Ich bin Marc, begeisterter Papa, Blogger, Foto- und Reisefuzzi.

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In diesem Artikel geht es nur indirekt um Reisen und überhaupt nicht um die Fotografie. Es geht um den Klimaschutz, das heiße Thema derzeit. Ich bin jedoch der Meinung, dass wir das Thema komplett falsch und kurzsichtig angehen. Warum, erfährst du in diesem Beitrag.

    Die geschätzte Lesezeit liegt bei ca. vier Minuten. Zum Kommentieren solltest du drei Minuten einplanen und zum Teilen mit deinen Freunden eine weitere Minute.

    Klimaschutz: Wir machen es falsch – ich sag dir warum.

    Nachhaltiges Reisen, nachhaltiges Leben – Nachhaltigkeit hier, Nachhaltigkeit da. Ich kann es nicht mehr hören!
    Muss plötzlich jeder auf diesen kurzsichtigen Mist aufspringen? Sorry, wenn ich jetzt dem einen oder anderen auf die Füße trete. Ich lese eure Blogs wirklich gern, aber wenn ich den x-ten Blogpost sehe, wo sich jemand auf die Schulter klopft, weil er dieses Jahr mit dem Auto auf Reisen geht, statt in den Großraumjet zu steigen, frage ich mich echt, was das soll!?

    Nicht falsch verstehen, Klimaschutz und Umweltschutz sind wichtig. Ich habe drei Kinder und wünsche mir, dass unsere Erde auch noch für sie so schön und bewohnbar ist, wie sie es für mich ist. Aber das funktioniert leider nicht, wenn wir uns gegenseitig auf die Schulter klopfen, wie nachhaltig wir gerade sind.

    Das bringt nämlich nichts. Gar nichts!
    Nur weil du dieses Jahr nicht in den Flieger steigst, rettest du das Klima nicht. Und komme mir jetzt bloß nicht damit, dass das eben jeder machen müsste.

    Es macht nicht jeder. Punkt!
    Ja, selbst wenn alle Deutschen oder alle Europäer dazu gezwungen werden, nicht mehr zu fliegen. Auch das bringt nichts!
    Oder denkst du etwa, dass all die Menschen aus den Schwellenländern, die sich das Reisen plötzlich leisten können, es nicht machen werden?

    Ich denke nicht. Klar werden sie das tun!

    Außerdem ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn wir auf Flugreisen verzichten. Autofahren ist auch nicht klimafreundlich, auch ein Elektroauto nicht. Ersten ist die Herstellung der Batterie sehr energieaufwändig und zweitens muss das Auto auch betankt werden. Rechnet man das mit unserem aktuellen Strommix durch, schneiden moderne Diesel bei 150 tkm Laufleistung in Sachen CO2 auch nicht schlechter ab.
    Spannend wird es erst, wenn das Auto komplett mit Ökostrom hergestellt und betankt wird. Und genau hier kommen wir langsam zum interessanten Punkt in Sachen Klimaschutz.

    Ein Elektroauto ist also nur sinnvoll, wenn es mit Ökostrom hergestellt und betrieben wird. Eigentlich logisch, oder?
    Aber wie lange wird es wohl dauern, bis alle Fahrzeuge der Welt so hergestellt und betrieben werden?
    Ewig!

    Und die Mobilität ist ja nur ein Punkt. Was ist mit Heizungen? Klimaanlagen? Industriebetrieben? Schiffe, Züge usw.
    All das braucht Energie und wird es für immer und ewig brauchen!

    Klimaschutz: So funktioniert es!

    Eigentlich ist es total einfach. Statt unsere Häuser mit Sondermüll zu dämmen, statt auf Flugreisen zu verzichten und statt die ganze Welt auf Elektroautos umzustellen, sollten wir besser an den Kraftstoffen arbeiten.

    Sind unsere Kraftstoffe nachhaltig, können wir heizen und fliegen und fahren und … so lange und viel wir wollen. Wir müssten nicht mehr dämmen und müssten auch keine neuen Autos herstellen. Allein das wäre schon eine enorme Energieeinsparung … die aber gar nicht mehr so wichtig wäre.

