Bessere Kamera = Bessere Bilder!?

Machst du automatisch bessere Bilder wenn du eine bessere Kamera hast?
Sicherlich machst du damit keine schlechteren Bilder als mit einer nicht ganz so guten Kamera. Aber der Faktor Mensch spielt eben doch eine große Rolle, so dass du nicht zwangsläufig auch bessere Bilder machst.
Meine ausführliche Meinung dazu findest du hier im Artikel.

Letztens dachte ich mal wieder, dass so ein Sony SAL 1650 f/2.8 Objektiv (bei Amazon.de*) schon eine geile Sache wäre.
Ohne Frage, das Objektiv rockt mein aktuelles Standardobjektiv das 18135 (bei Amazon.de*) wahrscheinlich in Grund und Boden. Zumindest dann wenn es eher auf Lichtstärke als auf Brennweite ankommt.
Außerdem kann man mit einer offeneren Blende Objekte besser freistellen.

Kurze Erklärung zur Blende:


Die Blendenöffnung wird mit f/x.x angegeben. Je kleiner die Zahl hinter dem f, desto größer die Blende.

Das 1650 hat maximal immer eine Blendenöffnung von 2.8, das ist schon sau weit offen.
Mein 18135 kann maximal f/3.5, bei 50mm aber nur noch f/5!!!
D.h. die maximale Blende beim 1650er ist bei 50mm fast doppelt so weit offen wie bei meinem 18135.
Es fällt also ein Vielfaches an Licht auf den Sensor!
Hast du das jetzt verstanden?


Egal, denn darum geht es gar nicht. Es geht um die Frage ob besseres Equipment auch bessere Bilder macht. Und diese Frage stelle ich mir eben momentan.
Warum?
Weil ich gerne das 1650er hätte, aber das steht bei Amazon* aktuell mit mindestens 550€ drin und das ist deutlich mehr als nix!

Was ist also die Antwort auf die Frage „Bessere Kamera = Bessere Bilder?“
Fangen wir mit dem Sensor an:

Der Megapixelwahn!

Ein CMOS-Sensor

Es setzt zwar langsam aber sicher ein Umdenken ein, aber generell ist es immer noch so, dass man mehr Megapixel gleich setzt mit einem besseren Sensor.
Aber das ist nicht so.
Sony hat mit der Alpha 7s (bei Amazon*) jetzt auch echt Mut bewiesen und eine Kamera mit nur 12 Megapixel herausgebracht.

Aber hey, 12 Megapixel, das sind immerhin noch 4240 x 2832 Pixel.
Mein Monitor, mein Fernseher, mein Notebook… alle haben Full HD das sind 1920×1080 Pixel, also viel viel weniger.
Klar, es gibt Retina und es gibt 4k, was irgendwo im Bereich von 4096 × 2160 Pixeln liegt. Aber auch das sind noch keine 12 MP!
Und – was oft außer Acht gelassen wird – das Auge hat auch eine begrenzte Auflösung!
Siehe bspw. hier: http://www.cnet.com/news/why-ultra-hd-4k-tvs-are-still-stupid/ (englisch)

Klar wirst du irgendwann Pixel sehen, du muss das Bild nur weit genug vergrößern oder du musst nah genug ran gehen. Von mir aus auch mit einer Lupe, einem Mikroskop oder was weiß ich mit was.
Aber so guckt man sich im Normalfall die Bilder nicht an.
99% der Bilder werden am Monitor angeschaut und selbst da bezweifele ich , dass ein Großteil überhaupt im Vollbild angeschaut werden.
Der Einfachheit halber gehen wir jetzt aber von der kompletten Full HD Auflösung aus, in der die meisten Bilder angeschaut werden. Also 1920×1080. Dazu brauch ich noch nicht einmal einen Taschenrechner um zu sehen, dass das 2 Megapixel sind. ZWEI!!!

Krass, oder?
Und trotzdem schluckt man, wenn man sieht, dass Sony eine 12MP Kamera rausbringt. Das sind immerhin 6x so viele Pixel wie das durchschnittliche Anzeigegerät darstellen kann 🙂
Meine Sony Alpha 65 hat 24MP, eigentlich auch ein Witz… 12x so viele Pixel wie mein bestes Gerät darstellen kann.

Ich will damit jetzt nicht sagen, dass 2 Megapixel reichen. Es hat schon seine Vorteile wenn es mehr sind. Zum einen kann man schneiden (= Digitalzoom), zum anderen lässt sich damit vielleicht auch das Rauschen noch etwas besser in den Griff kriegen und bei der Nachbearbeitung schaden viele Megapixel sowieso nicht.
Aber 12 MP reichen eigentlich wirklich aus. 24 sind schon Luxus und vielleicht sogar schlechter als die 12MP der a7s, weil die a7s so super wenig rauscht.

