DxO Optics Pro 9 vs. Adobe Lightroom 4.4

Ein Lightoom-Nutzer wagt den Blick über den Tellerrand.
Zugegeben, so ein Vergleich ist nicht ganz fair. Zum einen vergleiche ich die aktuelle Version von DxO Optics Pro mit einer älteren Version von Lightroom, zum anderen kenn ich mich mit Lighroom in der Zwischenzeit halbwegs gut aus. Mit Optics Pro habe ich hingegen noch gar nicht gearbeitet.

Der erste Eindruck

DxO Optics Pro 9 macht zwar einen profesionelleren Eindruck, aber das auch nur weil es eben nicht so schön und intuitiv gestaltet ist wie Lightroom.
Lightroom wirkt auch für den Anfänger nicht abschreckend, es ist großzügig und übersichtlich gestaltet.
Bei Optics Pro merkt man sofort, dass man es mit einem Tool für Profis zu tun hat.Kleinere Schrift, alles enger… mehr Infos auf einem Raum.

Man gewöhnt sich an alles, aber dieser Punkt geht klar an Lightroom.

Organisieren vs. Bibliothek

Lightroom ist speziell zum organisieren von Massen von Bildern gemacht und das merkt man sofort. Nach dem Import der Bilder kann man diese einfach organisieren, kann Tags vergeben, kann Bewertungen vergeben…
So lassen sich Bilder später auch wieder leichter finden.
Ein Highlight ist die Karte! Wenn die Bilder mit GPS-Koordinaten versehen sind kann man auf der Karte sehen wo welche Bilder aufgenommen wurden. Ein Feature, dass ich sehr oft benutze.

DxO Optics Pro 9 ist dafür nicht gemacht und das merkt man auch.
Man hat einen normalen Dateiexplorer in dem man die Ordner auf der Festplatte öffnen kann und von dort aus dann die Bilder bearbeiten kann.
Es lassen sich zwar einzelne Projekte anlegen in denen man Bilder zusammenfassen kann, aber das wars dann auch schon.
Keine Möglichkeit Bilder zu bewerten, keine Tags… zumindest habe ich nichts gefunden.

2:0 für Lightroom

Bearbeiten vs. Entwicklen

Jetzt aber ans Eingemachte. Das Entwicklen der RAW-Bilder.

DxO Optics Pro 9 erkennt sofort die Kamera und das Objektiv und führt dann sofort die Objektivkorrektur durch. Find ich gut, aber Objektivkorrektur kann Lightroom auch und mein Objektiv wird dort auch erkannt. Dort muss ich die Korrektur allerdings manuell anstoßen.
Obs automatisch geht weiß ich nicht.

Zuschneiden und Wasserwaage gibt es auf beiden Seiten. Weißabgleich ist auch ähnlich, obwohl ich hier in Optics Pro den Automatik-Button vermisse. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass da schon etwas automatisch gelaufen ist.
Aber egal, die Pipette tut es auch.

Was ich aber stark Vermisse ist der Automatik-Knopf bei der Tonwertkorrektur. Denn den klicke ich bei Lightroom meistens einfach um zu sehen was dabei herauskommt. Ganz egal ob ich es dann so benutze oder nicht.
Außerdem fehlen mir Regler für die Lichter, die Tiefen, Weiß und Schwarz. Aber ich bin mir sicher, dass es diese irgendwo gibt. Ich find sie nur nicht 😀 (s.o. Profiwerkzeug!)
Richtig geil finde ich aber den Regler Mikrokontrast. Keine Ahnung was das Äquivalent dazu in Lightroom ist, vielleicht gibt es das dort auch gar nicht.

Aber um das hier nicht zu lang werden zu lassen. Lightroom hat gefühlt mehr Optionen, aber ich bin mir sicher, dass ich unter der Haube von Optics Pro 9 noch einiges finden lässt, leider ist es wirklich nicht gerade übersichtlich 🙁

Auf der linken Seite des Bildschirms gibt es wie bei Lighroom Vorgaben die man sich auch selber erstellen kann und direkt auf das Bild anwenden kann.
Kurioserweise geht der Zuschnitt dabei verloren…

Also auch hier geht der Punkt an Adobe Lightroom 4.4, also 3:0

Geschwindigkeit

Eigentlich blöd, dass die Geschwindigkeit eine eigene Überschrift braucht. Aber DxO Optics Pro 9 ist dermaßen lahm, dass es einfach extra erwähnt werden muss.
Ich habe hier einen aktuellen Core i7 mit 16GB RAM und trotzdem lassen sich die Bilder nicht in Echtzeit bearbeiten. Es dauert immer ein paar Sekunden, manchmal auch nur Millisekunden bis das Ergebnis der Änderung sichtbar ist.
Aber genau diese kleine Verzögerung macht eben einen riesen Unterschied aus. Bei Lightoom kann man mit den Reglern richtig spielen und schnell probieren. Das ist bei Optics Pro nicht möglich. Schade.

4:0

Fazit

DxO Optics Pro 9 hat sicher Potential und kann vermutlich auch viel. Aber der Platzhirsch ist Lightroom und das verdient.
Allein schon die Oberfläche, die schnelle und intuitive Bedienung und natürlich die Bibliothek sind Gründe die meiner Meinung nach für Lightroom sprechen.
Zumal sich die beiden Tools im Preis nicht so viel geben.

Eine 30-Tage Testversion von Optics Pro kann man sicher hier herunterladen: campaigns.dxo.com/opticspro/

Und hier noch die Bilder

Das hier ist mit Optics Pro gemacht, hier habe ich kräftig den Mikrokontrast reingehauen… habe ich ja sonst nicht 😀

Und das hier stammt aus Lightroom:


Bist du zum ersten Mal auf meinem Blog? Hier erkläre ich dir, worum es bei Reisezoom.com geht.
Gefallen dir meine Fotos? Hier stelle ich dir meine aktuelle Fotoausrüstung vor.

Abonniere meinen Newsletter und meinen RSS-Feed, damit du auf dem Laufenden bleibst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

3456789101112131415