    Wie wäre es also, wenn Flugzeuge mit Biokerosin fliegen würden? Wie wäre es, wenn wir mit Bioheizöl oder Biogas heizen würden? Wie wäre es, wenn wir an der Tankstelle statt fossile einfach nachhaltige Kraftstoffe tanken könnten?

    Wäre das nicht genial? Könnten dann die Menschen aus den Schwellenländern nicht auch plötzlich reisen, könnten wir ohne Verzicht nicht weiterleben? Für mich klingt das viel viel besser als alles, was ich im Freundes- und Bekanntenkreis und in der Bloggerszene gerade über Nachhaltigkeit lese und höre.

    Denn das wäre tatsächlich nachhaltig. Damit würde nicht nur ein bisschen weniger fossiles CO2 in die Luft gepustet werden, sondern gar keines mehr.

    Und jetzt kommt das beste überhaupt!
    All das ist viel leichter zu erreichen, als die ganze Menschheit umzuerziehen. Viele Technologien gibt es schon (eigentlich alle) es muss nur politisch gewollt werden!

    Schon 2011 unternahm die Lufthansa einen Testflug mit Biokerosin. Funktioniert, ist nur zu teuer. Aha! Ich würde sagen fossile Kraftstoffe sind in diesem Fall zu billig!

    Oder was ist aus Desertec geworden? Ist doch eine super Idee Strom oder Wasserstoff oder oder oder … in der Wüste zu erzeugen. Aber auch das ist politisch nicht gewollt. Jaha, da liest man dann, dass man den Strom nicht von instabilen Staaten beziehen will. Gleichzeitig baut man aber Pipelines zu lupenreinen Demokraten, um fossiles Erdgas zu verbrennen. Klingelt’s?

    Oder schon mal in Brasilien gewesen? Dort ist es ganz normal, dass man an der Zapfsäule Kraftstoff mit 85% Bioethanol bekommt. Und das nicht erst seit gestern.

    Natürlich stecken viele dieser Entwicklungen noch in den Kinderschuhen oder lassen sich nicht so einfach skalieren, um die ganze Menschheit zu versorgen. Unmöglich ist das aber nicht.
    Nein, tatsächlich ist es viel leichter zu erreichen, als die ganze Menschheit zum Verzicht zu zwingen.

    Also lasst uns gemeinsam ein Bewusstsein dafür schaffen, dass sich der politische Wind dreht, um endlich auf wirklich nachhaltige Energie umzuschwenken. Auf etwas dauerhaftes! Auf etwas, das wirklich funktioniert! Auch mit Wachstum, nicht mit Verzicht!


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    22 Kommentare zu “Klimaschutz: Wir machen es falsch – ich sag dir warum.

    1. Stefan Pütz

      Hallo,

      als Fotobegeisterter bin ich auch auf diesen Beitrag aufmerksam geworden. Das spricht mir aus der Seele. Mir geht geht das aktuelle Nachhaltigkeitsthema auch ziemlich auf die Nerven. Dein Ansatz packt das Problem an der Wurzel an. Ich hoffe wir bewegen uns bald in diese Richtung.

      Viele Grüße aus dem sonnigen Wiesbaden

      Stefan

    2. Nina

      Danke Marc, du sprichst mir aus der Seele. Ich finde diese ganze Diskussion und sich selbst gefeiere, weil man dieses Jahr mit dem Zug durch halb Europa gefahren ist, auch unfassbar nervig. Natürlich müssen wir unsere Umwelt schützen, aber den Flugverkehr einstellen wird dies nicht bringen. Der ist nur für 2% des weltweiten CO2 Ausstosses verantwortlich… Ich verlinke hier mal einen echt guten Artikel dazu: https://www.zeit.de/zeit-wissen/2019/03/flugreisen-klimaschutz-gewissen-co2-emissionen-treibhausgase

      Wenn ich in anderen Ländern bin und sehe wie dort die Umwelt verschmutzt wird und wie viel man schaffen könnte, wenn man dort nur ein wenig Bewusstsein schaffen könnte, das wären großartige Ergebnisse.

