4 verschiedene Arten von Kameras mit Vor- und Nachteilen

Welche Arten von Kameras gibt es überhaupt und was sind deren Vor- und Nachteile?
Im folgenden Artikel will ich darauf näher eingehen.

Nach dem ich letzte Woche versucht habe die verschieden Typen von Fotografen irgendwie in verschiedene Schubladen zu stecken, geht es heute um die Ausrüstung, also die Kamera.

Auch hier unterscheide ich zwischen verschiedenen Typen:

  • Smartphone
  • Kompaktkamera
  • Bridgekamera
  • Systemkamera

Die Liste könnte man natürlich noch weiter führen mit bspw. analogen Kameras,
Lichtfeldkameras oder oder oder.
Aber die lasse ich einfach weg, weil meiner Meinung nach die vier von mir genannten Typen das Meiste abdecken. Alles andere sind eher Exoten.

Bevor wir uns die jeweiligen Kameratypen genauer anschauen noch eine kurze Vorbemerkung zu den Beispielfotos:
Fotografiert wurde immer im Automatikmodus, ohne Zoom, ohne Blitz und aus der Hand. Dateiformat war JPEG.
Man sieht, dass das Licht von rechts oben kam und jedes Objektiv Flares produziert hat, was mir aber eigentlich ganz gut gefällt.
Ich habe dabei Kameras genommen die ich besitze, das sind nicht unbedingt die Neuesten. D.h. die Bildqualität kann bei anderen (neueren) Kameras des gleichen Typs natürlich auch besser sein. Aber hier geht es ums Prinzip.

Das Smartphone bzw. die Smartphonekamera

Smartphone - Sony Xperia S LT26i

Smartphone – Sony Xperia S LT26i

Ich glaube jetzt nicht, dass ich noch großartig erklären muss was das ist. Jedes Smartphone hat eine integrierte Kamera. Das eine hat eine Bessere, das andere eine Schlechtere, viele Smartphones haben sogar zwei Kameras…

Die Vorteile der Smartphonekamera

  • klein und kompakt
  • hat man immer dabei
  • super Anbindung, GSM, UMTS, Bluetooth, Wifi…
  • Bearbeitung teilweise auf dem Smartphone direkt möglich
  • Erweiterung der Funktionalität durch Apps
  • teilweise wasserdicht

Die Nachteile der Smartphonekamera

  • kein optischer Zoom
  • kleiner Sensor (rauschanfällig, große Schärfentiefe)
  • kein Sucher
  • begrenzte Möglichkeit der Erweiterung der Hardware
  • keine RAW-Daten

Fazit zur Smartphonekamera

Ganz ehrlich, ich finde Smartphones richtig geil und die verbauten Kameras sind in der Zwischenzeit auch echt gut!
Die Tatsache, dass man das Ding eh immer dabei hat ist so bombastisch, dass alle Nachteile eigentlich egal sind.

Ich selber besitze zwar nur ein eher schlechtes Smartphone, aber dennoch benutze ich die Kamera hin und wieder, einfach weil ich das Teil dabei habe, oder weil mir die Qualität reicht oder weil ich sofort etwas verschicken will… oder oder oder.
Und bei guten Lichtverhältnissen sind die Bilder auch wirklich brauchbar. Aber wie gesagt, mein Telefon ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit.
Moderne Handys spielen schon in einer ganz anderen Liga.
Beispiele für super Bilder die mit dem iPhone gemacht wurden gibt es bei den iPhone Photoraphy Awards.

