Point and shoot: Kompaktkamera vs. Smartphone

Welche Vorteile haben Kompaktkameras gegenüber Smartphones? Oder reicht ein Smartphone vollkommen aus und wenn man bessere Bilder will geht man direkt in die Kategorie der Systemkameras!?
All das versuche ich hier zu erklären.

Das Fazit kann ich direkt vorneweg nehmen: Es kommt darauf an.
Klar kannst du mit einer Systemkamera im Normalfall qualitativ hochwertigere Bilder machen als mit einer Kompakten oder mit einem Smartphone. Aber diese Qualität erkauft man sich eben mit anderen Nachteilen. Bspw. Größe und Gewicht.
Aus diesem Grund bleiben die Systemkameras und die Bridegkameras heute auch außen vor. Betrachtet werden nur Smartphones und Kompaktkameras.
Also alles was in die Hosentasche passt.

Letzte Woche sagte ich ja schon, dass ich keine richtige Daseinsberechtigung für „normale“ Kompaktkameras sehe.
Unnormale, wie bspw. die Sony RX100, stehen dafür ganz anders da.

Fangen wir mit einer einfachen Vergleichstabelle an.

Verglichen werden

  • das iPhone 5s
    Der Liebing der Apple-Fanboys. Und Apple liegt mit seinen Smartphonekameras bei der Qualität immer richtig weit vorne.
  • das Samsung Galaxy S5
    Samsungs aktuelles Flaggschiff mit neuem Bildsensor, sogar mit Autofokus mit Phasenvergleich.
  • die Sony Cyber-shot DSC-W800
    Die billigste Kompaktkamera im aktuellen Programm von Sony
  • die Sony Cyber-shot DSC-WX350
    eine Kompaktkamera im Mittelfeld
  • die Sony Cyber-shot RX100 III
    die Kompaktkamera mit 1″ Sensor im oberen Preissegment

Mir ist bewusst, dass es Smartphones gibt die speziell um die Kamera herumgebaut wurden (bspw. das Nokia Lumia 1020 oder das 808 Pure View), aber ich habe mich bewusst für die beiden beliebtesten Modelle entschieden. Und auch die haben super gute Kameras.

Smartphone vs. Kompaktkamera
iPhone 5sSamsung Galaxy S5Sony DSC-W800DSC-WX350DSC-RX100M3
Megapixel81620.118.220.1
Sensorgröße1/301/2.6"1/2.3"1/2.3"1
Blendenöffnungf/2.2f/2.2f/3.2f/3.5f/1.8
Optischer Zoom005x20x2.9x
BildstabilisatorDigitalDigitalDigitalOptischOptisch

Zur Tabelle Kompaktkamera vs. Smartphone

Megapixel:

Eigentlich eine nicht besonders aussagekräftige Zahl. Die 8 MP des iPhones entsprechen in Pixeln: 3264×2448.
Also mehr als Full HD und somit meiner Meinung nach absolut ausreichend für die kleinen Sensoren der Smartphones und günstigen Kompakten.
Der Vorteil von weniger Megapixeln ist, dass die einzelnen Pixel bei, gleicher Sensorgröße, größer sind und damit mehr Licht einfangen können.
Der Nachteil: Man verliert Details und hat weniger Freiraum beim Schneiden.

Sensorgröße:

Hier gilt das Gleiche wie bei den Megapixeln, je größer der Sensor bei gleicher Anzahl von Pixeln, desto größer die einzelnen Pixel.
Außerdem haben größere Sensoren bei gleichem Objektiv mehr Weitwinkel (dafür weniger Zoom) und eine geringere Schärfentiefe.
D.h. mit großen Sensoren ist es möglich Objekte den Vordergrund scharf darzustellen und den Hintergrund verschwimmen zu lassen. Hier spricht man auch vom Freistellen von Objekten.

Blendenöffnung:

Die maximale Blendenöffnung gibt an, wie viel Licht das Objektiv auf den Sensor lässt.
Je kleiner die Zahl, desto größer die Öffnung.
Kleinere Zahl = besser.

Optischer Zoom:

Klar ist es ein Vorteil wenn das Objektiv die Möglichkeit des optischen Zooms bietet.
So hat man einfach mehr Freiraum beim Fotografieren. Wie viel Zoom du brauchts musst du wissen.