      Abgesehen davon gibt es, wie du schon schriebst, hier genug Möglichkeiten um richtig anzusetzen. Wie wäre es anstatt auf Elektromobilität auf Wasserstoff zu setzen? Kann man schneller tanken und ist daher viel besser einzusetzen.

      Egal, auf jeden Fall hast du mir aus der Seele gesprochen und dafür danke ich dir.

      Viele Grüße, Nina

      1. Marc Autor des Beitrags

        Ah der Artikel ist gut und geht ja in eine ähnliche Richtung wie meiner.
        Ja, Wasserstoff könnte tatsächlich eine Alternative sein, allerdings braucht man dafür eben neue Motoren. Ein vorhandenes Fahrzeug lässt sich damit halt nicht betreiben.
        Und bis die Fahrzeugflotte der gesamten Welt ausgetauscht ist, dauert es noch sehr sehr lange. Deshalb finde ich den Ansatz mit Biokraftstoffen besser. Zumindest mittelfristig.

        1. Pit

          War lange bei der Brennstoffzellensystemenwicklung tätig, Soviele Versuchträger gebaut! Leider wollen die Großen Konzerne keine Wassrestoff Autos!
          @Marc: so ein Auto ist ein Elektorfahrzeug, wo Brennstoffzellensystem als Batterieersatz fundiert.

    3. Sabine von Ferngeweht

      Tja, das kann aber nur funktionieren, wenn zur Herstellung des Biokraftstoffes keine Regenwälder abgeholzt oder landschaftliche Nutzflächen umgewidmet werden. Denn sonst haben wir zwar saubere Luft – aber können aufgrund fehlender Regenwälder nicht mehr atmen oder verhungern mangels landwirtschaftlicher Erzeugnisse …

      1. Marc Autor des Beitrags

        Das ist richtig. Aber Biokerosin lässt sich z.B. aus Algen im Salzwasser gewinnen und wenn wir 10% der Sahara mit Solarkraftwerken bebauen, können wir damit mehr Energie gewinnen als wir jemals brauchen werden.
        Genau so lässt sich aus Pflanzenresten Diesel oder Biogas herstellen, sodass es keine Konkurrenz zur Nahrungsproduktion wird. Ist halt nur die Frage wie man hier die Vergütung gestaltet, dass eben nicht der Regenwald abgeholzt wird, sondern wirklich nachhaltige Technologien eingesetzt werden.
        Es gibt auf jeden Fall genug gangbare Wege, wir müssen das nur machen!

    4. Viermal Fernweh

      Wie gut das tut, mal einen überlegten Artikel zu dem Thema zu lesen. Ich finde es im Moment echt anstrengend, wer sich alles berufen fühlt, den großen Klimaschützer zu machen. Nur weil einige nicht laut schreien, heißt es nicht, dass sie nichts tun. Ich denke auch, dass wir das Thema anders angehen müssen, vor allem im Großen, das hat die Politik in der Hand und im Kleinen machen wir trotzdem weiter, dann kann es klappen.
      Viele Grüße vom grünen, insektenfreundlichen Rand Berlins. 😉 Ines

    5. Wickie

      Harald Lesch hat ein Video dazu gemacht. Interessant wäre die Neubelebung detcr Wasserstoffbrennzelle. Denn in Chile werden täglich Millionen Liter Grundwasser aus der Atacam Wüste gefördert, um Silitium nach oben zu spülen. Und wenn sagen wir mal eine Million Elektroautos geladen werden müssen, wäre das etwa 4x soviel Strom, wie man in ganz Deutschland überhaupt produziert…so Pi mal Daumen. Die Ökobilanz von Elektroautos ist ziemlich mies.

      1. Marc Autor des Beitrags

        Nein, die Ökobilanz von E-Autos ist derzeit nicht toll, aber vielleicht ändert sich das ja. Warum das Thema Brennstoffzelle so kurz kommt, Frage ich mich aber schon lange.