Die Kompaktkamera

Kompaktkamera Pentax Optio W60

Kompaktkamera Pentax Optio W60

Als Kompaktkamera würde ich alles einstufen was problemlos in die Hosentasche passt. Im Gegensatz zum Smartphone besitzt eine Kompaktkamera allerdings meistens einen optischen Zoom und hat einen etwas größeren Bildsensor. Zudem ist die Haptik des Gehäuses natürlich voll und ganz auf das Fotografieren ausgerichtig

Die Vorteile einer Kompaktkamera

  • klein und kompakt
  • optischer Zoom
  • teilweise wasserdicht

Die Nachteile einer Kompaktkamera

  • meistens kleine Sensoren
  • oft kein Sucher
  • begrenzte Möglichkeit der Erweiterung der Hardware
  • selten RAW-Daten

Fazit zur Kompaktkamera

Man sieht schon auf den ersten Blick, die „normalen“ Kompakten sehen heutzutage im Vergleich zu Smartphones echt alt aus.
Aber es gibt eben auch „unnormale“ Kompaktkameras. So hat bspw. die Sony RX1* einen Vollformatsensor, der die gleichen Abmessungen hat wie im Profimodel a7r* oder Alpha 99. Allerdings ist bei dieser Kamera auch der Preis unnormal.
Eine weitere unnormale Kompaktkamera ist die Sony RX100*, hier bekommt man einen 1″ Sensor, was für Kompaktkameras extrem groß ist, einen Sucher und ein lichtstarkes Zoomobjektiv.
Wenn ich mir eine Kompaktkamera kaufen würde dann die RX100. Bei den normalen Kompakten sehe ich fast keine Vorteile mehr im Vergleich zu einem Smartphone.

Update: Zwischenzeitlich bin ich stolzer Besitzer einer RX100 III.

Die Bridgekamera

Bridgekamera Canon PowerShot G10

Bridgekamera Canon PowerShot G10

Als Bridekamera bezeichne ich alles was größer ist als eine Kompakte, aber nicht die Möglichkeit bieten das Objektiv zu wechseln.
D.h.Superzoomkameras fallen bei mir genauso in die Kategorie Bridekamera wie auch einfach zu groß geratene Kompaktkameras.

Die Vorteile der Bridegkamera

  • teils riesiger Zoombereich

Die Nachteile der Bridegkamera

  • meistens kleine Sensoren
  • oft kein Sucher
  • begrenzte Möglichkeit der Erweiterung der Hardware
  • selten RAW-Daten

Fazit zur Bridgekamera

Hm… wie man sieht fallen mir auch bei der Bridgekamera keine richtigen Vorteile ein. Allerdings beziehen sich die Vor- und Nachteile natürlich auf den Durchschnitt der Bridekameras.
Wie schon bei den Kompaktkameras gibt es auch Bridgekameras, die ich mir kaufen würde.,
Ziemlich geil find ich z.B. die Sony RX 10 (bei Amazon.de*), aber auch die Canon PowerShot G3x (bei Amazon.de*) finde ich recht interessant.
Ich denke beide Kameras spielen fast in der Liga der Einsteiger DSLR und sind für Leute die sich eine DSLR kaufen und dann nur das mitgelieferte Kit-Objektiv verwenden sicherlich sogar die bessere Wahl.

Die Systemkamera

Systemkamera Sony Alpha 65

Systemkamera Sony Alpha 65

In die Rubrik der Systemkameras fallen die klassischen DSLR-Kameras, aber zwischenzeitlich drängen auch die Spiegellosen immer weiter nach vorne. Um in die Kategorie der Systemkameras zu kommen, muss eine Kamera die Möglichkeit bieten, das Objektiv zu wechseln und einen Blitzschuh besitzen.

Die Vorteile der Systemkamera

  • große Sensoren
  • Erweiterungsmöglichkeiten
  • RAW-Daten
  • Sucher

Die Nachteile der Systemkamera

  • meist groß
  • teuer

Fazit zur Systemkamera

Systemkameras sind schon geil, wenn man will hat man eben die komplette Kontrolle über das Bild. Man kann alles selbst einstellen und bei Bedarf das Objektiv wechseln oder sonstige externe Hardware verwenden.
Einziger richtiger Nachteil ist die Größe. Selbst wenn Sony jetzt mit der a7 Serie sogar sehr kleine Kameras mit Vollformatsensor baut, so sind diese mit Objektiv in der Regel trotzdem zu groß für die Hosentasche.