Digital Zoom ist Kacke und ist nix anderes als das Bild wie in Photoshop zu vergrößern. Damit verlierst du Bildqualität.

Bildstabilisator:

Von einem digitalen Bildstabilisator halte ich nichts. Hier wird versucht das Verwackeln aus dem Bild herauszurechnen, was sich wiederum negativ auf die Bildqualität auswirkt.
Das könnte man meiner Meinung nach einfach weglassen, oder es zumindest so machen, dass man eine Version das Bildes mit und eine ohne Stabilisierung erhält.
Photoshop CC bietet so etwas auch an.
Fakt ist, dass ein digitaler Bildstabilisator für mich auf dem gleichen Level wie der digitale Zoom steht. Also = Kacke!

Bei der optischen Bildstabilisierung wird durch entsprechendes Bewegen der Hardware in der Kamera (Objektiv oder Sensor) versucht das Wackeln auszugleichen, so dass erst gar kein verwackeltes Bild entstehen kann.
Das ist besser, da das Bild im Nachhinein nicht mehr angefasst werden muss.

Aber Achtung! Auch der optische Bildstabilisator kann sich negative auf die Bildqualität auswirken. Deshalb sollte dieser abgeschaltet werden wenn länger belichtet wird, oder wenn ein Stativ benutzt wird. Mehr dazu findest du in meinem Fototipp zum Bildstabilisator.

Fazit Tabelle Kompaktkamera vs. Smartphone

Die Tabelle bestätigt das was ich schon einmal gesagt habe. Normale Kompaktkameras haben kaum Vorteile gegenüber Smartphones.
Klar hat eine Kompakte ein besseres Objektiv, einfach weil es mehr Platz gibt. Klar hat eine normale Kompakte einen richtigen Zoom und klar ist eine normale Kompaktkamera ein richtiger Fotoapparat der sich so anfasst, der Schalter und Knöpfe hat und vielleicht sogar ein Gewinde für ein Stativ.
Und ja, vielleicht sind wegen dem Objektiv die Bilder einer billigen Kompaktkamera immer noch etwas besser als die des Smartphones.
Aber all das rechtfertigt meiner Meinung nach nicht noch ein extra Gerät mit sich rumzuschleppen. Denn auch Smartphones haben Vorteile:

  • Man hat es eh dabei
  • Sofort online
  • Bearbeitungsmöglichkeiten direkt auf dem Smartphone
  • Erweiterung durch Apps

Und die Sony RX100? Ist doch auch eine Kompakte!

Ja richtig, die letzte Spalte der Tabelle. Die RX100 ist ein Sonderfall, weil sie zum einen, einen für Kompaktkameras ungewöhnlich großen Sensor und ein super Objektiv mit maximaler Blende von f/1.8 anbietet.
Und trotz allem passt eine RX100 noch in die Hosentasche.

Ich selbst habe eine RX100 III (bei Amazon.de*) und will sie auf keinen Fall mehr missen.

Mein Fazit: Kompaktkamera vs. Smartphone

Ich bleib dabei. Wenn man Geld für eine Kompaktkamera ausgibt dann nur für eine Sony Cyber-short RX100. Für mich gibt es aktuell einfach nichts vergleichbares auf dem Markt (Update: Canon hat mit der G7x in der Zwischenzeit einen Konkurrenten zur RX100 III vorgestellt).
Ansonsten reicht meiner Meinung nach in den meisten Fällen die Kamera des Smartphones.

Bei dpreview hat man übrigens eine eigene Seite für den Test von Smartphone-Kameras eingerichtet: connect.dpreview.com

Die DxO Labs bieten eine Rangliste von Smartphone-Kameras an: www.dxomark.com/Mobiles

Um jetzt doch noch den Bogen zur Einleitung zu kriegen. Es kommt darauf an!
Auf was?
Auf das was du machen willst. 🙂
Jeder muss für sich selbst entscheiden wie wichtig ihm die Bildqualität im Vergleich zur Anbindung ans Netz ist oder ob es einem Wert ist noch ein zusätzliches Gerät mit sich herumzuschleppen.

Ich bin eher für die Bildqualität und würde mir deshalb eine RX100 kaufen. Ich denke aber, dass die meisten Leute mit dem Smartphone auskommen.


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