    6. Wolfgang Krüger

      Wir sind noch in der Phase des Redens, wir die wir uns um das Klima sorgen. Politik, so die Geschichte, lässt erst ALLE reden bevor Sie handelt. Und dann ist es wohl zu spät. Doch wie können wir Politik zum Handeln zwingen? Durch Wahlen? Ich sehe nur was für ein geschacher zur Zeit in der EU läuft. Was wir gewählt haben steht nicht zur Debatte. Interessen werden durchgesetzt. Naja hat nix mit Klima zu tun, aber mit Politik. Guter Rat ist teuer aber klimaneutral.

    7. Roger Rebel

      Es tut gut, mal eine andere Meinung zu diesem Thema zu lesen. Ich persönlich finde, dass der Umstieg auf Elektroautos zur Zeit überhaupt nix bringt, außer den Autoherstellern. Zum einen sind sie noch nicht konkurrenzfähig zu den herkömmlichen Verbrennungsantrieben, zum anderen energiepolitisch nicht signifikant besser.
      Was wäre da ein Wasserstoffauto eine tolle Alternative. Strom, z.B. aus der Wüste erzeugt durch Hydrolyse den Wasserstoff, dieser verbrennt im Auto zu H2O und Sauerstoff. Und die Technik existiert bereits. Verstehe nicht, warum die Autohersteller nicht auf diese Karte setzen. Oder sollen die E-Autos erst noch vermarktet werden bis dann endlich die Wasserstoff-Autos kommen?
      In diesem Sinne, einen schönen Sommer 😎

    8. Thomas

      Moin Marc,

      Danke für diesen Beitrag, der mir ein wenig aus der Seele redet.

      Ja, wir müssen alle was tun, um den Klimawandel zu stoppen. Ich finde Fridays for Future eine tolle Sache, weil das für mich ein Zeichen ist, dass die jungen Menschen verstehen, vor welchen Problemen wir stehen. Ich finde auch, jeder von uns kann einen kleinen Teil dazu beitragen, eine bessere Welt zu hinterlassen.

      Das Dumme dabei ist nur, es bringt nichts! Ob jeder einzelne von uns fliegt, mit dem Zug fährt, sein Auto verkauft und nur noch zu Fuß geht, welche Auswirkung hat das? Es müssen global neue Wege gefunden werden, die unsere gesamte Mobilität revolutionieren. Das gilt ebenso für die Energiegewinnung, da müssen komplett neue Wege betreten werden. Dies aber ebenfalls global. Selbst wenn die ganze EU klimaneutral seinen Strom erzeugen würde, würde es global wohl nur wenig Auswirkungen haben.

      Wir selber überdenken gerade unser Reiseverhalten. Ja, dabei spielt auch der Umweltgedanke eine Rolle. Aber in erster Linie wollen wir mehr Ziele in Europa ansteuern und keine 2-3 Fernreisen pro Jahr mehr machen. Und dabei haben wir uns überlegt, wie wir das machen wollen und sind zu dem Entschluss gekommen, uns mittelfristig ein Wohnmobil zu kaufen. Damit vermeiden wir viele Flüge innerhalb Europas – auch wenn das in der Bilanz wohl keinen jucken wird. Zumal so ein Diesel-Motor beim Wohnmobil auch keine besonders nachhaltige Lösung ist – und endlich mal nachhaltig zu schreiben.

      Diese ganzen „Wir retten die Welt, indem wir dieses und jenes tun“ Beiträge finde ich nicht so wild. Sie zeigen Wege auf, wie man es ein klein wenig besser machen kann. Auch wenn das Alles, wie schon geschrieben, nicht viel bringt, außer das eigene Gewissen zu beruhigen. Schlimm finde ich es nur, wenn das mit penetrant mit dem erhobenen Zeigefinger passiert.

      Was ich aber richtig schlimm finde, dass sich Menschen nun schon rechtfertigen müssen, wenn sie irgendwo posten, dass sie von A nach B fliegen. Dieses Flug-Shaming geht gar nicht. Ich lasse mir auf jeden Fall kein schlechtes Gewissen einreden, solange die Politik und die Industrie nichts aber auch rein gar nichts im großen Maßstab verändern.