Mein Fazit

Jede Art von Kamera hat ihre Daseinsberechtigung. Bei mir persönlich steht die Bildqualität recht weit oben. Von daher würde ich mir nur Kameras mit einem halbwegs großen Sensor kaufen.
Aber direkt danach kommt für mich die Mobilität, weshalb ich echt den Hut ziehe vor den neuen Smartphonekameras. Was da in der Zwischenzeit geht ist echt ordentlich!
Wieso immer noch Kompaktkameras mit kleinen Sensoren gebaut werden, und vor allem Bridgekameras mit kleinen Sensoren verstehe ich gar nicht so recht. Bevor man sich solch eine Kamera kauft sollte man sich meiner Meinung nach lieber ein gutes Smartphone kaufen.

Eine Daseinsberechtigung für Kompakt- und Bridgekameras mit Sensoren die größer sind als der durchschnittliche Sensor einer Smartphonekamera sehe ich aber schon.
Ich denke sogar, dass der Kauf einer Kompakten oder von mir aus auch einer Bridekamera oft sinnvoller ist als der Kauf einer Systemkamera.
Aber dazu mehr in einem anderen Beitrag.


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4 Kommentare zu “4 verschiedene Arten von Kameras mit Vor- und Nachteilen

  1. Frank Zirnstein

    Hallo Marc,

    ein schöner Vergleich. Ich gebe Dir recht, falls heute jemand eine Kompaktkamera kaufen will und ein relativ aktuelles Smartphone besitzt, dem würde ich auch empfehlen: „lass es.“ Bei den Kompakten lohnen sich heutzutage eigentlich erst die mit dem größeren 1″-Sensor, denn das sieht man einfach am fertigen Bild.
    Übrigens bin ich kein Freund von dem Spruch: „Der Fotograf macht das Bild, eine bessere Kamera macht keine besseren Bilder.“
    Solange es nur darum geht bei Tageslicht ein ansprechendes Landschaftsfoto zu machen, mag der Satz auch zutreffen. Hier kann man, wenn man sich an einige einfache Bildgestaltungsregeln hält, auch mit dem Smartphone wirklich gute Bilder machen.
    Sobald aber die Gegebenheiten, besonders schlechtes Licht vielleicht noch in Verbindung mit bewegten Motiven höhere Ansprüche an die Ausrüstung stellen, ist man mit dem Smartphone oder der Kompakten erledigt.
    Der genannte Spruch enthält für mich darum nur eine Aussage:
    Man muss natürlich sein Werkzeug beherrschen, um gute Ergebnisse zu bekommen. Wenn man keine Ahnung hat, wird daran auch die Kamera für mehrere tausend Euro nichts ändern.
    Aber:
    Manche Bilder werden mit besseren Kameras oder Objektiven überhaupt erst möglich.

    Viele Grüße,
    Frank

    1. Marc Autor des Beitrags

      Hallo Frank,

      ganz genau so ist es. Wenn man nicht weiß, wie man mit der Ausrüstung umzugehen hat, bringt die beste Ausrüstung nichts. Wenn auf der anderen Seite die Kamera bzw. das Objektiv das, was man braucht, nicht leisten, bringt einem alles Wissen nichts.
      Man braucht eben beides. Das Wissen, wie man damit umgeht und für die aktuelle Gegebenheit die richtige Ausrüstung.
      Ich denke in den nächsten Jahren wird in Sachen Smartphone noch einiges kommen. Die Light 16 gibt einen erste Vorgeschmack auf das, was da noch kommen wird … wird also richtig spannend!

      Viele Grüße
      Marc

        1. Marc Autor des Beitrags

          Danke und siehe da, jetzt kommen die Dual-Cam-Phones auf den Markt. Wird also immer besser! 🙂