aus.
    Warum nicht das Sigma 105mm?
    Naja, das hatte ich auch auf dem Schirm da es einen sehr guten Ruf hat. Als ich aber die Gebrauchtbörsen durchstöbert habe, bot einer das Tamron an. 150€ zum Neupreis gespart und das Ding war absolut neuwertig. Da musste ich zuschlagen. Ich habe es nicht bereut. 🙂
    Die beiden Objektive scheinen sich eh nicht viel zu nehmen. Wenn man Tests liest, schneidet hier mal das Sigma besser ab, da mal das Tamron. Auch die Rezensionen auf Amazon bestätigen das und lassen kaum ein klares Urteil zu welches nun besser ist.

    Viele Grüße
    Frank

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hi Frank,

      ja, ich habe auch schon viel gelesen und sehe es auch so. Vermutlich geben sich die beiden Objektive nicht viel und ob das jetzt nun 15mm mehr oder weniger sind, ist wahrscheinlich auch egal.

      Viele Grüße
      Marc

  3. Lutz

    Hallo Marc,
    großartiger Test, vielen Dank dafür. Ich habe mir das Sigma 105/Macro zu gelegt. Zuerst wollte ich mir das Tamron 90mm zulegen, habe es bei uns hier aber nicht bekommen, da habe ich das Sigma gesehen. Es war das letzte, das Austellungsstück und man glaubt es kaum der Händler vom Elektronik-Riesen hat sich sogar runterhandeln lassen. Ergo habe ich also das Sigma genommen. Aber getestet hätte ich das Tamron trotzdem gern.
    Ich fotografiere meistens im AF-C-Modus, ich denke da bekomme ich eine bessere Qualität hin. Das Sigma reagiert im AF-C-Modus aber äußerst nervös, jede noch so kleinste Bewegung verändert den Fokus. Das ist bei meinen Nikkor’en nicht so extrem. Bei meinen ersten Bildern am Wochenende habe ich mein Stativ wirklich vermisst. Ich habe oft, wenn man in die Bilder reinzoomt, minimale Bewegungsunschärfe drin. Was mir noch aufgefallen ist, bei meinen Nikkor’en kann ich auch im AFC-Modus in den Autofokus eingreifen. Beim Sigma geht das nicht, das regelt bei der kleinsten Bewegung den AF sofort wieder nach, das funktioniert hier nur im AF-S-Modus. Ich bin da nicht so bewandert, vieleicht ist das ja normal. Hinzu kommt ja die Sache mit dem Gewicht. Ich bin zwar nicht zimperlich, die Nikon ist ja selber nicht gerade leicht, dann das Sigma noch dazu…., na auf jeden Fall ist das gewöhnungsbedüftig.
    Was die Serienstreung bei Sigma anbetrifft, man liest ja immer wieder davon, habe ich vielleicht Glück gehabt. Ich habe die AF-Feineinstellung jetzt lediglich auf -5 eingestellt.
    Die Seite ist auf jeden Fall sehr interessant, ich denke ich werde des öfteren vorbei schauen.

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Lutz,

      ich bin eher der AF-S-Mensch, weil ich bei AF-C schon oft die Erfahrung gemacht hast, die du jetzt mit dem Sigma machst. Bei Markos würde ich aber eh manuell nachjustieren. Am besten nimmst du dafür einen Makroschlitten, damit geht es viel einfacher als mit dem Ring am Objektiv.

      Danke und viele Grüße
      Marc

  4. Denise Wolter

    Also dieser Beitrag war ja mal richtig toll! Ich bin allerdings vergeblich auf der Suche nach dem objektiv für Sony, es scheint das nicht mehr bei Amazon zu geben?! Nur für Nikon und canon😭 und ich bin so überfordert, ich will mir ein makroobjektiv kaufen und allein von dem tamron 90mm gibt es wohl drei ausführungen,und dieses hat mich auch sehr überzeugt, aber ich hab das gefühl für Sony Kameras ist es so schwierig jedes objektiv zu bekommen

      1. Lutz

        Ja habe ich auch gelesen. Aber im Bereich FE, also Vollformat soll Sigma nachziehen. Da gibt es ja bei Sigma eigentlich nur APS-C Objektive, so viel ich weiß. Die Preise bei den „guten“ Sony FE oder Zeiss Gläsern sind da ja recht ordentlich. Da wäre ein wenig mehr Konkurrenz gar nicht so schlecht.
        Ich bin vor einer Weile zur A7ii gewechselt und habe auch das 105 Makro verkauft. Weil es an der Nikon sehr gut war, aber an der Sony adaptiert nicht so gut war. Habe mir dann das Samyang 100mm gekauft. Das händelt sich ein wenig besser als das Sigma. Aber es ist aber auch weicher und nicht ganz so scharf wie das Sigma. Aber unterwegs mit dem Stabi der A7ii ist das Samyang besser. Da geht vieles auch ohne Stativ.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Danke für deinen Kommentar! Klickst du auf den "Kommentar abschicken"-Button, erlaubst du mir, die von dir eingegeben Daten mit dem aktuellen Datum + Uhrzeit zu speichern. Deine IP-Adresse wird nicht gespeichert. Weitere Infos findest du in meiner Datenschutzerklärung.