      In Summe glaube ich, die ganze Geschichte mit dem Klima und dem CO2 fährt vor die Wand. Es wird, in dem nötigen Zeitraum, keine globale Lösungen geben. Deutschland alleine schafft es schon nicht, in der EU herrscht keine Einheit und über die globale Entwicklung reden wir erst ga rnicht.

      1. Marc Autor des Beitrags

        Das aktuelle politische System zieht den Karren garantiert nicht mehr aus dem Dreck. Ich hoffe ja tatsächlich auf einen kompletten Wechsel. Ich weiß zwar nicht was kommen könnte und habe auch etwas Angst davor. Aber die Zeit ist reif, Internet, Smartphone und Billigflüge haben uns viel globaler werden lassen, sodass das Denken in Nationalstaaten vielleicht irgendwann überholt ist und globale Lösungen viel einfacher zu bewerkstelligen sind.
        Im Moment sehen wir ja ein Aufbäumen derer, die zwanghaft am Alten festhalten wollen. Aber die Zeiten haben sich geändert und Trump, AFD und Co. werden auch vorbeigehen. Hoffentlich!

    9. Florian

      Hey Marc,

      bin ganz bei dir was globale politische Lösungen statt Flickenteppich angeht. Und die Verantwortung auf Individuen abzuwälzen ist erst recht keine Lösung.

      Aber deine Lösung ist leider nicht praktikabel. Mehr Biomasse heißt weniger Fläche für Landwirtschaft. Das geht nur bis zu einem gewissen Punkt und viele Leute sagen wir haben den bereits erreicht. Vor allem werden sich in Zukunft gravierende Missernten wie 2018 dank Extremwetter eher noch häufen. Verlässlich ist das also nicht. Abgesehen davon hat eine Mais-Monokultur auch ihre Nachteile.

      Schau außerdem mal die Zahlen an. Biomasse macht aktuell 6,2% vom deutschen Energiemix aus. Wir müssten das verfünffachen um den Verkehr abdecken zu können. Um die Heizung zu bewältigen müssten wir es sogar verachtfachen. Zusammen müssten wir also 13 Mal so viel Biomasse wie heute gewinnen und dann ist der Strom immer noch außen vor.

      Ich sag nicht, dass wir nichts verbessern können. Was wir heute mit Biomasse machen ist die bescheuertste Idee, auf die man nur kommen kann. Wir verbrennen das Zeug, das in einer beliebig lang lagerbaren Form vorliegt in Grundlastkraftwerken, quasi sobald es reinkommt. Wir könnten es nutzen um im Winter oder tagtäglich bei Einsetzen der Dunkelheit die fehlende Solarenergie auszugleichen. Gibt halt auch keine politischen/monetären Anreize das zu tun…

      Anyway, es ist nicht die Aufgabe der Bürger ne Lösung zu suchen. Es muss ja reichen, wenn wir sagen wie bisher geht es nicht weiter. Und da schlägt dein Artikel genau in die richtige Kerbe.

      Können uns gerne mal auf nen Klima-Kaffee treffen. Ich beschäftige mich seit 3 Monaten fast ausschließlich mit dem Thema….

      Grüssle,
      Florian

      1. Marc Autor des Beitrags

        Klima-Kaffee klingt gut, ich melde mich, wenn ich wieder in der Stadt bin.

        Zur Biomasse:
        Klar darf das nicht auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion gehen. Aber Biokerosin lässt sich aus Algen im Salzwasser herstellen und bestimmt auch noch anderes Zeug.
        Und Sunliquid arbeitet mit Pflanzenresten, das klingt auch interessant.
        National darf man das eh nicht sehen, jedes Land hat hier unterschiedliche Stärken und Schwächen, aber global sehe ich da eigentlich kleine großen Probleme … nur dass das Denken der meisten Menschen leider noch nicht so weit ist 🙁

    10. Jörg

      Hallo Marc,
      guter Ansatz. Unsere Autos könnten problemlos mir eFuels, also mit aus regenerativer Energie hergestellten synthetischen Kraftstoffen fahren. Diese Kraftstoffe kann man z.B. auch immer dann aus Wind- und Sonnenstrom herstellen, wenn gerade mal wieder ein Überschuss herrscht (Statt andere Staaten dafür zu bezahlen unsren Ökostrom abzunehmen – wie doof sind wir eigentlich ?). Diesen erzeugten Kraftstoff könnte man übrigens auch in Kraftwerken verbrennen um Strom zu erzeugen wenn gerade mal wieder Dunkelflaute herrscht.