Fazit zum Megapixelwahn

12MP reichen für den Durschnittsmenschen locker aus. Mehr Megapixel != Bessere Bilder.

Das bessere Objektiv

Objekt meiner Begierde: Das SAL 1650 f/2.8

Beim Objektiv lässt sich gar nicht so einfach sagen was jetzt besser ist und was nicht. Denn es kommt auf die Situation an.
Kann ich nur ein Objektiv mitnehmen, aus welchen Gründen auch immer. Dann ist jedes Objektiv besser als gar keines.

Kommt es mir auf die Schärfe an, auf die maximale Brennweite, auf die Lichtstärke, auf die minimale Brennweite oder die Naheinstellgrenze!?
All das sind wichtige Faktoren die bei einem Objektiv mit reinspielen.

Bei einem Foto entscheidet zum Großteil das Motiv darüber ob das Bild gut oder schlecht ist.
Halbwegs scharfe Bilder kriegt man auch mit jedem Objektiv hin.
Was man aber nicht mit jedem hinkriegt ist super weit heranzuzoomen, bspw. bei Tieren oder bei der Sportfotografie.
Oder das Gegenteil, super viel zu zeigen, also einen extremen Weitwinkel…

Oder eine super weite Blendenöffnung bei mittlerer Brennweite um nur gezielte Bereiche im Bild nur scharf zu stellen…

Oder, oder oder…

Es gibt verschiedene Objektive für verschiedene Einsatzbereiche. Das hat seinen Sinn und das ist gut so.
Außerdem sind die Objektive auch von verschiedener Qualität. Das eine ist etwas schärfer, das andere weniger. Das ein macht ein schöners Bokeh als das andere usw.

Mein Fazit bei der Objektivfrage:

Mit dem für die Situation passenden Objektiv machst du bessere Bilder.
Und: Mit einem qualitativ hochwertigen Objektiv machst du auch bessere Bild.

Die bessere Kamera

Die Sony Alpha 7s: 12 Megapixel sind genug

Uh man, was ist bitte schön eine bessere Kamera. Ist die schon erwähnte a7s besser als meine a65?
JAAA!! Schreit es aus mir heraus.
Lassen wir aber die Sensorfrage hier einfach weg, was muss dann eine Kamera noch alles können?

  • haptisch gut bedienbar
  • schnell beim Fokusieren + Auslösen
  • schnell Einsatzbereit
  • leicht
  • robust

Schaut man sich diese Punkte jetzt an, dann ist die a65 gar nicht mehr unbedingt schlechter als die a7s!

Vergleiche ich aber meine alte Canon G10 mit der a7s oder der a65. Dann sieht es schon anders aus.
Die G10 ist deutlich langsamer beim fokusieren und beim Auslösen. Und dass es schnell geht ist oft wichtig!

Außerdem hatte ich bei der G10 keine RAW Files, konnte manuell nicht so viel einstellen und konnte auch das Objektiv nicht wechseln…

Also auch hier gilt:
Es kommt darauf an.

Fazit: Macht man mit besserem Equipment bessere Bilder?

Die Antwort darauf lautet eigentlich:
Man macht mit der Situation entsprechendem Equipment die besseren Bilder.

Die Langsamkeit der G10 ist bei Landschaftsaufnahmen egal, will ich Sport, Tiere oder Kinder (also Objekte die sich schnell bewegen) fotografieren sieht das schon ganz anderes aus.
Wenn ich nicht schneiden muss und wenn meine Bilder eh nur auf Smartphones betrachtet werden, dann reichen mir auch 2 Megapixel, da brauche ich keine 24 MP.
Und wenn ich nur Innenräume aufnehmen will, dann brauche ich kein 300mm Teleobjektiv, dann brauche ich ein Weitwinkelobjektiv.

Mein Tipp!
Die Werbung will uns immer weiß machen, dass wir neues Equipment brauchen. Aber in den meisten Fällen hat man sein aktuelles Equipment noch nicht ausgereizt. Mir geht es zumindest so.
Deshalb bin ich der Meinung, dass es besser ist das Geld lieber in Ausflüge und Reisen zu stecken um raus zu kommen und schöne Bilder zu machen als unbedingt das aller beste Equipment zu haben.
Denn ohne schöne Motive können wir auch mit der aller besten Ausrüstung keine schönen Bilder machen.

Na dann… gehe raus und habe Spaß!

Marc

PS: Ich weiß, dass ist idealistisch gedacht. Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach… also kann gut sein, dass ich mir das Sony 1650 f/2.8 Objektiv trotzdem kaufe 🙂

Bildernachweiß:
Der CMOS-Sensor: „Matrixw“ by Filya1Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.


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