Brüssel an einem Tag: Eine Tour mit dem Billigflieger

Es ist 3:59 Uhr, als mich der Wecker aus dem Schlaf reißt. Ab jetzt läuft die Zeit. Ich habe 16 Minuten. Punkt 4:15 Uhr treffe ich mich mit meinen Freunden und um 4:30 Uhr fährt die S-Bahn zum Flughafen.

Ich stehe also schnell auf, trinken zwei Gläser Wasser, setze mich aufs Klo, putze meine Zähne, ziehe mich an, vergesse eine Flasche Wasser einzupacken und verlasse um 4:13 Uhr das Haus.

Geschafft!

Auch die Fahrt mit der S-Bahn verläuft reibungslos. Zunächst fahren wir bis Berlin-Schöneweide, um dann in die Bahn zu steigen, die uns direkt zum Flughafen Schönefeld bringt.

Dort angekommen, stellen wir fest, dass es ein neues Terminal gibt: »C«.
Da sollen wir rein, denn dort wird man durch die Sicherheitskontrolle mit optionalem Nacktscanner geschleust, wenn man nur mit Handgepäck fliegt.

Wir fliegen nur mit Handgepäck, also stellen wir uns an und warten fast 30 Minuten, bis wir durchleuchtet werden.
Danach rennen wir zum Gate, lassen unsere Bordkarten scannen, die Ausweise kontrollieren und besteigen dann eine fast vollbesetzte 737 von Ryanair.
Hinsetzen, anschnallen, »Boarding completet« – es kann losgehen!

Mein Sitz ist noch nicht einmal warm, als wir schon in die Luft steigen mit Kurs auf Brüssel.

1 Stunde und 20 Minuten später setzen wir auf dem Brüsseler Flughafen »Zaventem« auf. Wir steigen aus und schlendern gemächlich durch die Hallen des Airports. Zuerst müssen wir uns orientieren. Wo genau sind wir und wie kommen wir jetzt in die Innenstadt?

Dankenswerterweise steht direkt am Ausgang ein Schild, welches uns Antworten auf unsere Fragen liefert. Mit dem Bus 272 kommt man für 3€ in die Stadt – da müssen wir nicht lange überlegen.
Wir laufen also zur Bushaltestelle Plattform »A« und warten auf den 272er Bus, geben dem Fahrer die 3€ und fahren so lange, bis wir uns einig sind, dass wir jetzt wohl in der Stadt sind.

Brüssel am Morgen [Lumix LX15 - ISO 125 - 9 mm - f/2.8 - 1/1250]Brüssel am Morgen [Lumix LX15 - ISO 125 - 9 mm - f/2.8 - 1/1250]
Brüssel am Morgen [Lumix LX15 - ISO 125 - 16 mm - f/2.8 - 1/1000]Brüssel am Morgen [Lumix LX15 - ISO 125 - 16 mm - f/2.8 - 1/1000]
Brüssel am Morgen [Lumix LX15 - ISO 125 - 22 mm - f/2.8 - 1/250]Brüssel am Morgen [Lumix LX15 - ISO 125 - 22 mm - f/2.8 - 1/250]

Unser Riecher war ganz gut. Wir stiegen an der Haltestelle »Rogier« aus und laufen jetzt durch eine Art Fußgängerzone Richtung Grande Place. Auf dem Weg finden wir sogar ein brauchbares Frühstück.

Grande Place? Checked!

Am Grand Place angekommen, bestaunen wir mit offenen Mündern die imposanten Bauten und gehen ins beeindruckende Rathaus zur Touristeninformation, um uns nach einer Stadtrundfahrt zu erkundigen.
Dank der guten Wegbeschreibung des Mitarbeiters in der Information finden wir die Haltestelle mit dem roten Hop on Hop Off Bus auf Anhieb. Wir steigen direkt ein, geben dem Fahrer 25€ und erhalten im Austausch Kopfhörer, über die wir während der Fahrt Wissenswertes und Unwichtiges über die Stadt Brüssel lernen.

Panorama des Grande Place aus 8 Einzelbildern [Lumix LX15 – ISO 125 – 8.8 mm – f/2.8 – 1/1250]

Weiß nicht was das ist, da sind wir auf dem Weg zum Bus vorbeigekommen [Lumix LX15 - ISO 125 - 8.8 mm - f/2.8 - 1/400]Weiß nicht was das ist, da sind wir auf dem Weg zum Bus vorbeigekommen [Lumix LX15 - ISO 125 - 8.8 mm - f/2.8 - 1/400]
Figuren am Hotel de Ville (Rathaus) [Lumix LX15 - ISO 125 - 26 mm - f/2.8 - 1/640]Figuren am Hotel de Ville (Rathaus) [Lumix LX15 - ISO 125 - 26 mm - f/2.8 - 1/640]

In Brüssel gibt es 2 Routen für Stadtrundfahrten: »Blau« und »Rot«.
Die blaue geht zum Atomium – in der sitzen wir jetzt – und die rote Route führt durch das Europaviertel, die fahren wir später.

Am Atomium steigen wir aus und erhalten dank unserer Fahrkarte 2€ Rabatt auf den Eintrittspreis.
Zuerst fahren wir mit dem ehemals schnellsten Fahrstuhl Europas hoch in die Aussichtskuppel.

Abgefahrenes Bauwerk!

Abgefahren ist auch der Rundgang durch die anderen »Bubbles« über schicke Treppen, spacige Rolltreppen und durch verschiedene Ausstellungen.

Atomium? Checked!

