Warum ich mich über nur 2.5 Stunden Flugverspätung ärgere

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Als wir Mitte Oktober von Leipzig nach Palma de Mallorca fliegen wollten, sagte uns die Frau bei der Gepäckabgabe, dass der Flieger 2.5 Stunden Verspätung hätte.

Verspätung? Da klingelte es bei mir. Das Stichwort ist »Fluggastrechte« und ab einer bestimmten Dauer der Verspätung steht den Passagieren eine saftige Entschädigung zu!

Also zückte ich mein Smartphone und fragte Commander Google, dabei hätte ich das gar nicht machen müssen. Die Frau am Schalter gab mir später einen Zettel mit Infos und auch im Flughafen fanden sich immer wieder Schaukästen, die die Passagiere über die Flugastrechte bei Verspätungen aufklärten.

fluggastrechte-leipzig

Einer der Aushänge über die Fluggastrechte am Flughafen Leipzig [mit dem Smartphone fotografiert]

Aber was soll’s, ich googelte und fand heraus: 3 Stunden sind die magische Grenze.

Verdammte Axt!

Aber halt, bei einer Strecke kleiner als 1.500 km reichen schon 2 h!

Also schnell die Luftlinie gecheckt

… das gibt es nicht: 1.509,52 km!

Das kann doch nicht wahr sein!?

Aber es ist wahr.
Unser Flug hatte genau 2.5 h Verspätung gegenüber der geplanten Ankunftszeit und die Strecke ist länger als 1.500 km. Wir gingen leer aus!

Geregelt wird all das durch die EU Verordnung Nr. 261 Artikel 6.

Ich konnte es nicht glauben …

Klar hatte ich gehofft, dass aus den 2.5 Stunden doch 3 werden, erst recht als wir die Spielecke des Leipziger Zoos bei den Abflug-Gates des Flughafens entdeckten.
Aber es hilft ja nichts, es waren nun mal nur 2.5 h … verdammt!

(Schon lustig, wie man sich plötzlich ärgert, wenn die Verspätung nicht lange genug ist, sobald man weiß, dass es Geld geben könnte.)

Trotzdem wollte ich mich nicht geschlagen geben und nahm mir vor die (wahrscheinlich nicht vorhandene) Forderung über einen Dienstleister eintreiben zu lassen.
Also setzte ich mich in Alcudia an den Strand (dort gibt es Free Wifi) und öffnete Fairplane.de – sollen die sich doch mit der Fluggesellschaft herumärgern und die Strecke irgendwie unter 1.500 km drücken.

Aber schon wieder: Verdammte Axt!

Direkt auf der Startseite bei »Welches Problem hatten Sie?« Gibt es gar keine Auswahl für »Verspätung von weniger als 3 h und über 1.500 km, ich will aber trotzdem eine Entschädigung«.

Ich klapperte noch ein paar andere Anbieter ab, musste aber einsehen, dass es zwar schön, ist in der Sonne und am Strand zu sitzen, eine Entschädigung werde ich aber nicht erhalten. Doof!

Wie hoch wäre die Entschädigung

Jetzt habe ich dich die ganze Zeit heiß gemacht, aber nie erwähnt, um wie viel Kohle es sich tatsächlich handelt.
Bei mir wären es bei einer Verspätung von mehr als 3 Stunden 400 € gewesen – je Ticket!

Jupp, damit wäre der Urlaub bezahlt gewesen. Verstehst du jetzt, warum ich gern eine halbe Stunde länger gewartet hätte?

Die Entschädigung bei Flugverspätungen im Überblick

• 250 €: Bei einer Flugstrecke bis 1.500 km.
• 400 €: Bei einer Strecke zwischen 1.500 km und 3.500 km.
• 600 €: Bei einer Strecke über 3500 km.

Die Fluggesellschaft darf bei Flügen über 3500 km die Entschädigung um 50% kürzen, wenn sich der Flug weniger als 4 Stunden verspätet hat.

Flug nicht angetreten und dann?

Weil wir schon beim Thema Geld sind, wenn du einen Flug nicht antrittst, kannst du auch Geld zurückfordern.

Bei einem nicht angetretenen Flug sollten die Steuern und Gebühren auf jeden Fall als Erstattung drin sein, in bestimmten Fällen wird auch ein Teil der Ticketkosten erstattet.

Mit TicketRefund gibt es auch hier einen Service, der dich dabei unterstützt, das bezahlte Geld zurückzuholen.

Wichtig! Je früher du die Airline informierst, dass du den Flug nicht antreten kannst, desto höher sind die Chancen auf eine hohe Erstattung.

Auch wichtig: Das Ticket musst du selbst stornieren, sonst gibt’s nix! 🙂

Hattest du schon große Flugverspätungen und wurdest du entschädigt?

Offenlegung:
Fairplane.de und TickeRefund haben mich bei diesem Beitrag unterstützt, ich hätte trotzdem gerne eine halbe Stunde länger gewartet.