      Wenn manns schlau anstellt und die efuel Fabrik im Norden bei den Windanlagen aufstellt, kann man sich sogar vielleicht eine der ungeliebten Stromtrassen quer durch die Republik sparen. Transportwege für flüssige Kraftstoffe von Nord nach Süd haben wir nämlich bereits ….

      Warum machen wir das alles nicht? Weil technischer Sachverstand in den Regierungen nicht gefragt ist. Stattdessen laufen wir irgendwelchen vermeintlich einfachen Lösungen hinterher die uns die Sozialpädagogen und Juristen in den Regierungen als die Allheilbringende Idee verkaufen.

      Grüße, Jörg

      1. Marc Autor des Beitrags

        Ah das ist ein interessanter Punkt! Stimmt das ist auch eine Möglichkeit.
        Ich verstehe eh nicht, warum man die Überproduktion der Windkraftanlagen nicht irgendwie speichert. Total egal wie effizient das ist, hauptsache speichern und bei Flaute einspeisen, statt das Zeug zu verschenken oder sogar noch draufzuzahlen.
        Und Idee gibt’s ja genug, ich habe bis jetzt immer an Druckluft gedacht, aber eFules mit der Energie zu produzieren klingt noch viel besser!

    11. Pingback: Juni 2019: Neuseeland-News, Monatsrückblick und die Klimakrise | weltwunderer

    12. Alex

      Lieber Marc,
      Ich lese Deine Website immer gern, aber CO2 ist kein Schadstoff, der „in die Luft gepustet“ wird. Es ist ganz natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre – 78,08% Stickstoff, 20,95% Sauerstoff, 0,93% Argon, und nur 0,04% CO2. Also 4000 von 10 Mio. Molekülen. 120 dieser CO2-Moleküle sind menschengemacht (0,0012%), 3 von diesen 120 menschengemachten CO2-Molekülen stammen aus Deutschland (0,00003%). Dies ist sicher einer der Gründe, warum die These „menschengemachtes CO2 verändert das Klima“ ausschließlich in wohlhabenden Ländern in Westeuropa, Nordamerika und Australien diskutiert wird. Außerhalb dieser Regionen interessiert sich niemand für CO2.
      Ein anderer Grund, warum ich die CO2-These für gewagt halte: Nach dem 2. Weltkrieg gab es in westlichen Ländern einen Wirtschaftsboom ohne Beispiel in der Menschheitsgeschichte. Abermillionen von Autos mit Verbrennungsmotor wurden produziert. Öl wurde gefördert ohne Ende, Benzin war billig und überall zu haben, und alle Arten Konsumgüter wurden in Massen produziert. Hätte die Temperatur auf der Erde da nicht ansteigen müssen? Sie tat es nicht. Von 1940 bis 1975 ging die Durchschnittstemperatur auf der Erde konstant zurück. Anfang der 70er Jahre warnten Wissenschaftler daher vor einer „neuen Eiszeit“. Schuld seien, man ahnt es bereits, Verkehr und Industrie…
      Lieben Gruß,
      Alex

      1. Marc Autor des Beitrags

        Ich kenne diese ganzen Zweifel und tatsächlich bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob der Klimawandel nun menschgemacht ist oder nicht. Aber ich weiß es leider nicht und wenn er es doch ist, wären wir wirklich doof, wenn wir nichts unternehmen.
        Außerdem ist es generell nicht gut, diesen ganzen Dreck in die Luft zu pusten und früher oder später gehen uns die fossilen Brennstoffe sowieso aus, sodass wir eh Alternativen finden müssen. Von daher finde ich die Idee mit alternativen Kraftstoffen interessant.

    13. Reinhard

      Biokerosin, na super, es gibt ja noch nicht genug Maiswüsten in Deutschland. Man schaue sich einfach mal so ein Feld an, da ist Null Leben drin.

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