Atomium: Das Wahrzeichen Brüssels [Lumix LX15 – ISO 125 – 9 mm – f/9 – 1/320]

Wir stellen uns an die Haltestelle, warten auf den roten Bus und fahren zurück zum Ausgangspunkt, um in die rote Linie umzusteigen.
Auch im Europa-Viertel steigen wir aus und laufen durch die Gegend und fahren dann mit dem letzten Bus zurück in die Stadt.

Europaviertel? Checked!

Unterwegs im europäischen Viertel [Lumix LX15 - ISO 125 - 9 mm - f/2.8 - 1/1600]Unterwegs im europäischen Viertel [Lumix LX15 - ISO 125 - 9 mm - f/2.8 - 1/1600]
Unterwegs im europäischen Viertel [Lumix LX15 - ISO 125 - 22 mm - f/4.5 - 1/1600]Unterwegs im europäischen Viertel [Lumix LX15 - ISO 125 - 22 mm - f/4.5 - 1/1600]
Unterwegs im europäischen Viertel [Lumix LX15 - ISO 125 - 9 mm - f/3.5 - 1/1600]Unterwegs im europäischen Viertel [Lumix LX15 - ISO 125 - 9 mm - f/3.5 - 1/1600]

Als nächstes werden Pommes gekauft und gegessen und dann machen wir uns auf die Suche nach dem Manneken Pis.
Es dauert eine Weile, bis wir den unscheinbaren Brunnen finden. Als wir schließlich davor stehen, fragen wir uns, was daran so toll sein soll und machen uns wieder auf die Suche nach etwas Essbarem.

Manneken Pis [Lumix LX15 – ISO 125 – 26 mm – f/2.8 – 1/1250]

Pommes? Checked!
Manneken Pis? Checked!

Eigentlich sind wir uns schnell einig, wo wir essen wollen. Aber das Wetter ist so schön, dass wir vorher noch eine Runde durch die Stadt drehen und schlussendlich doch woanders essen.

Wir landen beim Mexikaner, aber das macht nichts, denn auch dort wird belgisches Bier serviert.

Belgisches Bier? Checked!

Mit gefüllten Mägen fahren wir dann für 3€ zurück zum Flughafen, besteigen unser Flugzeug, landen mit etwas Verspätung, rennen zur S-Bahn und fahren nach Hause.

Eine Tagestour nach Brüssel: Mein Fazit

Eigentlich verrückt, dass sowas funktioniert! Klar war es höllisch anstrengend. Aufstehend um 3:59 Uhr und zurück waren wir erst wieder um 1:00 Uhr am folgenden Tag.
Aber es hat sich gelohnt! Wir haben viel erlebt und gesehen. Das ist doch das Wichtigste.

Die Fahrten mit dem »Hop on Hop off« Sightseeing-Bus würde ich wieder machen. So sind wir problemlos und stressfrei zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gekommen und mussten uns nicht erst in den örtlichen Nahverkehr einarbeiten.
Außerdem haben wir dabei etwas über Brüssel gelernt!

Klar kannst du an einem Tag nicht ganz so viel machen und nur die allerwichtigsten Sehenswürdigkeiten abarbeiten, aber das ist besser als nix!

Ich würde es genau so wieder machen und könnte direkt wieder los! 🙂

Kosten: Tagestour Brüssel
S-Bahn Berlin2 x 3.40€
Bus in Brüssel2 x 3€
Flug Berlin – Brüssel 2 x 9.99€
Stadtrundfahrt 25€
Atomium 10€
Verpflegung 35€
Summe 102.78 €

Hast du schon so eine Tagestour mit dem Flugzeug gemacht? Vielleicht sogar nach Brüssel?


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4 Kommentare zu “Brüssel an einem Tag: Eine Tour mit dem Billigflieger

  1. Akki Moto

    Schöner Bericht. Solche Touren mache ich regelmäßig. Lieber später los aber auf jeden Fall eine Nacht die Stadt entdecken.

    Z. B. bei mir Paris, morgens mit dem TGV von Karlsruhe nach Paris, Tour Montparnasse, Montmartre, La Defense, Hotel am Bahnhof, morgens mit dem ersten TGV zurück zur Arbeit. 24 h.

    Im Frühjahr / Herbst wird es schneller dunkel.

    Liebe Grüße und gerne weitere solcher Berichte

    1. Marc Autor des Beitrags

      Die Überwachungskosten wollten wir uns halt sparen, deshalb ging es abends wieder zurück.
      Es gibt noch ein paar Routen, bei denen es ähnlich funktioniert, machen wir also ganz bestimmt wieder! 😀

  2. Jürgen Engels

    Ein interessanter Bericht. Wie immer tolle Fotos. Macht auch Lust darauf und auf mehr.
    Ist sicher auch ein toller Tag für euch gewesen. Gerade Brüssel – da will ich schon seit ewiger Zeit mal wieder hin.
    Für mich aber sicher zu anstrengend – wenn man noch jünger ist….. klappt das auch noch besser.
    Ich bin mehr für ausgiebige Städtereisen, war in den letzten Jahren so z.B. in Prag, Rom , Berlin , Wien und natürlich meiner Lieblingsstadt London. Und da brauche ich mindestens eine Woche , um alles was ich aus alter Zeit kenne, wiederzusehen (war übrigens ein tolles Geschenk zu meinem 65.)
    Freue mich auf deine nächsten Berichte über Kurztrips .

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Jürgen,

      mehr Zeit auf Reisen zu haben ist natürlich immer besser, aber manchmal geht das halt nicht. Und da sage ich mir dann: besser kurz als gar nicht! 🙂

      Mal sehen, wo es das nächste Mal hingeht.

      Viele Grüße
      Marc

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